Hochbeetbepflanzung.

Nachdem ich vorgestern mein Hochbeet im Gemeinschaftsgarten gefüllt habe, musste ich gestern Nachmittag natürlich nochmal hin, um erste Pflanzen zu setzen. Nun ist mein Beet zur Hälfte bepflanzt und ich bin gespannt, ob es verschont bleibt von Vandalismus und ob die Pflanzen wachsen.

P1160827_blog

Hochbeet vorbereitet zum ’square food gardening‘.

Ich habe das Hochbeet  mit Schnur in 16 Quadrate unterteilt. Eine Idee, aus dem ’square food gardening‘ (-> englisches Wikipedia), zur einfacheren Bewirtschaftung eines Hochbeetes.  Ein Quadrat hat bei mir im Optimalfall 25 x 35 Zentimeter. Leider hatte ich verdrängt, dass innen Pfähle das Beet verkleinern, aber dann bepflanze ich die Randquadrate eben etwas sparsammer. Beim food square gardening werden die einzelnen Quadrate mit je einer Pflanzensorte bepflanzt und die Pflanzennachbarschaften werden dabei nach den Mischkulturregeln kombiniert. Ich habe mich nicht ganz daran gehalten, da ich zum Beispiel neben die Erdbeeren einfach noch Knoblach ins Quadrat dazu gesteckt habe. Und ich denke ich werde zwischen die einzelnen Pflanzen hier und da auch Kräuter oder Blumen ergänzen. Wir werden sehen, wie es wächst und wie sich die Platzverhältnisse entwickeln.

P1160856._blog

Beet nach der ersten Pflanzaktion.

Ich habe in einigen Punkten Abstand genommen von meinem ersten Beetplan. Dies geschah gestern spontan in Anbetracht des Saatgut- und Pflanzenangebots vor Ort (einige Gärtner*innen haben fleißig Setzlinge verteilt), aber auch aufgrund des begrenzten Platzes im Beet. Aus Platzmangel habe ich Abstand davon genommen, die Himbeeren und die Zucchini ins Beet zu pflanzen. Aktuell sieht meine Bepflanzung jetzt folgendermaßen aus (grüne Schrift):

Quadratbeete._08.05_blog

Hochbeetbeflanzung – Plan vom 08.05.

Die Pflanzen in Klammern habe ich noch eingeplant. Vor allem Ananaskirsche und Chili hätte ich noch gerne im Beet. Für die anderen Felder überlege ich mir heute oder die Tage noch was. Ich denke ein paar Kräuter und Blumen müssen noch dazu. Besonders Ananskirsche, Chili und Tomate muss ich auch durch Pflanzen voneinander trennen, da sie sich – glaube ich – nicht gut als Nachbarn verstehen. Hier überlege ich, was ich dazwischen säen kann.

Neben meinem Beet habe ich noch einen großen Topf mit Erde positioniert, in den ich morgen Zucchini setze, damit ich doch noch in den Genuß komme, auch dieses Gemüse mal wachsen zu sehen und – im Idealfall – ernten zu können. Vielleicht findet auch die Himbeere noch ihren Weg dorthin. Ich warte erstmal ab, wie sich der Garten jetzt entwickelt. Aktuell müssen wir immer Wasser zum Garten transportieren, was für die meisten Gärtner*innen aber ein Katzensprung ist – denn der von der Stadt angekündigte Wasseranschluss lässt noch auf sich warten. Aber davon wollten wir uns natürlich nicht abhalten lassen. Aber leider legt der Sommer ja gerade so richtig los…

Ich wünsche ein schönes Wochenende.

Advertisements

Ein langer Tag im Garten.

Heute waren wir zu vielen ‚Gartenaktivisten‘ lange im angehenden Gemeinschaftsgarten aktiv. Dank unserer umtriebigen Initiatorinnen haben wir letzte Woche einen Bauzaun und eine erste Erdlieferung vom Grünflächenamt erhalten. Gerade nimmt das Projekt also  Fahrt auf.

P1160730_Blog

Mein improvisiertes Beet – ausgekleidet mit Teichfolie und fertig zur Befüllung.

Heute ging es erst nochmal um den Fertigbau vieler Beete. Außerdem haben wir tapfer Hecken geschnitten, um mehr Platz zum Sitzen zu haben. Wie man sieht erobern wir langsam den Platz!

P1160732_Blog

Der Gemeinschaftsgarten erwacht zum Leben.

Und ich entwickel mich vielleicht ja doch noch zu einer versierten Hobbyhandwerkerin – wer weiß. Aktuell bemühen sich die Gärtner*innen, Material für die Befüllung der Hochbeete zu organisieren. Einiges steht schon bereit, anderes muss noch seinen Weg in den Garten finden. Aber in den nächsten ein bis zwei Wochen wird es dann hoffentlich auch endlich grün…

Ich wünsche allen noch ein schönes Restwochende!

Die Erde – eine Wissenschaft für sich?!

An der Frage des ‚Bodens‘ scheiden sich die Geister. Um das zu merken, bedarf es nur einen Baumarktbesuchs oder einen Blick in einen der vielen Gartenratgeber. Eine wahre Wissenschaft?!

Als urbane Balkon- und Wohnungskleingärtnerin, ohne viel Stauraum und eigenem Auto, stellt sich da auch unweigerlich die Frage, wo sich das alles besorgen oder zwischenlagern lässt. So müsste ich persönlich schon sehr kreativ sein, um an Kompost, Sand oder Stroh zu kommen. Und auch das Ansetzen von Brennesseljauche würde bei meinen Balkonnachbarn nicht auf große Gegenliebe stoßen.

Grundsätzlich stellen sich dem urbanen Gärtner oder der urbanen Gärtnerin bei der Befüllung von Anzuchttöpfchen, Balkonkästen und Töpfen vor allem folgende drei Fragen:

  • Was ist gut für die Pflanzen und unter welchen Umständen wachsen sie gut?
  • Wie wichtig ist mir beim Gärtnern Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit?
  • Was ist für mich in meinem Wohnumfeld und meiner Lebenssituation umsetzbar?

Mir persönlich ist Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit wichtig. Ich befinde mich aber auch in einem stetigen Lernprozess, was die Bedürfnisse meiner Pflanzen und meine Kenntnisse der verschiedenen Produkte und ihrer Vor- und Nachteile betrifft. Hinzu kommt, dass ich vorrangig auf die Ressourcen meiner direkten Umgebung zurückgreife und große Transportwege und –mengen für mich eine Herausforderung darstellen. In den letzten Jahren habe ich daher angefangen, pragmatisch zu denken.

Anzuchterde

Fest steht, dass man zur Anzucht von Pflanzen kein nährstoffreiches Substrat braucht, da die Pflanzen in ihrem Samenkorn für die ersten Wochen bereits alles mitgegeben bekommen. Ich nutze daher Kokosquelltabletten zur Pflanzenanzucht. Die sind umweltfreundlicher, als torfhaltige Anzuchterde, trotz langer Transportwege – dieser Meinung ist auch der BUND. Und sie schimmeln nicht so schnell wie manche Erde. In den Tabs lassen sich einfach einzelne Samen versenken und wenn die Pflanzen gewachsen sind, pflanzt man sie einfach samt Kokostablette in einen Topf. Ich will sie daher nicht mehr missen. Online findet man sie übrigens weitaus günstiger, als in Baumärkten.

Keimlinge

Kokosquelltabletten in Aktion – mit Chili- und Erdbeerkeimlingen.

Worauf man achten sollte? Kürzlich habe ich Kokosquelltabletten erstanden, denen es an einer ‚Außenhaut‘ – einem dünnen Stoff – gemangelt hat. Sie sind aufgequollen und dann zu meiner Überraschung in sich zusammengefallen. Also: Vorsicht, beim Kokostablettenkauf.

Balkonerde

Meine Balkontöpfe und –kästen habe ich zu Beginn meines Gärtnerinnenlebens, vor zweieinhalb Jahren, mit torffreier Blumenerde aus dem Baumarkt bestückt. Ich bin nicht der Auffassung, dass man diese Erde nun jedes Jahr wechseln muss, so wie es mancher Gärtner tut. Für mich fühlt sich das nicht richtig an – es wirkt verschwenderisch. Stattdessen harke ich die Erde durch, entferne Wurzeln oder eingegangene Pflanzen mitsamt ihren Wurzelballen und fülle die Erde lediglich auf. Außerdem mische ich nach Bedarf im Frühjahr biologischen Langzeitdünger aus dem Baumarkt unter. Zum Auffüllen der Erde ebenso wie zum Ein- und Umtopfen meiner Pflanzen in der Wohnung nutze ich übrigens ‚Kokosziegel‘ – also gepresstes Kokossubstrat, dass mit Wasser aufgegossen wird. Damit lässt sich auch in der Wohnung sehr praktisch ein Vorrat halten und je nach Bezugsquelle bekommt man das Kokossubstrat auch recht günstig. Zum Düngen meiner Pflanzen im Jahresverlauf nutze ich dann nach Lust und Laune entweder biologische Dünger, die ich im Geschäft zu fassen bekomme, oder ich setze den Pflanzen zur Stärkung einen Tee aus getrockneten Brennesselblättern auf und mische ihn in das Gießwasser. Das unterstützt die Pflanzen bei der Schädlingsabwehr. Insgesamt reichen Düngerflaschen bei mir immer ewig, da mein kleiner Balkon ja gar nicht so viel Fläche hat.

Quelltab

Kokosquellziegel vor der Wasserzugabe.

Bei einer Weiternutzung der Blumenerde im nächsten Jahr sollte man allerdings besonders beim Anbau von Obst, Gemüse und Kräutern die Regeln von Mischkultur und Fruchtfolge beachten. Aber dieses Wissen ist auch im Jahresverlauf recht hilfreich, wenn man Töpfe und Blumenkästen nacheinander mit unterschiedlichen Pflanzen bestücken möchte.

Für mich ist das Thema Erde – zwischen Pragmatismus, Nachhaltigkeitsgedanken und Pflanzenwohl – damit vorerst vom Tisch. Und natürlich ist da noch Luft nach oben, was beispielsweise die Öko-Bilanz angeht. Aber eine eigene Wurmfarm oder gar einen richtigen Komposthaufen spare ich mir lieber für den ersten, eigenen Garten auf.

In diesem Sinne: gute Nacht!

Frühjahrsputz vor dem Neustart.

Gestern Nachmittag war ich intensiv mit meinem Haushalt beschäftigt, da ich morgen Abend Freunde bekoche und es doch ein bisschen chaotisch bei mir aussah – vor lauter Arbeit kommt die Gärtnerin einfach zu nichts mehr. Als mich dabei die Sonne so durch die Fenster anlachte, beschloss ich kurzerhand auch noch den Balkon aufzuräumen und zu putzen, damit nicht immer soviel Dreck reingetragen wird und mein Balkon bereit ist für neues Grün. Dabei habe ich wieder ein paar erfreuliche und amüsante – und ein paar weniger erfreuliche Frühlingsbeobachtungen gemacht.

13.02.Bärlauch

Der Bärlauch traut sich aus der Erde.

Hier hätte ich auch einfach das Bild vom letzten Jahr nehmen können, schließlich sehen die grünen, frischen Spitzen immer gleich aus – aber ich freue mich trotzdem in jedem Jahr erneut darüber, dass sich hier das neue Gartenjahr ankündigt und muss es nochmal festhalten.

13.02.Waldmeistertreibtaus

Und auch der Waldmeister treibt aus.

Im benachbarten Topf habe ich dann mal das trockene Gestrüpp weggeschnitten, da es dem Waldmeister wirklich so garnicht gut zu gehen schien – ob das normal ist, im Winter? Ich habe schon überlegt, ob es mit ihm noch Sinn macht, dann aber die frischen Austriebe entdeckt. Da war klar: Der wird bestimmt wieder!

Als ich dann in den Blumenkästen nach dem Rechten sah, fiel mir etwas merkwürdiges in der Blumenerde auf…

13.12.Eichel

Gekeimte Eichel.

Ich muss wieder Eichhörnchenbesuch im letzten Winter gehabt haben – wie auch im Vorjahr vergraben die braunen Nager gerne Wintervorräte in meinen Balkonkübeln. Eine Eiche gibt es im Umfeld meines Balkons eigentlich garnicht – nur einen Walnussbaum und ein paar Ahorne.

Nicht so erfreulich ist der Zustand meiner Erdbeeren. Eigentlich machten sie keinen schlechten Eindruck in den letzten Wochen und ich war guter Dinge, dass sie bald wieder stärker austreiben würden. Die Blätter sind ab und an etwas vertrocknet oder bräunlich geworden und haben sich zusammengezogen, was ich auf den Winter geschoben habe. Als ich gestern dann aber mal genauer hinsah…

13.02.Blattläuse Erdbeere

Blattläuse auf der Unterseite eines Erdbeerblattes.

Unfassbar, die kräftig wirkenden, großen Blätter meiner größten Erdbeerpflanze waren am heftigsten Befallen. Dass mir das nicht früher aufgefallen ist! – Aufgrund des Winterwetters hatte ich einfach nicht mit so einer Masseninvasion gerechnet. Nun habe ich die Blattläuse mit einem Wassersprüher abgewaschen und die Pflanzen mit Neemöl behandelt. Hoffen wir, dass ich die Plagegeister in den Griff bekomme. Ich habe sie ungerne schon zum Start der Saison in solch großer Anzahl auf meinem Balkon. Und meine selbstgezogenen Erdbeeren sind nun wirklich zu schade, um sie diesen Biestern zum Fraß vorzuwerfen. Aber bisher ist mir noch keine Pflanze wirklich an Blattläusen eingegangen, da die Gärtnerin sich ja zu wehren weiß…

Die letzte Woche habe ich zudem dafür genutzt, mir ein neues Gartennotizbuch zuzulegen und zu gestalten. Nun kann es also weitergehen mit der Anzucht. Und wie mir eben mein Mailpostfach verraten hat, kommt heute auch das dazu notwendige Equipment endlich mit dem Postboten an meine Tür…

13.02.Gartenbuch

Ich wünsche allen ein schönes Wochenende!

Beginnende Aussaathysterie.

Kennt ihr das? Das Gefühl, wenn man die Fensterbankgewächshäuser aus dem Schrank kramt und das erste Saattütchen aufreißt? Bei mir macht sich dann immer große Vorfreude – aber auch enorme Ungeduld – breit. Nun weiß ich, dass ich es fast in den Frühling geschafft habe. Zumindest meine Fensterbank wird mir denselbigen in ein paar Tagen schon ankündigen.

Gestern Nachmittag war es soweit: Ich habe vier Chilisorten (10 Samen) zum Vorquellen in ein lauwarmes Salpeter-Wasser-Gemisch gegeben und neben die Heizung gestellt. Ich bin dabei der Anleitung von Semillas gefolgt, da mein Bruder mit dessen Saatgut – von dem er mir etwas abgegeben hat – und seiner Anleitung im letzten Jahr sehr gute Erfahrungen gemacht hat. Wer mehr wissen möchte zu den Anzuchttricks dieses Chilizüchters, der darf sich gerne die Anleitung auf der Homepage durchlesen oder die dort verlinkten Youtube-Videos anschauen. Ausgesät habe ich übrigens jene Sorten, die ich in meinem Beitrag im November aufgelistet habe. Ich bin schon sehr gespannt, ob sie sich bei mir auch so prächtig entwickeln, wie in dem innovativen, klimatisch scheinbar optimalen Passivhaus meines Bruders im letzten Jahr.

05.02._Chiliaussaat

Chilisaatgut – 10 Samen von vier unterschiedlichen Sorten quellen im ‚Überraschungsglas‘.

Heute morgen habe ich das Saatgut also unter die Erde gebracht (Kokosquelltabletten – bitte kein torfhaltiges Substrat, das Moore zerstört!). Nun bin ich gespannt, wie schnell es keimt – und ob es wie angepriesen so eine enorm hohe Keimrate aufweist durch die Vorbehandlung mit Salpeter. Wenn ja, dann muss ich im Frühjahr wohl trotz zurückhaltender Aussaat wieder einiges an Pflänzchen verschenken, um mein Wohnzimmer nicht zu überfordern…

06.02._Chilisaussaat

Chilisamen.

06.02_Chiliaussaat

Quellglas und Kokosquelltabletten.

Mein Balkon befindest sich überigends noch immer nicht wirklich im ‚Winterschlaf‘. Stattdessen treibt die Topfrose aus und meine Erdbeeranzuchten vom letzten Jahr strecken auch immer mal wieder neue Blätter aus…

04.02_Austreibende Erdbeeren

Neue Blätter an einer meiner Erdbeeren.

04.02._Balkonrose treibt aus

Frische, rote Blattspitzen an meiner Supermarkt-Topfrose vom Februar 2014.

Ich wünsche Euch allen einen erfolgreichen Start in die neue Anzuchtsaison!

Verheißungsvolle Post: Samenrotation 2014.

Am letzten Mittwoch war es soweit: Ich hatte einen in meiner Handschrift an mich selbst addressierten A5-Umschlag in der Post. Oben in meiner Wohnung angekommen konnte ich es kaum erwarten und musste schell schauen, was der Balkongärtner, dort in mühseliger Arbeit in meine Hände ‚rotiert‘ hat. Es sammelten sich nun bereits zum zweiten Mal erfreulich bunte und vielfältige Samentütchen auf meinem Küchentisch. Doch dann musste ich leider schon meine Taschen packen und schleunigst das Haus verlassen, um quer durch die Republik zu fahren und an einer Tagung teilzunehmen. Im Anschluss habe ich das Wochenende noch zu einem Besuch bei meinem Freund genutzt und finde nun, nachdem ich gestern noch einer Freundin abends einen Besuch abgestattet habe, endlich die Zeit das Saatgut zu sichten und zu sortieren – und Euch davon zu berichten.

Samenroation2014

Überraschungsumschlag 2014.

Weggeschickt hatte ich übrigens (alles sortenfest, vieles selbstgeerntet): kleine, scharfe, rote Chili; Orangentagetes; Johannisbeertomate; Salat „Amish Deer Tongue“; Mairübchen „Milano“ und zwei weitere Saatgutpäckchen, die mir schon wieder entfallen sind.

Und erhalten habe ich:

– Kohlrabi „Noriko“ (Absender anonym)

– Golden Currant (von Kistengrün)

– Tomate (Absender anonym)

– Vergissmeinnicht (Absender anonym)

– Goldmohn (von Jenny)

– Schlafmohn (von Mel2)

– 2x Stockrosen (von Mel2)

– 1x blauer Ziersalbei (von Nils)

– und einen Sommerblumenmix (Absender anonym)

Besonders freue ich mich über das neue „Gemüse“ in meiner Saatgutsammlung, da der Reiz, essbare Pflanzen anzubauen vor zwei Jahren den Ausschlag gab, mit dem Balkongärtnern zu beginnen. Ein bisschen schade finde ich, dass das eine Saatgutpäckchen nur mit „Tomate“ beschriftet ist und sich daraus keine Informationen über Wuchshöhe und Fruchtgröße ableiten lassen. Aber gut, dann ist es eben ein Überraschungspäckchen und im Frühjahr werde ich zuschauen können, wie es sich entwickelt. Über das Saatgut der robusten „Golden Currant“ freue ich mich in jedem Fall, da ich mit (halb)wilden Tomaten in dieser Saison sogar auf meinem Nordwestbalkon ganz gute Ergebnisse erzielen konnte. Mit Kohlrabi habe ich in diesem Frühjahr leider keine guten Erfahrungen gemacht, es ist vielleicht doch zu schattig auf meinem Balkon – aber vielleicht muss ich es ja auch einfach nochmal mit einer neuen Sorte austesten. Der Ziersalbei passt hingegen ausgezeichnet in meine Kräutersammlung – denn mir ist kürzlich eine solche Pflanze eingegangen und nun habe ich die Möglichkeit ihn im Frühjahr einfach selbst nachzuzüchten. Toll!

Und dann wären da noch all diese Blumen. Mir scheint, diese Ladung an Saatgut ist wieder mal ein Aufruf, meinen Balkon auch mit einem Blumenflor zu schmücken und den Insekten damit was Gutes zu tun. Allerdings hatte ich mit Mohn in diesem Jahr leider auch keinen Erfolg und muss mir daher mal überlegen, wo ich diesen vielleicht alternativ gewinnbringend aussäen könnte. Eigentlich liebe ich Mohn – nur ist mein Balkon hier zu schattig. Mit Stockrosen (ich habe sie zweimal bekommen, hat jemand Interesse?) und Vergissmeinnicht habe ich es allerdings noch nicht versucht. Und dann wäre da noch das Überraschungspäckchen mit „Sommerblumen“, deren Geheimnis gelüftet werden möchte…

Eine bunte Mischung also – von Blumen bis Gemüse. Nun frage ich mich aber, ob ich im kommenden Jahr nicht wirklich mal daraufhin arbeiten muss, einen neuen Balkon in besserer Lage oder gar einen Garten mein Eigen zu nennen – denn leider habe ich es auf meinem Nordwestbalkon bisher zu keinem reichen Blumenflor gebracht. Nun vergrößert sich meine Saatgutsammlung aber zunehmend und mit ihr der Wunsch, mich endlich mal umfangreicher auszutoben. Aber wir werden sehen: Das kommende Jahr wird so oder so ein Jahr großer Veränderungen, allein schon was meine berufliche Planung angeht, also bin ich gespannt, ob damit auch ein gärtnischer Tapetenwechsel einhergehen kann. Vielleicht ergeben sich dadurch dann auch bessere Standortbedingungen und ich kann aus dem vollen Schöpfen und all dem tollen Saatgut zu neuem Leben verhelfen.

Ich wünsche Euch allen noch einen schönen Abend.

Samen- und Pflanzenbezugsquellen Vol. II: Semillas für Chilisaatgut

Nun endlich mal eine Fortsetzung zu der vor ewiger Zeit begonnenen Artikelserie zu Saatgutbezugsquellen. Der letzte Artikel – Teil 1 zu Deaflora – liegt schon fast anderthalb Jahre zurück.

Mein Bruder hat anfang dieses Jahres verschiedene Chilisorten von Semillas eingekauft und angebaut. Bei meinen Besuchen konnte ich dann neidisch zuschauen, wie seine Pflanzen sich ganz prächtig entwickelten. Welch eine (Blüten/Frucht-)Farbvielfalt und welch imposante Pflanzen! Und da das Saatgut fast komplett gekeimt ist, hatte er eine ware Plantage an Chilis. Von seinem übrigen Saatgut hat er mir nun für die nächste Saison noch etwas abgegeben, da ich seine Sorten wirklich toll fand.

Fürs nächste Jahr bin ich nun mit folgenden Sorten aufgestattet:

  • Aji de Jardin

Sehr schöne Capsicum annuum Sorte aus der Sammlung des IPK in Gatersleben, ursprünglich in Kuba gesammelt. Die scharfen, tropfenförmigen Früchte sind zunächst violett und reifen dann über orange nach rot ab.“ – blüht wunderschön lila, diese Pflanze hat mir im Haus meines Bruders besonders gut gefallen. Wird aber leider auch recht ‚raumgreifend‘.

  • Aji Créreo

Mittelscharfe Capsicum baccatum Sorte unbekannter Herkunft. Starkwüchsige Pflanzen mit sehr hohem Ertrag. Die Shoten sind zunächst wachsfarben weiss und reifen dann über orange nach rot ab.“ 

  • Aji Colorado

Kräftige Pflanzen mit hohem Ertrag an mittelscharfen Schoten, die dunkelrot abreifen (Capsicum baccatum)“ – große, längliche Chili – in der Form wie man sie aus dem Supermarkt kennt.

  • Anaheim Hot

„Anaheim ist eine sehr alte Kalifornische Sorte mit milder Schärfe. Ertragreich, für alle möglichen Gerichte geeignet (Capsicum annuum)“

Den Online-Shop habe ich mir dann mal näher angeschaut. Ich finde das Preis-Leistungs-Angebot gut – das Saatgut hat normale Preise und es gibt eine sehr große Auswahl (nicht nur an Chilis), unter anderem auch spannende Wildsorten. Das Saatgut ist sortenfest. Und bei einer Bestellung bekommt man Salpeter dazu – mein Bruder wies mich an, das Saatgut in Wasser und Salpeter einzuweichen, um es dann auszusäen. Hilft wohl beim Keimen und frühen, kräftigen Wachstum?! – Auf der Seite des Shops gibt es zudem eine umfangreiche Anleitung mit Tips und Tricks zur Chilianzucht. Wirkt sehr versiert. Auch wenn das für mich immer ein bisschen viel „Gefachsimpel“ ist, da meine Chilis auch so nun schon zwei Jahre immer gut gewachsen sind – mit regelmäßigem Gieß- und Düngeverhalten meinerseits.

Zur Zeit habe ich also genug Saatgut für die kommende Saison, aber sicherlich behalte ich den Shop im Hinterkopf und bestelle dort später bestimmt noch mal.