Erntefreuden.

Ernte_Tomaten

Langsam werden meine zwei Tomatenpflanzen doch fast noch ertragreich.

Die Reifung meiner Tomaten nimmt fahrt auf – trotz absolut furchtbarem Regenwetter hier bei uns. Aber ernten hilft gegen Wetterfrust!  Übrigens hatte die nette Kommentatorin bei einem meiner letzten Tomatenbeiträge recht: Sobald die Johannisbeertomaten reif sind, muss man sie verdammt vorsichtig, am besten mit Stiel, ernten, sonst platzen sie reihenweise. Aber bei den gelben Cerisen ist mir das auch schon passiert, frau muss sie etwas mit Samthandschuhen anfassen.

Ich hoffe nun blos, dass das Wetter nicht so bleibt. Die Pflanzen in meinen Balkonkästen schwimmen sonst bald davon und insgesamt wird meine Balkonflora das wohl nicht mehr lange mitmachen, ohne erneut Mehltau anzusetzen o.ä. Außerdem sehe ich persönlich es nicht ein, jetzt schon von „Herbst“ zu sprechen, wie es viele dieser Tage tun. Es ist maximal Spätsommer – und da kann man jawohl noch 25°C und Sonnenschein durchaus noch einfordern!

Ich wünsche allen ein schönes Wochenende.

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Balkongartentag.

Die stetigen Unwetter mit Sturmböen und heftigem Regen setzen meiner  Balkonflora doch unerwartet stark zu. Den Tomaten welken die Blätter – sie werden gelb und fallen ab. Ich hoffe das legt sich wieder. Außerdem haben die heftigen Gewitter des Öfteren Blumenerde aus meinen Balkonkästen gespült, so dass die auf dem Boden stehenden Tomatenpflanzen über und über verdreckt sind. Meine selbstausgesäten Mohn- und Dillkeimlinge kümmern, scheinbar haben sie doch zu wenig Sonne auf meinem Nord(west)balkon. Am Blutampfer zeigen sich seit rund zwei Wochen immer wieder weiße Flecken – ich habe schon mehrfach die befallenen Blätter abgepflückt, da nun aber beide Pflanzen flächendeckend aussahen wie mit Mehl überstäubt, habe ich gestern beschlossen meinen Balkon mal gründlich aufzuräumen.

Blutampfer_weiße Flecken

Blutampfer mit seltsamen, weißen Flecken.

DreckigeTomate

Matschige Tomatenblätter.

Die Blutampferpflanzen habe ich beim Aufräumen dann schweren Herzens entsorgt. Schade, sie haben auf meinem Balkon seit ihrer Aussaat im Frühjahr 2013 immer grün-rote Akzente gesetzt und in diesem Jahr auch munter geblüht. Als Salat haben sie für mich aber nicht getaugt – obwohl der Blutampfer nicht so sauer sein soll, wie gewöhnlicher Ampfer, hat uns der Geschmack einfach nicht zugesagt.

Beim Aufräumen habe ich ein paar neue Mitbewohner auf meinem Balkon getroffen. Neben ein paar Tausendfüsslern und Blattläusen haben mich vor allem jene hier beeindruckt…

Grashüpfer

Heuschrecke auf einem Mangoldblatt.

Spinnenbesuch

Spinne auf einem Salbeiblatt.

Erfreuliches zeigt sich auch an den Pflanzen. Die letzte Tomatensorte auf meinem Balkon, die bisher noch keine reifen Früchte geliefert hat, hat es nun fast geschafft:

ErgebelndeTomate

Ergelbende Cerise.

Es ist somit endgültig bewiesen: Tomaten auf dem Nord(west)balkon sind möglich. Bei Johannisbeertomate, gelber Cerise und einer Balkonkastentomate hat es funktioniert. Wundervoll!  – Natürlich ist die Anzahl der Tomaten immer überschaubar und kann sicher nicht mit einem sonnigen Garten mithalten, aber Erfolgserlebnisse und eigene Früchte sind zu Genüge möglich.

Und meine Mini-Gurke ist in den letzten Wochen hochgeschossen und schlingt sich gerade um die greifbaren Tomatenäste. Gestern habe ich dann die erste weibliche Blüte an der Pflanze entdeckt. Na, ob das doch noch was mit den kleinen Gürkchen wird?

WeiblicheGurkenblüte

Die erste weibliche Blüte an der Gurke „miniature white“.

Am Nachmittag habe ich dann den Amish Deer Tongue geerntet. Dies ist eine alte, robuste Salatsorte, die von den Amishen in Amerika gezüchtet und angebaut wird. Die Aussaat wollte erst nicht so recht keimen und es haben sich in den letzten Monaten nur zwei Pflanzen durchgeschlagen und sind zu nennenswerter Größe herangewachsen – dies lag wohl auch an den schweren Gewittern: Die heftigen Regenergüsse haben viele Keimlinge auf dem Gewissen. Aber das Ergebnis macht doch Lust, es nochmal zu probieren.

Rose_AmishDeerTongue

Pflücksalat „Amish Deer Tongue“ neben einer Balkonrose.

Da aufgrund mangelnder Zeit in diesem Frühjahr und Sommer und aufgrund der Gewitter nun noch bzw. wieder Platz in einigen Kästen war, habe ich versucht alles etwas umzugestalten und zu optimieren. Vor einigen Wochen habe ich erneut Monatserdbeeren ausgesät – es müsste im Juni gewesen sein. Meine ersten Anzuchtversuche im Frühjahr auf der Fensterbank sind vollkommen fehlgeschlagen. Die jetzigen drei Keimlinge haben nun wenigstens schon einige Blätter – und darunter auch erste richtige Erdbeerblättchen. Leider werden sie ständig – trotz Neemölbehandlung – von Blattläusen befallen. Ich hoffe trotzdem, dass sie es ins Erwachsenenalter schaffen. Gestern habe ich die Keimlinge vereinzelt und ihnen genug Platz in einem Balkonkasten zur Verfügung gestellt. Vielleicht wirds dann ja im nächsten Jahr was mit den Früchten!

Erdbeerkeimlinge_Anzuchttopf

Erdbeerkeimlinge – zweiter Versuch.

Erdbeerpflänzchen

Vereinzelte Keimlinge neben dem langsam wachsenden Hirschhornwegerich.

Heute habe ich dann noch ein paar neue Mitbewohner auf dem Heimweg besorgt, um schonmal ein paar Lücken zu füllen. In meiner Tasche haben sich dabei „Bunt-Salbei“, „Knobi-Gras“ und eine lilane Blühpflanze (deren Namen ich nicht kenne) eingefunden.

Neue Mitbewohner I

„Knobi-Gras“ und lila Blühpflanze.

Besonders angetan hatte es mir das Knobi-Gras. Bisher kannte ich nur Schnittknoblauch und Schnittlauch – die beide schmalere Blätter haben. Dieses „Gras“ hingegen hat zweifarbige, breitere Blätter und duftet lecker nach Knoblauch. Das Knobi-Gras ist auf jeden Fall mehrjährig (lässt sich allerdings nur im Haus überwintern), es wächst – laut beigesteckter Beschreibung – an sonnigen und schattigen Standorten, ist essbar und lässt sich wie Knoblauch zu diversen Leckereien verarbeiten.

Kräuterbalkonkasten

V.l.n.r.: Von den Gewittern gebeuteltes Schnittlauch (treibt gerade neu aus); bunter Salbei (neu!), selbstausgesäte Orangengewürztagetes und selbstausgesäter, „normaler“ Salbei.

Neu pflanzen macht bessere Laune, wenn das Wetter verrückt spielt. Nächste Woche nehme ich dann vielleicht auch noch ein paar Neuaussaaten in Angriff, sobald ich mich wieder täglich um sie kümmern kann. Mal sehen, was zur Aussaat im Hochsommer/Herbst noch taugt und diese Saison abrundet – auf jeden Fall wird Feldsalat bald wieder seinen Weg in meine Blumenkästen finden.

Ich wünsche eine schöne, nicht so nasse Woche.

Hochsommerlicher Bericht von der Chilizucht.

Warm ist es, hier in Mannheim – und wahrscheinlich in vielen Regionen Deutschlands. Die Woche war arbeitsreich, selbst gestern war ich den ganzen Tag beruflich unterwegs. Daher habe ich mir heute mal einen faulen Nachmittag gegönnt, mit ein paar netten Podcasts und ein bisschen Hausarbeit zwischendurch. Draußen regnet es, so dass es mir auch nicht so schwer fiel, einfach mal zu Hause zu bleiben und mich zu entschleunigen.

Zwischendurch habe ich ein paar Fotos von meiner diesjährigen Chilizucht geschossen. In diesem Jahr stehen fünf Chilipflanzen in meinem Wohnzimmer – drei Chilipflanzen aus meiner Anzucht haben ein neues Zuhause bei Freunden gefunden. In meiner Wohnung wohnen diesen Sommer: eine rote Habanero, eine rote Gewürzpaprika „Cayenna“ und drei weiße Habaneros. Ausgesät habe ich sie im Februar  – und bis zu meiner mehrwöchigen Abwesenheit im Mai wuchsen sie prächtig und hatten auch bereits erste Blüten entwickelt. Trotz netter Nachbarin, die meine Pflanzen regelmäßig goss, hatten sie Ende Mai aufgrund der eingetretenen Hitzewelle doch recht viele Blätter verloren. Die rote Habanero sah am schlimmsten aus – ich dachte schon, ich könnte sie nicht mehr retten, da kaum mehr Blätter vorhanden waren. Allerdings hatten sie auch erste Früchte angesetzt, so dass die erste Ernte (3 Cayenna und eine weiße Habanero) nun schon ein paar Wochen hinter mir liegt. Aufgrund der Vernachlässigung durch meine Wenigkeit stagnierte die Fruchtproduktion im Juni natürlich zunächst – aber ich finde zum jetzigen Zeitpunkt haben sich die Pflanzen richtig gut erholt, blühen wie wild und setzen nun zahlreiche Früchte an. So habe ich also wieder richtig Spaß an meinen Chilis und rede mir ein, dass sie auch ein weit besseres Bild abgeben als meine letztjährigen, ersten Zuchtversuche. Hier ein paar Impressionen aus meinem Chilijungle:

RoteHabanero

Rote Habanero – mit ersten Blüten.

CayennaAmFenster

Gewürzpaprika „Cayenna“ – mitlerweile mit rund 30 Fruchtansätzen (ich gebe gerade das Zählen auf!).

ChiliBlüte_Juli

Riesenblüte der „Cayenna“.

Chiliblüten

Abgeworfene Blütenkelche auf der Fensterbank.

VerheissungsvolleFrüchte

Rasantes Fruchtwachstum an der „Cayenna“.

WeisseHabaneroDrei

Buschige, weiße Habanero – diese ist noch fruchtlos.

ZweiWeisseHabanero

Weisse Habanero auf dem Silbertablett – beide mit neuen Fruchtansätzen.

WeisseHabaneroFrucht

Es tut sich was an den weissen Habaneros…

WeisseHanaroFrüchte

… in diesem Stadium erinnern sie noch eher an Kirschen, finde ich.

Ich dünge die Chilis wöchentlich mit einem organischen Tomaten-Chili-Dünger aus dem Baumarkt. Damit habe ich auch im letzten Jahr schon gute Erfahrungen gemacht. Ich freue mich schon auf die Ernte, die – wie jetzt schon absehbar ist – wirklich noch ergiebig werden sollte.

Liebe Grüße aus dem verregneten Mannheim – und einen schönen Sonntagabend.

Verheerende Sturmgewalten.

Als ich heute morgen schlaftrunken auf den Balkon spazierte, habe ich mich wirklich erschrocken – und kann es immernoch kaum fassen: Das Gewitter letzte Nacht hat ein ordentliches Stück vom Haupttrieb meiner Ampeltomate abgebrochen. Manchmal fegt der Wind schon recht heftig in den Innenhof – und da, wo ich gestern noch hoffnungsvoll zu den wachsenden Früchten empor schaute, hatte sich dramatisches abgespielt…

Abgebrochener Tomatentrieb

Abgebrochener Haupttrieb der Johannisbeertomate.

Früchte an abrebrochenem Haupttrieb

Diese Früchte durften nicht mehr reifen…

Das muss ich nun erstmal verdauen. Ich habe mir ja gleich gedacht, dass die Tomate da oben zu wackelig in die Höhe wächst. Aber ich hatte sie entsprechend angebunden und war, nachdem sie dort nun schon einige Monate vor sich hinwächst, optimistisch, dass sie es dort oben aushält. Nun wurde ich eines besseren belehrt – was doch etwas schmerzt, wenn man diese Pflanze selbst ausgesät und sich monatelang um sie gekümmert hat. Wenigstens hat sie unterhalb der Bruchstelle auch noch einige Äste mit Blüten und Fruchtansätzen. Hoffen wir also, dass es in diesem Jahr trotzdem noch einige Tomaten gibt. Ein bisschen traurig schaut sie nun aber doch aus…

Ich wünsche eine schöne Woche – mit weniger dramatischen Szenen auf dem Balkon/im Garten.

Tomaten auf einem schattigen Balkon?

Im letzten Jahr habe ich vor lauter Euphorie über meinen ersten eigenen Balkon ein Samentütchen mit der Balkontomate „Vilma“ gekauft. Zu Hause habe ich dann arge Zweifel bekommen, ob die Tomatenaussaat für meinem Nord(west)balkon überhaupt Sinn macht. Aber ich hatte ja nun das Saatgut – und habe daraus kleine Pflänzchen herangezogen. Leider sind sie mir (dank Trauermücken?!) schon auf der Südfensterbank wieder eingegangen. Und so habe ich das Projekt „Tomaten“ im letzten Frühjahr abgehakt und mir vorgenommen, lieber eines Tages, bei besseren Rahmenbedingungen – auf einem sonnigeren Balkon oder in einer hellen Gartenecke – zur Tomatengärtnerin zu werden.
Doch die fixe Idee, eigene Tomaten zu ziehen, blieb in meinem Kopf. Und die Samenrotation 2013 brachte mir neues Saatgut von wundervollen, wilden Tomatensorten (Cerise gelb und Johannisbeertomate rot).

Bald ist die optimale Tomatenaussaatzeit in diesem Jahr erreicht und so werde ich es wohl auch noch einmal versuchen. Um sicherzugehen, dass die Anzucht der Tomaten wenigstens eine geringe Chance auf Erfolg hat, habe ich sicherheitshalber nochmal im Internet recherchiert. Die Frage ist also:

Kann man Tomaten im Schatten pflanzen? Mit nur wenigen Stunden Sonne am Tag?

Im Internet findet man dazu erstaunlicherweise ganz konträre Ansichten. Zum einen gibt es eine breite Front von TomatengärtnerInnen und SamenverkäuferInnen, die überall betonen, dass Tomaten grundsätzlich nur in prallster Sonne bzw. an der sonnigsten und warmsten Stelle des Gartens gedeihen. Bei leichtem Schatten, so der Konsens, bräuchte man es gar nicht erst versuchen. Und dann, wenn man weiterliest und recherchiert, stößt man auf erstaunliche Gegenstimmen: Gerade was Wildtomaten und anspruchslosere, robustere Tomatensorten angeht, berichten immer mehr Hobby- und Balkongärtner, dass sie auch im leichten bis stärkeren Schatten durchaus ansehnliche Erfolge vorzuweisen hatten. Aus den Diskussionen rund um den Tomatenanbau lässt sich also lesen, dass man es ruhig auch mal an schattigeren Stellen versuchen kann – der Ertrag kann natürlich geringer sein, als in praller Sonne, aber es ist durchaus realistisch, dass man auch dort zumindest ein paar Tomaten am Strauch erreicht.

Wichtig ist dabei die richtige Sortenauswahl – denn je nach Sorte sind die Tomaten natürlich anspruchsvoller, was Licht und Wärme betrifft. Besonders Ur- und Wildtomaten bzw. Tomaten mit kleineren Früchten sind robuster und aussichtsreicher für leicht schattige Standorte. Und mit den „ertauschten“ Tomaten aus der Samenrotation bin ich in dieser Hinsicht gar nicht so schlecht ausgestattet. Einige Recherchen im Netz haben mir folgende Informationen geliefert.

Rote Johannisbeertomate

  • die Johannisbeertomate ist eine robuste Wildtomate, die im Vergleich zu anderen Tomaten mit wenig Dünger und Wasser auskommt
  • sie lässt sich als Ampeltomate sogar in Blumenkästen oder Hängekörben ziehen und braucht, glaubt man so manchem Hobbygärtnern, nicht mal einen all zu großen Topf
  • sie eignet sich für den Freilandanbau, da sie relativ resistent gegen die klassischen Tomatenkrankheiten ist (Kraut- und Braunfäule)
  • Ausgeizen braucht man sie nicht – sie wächst buschig und ist in der Pflege relativ anspruchslos; man kann sie lediglich ab und zu auslichten, damit sie bei Feuchtigkeit besser abtrocknet und gesund bleibt
  • sie bildet, wie Johannisbeeren, Rispen mit vielen roten Früchten – die aber natürlich etwas größer als die Beeren sind –  niedlich klein sind sie aber dennoch im Verhältnis zu anderen Tomaten. Eher ein witziges Naschobst also!
  • sie vertragen neben einem sonnigen auch einen halbschattigen Standort

[Einen lesenswerten Blogbeitrag zu Johannisbeertomaten habe ich bei Wachsen und Werden gefunden.]

Cerise Gelb 

  • ebenso resistent gegen Kraut- und Braunfäule
  • entwickelt sehr lange Triebe (bis 3 Meter) – Oje, wo soll ich damit dann nur hin? – Da ist wohl hochbinden und zurechtstutzen angesagt!
  • auch diese Sorte verzweigt sich stark und ist pflegeleicht, da sie nicht ausgegeizt werden muss
  • sie bildet unermüdlich kleine, süße, gelbe Früchte und gilt mit ihrer Fruchtbildung als relativ frühe Tomate

[Die Sorte Cerise Gelb habe ich zum Beispiel hier gefunden, in einem Bericht von Dreschflegel.]

Nun denn. Ein bisschen Mut macht es mir schon, das alles zu lesen. Ich werde das Experiment also wagen und in den kommenden Wochen meine Zimmergewächshäuser mit Tomatensamen ausstatten. Und ich bin sehr gespannt, ob ich es mit meinem Nord(west)balkon doch noch zur Tomatengärtnerin schaffe. 

Habt ihr vielleicht Erfahrungen mit Tomaten an schattigeren Standorten? Für Hinweise bin ich weiterhin dankbar.

Ich wünsche einen schönen Abend.

Allmählicher Verfall.

Nun ist es also soweit. Das kalte Wetter hat uns im (Würge)Griff. Und das geht natürlich auch an meinem Balkontopfgarten nicht unbemerkt vorbei. In den letzten Tagen kam leichte Trauerstimmung auf, als ich zunächst das eiserne Balkongitter gewaltsam mit einem Messer von der dahinwelkenden Kapuzinerkresse befreite und im Anschluss die Ananaskirsche mit ihren schon arg hängenden Ästen und erfrorenen Blättern niedermetzelte. Sie trug noch jede Menge Früchte, die das Reifestadium nie erreichen durften. Und auch die Fleißigen Lieschen in der Blumenampel sehen arg zerrupft aus und werden bald das Zeitliche segnen.

IMG_3637_kleinAdé, schöner erster Sommer auf meinem Balkon. Ich vermisse dich jetzt schon – bei diesem eklig kalten und regnerischen Wetter. Aber noch bleibt mir viel Grün aus meinem Balkon. Meine Kräuter schauen unbeeindruckt dem verregneten Himmel entgegen. Die Orangengewürztagetes blüht unerschrocken vor sich hin. Und neue Saaten sind aufgegangen: junger Kubaspinat und Feldsalat arbeiten sich im Schneckentempo einer ansehnlichen Größe entgegen.

Und einen großen Trost gibt es schließlich: in 2-3 Monaten lässt es sich schon wieder im Zimmergewächshaus der neuen Gartensaison entgegenarbeiten.

Herbstimpressionen

Nachdem sich am Ende des Sommers bei mir eine gewisse Trägheit eingestellt hat, habe ich mich heute an diesem lauen Herbsttag doch nochmal aufgerafft, meinen Balkon aufzuräumen, die restlichen dahinvegetierenden Salate und essbaren Blüten zu ernten und weiterzuverarbeiten (Frisches auf dem Teller hilft wirklich gegen den Herbstfrust!), Kräuter zu stutzen und für Tee zu trocknen, Pflanzen zurechtzuzupfen, zu fegen und …sogar nochmal auszusäen. Denn mit Erstaunen musste ich bei meinem Blick in meine Samensammlung feststellen, dass es nun schließlich Zeit ist, Feldsalat und Guten Heinrich in die Erde zu bringen. Ich bin gespannt, ob die beiden die heute neu entstandenen Leerstellen bald wieder füllen…

GurkeNur meine Gurke schwächelt schon. Ich bin mir aber nicht nicht sicher, ob das am Mehltau oder den Herbsttemperaturen liegt. Die  beigen letzten geernteten Gurken haben ganz schön bitter geschmeckt – ob das auch an der Kälte liegt? Aber jetzt weiß ich immerhin, dass Gurken auf meinem Balkon wachsen und ich versuche es dann im nächsten Jahr noch einmal.

Ananaskirsche Trotz Herbsteinbruch überrascht mich die Ananaskirsche immernoch mit vielen Früchten und Blüten. Leider reifen die „Kirschen“ sehr langsam, daher bin ich gepannt, ob ich sie alle noch ernten darf. Ich lasse sie, nachdem sie gelb werden und vom Strauch fallen, oft noch 1-2 Tage auf der Fensterbank liegen – dann sind sie süß und fruchtig.

Blutampfer Mein Blutampfer hat in den letztern Monaten ziemlich zugelegt. Er hatte zuvor nur kleine Blätter und insgesamt hielt sich das Wachstum stark in Grenzen. Aber mittlerweile macht er eine ganz gute Idee. Gerade tummeln sich hier in paar Blattläuse, aber ansonsten produziert er munter neue Blätter…

Schnittsellerie Ebenso mein Schnittselerie. Hier ist es die gleiche Geschichte: Ich war die letzten Monate etwas enttäuscht, weil er nicht so richtig groß werden wollte. Aber in den letzten Wochen kann man ihm beim Wachsen geradezu zusehen. Und das, wo doch gerade die Suppensaison anfängt, wie passend! Da werde ich ihn dann gleich mal zum Einsatz bringen.

Meine „Outdoor-Chili-Pflanze“ trägt noch viele Früchte. Sie wurde scheinbar fleißig bestäubt, auch wenn ich nie ein Insekt an ihr entdecken konnte. Das Reifen der Früchte ist bei diesem Wetter auf meinem schattingen Balkon aber wohl das größere Problem und ich hoffe daher, dass sie dafür noch genug Sonne und Wärme finden…

Chili_draußen

Ingwer Mein Ingwer wurde heute aus dem Balkonkasten befreit. Nachdem ich mich nochmal kurz durchs Netz gelesen hatte, musste ich mir eingestehen, dass hier sicherlich nach 2-3 Monaten noch rein garnichts zu ernten ist. Und wie man an dem Trieb sieht, ist er auch etwas dürftig gewachsen. Eigentlich war das mit dem Ingwer ja auch  nur so eine fixe Idee, nachdem eine Knolle in meiner Obstschale zu keimen begonnen hatte. Ich habe ihn also heute umgetopft und nach drinnen umgezogen. Dort steht er jetzt am Südfenster – vielleicht wird es dort ja doch noch was mit meiner ersten eigenen Ingwerernte!

Brotzeit Schließlich habe ich mir dann ein selbstgebackenes Brot gegönnt – mit Frischkäse und Ringelblume. Ringelblume ist ja relativ geschmacksneutral – sieht aber gut aus!

Ich wünsche ein sonniges, nicht zu herbstliches Restwochenende!