Gärtnerischer Umzug.

Heute war ich wieder im Gemeinschaftsgarten, wie jeden Tag. Leider haben wir anscheinend eine Nachbarin oder einen Nachbarn, der unser Gartenprojekt nicht mag. Denn heute fanden meine Beetnachbarn Hanfsamen großzügig auf unseren Beeten verstreut und in meinem Beet lag frische, mit Schnecken gespickte Erde. Wer bitte hat es denn nötig, uns friedliche Gartenaktivisten so zu sabotieren? – Aber so schnell lassen wir uns natürlich nicht unterkriegen.

Gärtnerischer Umzug ins Hochbeet

Aber nun zum eigentlichen Thema dieses Artikels. Ich habe beschlossen, dass ich das Gärtnern auf meinem Balkon stark zurückschraube. Das hat zum einen den Grund, dass mein Balkon in diesem Jahr über und über mit Blattläusen übersät ist. Zum andern haben meine Rose und mein Salbei Mehltau bekommen, der sich nicht eindämmen ließ. Und schließlich sind die frisch ausgesäten Blattsalate von vor einigen Wochen mal wieder nur geschossen. Da Gärtnern unter diesen Umständen einfach keinen Spaß macht, habe ich beschlossen, meinen Topfbalkon zu reduzieren und mich stattdessen auf mein neues, sonniges Hochbeet im Gemeinschaftsgarten zu konzentrieren.

Allerdings heißt das nicht, dass auf meinem Balkon nichts mehr wächst. Drei Balkonkästen und ein paar große Töpfe dürfen bleiben. Ich habe heute angefangen dort meine – leider mal wieder schlecht wachsenden – Tomatenpflanzen aus dem Wohnzimmer hin auszusiedeln. Sie sind nicht sonderlich krautfäuleresistent und würden im Hochbeet nicht überleben. Außerdem dürfen ein paar Kräuter und ausgewählte, andere Pflanzen noch bleiben. Ansonsten nutze ich den Platz aber von nun an lieber zum Sitzen und Grillen. Morgen muss ich den Balkon noch weiter aufräumen und umgestalten, dann folgen sicher bald auch mal wieder Fotos.

Wachstum im Hochbeet

In meinem Hochbeet wächst und keimt alles, dass man förmlich zusehen kann. Und ich hatte schon die ersten Auseinandersetzungen mit der Natur, die ich von meinem Balkon nicht kannte: Ameisen pflegen Blattläuse auf meinen Erdbeerpflanzen. Zu Hause angekommen habe ich daher mein Biogarten-Handbuch aufgeschlagen und beschlossen, vorerst Kaffeesatz um die Pflanzen zu verteilen und sie mit Brennesseltee zu besprühen. Ich hoffe das hilft als erste Maßnahme. Im Moment hält sich der Blattlausbefall noch in Grenzen.

In den letzten Tagen hab ich noch das ein oder andere ausgesät – und Kornblumenkeimlinge und eine Chili ins Beet gesetzt. Zur Kennzeichnung meiner Pflanzen und Aussaaten nutze ich Tonscherben, die ich mit einem wasserfesten Filzstift beschrifte. Meine Beetnachbarin hat mich auf die Idee gebracht, die in gleicher Weise Steine zum Einsatz bringt. Eine schöne und kostensparende Alternative zu Plastikschildern. (Die Tonscherben stammen in meinem Fall nämlich aus der Mülltonne eines Friedhofs. Friedhöfe sind auch eine prima Topfquelle, da dort vieles entsorgt wird, das eigentlich noch gut zu gebrauchen ist.)

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Hochbeet am 14.05.2015

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Tonscherbenbeschriftung.

Ich wünsche Euch allen ein schönes, (hoffenlich) langes Wochenende.

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Neues aus der Kinderstube: Chili- und Tomatenanzucht.

Nun sind bereits 17 Tage seit meiner ersten Aussaat in diesem Jahr vergangen. Hier eine kurze Übersicht über den Stand meiner Pflanzenanzucht Ende Februar und den ausgesäten Sorten. Bisher habe ich mich vorrangig auf die Aussaat von Chilis und Tomaten konzentriert, nebenbei sind aber auch schon ein paar andere Saaten in die Erde gewandert – hier spielt wohl meine alljährliche Ungeduld  keine zu unterschätzende Rolle. Ich lasse mir aber mit vielen Pflanzen noch Zeit. Schließlich sind die Eisheiligen noch weit und der Platz in meinem Zimmer nur begrenzt – und auch nicht alle Pflanzen taugen für die Anzucht in der Wohnung. Mitlerweile wird es schon recht lebendig in meinem Wohnzimmer.

23.02._Chilikeimling

Meine bisherigen Aussaaten:

  • 06. Februar: Chilis – Sorten: Aji de Jardin; Aji Crérei; Aji Colorado und Anaheim Hot
  • 13. Februar: Monatserdbeeren; Attensaats kleine rote Chilis (aus der Samenrotation 2013); Salbei und blauen Ziersalbei (aus der Samenrotation 2014); Kaffee
  • 16. Februar: Ananaskirsche „Goldie“; Tomaten – „Manalucie“, „Zwergenwunder“ und eine Tomate von kessekresse (Samenrotation 2014); Fleißige Lieschen (Test, da das Saatgut schon älter war und mal aufgebraucht werden musste)

Bisher sind nahezu alle Chilisamen gekeimt, einige Monatserdbeeren und die Tomatensorten „Manalucie“ und „Zwergenwunder“. Eine Tomatensorte, der Salbei, die Fleißigen Lieschen und der Kaffee – dessen Keimzeit auch einfach sehr lange ist – stehen noch aus.

Sortenauswahl – Chilis und Tomaten 2015

Auf die Chili-Auswahl in diesem Jahr bin ich nun ja schon ausführlich eingegangen. Hinzufügen kann ich an dieser Stelle nur, dass ich mit dem Semilla-Saatgut sehr zufrieden bin: mein Bruder hat es 2013 erstanden, ich habe zehn Samen ausgesät und nun stehen bereits neun Keimlinge in meinem Zimmergewächshaus. Zu dem Saatgut hat sich nun noch ein Topf mit Attensaats kleinen roten Chilis gesellt – da sie mir im letzten Jahr auf der Fensterbank meines Freundes, auf die ich sie ausgelagert hatte, so gut gefallen haben. Eine wirklich ertragreiche Sorte mit kleinen, scharfen Schoten. Hier ein Bild von der letzten Ernte.

Mein Tomatensaatgut habe ich dieses Jahr verstärkt nach der Größe der Pflanzen ausgesucht, während ich letztes Jahr einfach auf die erhaltenen Sorten aus der Samenrotation zurückgegriffen habe. Platzsparende Sorten eignen sich einfach besser für meinen Balkon, auf dem ich im letzten Herbst gar nicht mehr wusste, woran ich die langen Tomatenäste noch anbinden sollte. Dieses Jahr sind es daher die Sorten „Manalucie“ und „Zwergenwunder“ geworden. Bei „Manalucie“ handelt es sich um eine kompakte Fleischtomatensorte. Sie soll nur 40 cm Wuchshöhe erreichen, blüht früh (schon Mitte Mai) und setzt entsprechend früh Früchte an. Alles Argumente, die für einen Versuch auf meinem schattigen Balkon sprechen. Die Sorte „Zwergenwunder“ ist hingegen einfach deshalb in meinen Warenkorb gewandert, da ich es einfach nicht glauben konnte, dass so kleine Tomatenpflanzen überhaupt Früchte tragen können. Ob das Wort „Wuchshöhe“ bei einer Pflanzengröße von maximal 10 cm überhaupt angebracht ist? Ich war fasziniert von den Bildern bei Deaflora und musste es einfach ausprobieren. Sicherlich auch ein lustiges Geschenk, so eine kleine Tomatenpflanze, für die wirklich jeder ein Plätzchen findet. Als drittes sind dann noch die Tomatensamen von Kessekresse in meine Töpfe gewandert. Den Sortennamen kenne ich nicht, aber die Tomaten haben mir auf ihren Fotos gut gefallen und eignen sich als Balkontomate, da sie nicht zu groß und ausladend werden. Ich bin gespannt, ob die drei Tomatensorten auch leckere Früchte hervorbringen und mir eine reiche Ernte bescheren!

Soviel von mir für heute – ich wünsche eine sonnige Woche.

Was wächst auf dem Nordwestbalkon? – Teil II: Obst und Beeren

Und nun die Fortsetzung meiner kurzen Beitragsserie, in der ich ein Fazit ziehe zu meinen bisherigen Abauerfolgen auf einem Nordbalkon mit leichter Westneigung – und nur wenigen Sonnenstunden am Nachmittag. Nach Teil I, in dem ich über meine Gemüseanbauversuche berichtete, folgt hier nun Teil II zum Thema ‚Obst und Beeren‘. Dieser Beitrag wird allerdings noch nicht so umfrangreich, denn mit Obst habe ich bisher noch wenig Erfahrungen gesammelt.

Obst auf dem Nord(west)balkon

Anbauversuche: Ananaskirsche; Erdbeeren; Chichiquelite (Erdbeerspinat – siehe im Artikel zum ‚Gemüse‚)

Im Prinzip habe ich mich erst an der Anzucht von drei Pflanzensorten gewagt, die etwas Süße auf meinem Balkon bringen sollten. 2013 begann ich mit Ananaskirsche und Chichiquelite. Um es gleich vorweg zu sagen: In zwei Jahren habe ich es nicht geschafft, die Chichiquelite-Samen zum Keimen zu bringen – ob es an mir lag, oder an dem Saatgut? Ich weiß es nicht und wäre für Hinweise dankbar. Die Ananskirsche hat mich dafür allerdings entschädigt: Sie war relativ unkompliziert und kommt scheinbar auch mit etwas schattigeren Standortern klar. Allerdings sollte man sie früh genug anziehen, damit die Früchte an einem schattigeren Ort auch genug Zeit haben, reif zu werden. Wenn die Ananaskirsche sich wohlfühlt, dann entpuppt sie sich als munterer Blüten- und Fruchtproduzent. Indoor hatten einige Pflanzen übrigens leichte Spinnmilben angesetzt – draußen hatte sich das Problem dann wieder erledigt und sie waren wenig anfällig. Ich finde die Ananaskirschen sind ein Hingucker und schmecken erfrischend. Allerdings könnten sie für meinen Geschmack etwas größer sein – vielleicht teste ich in Zukunft mal andere Physalisarten. Für den Topf dürfen sie nur keinen zu hohen Wuchs haben.

Ananaskirsche

Heranreifende Früchte an der Ananaskirsche.

Im letzten Jahr habe ich dann im Frühjahr mit der Anzucht von Erdbeeren begonnen. Ich habe mich für Sperli’s Bowlenzauber, eine Sorte Monatserdbeeren, entschieden. Monatserdbeeren haben den Vorteil, dass sie den ganzen Sommer durch immer neue Früchte ansetzen. Ich habe außerdem gelesen, dass Monatserdbeeren den Walderdbeeren näher stehen, als die gewöhnlichen Felderdbeeren – ich hatte daher die Hoffnung, dass sie besser mit Schatten umgehen können. Für die Erdbeeranzucht  braucht die Gärtnerin oder der Gärtner allerdings etwas Geduld: Bei der Anzucht aus Samen ist es relativ normal, dass man es erst im zweiten Jahr zu Früchten bringt. Und auch was die Anzucht anbetraf haben sich meine Erdbeeren als nicht ganz so Pflegeleicht entpuppt: Erst waren sie etwas zurückhaltend im Keimen, dann ging mir die erste Charge Keimlinge wieder ein – vielleicht war einfach auch falsches, zu geringes Bewässern o.ä. schuld.. Also musste ein zweiter Versuch her. Und die Pflänzchen sind zunächst wirklich winzig klein und es kam mir vor, wie eine Ewigkeit, bis sie größer wurden. Aber gegen Ende des Jahres gaben die Pflanzen dann ein ganz passables Bild ab. Sie haben in ihren Töpfen überwintert – ich habe lediglich ab und an Blätter entfernt, die nicht mehr so gut aussahen, damit die Pflanzen gesund bleiben. Bei dem milden Winterwetter treiben die Pflanzen auch weiterhin regelmäßig das ein oder andere Blatt aus. Ich bin gespannt, wie sie sich im Frühling entwickeln und ob ich dann wirklich in diesem Jahr Erdbeeren vom Balkon naschen kann. Das wäre ja wirklich ein Traum!

dreiErdbeeren_November

Meine Erdbeerpflanzen vor der Überwinterung.

Für Vorschläge, welches süße Naschwerk sich noch an schattigeren Orten anbauen lässt, bin ich gerne offen. Bisher beschränke ich mich auf selbstgezogene Topfpflanzen und Beerensträuche oder Obstbäumchen hebe ich mir für einen besseren Standort auf – wenn ich in Zukunft mal eine Wohnung mit sonnigerem Balkon oder gar einem Garten bewohnen sollte. Bis dahin mag ich es platzsparender, da ich mich auf meinem Balkon auch noch aufhalten möchte.

Beginnende Aussaathysterie.

Kennt ihr das? Das Gefühl, wenn man die Fensterbankgewächshäuser aus dem Schrank kramt und das erste Saattütchen aufreißt? Bei mir macht sich dann immer große Vorfreude – aber auch enorme Ungeduld – breit. Nun weiß ich, dass ich es fast in den Frühling geschafft habe. Zumindest meine Fensterbank wird mir denselbigen in ein paar Tagen schon ankündigen.

Gestern Nachmittag war es soweit: Ich habe vier Chilisorten (10 Samen) zum Vorquellen in ein lauwarmes Salpeter-Wasser-Gemisch gegeben und neben die Heizung gestellt. Ich bin dabei der Anleitung von Semillas gefolgt, da mein Bruder mit dessen Saatgut – von dem er mir etwas abgegeben hat – und seiner Anleitung im letzten Jahr sehr gute Erfahrungen gemacht hat. Wer mehr wissen möchte zu den Anzuchttricks dieses Chilizüchters, der darf sich gerne die Anleitung auf der Homepage durchlesen oder die dort verlinkten Youtube-Videos anschauen. Ausgesät habe ich übrigens jene Sorten, die ich in meinem Beitrag im November aufgelistet habe. Ich bin schon sehr gespannt, ob sie sich bei mir auch so prächtig entwickeln, wie in dem innovativen, klimatisch scheinbar optimalen Passivhaus meines Bruders im letzten Jahr.

05.02._Chiliaussaat

Chilisaatgut – 10 Samen von vier unterschiedlichen Sorten quellen im ‚Überraschungsglas‘.

Heute morgen habe ich das Saatgut also unter die Erde gebracht (Kokosquelltabletten – bitte kein torfhaltiges Substrat, das Moore zerstört!). Nun bin ich gespannt, wie schnell es keimt – und ob es wie angepriesen so eine enorm hohe Keimrate aufweist durch die Vorbehandlung mit Salpeter. Wenn ja, dann muss ich im Frühjahr wohl trotz zurückhaltender Aussaat wieder einiges an Pflänzchen verschenken, um mein Wohnzimmer nicht zu überfordern…

06.02._Chilisaussaat

Chilisamen.

06.02_Chiliaussaat

Quellglas und Kokosquelltabletten.

Mein Balkon befindest sich überigends noch immer nicht wirklich im ‚Winterschlaf‘. Stattdessen treibt die Topfrose aus und meine Erdbeeranzuchten vom letzten Jahr strecken auch immer mal wieder neue Blätter aus…

04.02_Austreibende Erdbeeren

Neue Blätter an einer meiner Erdbeeren.

04.02._Balkonrose treibt aus

Frische, rote Blattspitzen an meiner Supermarkt-Topfrose vom Februar 2014.

Ich wünsche Euch allen einen erfolgreichen Start in die neue Anzuchtsaison!

Herbstliches – trotz Sommertemperaturen.

Wundervolles Sommer/Herbst-Wetter. Als Zugezogene habe ich mich in der (Kur-)Pfalz super akklimatisiert. Zumindest mag das für Außenstehende so erscheinen, wenn sie mich sonntags beim Keschde-Sammeln (Esskastanien), beim Einkauf von Bitzler (Jungen Wein) beim Winzer und im Anschluss in der Küche beim Zwiebelkuchenbacken ertappen. Aber manchmal muss Frau ja auch alles Klischees erfüllen, besonders wenn sie so lecker sind.

Keschde

Kiloweise Keschde.

Das war mein vorletztes Wochenende. Letztes Wochenende sind mein Freund und ich dann als Fortsetzung noch eine Runde Walnüsse sammeln gegangen. Die Bäume haben wir letztes Jahr entdeckt – sie stehen auf öffentlichem Gelände und dürfen abgesammelt werden. (Das sollten Sammler immer vorher klären, damit niemand „beklaut“ wird, was wirklich nicht fair wäre!) Da wir keine große Lust zum Schälen und Reinigen der Nüsse hatten, haben wir es aber nicht übertrieben – aber selbst gesammelte Nüsse sind einfach zu verlockend. Jetzt trocknen sie noch neben meiner Heizung und werden dann bald ihren Weg in meine Küche finden…

Nüsse

Walnüsse.

Die Herbststimmung hat mich als Balkongärtnerin für dieses Jahr wirklich träge gemacht – ich harre jetzt schon aus und warte auf das nächste Jahr.  Auf meinem Balkon stehen die restlichen Pflanzen so vor sich hin und werden nur ab und an gegossen und gedüngt. Viel gibt es daher nicht zu berichten. Daher heute nur einen kurzen Blick auf meinen momentanen „Lieblingsblumenkasten“. Hier wächst es gerade wundervoll – Hirschornwegerich neben meinen selbst ausgesäten Monatserdbeeren. Diesen kann man schier dabei zuschauen, wie sie neue Blätter entfalten. Ein kurzer Vergleich der Entwicklung der letzten 3-4 Wochen:

Erdbeeren

Die größte meiner drei Erdbeerpflanzen am 06. September….

 

Erdbeere_Hirschhornwegerich

…meine drei Monatserdbeeren heute.

Wenn das mal keine Früchte in der nächsten Saison werden…?! – Das wäre in der kommenden Saison wirklich ein Highlight.

Ich wünsche eine schöne Restwoche.

Balkongartentag.

Die stetigen Unwetter mit Sturmböen und heftigem Regen setzen meiner  Balkonflora doch unerwartet stark zu. Den Tomaten welken die Blätter – sie werden gelb und fallen ab. Ich hoffe das legt sich wieder. Außerdem haben die heftigen Gewitter des Öfteren Blumenerde aus meinen Balkonkästen gespült, so dass die auf dem Boden stehenden Tomatenpflanzen über und über verdreckt sind. Meine selbstausgesäten Mohn- und Dillkeimlinge kümmern, scheinbar haben sie doch zu wenig Sonne auf meinem Nord(west)balkon. Am Blutampfer zeigen sich seit rund zwei Wochen immer wieder weiße Flecken – ich habe schon mehrfach die befallenen Blätter abgepflückt, da nun aber beide Pflanzen flächendeckend aussahen wie mit Mehl überstäubt, habe ich gestern beschlossen meinen Balkon mal gründlich aufzuräumen.

Blutampfer_weiße Flecken

Blutampfer mit seltsamen, weißen Flecken.

DreckigeTomate

Matschige Tomatenblätter.

Die Blutampferpflanzen habe ich beim Aufräumen dann schweren Herzens entsorgt. Schade, sie haben auf meinem Balkon seit ihrer Aussaat im Frühjahr 2013 immer grün-rote Akzente gesetzt und in diesem Jahr auch munter geblüht. Als Salat haben sie für mich aber nicht getaugt – obwohl der Blutampfer nicht so sauer sein soll, wie gewöhnlicher Ampfer, hat uns der Geschmack einfach nicht zugesagt.

Beim Aufräumen habe ich ein paar neue Mitbewohner auf meinem Balkon getroffen. Neben ein paar Tausendfüsslern und Blattläusen haben mich vor allem jene hier beeindruckt…

Grashüpfer

Heuschrecke auf einem Mangoldblatt.

Spinnenbesuch

Spinne auf einem Salbeiblatt.

Erfreuliches zeigt sich auch an den Pflanzen. Die letzte Tomatensorte auf meinem Balkon, die bisher noch keine reifen Früchte geliefert hat, hat es nun fast geschafft:

ErgebelndeTomate

Ergelbende Cerise.

Es ist somit endgültig bewiesen: Tomaten auf dem Nord(west)balkon sind möglich. Bei Johannisbeertomate, gelber Cerise und einer Balkonkastentomate hat es funktioniert. Wundervoll!  – Natürlich ist die Anzahl der Tomaten immer überschaubar und kann sicher nicht mit einem sonnigen Garten mithalten, aber Erfolgserlebnisse und eigene Früchte sind zu Genüge möglich.

Und meine Mini-Gurke ist in den letzten Wochen hochgeschossen und schlingt sich gerade um die greifbaren Tomatenäste. Gestern habe ich dann die erste weibliche Blüte an der Pflanze entdeckt. Na, ob das doch noch was mit den kleinen Gürkchen wird?

WeiblicheGurkenblüte

Die erste weibliche Blüte an der Gurke „miniature white“.

Am Nachmittag habe ich dann den Amish Deer Tongue geerntet. Dies ist eine alte, robuste Salatsorte, die von den Amishen in Amerika gezüchtet und angebaut wird. Die Aussaat wollte erst nicht so recht keimen und es haben sich in den letzten Monaten nur zwei Pflanzen durchgeschlagen und sind zu nennenswerter Größe herangewachsen – dies lag wohl auch an den schweren Gewittern: Die heftigen Regenergüsse haben viele Keimlinge auf dem Gewissen. Aber das Ergebnis macht doch Lust, es nochmal zu probieren.

Rose_AmishDeerTongue

Pflücksalat „Amish Deer Tongue“ neben einer Balkonrose.

Da aufgrund mangelnder Zeit in diesem Frühjahr und Sommer und aufgrund der Gewitter nun noch bzw. wieder Platz in einigen Kästen war, habe ich versucht alles etwas umzugestalten und zu optimieren. Vor einigen Wochen habe ich erneut Monatserdbeeren ausgesät – es müsste im Juni gewesen sein. Meine ersten Anzuchtversuche im Frühjahr auf der Fensterbank sind vollkommen fehlgeschlagen. Die jetzigen drei Keimlinge haben nun wenigstens schon einige Blätter – und darunter auch erste richtige Erdbeerblättchen. Leider werden sie ständig – trotz Neemölbehandlung – von Blattläusen befallen. Ich hoffe trotzdem, dass sie es ins Erwachsenenalter schaffen. Gestern habe ich die Keimlinge vereinzelt und ihnen genug Platz in einem Balkonkasten zur Verfügung gestellt. Vielleicht wirds dann ja im nächsten Jahr was mit den Früchten!

Erdbeerkeimlinge_Anzuchttopf

Erdbeerkeimlinge – zweiter Versuch.

Erdbeerpflänzchen

Vereinzelte Keimlinge neben dem langsam wachsenden Hirschhornwegerich.

Heute habe ich dann noch ein paar neue Mitbewohner auf dem Heimweg besorgt, um schonmal ein paar Lücken zu füllen. In meiner Tasche haben sich dabei „Bunt-Salbei“, „Knobi-Gras“ und eine lilane Blühpflanze (deren Namen ich nicht kenne) eingefunden.

Neue Mitbewohner I

„Knobi-Gras“ und lila Blühpflanze.

Besonders angetan hatte es mir das Knobi-Gras. Bisher kannte ich nur Schnittknoblauch und Schnittlauch – die beide schmalere Blätter haben. Dieses „Gras“ hingegen hat zweifarbige, breitere Blätter und duftet lecker nach Knoblauch. Das Knobi-Gras ist auf jeden Fall mehrjährig (lässt sich allerdings nur im Haus überwintern), es wächst – laut beigesteckter Beschreibung – an sonnigen und schattigen Standorten, ist essbar und lässt sich wie Knoblauch zu diversen Leckereien verarbeiten.

Kräuterbalkonkasten

V.l.n.r.: Von den Gewittern gebeuteltes Schnittlauch (treibt gerade neu aus); bunter Salbei (neu!), selbstausgesäte Orangengewürztagetes und selbstausgesäter, „normaler“ Salbei.

Neu pflanzen macht bessere Laune, wenn das Wetter verrückt spielt. Nächste Woche nehme ich dann vielleicht auch noch ein paar Neuaussaaten in Angriff, sobald ich mich wieder täglich um sie kümmern kann. Mal sehen, was zur Aussaat im Hochsommer/Herbst noch taugt und diese Saison abrundet – auf jeden Fall wird Feldsalat bald wieder seinen Weg in meine Blumenkästen finden.

Ich wünsche eine schöne, nicht so nasse Woche.

Der Niedergang.

Kaum ist es gekeimt und gewachsen, gibt es schon Probleme bei meinen (Klein-)kindern – auf der Südfensterbank ebenso wie auf dem Balkon.

Blattlausinvasion auf dem Nordwestbalkon.

Auf meinem Balkon ist ein Heer an Blattläusen angerückt. Eigentlich gibt es kein Kraut und keinen Keimling mehr, der davon verschont wird. Ich war richtig schockiert, als die Plage immer mehr um sich griff und ich feststellen musste, dass die grünen Tierchen in diesem Jahr vor nichts mehr halt machen: Selbst Radieschenkeimlingsblättchen und mein gesamtes Kräutersortiment sind von oben bis unten mit Blattläusen besiedelt worden. Hier zeigt sich wohl nun, dass der Winter gefehlt hat.

Blattläuse auf dem Salbei

Blattläuse auf dem Salbei.

Blattläuse_auf der Minze

Blattläuse auf der Minze.

Um die Plage in den Griff zu bekommen, habe ich mir im Netz Brennesselpulver als Stärkungsmittel bestellt – kann man natürlich auch selbst sammeln und ist eigentlich auch sinnvoller, aber ich komme einfach zurzeit nicht dazu. Nun koche ich meinen Balkonpflanzen einmal wöchentlich einen Brennesseltee (6 Gramm Brennesselpulver auf 2 Liter kochendes Wasser – 15 Minuten ziehen lassen – dann abkühlen lassen und als Gießmittel nutzen). Das soll die Abwehrkräfte der Pflanzen stärken, denn starke Pflanzen am richtigen Standort sind weniger schädlingsanfällig. Am Standort kann man auf dem Balkon natürlich leider nichts ändern – also hoffe ich, dass ich es so in den Griff bekomme. Um den kleinen Tierchen auch direkt zu Leibe zu rücken habe ich mir zudem Neemöl bestellt. Neemöl hilft gegen eine Vielzahl von saugenden und knabbernden Schädlingen. Es ist für die biologische Landwirtschaft freigegeben und ein unbedenkliches Naturprodukt – sagen zumindest viele Quellen im Netz. Praktisch ist auch, dass die Pflanzen das Neemöl verstoffwechseln und so ungenießbar werden z. B. für die Blattläuse. Ich habe das Gefühl, dass eine erste, sparsame Spritzung letzte Woche auf meine Pflanzen schon etwas geholfen hat. Einige Pflanzen sind seitdem weit weniger befallen. Aber natürlich muss man in diesen Tage alle Pflanzen auf dem Balkon konsequent damit besprühen. Ich habe anfangs den Fehler gemacht, einige Pflanzen auszulassen und die Blattläuse sind dann einfach gewandert. Heute habe ich nochmal gesprüht und hoffe, dass sie Kolonien bald endlich verschwinden.

Unerklärliches Dahinsiechen auf der Fensterbank

Sehr frustrierend, aufzulisten, was auf der Fensterbank nun schon das Zeitliche gesegnet hat, dieses Jahr schein ich irgendwie keinen grünen Daumen zu haben: Erst sind die Erdbeerkeimlinge eingegangen. Ich habe 1-2 kleine weiße Tierchen entdeckt und auf Milben getippt. Daher habe ich kurzer Hand auch zum Neemöl gegriffen. Leider hat das nicht geholfen – die Erdbeerwinzlinge sind weiter eingegangen und die Tomaten haben das Öl nicht vertragen und haben Blattflecken bekommen. Ob das nun aber der Grund ist, warum die Tomaten die Keimblätter abwerfen und auch andere Blätter ganz schlapp und fleckig werden, das weiß ich nicht. Vielleicht standen sie am Südfenster zu arg in der Sonne? Ich habe sie nun weiter weg gestellt, sie sehen aber traurig aus und ich weis nicht, ob sie es schaffen. Das erinnert mich ans letzte Jahr, als ich an den Tomaten auch schon im Anfangsstadium gescheitert bin. Frustrierend – dabei habe ich doch nun angeblich so robuste Wildtomatensorten. Was mach ich falsch? Zu nasses Kokossubstrat? Zuviel Hitze? Und um alles perfekt zu machen geben nun auch meine Basilikumkeimlinge auf – nachdem sie so wundervoll und kräftig gewachsen waren. Ich glaube ich lasse es dieses Jahr mal gut sein mit dem selbst aussäen am Südfenster – ich habe die Nase voll, besonders, da ich gerade arbeitstechnisch sehr überlastet bin und nicht auch noch auf der Fensterbank all das Leid ansehen möchte. Außerdem habe ich beschlossen mich im Mai einige Wochen ins Ausland abzusetzen, so dass es vielleicht ratsam ist, die Pflanzenanzucht etwas zurückzuschrauben, damit ich keinen Gärtner für diese Zeit engagieren muss.

Allein die Chili- und Paprikapflanzen und einige ausgesäte, schwarzäugige Susannen machen mit im Wohnzimmer Freude. Sie wachsen und gedeihen – unerschrocken und kräftig. Ich freue mich also zumindest auf scharfe Früchtchen und gelbe Blüten auf meinem Balkon.

Im nächsten Bericht dann wieder Erfreulicheres. Tipps und Tricks, wie man seine Pflanzen gesund hält, sind natürlich willkommen!

Ich wünsche schon mal ein schönes Wochenende!