Knoblauchduft.

Heute habe ich mich doch glatt nochmal meinem Balkon gewidmet. Da bei uns nun wirklich der Herbst einzieht, habe ich das Knobi-Gras, das ich im Spätsommer erstanden habe, in mein Wohnzimmer umgezogen. Mal sehen, ob es in der Heizungswärme überlebt – aber draußen würde es auf jeden Fall erfrieren, da es nicht frostfest ist. Das Umtopfen war ein wares Dufterlebnis und noch jetzt, beim Tippen, liegt der Knoblauchduft in meiner Nase.

Knobi-Gras im Winterquartier

Knobi-Gras auf der Fensterbank im Winterquartier angekommen.

Knobi-Gras_Blüte

Fleißiger Blütenstand des Knobi-Grases – leider auf dem Boden kriechend.

Ich habe dann gleich mal ein bisschen aufgeräumt. Vor einigen Monaten habe ich entdeckt, dass eine Kapuzinerkresse in einem meiner großen Töpfe heranwuchs – dort, wo ich im letzten Jahr Kapuzinerkresse stehen hatte. Ich habe sie stehen lassen und sie wucherte seitlich an meinem Balkon runter. Heute habe ich den Topf von sonstigem wirren Grün (ein geschossener Rettich und ein kümmernder Mangold) befreit und wollte die vermeintlich garnicht so große Kapuzinerkresse durch das Geländer auf meinen Balkon ziehen. Da sie noch so schön grün und kräftig war, wollte ich sie über das Geländer drapieren, damit sie dort grünt und nicht nur meinem Nachbarn unter mir Freude bereitet. Doch ich hatte den vermeintlichen kleinen „Trieb“ vollkommen unterschätzt und hatte auf einmal eine riesen Kapuzinerkressengirlande in der Hand, die sich unter meinem Balkon schon wahnsinnig ausgebreitet haben muss. Lustig! Wenn mein Nachbar nicht so ein mürrischer, unfreundlicher Herr wäre und mich ständig im Treppenhaus anbrummen oder sich wegen jedem bisschen beschweren würde, wär ich ja mal fragen gegangen. (Ich bin wirklich ein pflegeleichter Mensch, nicht laut und lasse bei allem mit mir Reden, aber ich mag es einfach nicht, wenn Leute hinter meinem Rücken schlecht über mich reden oder mich im Vorbeigehen in kurpfälzischem Dialekt anfahren und nicht in der Lage sind, einfach mal vernünftig mit mir zu reden. Und: Ja, ich finde, ich darf dreimal im Jahr samtags abends mit fünf Freund_innen bis 23 Uhr in meiner Wohnung sitzen und laut lachen ehe wir nach einem gemeinsamen Essen in die Stadt gehen! Und über Ihr durch einen beleidigenden Zettel in meinem Briefkasten geäußertes Verbot, mit High Heels stundenlang durch meine Wohnung zu stampfen, kann ich nur belustigt entgegen setzen: Ich besitze nichtmal High Heels und was sie da hören, können höchstens meine Kork-Filz-Latschen oder hustende Mäuse in den Zwischendecken sein! Ich habe wirklich nicht die Zeit, stundenlang in meiner Wohnung auf und ab zu stampfen!) Also habe ich die Pflanze dann doch lieber entfernt – zumindest all das, was ich zu fassen bekam. Ich hätte gerne ein Foto gemacht, aber als ich mit der Pflanze fertig war, sah sie nicht mehr so fotogen aus. Daher hier lieber ein Bild von meiner noch blühenden Balkonrose.

Balkonrose_Ende Oktober 2014

Meine Topfrose – ein 3-Euro-Spontankauf vom letzten Februar und bis heute hat sie sich wacker gehalten.

Im Anschluss habe ich noch ein paar Kräuter zurückgeschnitten und wollte eigentlich endlich mal meinen kräftig gewachsenen Hirschhornwegerich ernten und zu einem Salat verarbeiten. Aber ich musste leider feststellen, dass sich in den letzten Tagen Horden von Blattläusen auf ihm ausgebreitet haben. Schade. Ich finde der Schädlingsbefall war in diesem Jahr wirklich ein ständiger Begleiter – hoffen wir auf ein paar wirklich kalte Wintertage.

Ich wünsche ein schönes Wochenende.

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Balkongartentag.

Die stetigen Unwetter mit Sturmböen und heftigem Regen setzen meiner  Balkonflora doch unerwartet stark zu. Den Tomaten welken die Blätter – sie werden gelb und fallen ab. Ich hoffe das legt sich wieder. Außerdem haben die heftigen Gewitter des Öfteren Blumenerde aus meinen Balkonkästen gespült, so dass die auf dem Boden stehenden Tomatenpflanzen über und über verdreckt sind. Meine selbstausgesäten Mohn- und Dillkeimlinge kümmern, scheinbar haben sie doch zu wenig Sonne auf meinem Nord(west)balkon. Am Blutampfer zeigen sich seit rund zwei Wochen immer wieder weiße Flecken – ich habe schon mehrfach die befallenen Blätter abgepflückt, da nun aber beide Pflanzen flächendeckend aussahen wie mit Mehl überstäubt, habe ich gestern beschlossen meinen Balkon mal gründlich aufzuräumen.

Blutampfer_weiße Flecken

Blutampfer mit seltsamen, weißen Flecken.

DreckigeTomate

Matschige Tomatenblätter.

Die Blutampferpflanzen habe ich beim Aufräumen dann schweren Herzens entsorgt. Schade, sie haben auf meinem Balkon seit ihrer Aussaat im Frühjahr 2013 immer grün-rote Akzente gesetzt und in diesem Jahr auch munter geblüht. Als Salat haben sie für mich aber nicht getaugt – obwohl der Blutampfer nicht so sauer sein soll, wie gewöhnlicher Ampfer, hat uns der Geschmack einfach nicht zugesagt.

Beim Aufräumen habe ich ein paar neue Mitbewohner auf meinem Balkon getroffen. Neben ein paar Tausendfüsslern und Blattläusen haben mich vor allem jene hier beeindruckt…

Grashüpfer

Heuschrecke auf einem Mangoldblatt.

Spinnenbesuch

Spinne auf einem Salbeiblatt.

Erfreuliches zeigt sich auch an den Pflanzen. Die letzte Tomatensorte auf meinem Balkon, die bisher noch keine reifen Früchte geliefert hat, hat es nun fast geschafft:

ErgebelndeTomate

Ergelbende Cerise.

Es ist somit endgültig bewiesen: Tomaten auf dem Nord(west)balkon sind möglich. Bei Johannisbeertomate, gelber Cerise und einer Balkonkastentomate hat es funktioniert. Wundervoll!  – Natürlich ist die Anzahl der Tomaten immer überschaubar und kann sicher nicht mit einem sonnigen Garten mithalten, aber Erfolgserlebnisse und eigene Früchte sind zu Genüge möglich.

Und meine Mini-Gurke ist in den letzten Wochen hochgeschossen und schlingt sich gerade um die greifbaren Tomatenäste. Gestern habe ich dann die erste weibliche Blüte an der Pflanze entdeckt. Na, ob das doch noch was mit den kleinen Gürkchen wird?

WeiblicheGurkenblüte

Die erste weibliche Blüte an der Gurke „miniature white“.

Am Nachmittag habe ich dann den Amish Deer Tongue geerntet. Dies ist eine alte, robuste Salatsorte, die von den Amishen in Amerika gezüchtet und angebaut wird. Die Aussaat wollte erst nicht so recht keimen und es haben sich in den letzten Monaten nur zwei Pflanzen durchgeschlagen und sind zu nennenswerter Größe herangewachsen – dies lag wohl auch an den schweren Gewittern: Die heftigen Regenergüsse haben viele Keimlinge auf dem Gewissen. Aber das Ergebnis macht doch Lust, es nochmal zu probieren.

Rose_AmishDeerTongue

Pflücksalat „Amish Deer Tongue“ neben einer Balkonrose.

Da aufgrund mangelnder Zeit in diesem Frühjahr und Sommer und aufgrund der Gewitter nun noch bzw. wieder Platz in einigen Kästen war, habe ich versucht alles etwas umzugestalten und zu optimieren. Vor einigen Wochen habe ich erneut Monatserdbeeren ausgesät – es müsste im Juni gewesen sein. Meine ersten Anzuchtversuche im Frühjahr auf der Fensterbank sind vollkommen fehlgeschlagen. Die jetzigen drei Keimlinge haben nun wenigstens schon einige Blätter – und darunter auch erste richtige Erdbeerblättchen. Leider werden sie ständig – trotz Neemölbehandlung – von Blattläusen befallen. Ich hoffe trotzdem, dass sie es ins Erwachsenenalter schaffen. Gestern habe ich die Keimlinge vereinzelt und ihnen genug Platz in einem Balkonkasten zur Verfügung gestellt. Vielleicht wirds dann ja im nächsten Jahr was mit den Früchten!

Erdbeerkeimlinge_Anzuchttopf

Erdbeerkeimlinge – zweiter Versuch.

Erdbeerpflänzchen

Vereinzelte Keimlinge neben dem langsam wachsenden Hirschhornwegerich.

Heute habe ich dann noch ein paar neue Mitbewohner auf dem Heimweg besorgt, um schonmal ein paar Lücken zu füllen. In meiner Tasche haben sich dabei „Bunt-Salbei“, „Knobi-Gras“ und eine lilane Blühpflanze (deren Namen ich nicht kenne) eingefunden.

Neue Mitbewohner I

„Knobi-Gras“ und lila Blühpflanze.

Besonders angetan hatte es mir das Knobi-Gras. Bisher kannte ich nur Schnittknoblauch und Schnittlauch – die beide schmalere Blätter haben. Dieses „Gras“ hingegen hat zweifarbige, breitere Blätter und duftet lecker nach Knoblauch. Das Knobi-Gras ist auf jeden Fall mehrjährig (lässt sich allerdings nur im Haus überwintern), es wächst – laut beigesteckter Beschreibung – an sonnigen und schattigen Standorten, ist essbar und lässt sich wie Knoblauch zu diversen Leckereien verarbeiten.

Kräuterbalkonkasten

V.l.n.r.: Von den Gewittern gebeuteltes Schnittlauch (treibt gerade neu aus); bunter Salbei (neu!), selbstausgesäte Orangengewürztagetes und selbstausgesäter, „normaler“ Salbei.

Neu pflanzen macht bessere Laune, wenn das Wetter verrückt spielt. Nächste Woche nehme ich dann vielleicht auch noch ein paar Neuaussaaten in Angriff, sobald ich mich wieder täglich um sie kümmern kann. Mal sehen, was zur Aussaat im Hochsommer/Herbst noch taugt und diese Saison abrundet – auf jeden Fall wird Feldsalat bald wieder seinen Weg in meine Blumenkästen finden.

Ich wünsche eine schöne, nicht so nasse Woche.