Balkongartentag.

Die stetigen Unwetter mit Sturmböen und heftigem Regen setzen meiner  Balkonflora doch unerwartet stark zu. Den Tomaten welken die Blätter – sie werden gelb und fallen ab. Ich hoffe das legt sich wieder. Außerdem haben die heftigen Gewitter des Öfteren Blumenerde aus meinen Balkonkästen gespült, so dass die auf dem Boden stehenden Tomatenpflanzen über und über verdreckt sind. Meine selbstausgesäten Mohn- und Dillkeimlinge kümmern, scheinbar haben sie doch zu wenig Sonne auf meinem Nord(west)balkon. Am Blutampfer zeigen sich seit rund zwei Wochen immer wieder weiße Flecken – ich habe schon mehrfach die befallenen Blätter abgepflückt, da nun aber beide Pflanzen flächendeckend aussahen wie mit Mehl überstäubt, habe ich gestern beschlossen meinen Balkon mal gründlich aufzuräumen.

Blutampfer_weiße Flecken

Blutampfer mit seltsamen, weißen Flecken.

DreckigeTomate

Matschige Tomatenblätter.

Die Blutampferpflanzen habe ich beim Aufräumen dann schweren Herzens entsorgt. Schade, sie haben auf meinem Balkon seit ihrer Aussaat im Frühjahr 2013 immer grün-rote Akzente gesetzt und in diesem Jahr auch munter geblüht. Als Salat haben sie für mich aber nicht getaugt – obwohl der Blutampfer nicht so sauer sein soll, wie gewöhnlicher Ampfer, hat uns der Geschmack einfach nicht zugesagt.

Beim Aufräumen habe ich ein paar neue Mitbewohner auf meinem Balkon getroffen. Neben ein paar Tausendfüsslern und Blattläusen haben mich vor allem jene hier beeindruckt…

Grashüpfer

Heuschrecke auf einem Mangoldblatt.

Spinnenbesuch

Spinne auf einem Salbeiblatt.

Erfreuliches zeigt sich auch an den Pflanzen. Die letzte Tomatensorte auf meinem Balkon, die bisher noch keine reifen Früchte geliefert hat, hat es nun fast geschafft:

ErgebelndeTomate

Ergelbende Cerise.

Es ist somit endgültig bewiesen: Tomaten auf dem Nord(west)balkon sind möglich. Bei Johannisbeertomate, gelber Cerise und einer Balkonkastentomate hat es funktioniert. Wundervoll!  – Natürlich ist die Anzahl der Tomaten immer überschaubar und kann sicher nicht mit einem sonnigen Garten mithalten, aber Erfolgserlebnisse und eigene Früchte sind zu Genüge möglich.

Und meine Mini-Gurke ist in den letzten Wochen hochgeschossen und schlingt sich gerade um die greifbaren Tomatenäste. Gestern habe ich dann die erste weibliche Blüte an der Pflanze entdeckt. Na, ob das doch noch was mit den kleinen Gürkchen wird?

WeiblicheGurkenblüte

Die erste weibliche Blüte an der Gurke „miniature white“.

Am Nachmittag habe ich dann den Amish Deer Tongue geerntet. Dies ist eine alte, robuste Salatsorte, die von den Amishen in Amerika gezüchtet und angebaut wird. Die Aussaat wollte erst nicht so recht keimen und es haben sich in den letzten Monaten nur zwei Pflanzen durchgeschlagen und sind zu nennenswerter Größe herangewachsen – dies lag wohl auch an den schweren Gewittern: Die heftigen Regenergüsse haben viele Keimlinge auf dem Gewissen. Aber das Ergebnis macht doch Lust, es nochmal zu probieren.

Rose_AmishDeerTongue

Pflücksalat „Amish Deer Tongue“ neben einer Balkonrose.

Da aufgrund mangelnder Zeit in diesem Frühjahr und Sommer und aufgrund der Gewitter nun noch bzw. wieder Platz in einigen Kästen war, habe ich versucht alles etwas umzugestalten und zu optimieren. Vor einigen Wochen habe ich erneut Monatserdbeeren ausgesät – es müsste im Juni gewesen sein. Meine ersten Anzuchtversuche im Frühjahr auf der Fensterbank sind vollkommen fehlgeschlagen. Die jetzigen drei Keimlinge haben nun wenigstens schon einige Blätter – und darunter auch erste richtige Erdbeerblättchen. Leider werden sie ständig – trotz Neemölbehandlung – von Blattläusen befallen. Ich hoffe trotzdem, dass sie es ins Erwachsenenalter schaffen. Gestern habe ich die Keimlinge vereinzelt und ihnen genug Platz in einem Balkonkasten zur Verfügung gestellt. Vielleicht wirds dann ja im nächsten Jahr was mit den Früchten!

Erdbeerkeimlinge_Anzuchttopf

Erdbeerkeimlinge – zweiter Versuch.

Erdbeerpflänzchen

Vereinzelte Keimlinge neben dem langsam wachsenden Hirschhornwegerich.

Heute habe ich dann noch ein paar neue Mitbewohner auf dem Heimweg besorgt, um schonmal ein paar Lücken zu füllen. In meiner Tasche haben sich dabei „Bunt-Salbei“, „Knobi-Gras“ und eine lilane Blühpflanze (deren Namen ich nicht kenne) eingefunden.

Neue Mitbewohner I

„Knobi-Gras“ und lila Blühpflanze.

Besonders angetan hatte es mir das Knobi-Gras. Bisher kannte ich nur Schnittknoblauch und Schnittlauch – die beide schmalere Blätter haben. Dieses „Gras“ hingegen hat zweifarbige, breitere Blätter und duftet lecker nach Knoblauch. Das Knobi-Gras ist auf jeden Fall mehrjährig (lässt sich allerdings nur im Haus überwintern), es wächst – laut beigesteckter Beschreibung – an sonnigen und schattigen Standorten, ist essbar und lässt sich wie Knoblauch zu diversen Leckereien verarbeiten.

Kräuterbalkonkasten

V.l.n.r.: Von den Gewittern gebeuteltes Schnittlauch (treibt gerade neu aus); bunter Salbei (neu!), selbstausgesäte Orangengewürztagetes und selbstausgesäter, „normaler“ Salbei.

Neu pflanzen macht bessere Laune, wenn das Wetter verrückt spielt. Nächste Woche nehme ich dann vielleicht auch noch ein paar Neuaussaaten in Angriff, sobald ich mich wieder täglich um sie kümmern kann. Mal sehen, was zur Aussaat im Hochsommer/Herbst noch taugt und diese Saison abrundet – auf jeden Fall wird Feldsalat bald wieder seinen Weg in meine Blumenkästen finden.

Ich wünsche eine schöne, nicht so nasse Woche.

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Nach langer Abstinenz…

Nach langer Abwesenheit (drei Wochen Sonne, Strand und Wassersport) und einer Betreuung meines Balkon- und Fensterbankgartens durch meine liebe Nachbarin, habe ich gestern voller Spannung meine Wohnung betreten. Wenn man selber der Pflanzenzucht verfallen ist, lässt man sie ja doch ungern so lange allein – gerade in dieser Zeit, in der die Natur förmlich explodiert. Aber meine Nachbarin hat sich wacker geschlagen in den zurückliegenden Wochen, die – wie ich vom Hörensagen weiß – geradezu heiß waren für den Mai in Deutschland. Und so gab es nur sehr wenige Totalausfälle zu verzeichnen. Ich kann also munter wieder ans Werk gehen und schauen, was ich aus dieser (bisher sehr warmen) Gartensaison noch mache. Entsprechend bestand der heutige Gartentag aus einer „Bestandsaufnahme“ und Pflege der Pflanzen – sowie einem munteren Neuaussäen, um allmählich die noch recht beachtlichen Lücken in Töpfen und Kästen zu füllen.

Wachstumsschub im Mai

Zunächst war ich erstaunt, wie alles gewachsen ist. Nagut, nicht alles – aber vieles! Der Blutampfer hat seine Größe locker verdreifacht, da er seine Blütenrispen ausgestreckt hat. Die Schwarzäugigen Susannen wissen garnicht mehr wohin mit ihren „Tentakeln“. Die Tomaten haben auch allmählich eine ansehnliche Größe und die Radieschen waren bereits jenseits von Gut und Böse angelangt. Habe ich mich zuerst verwundert gefragt, was ich da ausgesät hatte (große Gemüsepflanzen?), musste ich feststellen, dass der Erntezeitpunkt für die scharfen Knollen bereits weit überschritten ist. Schade – wollten sie in meiner Anwesenheit doch nicht so recht wachsen.

Kaktusfeigen

Selbst die Kaktusfeigen am Südfenster haben in diesem Frühjahr ihre Größe schon verdoppelt.

Blütenpracht und erste Aussichten auf Ernte

In meinem Wohnzimmer, in dem zwei Schwarzäugige Susannen aus Frostschutzgründen einen Flechtkorb mit Rankgerüst emporkletterten, sah ich gleich von Weitem ihren farbenprägtichen Willkommensgruß. Welch eine Euphorie: mein erstes Aussaatexperiment mit dieser Pflanzenart und gleich so ein tolles Ergebnis! Heute durften die Susannen dann auf den Balkon umziehen, wo sie mich mit ihrer Blütenpracht in den kommenden Wochen weiter erfreuen werden.

Schwarzäugige Susanne

Die Schwarzäugige Susanne blüht.

Meine Chilis sehen zwar nach meine Abwesenheit etwas zerrupft aus – meine Nachbarin ist wohl mit Gießen an heißen Tagen nicht schnell genug nachgekommen. Aber ich denke von fünf Pflanzen haben drei sehr gut überlebt, eine weitere werde ich auch noch durchbringen, nur die fünfte schafft es wahrscheinlich nicht, da kaum mehr brauchbare Blätter vorhanden sind.

Chilis II

Drei von fünf Chilipflanzen – hier: weiße und rote Habanero sowie Gewürzpaprika „Cayenna“.

Aber damit kann ich gut leben – in Anbetracht der Früchte, die manch eine der Pflanzen mir bereits präsentiert:

Chilis

links & rechts unten: zwei von drei Früchten der Gewürzpaprika „Cayenna“ – rechts oben: die erste Habanero

In den kommenden drei Wochen werde ich die Pflanzen mit Dünger, regelmäßigen Wassergaben und Bestäubungsversuchen wieder nach vorne bringen. Davon bin ich überzeugt. Seit meinem im letzten Jahr begonnenen Anzuchtversuchen haben sich meine Chilipflanzen, von einem lästigen Spinnmilbenbefall mal abgesehen, als recht robust entpuppt. Sie verzeihen Zeiten der Vernachlässigung, wenn man sie danach wieder gut pflegt. Sicherlich treiben sie bald wieder aus, blühen wieder neu und setzen Früchte an.

Balkonbevölkerung und neue Mitbewohner

Zu meinem Erschrecken musste ich gestern bereits – und heute bei näherem Hinsehen noch mehr – feststellen, dass sich auf meinem Balkon die Schädlinge breit gemacht haben. Kein Wunder, es war ja niemand da, der es mit ihnen aufgenommen hätte. Gesichtet habe ich jede Menge Blattläuse, Frasspuren an Keimlingen (Minierfliege?) und diverse andere Tierchen auf den Blättern (Spinnmilbe? Weiße Fliege?). Einige Pflanzen hatten diversen Staub und Webfäden auf ihren Blättern, allerding schmeißen die Bäume um uns herum auch tonnenweise „flauschige“ Samen ab, so dass es mir schwer fiel, den Befall immer konkret zu lokalisieren.

Somit war erstmal Aufräumtag. Einige Pflanzen mussten sich leider komplett verabschieden, da ich ihnen absolut nicht mehr über den Weg getraut habe. Hierunter waren vorrangig Kräuter. Manch ein Kraut musste aber nicht (nur) wegen seines Befalls, sondern auch wegen seines Wachstumsschubes gehen – Pimpinelle und Salbei haben zwar reich geblüht in meiner Abwesenheit (gut für Biene & Co.), sich gleichzeitig aber in Höhe uns Breite gestreckt, so dass ich sie zurück in ihre Schranken weisen musste.

Die Lücken in meinen Kästen und Kübeln sind also wieder größer geworden und ich habe Platz für Neues geschaffen (immer das Positive sehen!). Einiges was ich hab lebenlassen, muss ich zudem streng im Auge behalten. Auf Blutampfer, Tomate & Co. tummeln sich immernoch einige Schädlinge – und ich habe gestern und heute großzügig zur Neemölflasche gegriffen und meinen Balkonbewohnern einen Brennesseltee gekocht. Außerdem habe ich hier und da Blattläuse abgesammelt bzw. die Pflanzen mit Wasser abgespritzt, um sie von allen Gespinnsten und herumlungernden Läusen zu befreien. Als ich schließlich mit einem Kaffee auf meinem Liegestuhl saß und mich bemühte, Löcher in die Wolken zu schauen, fielen meine Blicke auf den hochgeschossenen Blutampfer, der gerade zur Blüte ansetzt. Und mir wurde schlagartig klar: Ich, als angehende „biologische Balkongärtnerin“, bin nicht allein im Kampf gegen die Läuse…

Marienkäferlarve

Marienkäferlarve auf dem Blutampfer.

Bei meinem ersten Einkauf gestern habe ich übrigens noch einen Abstecher gemacht, um ein Dankesblümchen für meine Nachbarin zu erstehen – und dabei ist in aller Euphorie noch eine kleine Balkontomate in meinen Einkaufswagen gehüpft. Tomaten sind auf meinem Blakon in Norst(west)lage ja in diesem Jahr ein großes Experiment und die selbst angezogenen machen nicht den besten Eindruck – doch ich konnte trotzdem die Finger nicht davon lasssen…

Balkontomate

Kleine, neue Balkontomate.

Die Sorte kann ich leider nicht bennenen – es stand nur „Balkontomate“ drauf (sehr aussagekräftig!). Aber sie ist klein, kompakt und hat bereits erste Früchte angesetzt. Ich bin also gespannt, ob sie erröten und es zu weiteren Fruchtansätzen kommt.

Neuaussaaten

Heute habe ich dann noch diverse Pflanzen ausgesät, da ja auch der Mai noch ein prima Aussaatmonat ist. Zwar nicht mehr für alles – für Radieschen & Co. ist es wohl zu spät, da sie bei Hitze schnell schossen. Bei mir haben noch Pflücksalat, Ananaskirsche, Dill, Portulak, Schnittknoblauch und Schnittlauch, Orangentagetes und Mangold ihren Weg in die Erde gefunden. Sobald ich mir noch weitere Blumenerde zugelegt habe, werde ich auch in der kommenden Woche eine neue „Kinderstube“ errichten. Ich bin gespannt, wie sich eine Ausaat im Mai unter den gegebenen Umständen entwickelt…

Ananaskirsche_Aussaat

„Gewächshaus“ für die Ananaskirschenaussaat – mit einer Klarsichthülle und Schaschlikspießen improvisiert.

Neue Bewässerungssysteme

Eigentlich hatte ich schon vor dem Urlaub geplant, neue Bewässerungssysteme zu installieren, um der Pflanzenbabysitterin ihren Job noch zu vereinfachen. Da das Päckchen sich aber leider Zeit ließ und erst nach meinem Verschwinden eintraf, habe ich mich damit begnügt, die Chilis am Südfenster und diverse Topfpflanzen in meiner Wohnung mit den vom letzten Jahr vorhandenen Blumatkegeln auszustatten.

Da mein neues Bewässerungsequipment nun da ist, werde ich es in der Folge austesten und – falls es funktioniert – für heiße Sommertage nutzen, in denen ich  abwesend bin. Ich habe mich erneut für sehr günstige Varianten entschieden, da ich nicht viel Geld in die Sache stecken wollte und mir für eine „richtige“, aber auch kostspielige, automatische Bewässerung per Tropfschlauch o.ä. auch ein Wasseranschluss aus dem Balkon fehlt. Aber ich denke, die Nachbarn fragen ist auch einfach die kostengünstigere und sozialere Variante – und sofern man einen netten Menschen neben sich wohnen hat, so kommt er dieser Aufgabe auch gerne nach.

Das neue Bewässerungsequiment besteht aus zwei Bewässerungstanks, die man an Blumentöpfe hängen kann und aus denen ein Docht in die Erde führt, der nach Bedarf Wasser aus dem Tank zieht. Außerdem habe ich mir Kunststoffspitzen zum Aufschrauben auf Plastikfalschen gekauft. Sie sind günstiger als die Blumatspitzen – mit denen ich allerdings sehr gute Erfahrungen gemacht habe. Kunststoffspitzen sind im Allgemeinen zwar recht umstritten und es gibt sie in diversen Varianten. Nachdem ich im letzten Jahr einfach auf eine Anleitung im Netz hin Kunststoffflaschen mit Löchern im Deckel in die Erde gesteckt hatte und das nur ziemlich unzuverlässig bewässert hat (zwischen „schnellem Auslaufen“ und „es kommt kein Wasser raus“ war alles dabei), möchte ich aber nun diese Version mal austesten. -Testberichte folgen dann in Kürze, sobald ich erste Erfahrungen gemacht habe.

Und abschließend ein Appell zu diesem Sonntag: Ich hoffe ihr ward heute auch alle brav wählen?! – Alle Pflanzen- und Tierfreunde sollten wirklich hingehen und ihre Stimme gegen das TTIP bzw. für sozialverträgliche und umweltfreundliche Parteien in die Wagschale werfen.

 

Bienen & Co. im Streik?

Wenn ich auf meinem Balkon sitze, dann habe ich öfter das Gefühl, dass nur relativ wenige Insekten den Weg zu meinem Balkon finden. Frau Hummel habe ich einmal etappt, wie sie über den Balkon dahin summte. Ein Falter hat den gestrigen Tag an einem meiner Tischbeine verbracht und an einzelnen Trauermückenfamilien scheint es auch nicht zu mangeln. Aber im Großen und Ganzen habe ich das Gefühl, dass es mit der Befruchtung meiner Blüten nicht so gut aussieht.

Dabei habe ich schon diversen duftenden Kräutern auf meinem Balkon ein neue Heimat gegeben. Der Thymian und mein Kubaspinat blühten in den letzten zwei Monaten ausgiebig – ebenso der Bärlauch. Und nun blühen ein paar Radieschen. Außerdem bereiten sich meine Zinnie, meine Spargelerbsen, meine Zitronenmelisse und  mein Erdbeespinat gerade auf die Blüte vor. Kapuzinerkresse, weitere Kräuter und meine Spargelerbsen werden hoffentlich in Kürze folgen. Außerdem habe ich eine kleine Bienentränke installiert (eine flache Wasserfläche mit Steinen), um Insekten anzulocken. Aber all das hat bisher wenig Erfolg. Oder bekomme ich das einfach  nur nicht so mit? Ein Bienenhotel an meiner Hauswand anzubringen, davor scheue ich mich noch, schließlich will ich ja draußen auch noch sitzen, essen und trinken können.

Meine Samenausbeute aus dem Kubaspinat war zwar ganz gut – nur dass die Pflanze alles von sich schmeißt und zwar oft, bevor ich zum Einsammeln komme. Der Bärlauch hat jedoch kaum Samen angesetzt. Und nun frage ich mich, ob die Radieschen es überhaupt soweit bringen werden, mich mit „Nachwuchs“ zu beglücken. Welche Insekten ich mit den jeweiligen Blüten eigentlich anlocken müsste, darüber bin ich mir natürlich auch garnicht im Klaren. Aber ich könnte es verstehen, wenn sie sich dieses Jahr allgemein im Streik befinden. Man denke nur an all die Nachrichten zum schlechten, stetig umschlagenden Wetter. Oder an die allgemeine Hysterie, was das Bienensterben angeht (die ich übrigens teile). Ebenso sind die Nachrichten über die Patentierung von Saatgut und den Lobbismus von Monsanto & Co. für eine Biene und ihre Insektenfreunde nicht gerade motivierend. Aus Sicht einer sozialpolitisch engagierten jungen Frau, die sich für humane und gesunde Arbeitsbedingungen in unserer Gesellschaft einsetzt, könnte ich die Kleinen also durchaus verstehen. Schließlich würde ich auch ungerne von normierten, genmanipulierten Monokulturen leben. Ebenso könnte ich als Biene die züchterischen Maßnahmen zur Gewinnung einer superproduktiven Bienenart sowie ihre Massenversklavung auf großen Plantagen nicht billigen.

Alles in allem ist der Insektenflug für mich dieses Jahr noch ein Rätsel.

Morgenritual – oder: 10 auf einen Streich.

Die Trauermücken sind zurück. Sonderlich intelligent sind die Viecher ja nicht: Jeden morgen stehe ich auf und zerdrücke 5-10 Mücken von Hand. Die Fluchtversuche der Tierchen sind eher uneffektiv und man hat sie schnell erwischst. Danach ist dann erstmal wieder Ruhe. Ein paar verirren sich auch auf die angebrachten Geldbsticker – aber ich fürchte ich selbst bin die bessere „Fliegenfalle“.

Bereits vier Gurkenkeimlinge und einige Tomatenpflänzchen haben mir die Fliegen vernichtet. In Punkto Gurken und Tomaten habe ich es daher für diese Saison aufgegeben – schade. Und auch die Annanaskirschen wachsen seit Wochen so garnicht und welken dann eher vor sich hin. Auch hier muss ich wohl bald aufgeben. Die anderen Pflanzen verkraften es besser. Die meisten habe ich mitlerweile auch auf den Balkon ausgesiedelt. Draußen haben die Trauermücken weniger eine Chance zur Plage zu werden, da sie dort einfach viel mehr natürliche Feinde haben. Und es scheint zu wirken: Draußen ist bisher keine einzige Pflanze eingeganen aufgrund der Mücken.

Nun stellt sich natürlich die Frage, wie ich die Mücken in meinem Wohnzimmer nun zukünftig effektiv bekämpfe. Der Nematoden-Angriff vor ein paar Wochen hat zwar gut gewirkt, aber seit ich neue Blumenerde ins Spiel gebracht habe, habe ich das gleiche Problem wieder – sicher, ob es von dieser Erde kommt, bin ich allerdings nicht. Die Fliegen können wohl auch von draußen zuwandern oder vielleicht haben doch einige Larven aus der alten Erde überlebt.

Nematoden gibt es nur in größeren Packungen und sie halten sich nur kurz. Und jetzt immer wieder 10-15 Euro in die kleinen Nützlinge investieren und meine gesamte Erde damit impfen, das finde ich ist schon unpraktisch. Ich habe mich noch ein bisschen durchs Netz gelesen, bin aber noch unschlüssig, welche der Hausmittelchen und Chemiekeulen ich mal austesten soll. Ich frage mich dabei immer, was man wirklich auf die Pflanzen/in den Boden kippen sollte und was lieber nicht. Momentan begnüge ich  mich mit dem eigenhändigen Töten der Tierchen und beobachte, ob sie sich arg vermehren…

Vielleicht hat jemand einen Tipp? – Oder kann mir sagen, was im Einzelfall wirklich geholfen hat?

Liebe Grüße – aus dem regnerischen Mannheim (Weltuntergangsszenario).

The cavalry is arrived.

Gestern bestellt – heute im Briefkasten: Wenn meine 6 Mio. angeforderten SF-Nematoden auch in meinen Töpfen so schnell arbeiten, wie die Post sie liefert, dann wird am Ende doch noch alles gut.

Post

Die SF-Nematoden habe ich auf einem Trägermaterial (Pulver im Tütchen) erhalten – man kann sie bei 2-6 Grad ca. 1 Woche lagern. Ich habe sie daher einige Stunden im Kühlschrank aufbewahrt. In die Erde soll man sie am besten in der Dämmerung bringen, da sie grelles Sonnenlicht scheinbar nicht gut vertragen. Ich habe sie daher heute abend ausgebracht.

Das Pulver mit den Nematoden (in der kleinen Tüte waren es 6 Mio. Stück für 12 qm Fläche – weniger konnte man nicht beziehen) wird dafür in die Giesskanne gerührt und dann mit dem Giesswasser auf die Töpfe verteilt. Eigentlich kinderleicht – nur war es dann doch garnicht so einfach bei all den Töpfen im Zimmer und auf dem Balkon den Überblick zu behalten und alles gleichmäßig zu verteilen.

Im Vorfeld habe ich meine gesamte Blumen- und Anzuchterde – auch jene die ich noch nicht verwendet habe – auf Gefäße verteilt, damit die Nematoden wirklich die gesamte Erde besiedeln können. Die Wirkung der Fadenwürmer hält ca. 2 Wochen an, sofern man die Erde immer feucht hält. Ich hoffe danach sehe ich dann keine Fliegen mehr in meinem Wohnzimmer.

Nach dem Einbringen der kleinen Helfer habe ich dann – euphorisch wie ich war – noch eine neue Aussaatrunde gestartet. Meine Sämlinge sollten ja jetzt gut bewacht werden in den nächsten Wochen. Na dann: frohes Wachstum!

Hoffen wir, dass es hilft.

Harte Geschütze.

So. Ich bin es leid mit den Fliegen und den Würmchen. Ich bin nun fest davon überzeugt, dass ich mir mit meinen Blumenerden einen Trauermückenbefall ins Haus geholt habe. Und da die Geldbtafeln nicht wirklich was bringen (sie sammeln zwar immer mal wieder Fliegen, es wird aber nicht besser), so habe ich mich heute beschlossen, den teilweise dahinsterbenden Keimlingen und kümmernden Pflanzen nicht mehr weiter hilflos zuzusehen. Ich habe daher so eben  SF-Nematoden bestellt, damit ich in dieser meiner ersten Gartensaison weniger Kummer habe und meine Neuanzuchten gelingen. Schließlich habe ich schon ein paar Tote zu verzeichnen (drei Tomatenpflänzchen, einen Ananaskirschkeimling und eine Gurke). Und bei anderen Pflanzen (Zinnien, Fleißiges Lieschen etc.) habe ich das Gefühl, dass sie nur langsam wachsen und vielleicht einfach durch den Befall in ihrer Entwicklung gehemmt werden?! – Ich traue mich langsam kaum mehr, neu auszusäen. Also schreite ich jetzt lieber ein – für ein unbekümmerteres Gärtnern!

SF-Nematoden sind winzige Nützlinge (Fadenwürmer), die scheinbar momentan das einzige relativ unbedenkliche und zuverlässige Mittel gegen Trauermücken bilden. Sie sind zwar nicht so billig (etwas unter 10 Euro plus Porto) – aber ich habe das Gefühl, dass es sich lohnen könnte, wenn ich mir die Ratgeberforen im Netz so durchlese. Die Nematoden werden mit dem Gießwasser im Boden verteilt, dringen in die Laven der Trauermücken ein und sondern ein Bakterium ab, welches die Larven dann zersetzt. Die Trauermücken werden somit bereits im Larvenstadium vernichtet – als Larve richten sie auch am meisten Schaden an den Wurzeln der Pflanzen an.

Ich habe gelesen, dass Trauermücken draußen weniger ein Problem sind, da sie dort auch natürliche Feinde haben und sich  nicht so ungeschützt vermehren können. In geschlossenen Räumen wird man sie aber anscheinend schwieriger wieder los und muss aufpassen, dass sie nicht den ganzen Pflanzenbestand schädigen.

Ich wünsche eine schöne Woche,

Staphylea