Was wächst auf dem Nordwestbalkon? – Teil 1: Gemüse.

Bevor die erneute Anzuchthysterie wieder beginnt möchte ich noch einen Blick zurück werfen auf meine ersten Gehversuche als Balkongärtnerin in den letzten zwei Sommern auf meinem Nord(west)balkon. Tendentiell ist es eher ein Nordbalkon mit einer leichten Westneigung, der nur am Nachmittag ein bisschen direkte Sonne bekommt. Die Ausgangsbedingungen waren daher nicht die besten – und meine gärtnerischen Versuche waren durch euphorische, fleißige Phasen ebenso wie durch zeitweise Resignation und Faulheit geprägt, so dass ich nicht sagen kann, ob meine bisherigen Erfolge bereits repräsentativ sind, wenn sich die Frage stellt, was eigentlich auf einem Nord(west)balkon angepflanzt werden kann. Aber immerhin habe ich einiges zum Wachsen bekommen – und da lohnt schon eine erste Bestandaufnahme!

Heute zunächst eine Bestandaufnahme zum ‚Gemüse auf dem Nord(west)balkon‘. Es folgen Artikel zu Obst, Blumen und Kräutern. Es handelt sich bei der Aufstellung nur um Pflanzen, die ich auch wirklich auf dem Balkon ausgesiedelt habe – meine Chilis beispielsweise kommen nicht vor, da sie bei mir vorrangig Indoorpflanzen waren.

Gemüse auf dem Nord(west)balkon

Fruchtgemüse

Anbauversuche: Spargelerbse; Gurke „Miniature White“; Tomaten „Cerise gelb“ und  „Johannisbeertomate“; kleine Balkontomate (Name Unbekannt)

2013 habe ich mich auf die Suche nach Gemüse gemacht, das sich auf einem schattigeren Balkon kultivieren lässt. Damals bin ich auf Deaflora gestoßen und in ihrem Online-Shop auf die Spragelerbse. Ausschlaggebend war wohl, dass die Spargelerbse mir recht außegewöhnlich vorkam, was den Reiz für mich erhöht hat es mal zu versuchen – zudem wurde sie als nicht so hoch wachend (60 cm) beschrieben und verträgt auch Halbschatten. Und was soll ich sagen: Es war ein erster Erfolg. Ich habe sie im März/April auf der Fensterbank vorgezogen und nach den Eisheiligen zu zweit in einen großen Topf auf dem Balkon gesetzt. Dort habe ich sie an einem selbstgebastelten Bambusgitter hochranken lassen – ab und an muss man sie aber anbinden, da sie nicht eigenständig ‚klettern‘. Im Juni haben sie dann wundervoll dunkelrot geblüht  und schließlich munter Früchte angesetzt. Ich war schon vollends begeistert über meine ersten, noch eher übersichtlichen Ernten, als der Glücksfaden scheinbar riss: Im Fortgang des Sommers setzten die Pflanzen leider Rost an und darbten dahin. Schade – aber ich kann empfehlen es einmal zu versuchen! Sicherlich werde ich das auch nochmal tun und vielleicht auch herausfinden, woran es lag, dass sie auf einmal krank geworden sind. In der Pfanne kurz angebraten waren die Spargelerbsen wirklich eine nette Bereicherung auf meinem Speiseplan.

SpargelerbsenblüteI

Spargelerbsenblüte .

Ernte_Spargelerbsen

Spargelerbsenernte.

Die Gurke ‚Miniature White‘, die ich nun bereits zwei Sommer angebaut habe, war ein Experiment, ob Gurken – die eigentlich viel Sonne gebrauchen können – bei mir auch wachsen. Die Sorte ist durch ihrer Wuchshöhe und ihre kleinen Früchte besonders gut für den Balkonanbau geeignet. Allerdings habe ich 2013 – wenn ich mich recht erinnere – drei Anläufe gebraucht, bis ich eine Pflanze groß ziehen konnte. Ich habe das damals auf meine Trauerfliegenplage im Wohnzimmer geschoben. Ich hatte aber auch in jedem Anlauf nur wenige Samen ausgesät. Die dritte Aussat vollzog sich dann direkt auf dem Balkon im Frühsommer – und leider hatte die Gurke dann, obwohl sie gut wuchs, nicht mehr genug Zeit und schaffte es nur zu wenigen reifen Früchten. Außerdem hatte sie bald mit Mehltau zu kämpfen. Im letzten Jahr habe ich die Gurke dann wieder recht spät ausgesät (muss ich zu meiner Schande gestehen) – und hatte wieder mit Mehltau zu kämpfen. Ich glaube das Projekt ‚Gurken‘ nehme ich lieber an einem anderen Ort zu einer anderen Zeit wieder auf.

Gurke

Die Gurke steht in Blüte.

Erste Gurkenernte

Erntereife Gurke an der Pflanze.

Und schließlich habe ich mich, nachdem ich in der Samenrotation 2013 Tomatensamen erhalten (Cerise gelb und Johannisbeertomate) doch mal an diese Nachtschattengewächse rangetraut. Ich hatte zuvor gelesen, dass Tomaten sehr viel Sonne brauchen. Aber im Nachhinein bin ich glücklich, es trotzdem versucht zu haben – denn es hat wirklich ganz passable Ergebnisse gebracht! – Vieleicht mag die Ernte auf einem West- oder Südbalkon größer ausfallen, aber ich habe von beiden Sorten eine ganze Reihe von Früchten geerntet. Außerdem habe ich in einer Gärtnerei noch eine kleine Balkontomate gekauft, die bereits Früchte angesetzt hatte – auch diese sind zuverlässig abgereift und die Pflanze hat es sogar zu einer zweiten ‚Generation‘ von Tomaten im Spätsommer gebracht. Wer sich an den Tomatenanbau in schattigeren Lagen zum erstenmal ranwagt, dem würde ich allerdings empfehlen erstmal auf Wildsorten oder robustere Sorten mit kleinen Früchten zu setzen –  dann hat man bessere Chancen, dass es ein Erfolg wird.

Tomate_Johannisbeer

Wuchernde Johannisbeertomate in der Hängeampel.

CeriseGelb

Gelbe Cerise bekommt Früchte.

MiniJohannisbeertomaten

Niedliche Johannisbeertomatenernte.

Wurzelgemüse

Anbauversuche: Radieschen; Mairübchen ‚Di Milano‘; Rettich ‚Hilds Neckarruhm‘

Mit Wurzelgemüse hat es auf meinem Nordwestbalkon bisher noch nicht wirklich funktioniert. 2013 ist meine erste Radieschenaussaat einem Unwetter zum Opfer gefallen, da ich die Blumentöpfe an meinem Balkon nach außen gehängt hatte. Danach ist die eine Hälfte meiner Radieschen vergeilt und hat keine Knollen gebildet. Ein paar sind was geworden – aber so richtig gut war die Ausbeute  nicht. Im letzten Jahr habe ich es erneut versucht, aber mit noch geringerem Erfolg. Woran das wohl liegt? Das Projekt ‚Radieschen im Frühjahr‘ liegt daher vorläufig auf Eis. Was allerdings empfehlenswert ist: Wenn es mit der Knollenbildung nicht klappt, einfach die Radieschen mal blühen lassen, das ist unerwartet dekorativ und man kann im Herbst neues Saatgut ernten.

Im letzten Jahr habe ich es dann auch mal mit Mairübchen (Sorte: ‚Di Milano‘) versucht – aber auch ohne Erfolg. Ich bekam zudem noch Rettich (Sorte: Hilds Neckarruhm in rot) geschenkt und schob die Samen in die Erde. Es entwickelten sich irgendwann sogar Blätter – aber keine Knolle – der Stiel war vergeilt. Ich frage mich also, ob es an den Lichtverhältnissen liegt und Wurzelgemüse da so anspruchsvoll ist, oder ob es an mir liegt. Hinweise sind mir willkommen!

Blattgemüse

Anbauversuche: Erdbeerspinat; Mangold; Guter Heinrich; Gartenmelde; Neuseeländerspinat; Pak Choi

Der Erdbeerspinat und Mangold ‚Bright Lights‘ wuchsen 2013 auf meinem Balkon, das heißt: sie wären gerne gewachsen, denn sie wurden ständig zerfressen. Ich habe das kaum in den Griff bekommen. Aber beide haben sich nicht einschüchtern lassen und sind immer weitergewachsen – und immer weiter zerfressen worden. Der Erdbeerspinat hat später sogar geblüht und Früchte angesetzt. Außer diesen eher wässrig schmeckenden, aber dekorativen Früchten habe ich die Pflanzen aber nicht als Gemüse nutzen können. Im Herbst hatte es dann allerdings der Mangold doch noch so weit geschafft, dass ich ab und an ein paar Blätter in mein Essen schnibbeln konnte. Der Anbau beider Pflanzen ist also theoretisch möglich, wenn man nicht von kleinen Plagegeistern (Minierfliegen?) heimgesucht wird oder ein wirksames Mittel gegen diese findet (aber bitte biologisch!).

Erdbeerspinat

Früchte am noch recht fotogen wirkenden Erdbeerspinat.

Mangold

Mangold im Herbst.-

Keine guten Erfahrungen habe ich mit dem Guten Heinrich, der Gartenmelde, dem Neuseeländerspinat und dem Mini-Pak Choi gemacht – alles habe ich über ein Kindheitsstadium nicht hinausgebracht oder es ist garnicht erst gekeimt. Das liest sich traurig, wenn ich das hier so aufliste, aber so war es nun einmal. Bei einigem kann es aber auch daran gelegen haben, dass ich mich nicht genug gekümmert habe, nachdem ich die Samen in die Blumentöpfe gesteckt hatte.

Blattsalate

Anbauversuche: Blutampfer; Amish Deer Tongue; Feldsalat; Hirschhornwegerich; Kubaspinat/Portulak; und weitere als ‚Schnittsalat‘ oder ‚Plücksalat‘ gekennzeichnete Sorten

Was Blattsalate angeht, ist mein Fazit ebenfalls gemischt: Robuste, heimische Pflanzen wachsen sehr gut, wie der Blutampfer oder der Hirschhornwegerich. Und sie bilden eine schöne Abwechslung im Salat. Auch der Kubaspinat ist der wahre Renner für mich: er wächst und wächst – und blüht – und füllt leere Stellen in Töpfen ruck-zuck auf. Und gesund soll er auch noch sein. Herkömmliche Pflück- und Schnittsalatsorten aus dem Baumarktregal o.ä. wachsen bei mir auch, wirken aber von Farbe und Blattstärke immer etwas schwach auf der Brust. Ebenso erging es mir mit dem Amish Deer Tongue. Diese Salate wachsen generell recht langsam und wenn ich sie zu lange stehen lasse, weil ich will, dass sie sich noch weiter entwickeln, dann schießen sie im Sommer und gehen irgendwann zur Blüte über. Ich halte mich daher lieber an alternatives Blattgemüse und teste weiter aus, was gut funktioniert. Am Portulak ‚Gruner‚ bin ich übrigens im letzten Jahr gescheitert – dort wo ich (mehrfach) gesät habe, hat sich einfach nichts getan.

Blutampfer

Blutampfer im Wachstum…

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Feldsalat im Wachstum.

BalkonkastenI

Pflücksalat, Schnittsellerie und Blutampfer.

Kubaspinat

Kubaspinat in Blüte.

Snack

Brötchen mit selbst geerntetem Gemüse 2013.

Blutampfer und Kubaspinat haben sich bei mir übrigens einfach wieder selbst ausgesät – sie sind dabei ganz nette Lückenfüller und begrünen gerade sogar meine winterlichen, sonst leeren Töpfe.

Alles in allem bin ich also eine bedingt erfolgreiche Gemüsegärtnerin, die es aber liebt, weiter zu experimentieren, um herauszufinden, was man aus einem Nord(west)balkon vielleicht noch alles rausholen kann – und jede einzelne Tomate oder jedes Salatblatt belohnt mich für das stetige Giessen, Säen und Pflanzen.

Und um ehrlich zu sein – das Gärtnern hat mich auch in diesem Jahr schon wieder gepackt: meine ersten Chilisamen quellen hinter mir schon in Heizungsnähe in einer Salpeter-Wasser-Lösung, um morgen ausgesät zu werden. Aber dazu dann ein anderes Mal…

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Gartenjahr No. 1: Obst und Gemüse auf dem Nord(west)balkon.

In Teil 2 meiner Reihe, in der ich zurückblicken möchte auf meine ersten Anzucht- und Kultivierungserfahrungen in meinem ersten Jahr als Balongärtnerin, geht es heute um Obst, Salat und Gemüse im weitesten Sinne auf meinem nur sehr begrenzt sonnigen Nordwestbalkon.

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[Ernte – Chili, Gurke und Ananaskirsche]

Im Frühjahr fanden zunächst Salat und Radieschen ihren Weg in meine Balkontöpfe. Als Samen habe ich Radieschen „Helios“ (gelbe Sorte) und Radies „Flamboyant 3“ erstanden. Die Ergebnisse waren noch relativ übersichtlich. Zwar sind alle Aussaaten gut gekeimt, aber von den „Helios“ konnte ich nur einen Teil ernten, der Rest ist geschossen, ohne ansehnliche Knollen wachsen zu lassen. Sie haben dann aber ganz nett geblüht und Samen angesetzt, die ich sammeln konnte, da die „Helios“ sortenfest sind. Die Radies sind hingegen etwas besser gewachsen, haben aber relativ lange gebraucht, um groß zu werden. Ob es an meiner Ungeduld oder ab Schatten lag? – Ich versuche es im nächsten Jahr bestimmt nochmal.

Radies[Radies aus dem Balkonkasten]

Sehr gut gewachsen ist im Frühjahr und jetzt im Herbst durch Selbstaussat der Kubaspinat. Er ist sehr unkompliziert und man kann ihn Salaten beimischen. Leider ist er relativ geschmacksneutral, wie ich finde. Auch meine regelmäßigen Salataussaaten („Australische Gele“, „Eichblattsalat“, „Amerikanischer Brauner“ und ein bunt gemischtes Saatband mit Pflücksalaten) sind relativ langsam und überschaubar gewachsen. So einiges konnte ich dann aber doch ernten, so dass ich es nächstes Jahr wieder versuchen werde. Vor einigen Wochen habe ich schließlich Feldsalat einen Versuch mit Feldsalat gemacht. Er steht noch recht klein in zwei Töpfen – aber ich werde ihn weiter beobachten, vielleicht braucht er einfach noch ein bisschen. Allein an der Aussaat von Gutem Heinrich im Herbst bin ich bisher gescheitert  – er ist bisher garnicht gekeimt.

Pflücksalat

[Blattsalat im Blumentopf]

Kommen wir nun zum Gemüse. Dieses Jahr habe ich Tomate „Vilma“, Mangold „Bright Lights“, Gurke „Miniature White“, Chili „Basket of Fire“, Spargelerbse und Erdbeerspinat ausgesät. Meine ersten Anläufe in der Tomatenzucht waren ernüchternd. Die Pflänzchen sind zunächst ganz gut gewachsen, später aber alle wieder eingegangen. Ich hatte in jener Zeit einen heftigen Trauermückenbefall in meiner Wohnung, den ich mit Nematoden & co. versucht habe zu bekämpfen. Ich glaube die Tomaten sind diesen zum Opfer gefallen – eine andere Erklärung habe ich bisher nicht gefunden. Da ich  nun neue, robuste Tomatensorten aus der Samenrotation habe, versuche ich es in ein paar Monaten aber nochmal aufs Neue.

Die Spargelerbsen sind sehr gut gewachsen und durften auf meinem Balkon an einem Bambusrankgitter hochwachsen. Nach einer schönen Blüte haben sie auch nach und nach immer mehr Früchte angesetzt. Dann kamm jedoch der Rost und eine längere Abwesenheit meinerseits – das war leider ihr Todesurteil. Schade, aber auch hier werde ich es nochmal versuchen. Spargelerbsen sind zwar klein und man braucht schon ein paar, um damit etwas kochen zu können, aber ich fand sie angebraten sehr lecker.

Ernte_Spargelerbsen

[Spargelerbsenernte]

Der Erdbeerspinat ist gut gewachsen und hat viele Früchte angesetzt. Leider wurde er enorm von Minierfliegen zerfressen, so dass ich von dem Blattgemüse kaum etwas hatte. Die Früchte waren aber ziemlich dekorativ. Ob er nochmal in meinem Topf kommt, nachdem er mir soviel Kummer bereitet hat, bezweifel ich im Moment aber noch.

Erdbeerspinat[Erdbeerspinat im Balkonkasten]

Der Mangold „Bright Lights“ ist als kleine Pflänzchen nach der Direktaussaat auf meinem Balkon ebenfalls ständig von Minirfliegen zerfressen worden. Ich hatte ihn schon abgeschrieben, doch dann hat er es doch noch geschafft. Die Minierfliegen haben irgendwann aufgegeben und er konnte noch zu ansehnlicher Größe heranwachsen, so dass ich ihn auch in der Küche verarbeiten konnte. Erstaunlich ist nur, dass die ersten Blätter noch rote und gelbe Stängel hatten (wie die Pflanzen auf der Verpackung), während die Stengel, die es schließlich geschafft haben, nurnoch weiß waren. Also nichts mit „Bright lights“ und Farbe im Topf, aber ich habe ihn auch so gerne gegessen.

Mangold

[Mangold „Bright Lights“]

Die Gurke „Miniature White“ hat es bei mir auch erst bei einer Direktaussaat im Juni auf dem Balkon geschafft. Zuvor war sie mir zweimal als kleine Pflanzen in meinem Wohnzimmer eingegangen (vielleicht auch hier die Trauermücken?). Auf meinem Balkon hat sie mir dann aber noch große Freude gemacht und einiges an Früchten produziert. Im Herbst hat sie allerdings Mehltau angesetzt – aber da die Gartensaison gerade zu Ende ging, war das weniger schlimm.

Erste Gurkenernte

[Gurke „Miniature White“]

Und schließlich waren da noch die Chilipflanzen. Aus meiner Aussaat gingen zwei robuste Pflanzen hervor, die gut gediehen und jede Menge Früchte ansetzten. Sie haben eigentlich die ganze Saison an meinem Südfenster in meinem Wohnzimmer gestanden und sind dort gut gediehen. Schließlich haben sie aber Spinnmilben bekommen und ich habe sie öfter im Regenwetter rausgestellt und auch mit einem biologischen Bekämpfungsmittel dagegen behandelt. Die stärker befallene Pflanze hat dann auch lange Zeit draußen gewohnt. So richtig losgeworden bin ich den Befall aber nicht, so dass die Pflanzen zurzeit nach und nach eingehen. Da sie mir bis zum heutigen Tag aber viele Früchte und viel Freude bereitet haben, empfinde ich das nicht so schlimm – sie sind eh als „einjährig“ deklariert und ich versuche es mit der Chilizucht im nächsten Jahr einfach nochmal.

Errötende Chilis

[Die ersten, reifenden Chilis 2013]

Als Süßes zum Naschen habe im Frühjahr Saattütchen von Ananskirsche „Aunt Molly“, Chichiquelite, Kaktusfeige (Indoorpflanze) und Heidelbeere erstanden. Ich war mir unsicher, was auf meinem Balkon wachsen würde und habe versucht nicht zu große Pflanzen als Saatgut zu erstehen, die auch Schatten vertragen. Ein absoluter Erfolg war die Kultivierung der Ananaskirsche. Ich habe sie etwas spät auf den Balkon ausgepflanzt, weil ich Angst hatte, das es ihr dort zu schattig ist. Indoor haben die Pflanzen aber ebenfalls Spinnmilben bekommen, draußen waren sie hingegen absolut robust und schädlingsfrei. Dort sind die Pflanzen dann auch enorm gewachsen und haben viele Früchte angesetzt. Nach und nach sind sie abgereift, ein großteil der Früchte wurde aber vom Wintereinbruch überrascht. Ich denke ich muss sie nächstes Jahr früher auspflanzen, wenn es das Wetter zulässt.

AnanaskirschenII

[Eine Ananaskirsche …]

Die Kaktusfeige war in der Anzucht etwas träge und widerspenstig, aber mitlerweile stehen an meinem Südfenster zwei kleine Kakteen und ich bin gespannt, ob sie weiterhin gedeihen. Früchte wird es wohl erst auf lange Sicht geben, da die Pflänzchen noch viel zu winzig sind. An der Aussaat von Heidelbeere und Chichiquelite bin ich vorerst gescheitert – beide wollten einfach nicht keimen. Vielleicht muss ich mich da nochmal stärker einlesen und schauen, woran es hängt.

Kaktusfeigenkeimlinge

[Kaktusfeigenkeimlinge – einige Wochen nach der Aussaat]

Fazit: ich habe viel anzüchten und wachsen lassen – erstaunlich viel, wenn ich bedenke, dass ich vorher so garkeinen grünen Daumen hatte. Was Pflege und Wissen um die Pflanzen angeht, habe ich aber sicherlich noch „Luft nach oben“, so dass ich in den nächsten Jahren vielleicht noch erfolgreicher Gärtnern werde. Das Bild dieses Jahr war ziemlich durchmischt, aber im großen und ganzen hat es mir großen Spaß gemacht.

Invasion im Paradies.

Die sonnigen Tage führen zu wahren Wachstumsschüben auf meinem Balkon. Alles erblüht und setzt Früchte an.

Kapuzinerkresse_Blüte

Kapuzinerkresse_BlütenDie erste Blüte meiner Kapuzinerkresse hat sich heute geöffnet.

   SpargelerbseMeine Spargelerbsenpflanzen setzen erste Früchte an und blühen munter weiter.

ZinnienMeine Zinnie hat ihre zweite Blüte geöffnet.

ErdbeerspinatUnd der Erdbeerspinat errötet.

Dies alles würde bei mir grenzenlose Freude auslösen, wäre da nicht die ständige Invasion von feindlichen Truppen. Als ich anfing zu gärtnern, wollte ich ökologisch sein und habe mir vorgenommen, dass auch Insekten ein zu Hause bei mir haben dürfen. Dabei dachte ich naiverweise wohl mehr an Bienchen und Hummeln. Nun habe ich grüne Blattläuse, schwarze Blattläuse, Minierfliegen, Rostpilze, Trauerfliegen und weißgottnichtwasnoch in meiner Balkon-WG. Beinahe jede Pflanze leidet unter irgendetwas. Stetig sammel ich Blätter oder Insekten ab und habe dabei schon beinahe meine friedliebende Einstellung zur Natur in meinen Blumentöpfen verloren. Konnte ich mir vor einigen Wochen noch mit einem tiefen Durchatmen und ein bisschen Rapsöl behelfen, so verliere ich nun langsam wirklich die Lust und frage mich, ob die Insekten mir am Schluss noch was übrig lassen. Da ist man schon beinahe geneigt, die Chemie-Keule rauszuholen…

Meine erste Gartensaison stellt mich hart auf die Probe.

Was macht ihr gegen all diese pflanzenfressenden Monster? – Und ist es normal, dass mir alle Pflanzen vor der Nase weggefressen werden?

Scharf.

Trotz des ekligen Wetters (oder eigentlich aufgrund meiner Herkunft korrekt: „trotz dem ekligen Wetter“ (rheinischer Dativ)) erfreut mich die Spargelerbse heute mit ersten Blüten. Dann hoffen wir jetzt nur, dass sich auch ein Insekt der Blüte annimmt…ich überlege schon, ob es was bringt, wenn ich die Tage mal den Pinsel schwinge. Ich fände es schade, wenn die Pflanze jetzt keine Früchte entwickelt und ich traue dem Insektenvolk dieses Jahr einfach noch zu wenig über den Weg. Zunächst erfreue ich mich aber mal an den violett-roten Blüten auf meinem Balkon.

SpargelerbsenblüteI

SpargelerbsenblüteII

Und Chili Nr. 2 und 3 mussten nun einfach geerntet werden – sie dienen heute als Mitbringsel. (Sie sahen an der Pflanze schon so reif aus, aber vielleicht hätten sie auch noch 1-2 Tage brauchen können, sie sind an manchen Stellen noch nicht so richtig rot. Da ist wohl die Ungeduld mit mir durchgegangen.)

Chilis

Wachstumsbericht. Oder: Endlich Sommer!

Heute morgen war ich mit meinem Kaffee in der Hand auf dem Balkon spazieren. Seit das Wetter endlich mitspielt, kann ich manchen Pflanzen förmlich beim Wachsen zusehen. In den letzten Wochen habe ich außerdem noch einiges von drinnen nach draußen gepflanzt. Hier ein paar Impressionen – und eine kleine Übersicht, was nun auf meinem Balkon alles wächst:

Fangen wir auf dem Balkonboden an – mit meiner „Topfkultur“:

BlumentöpfeHier finden sich, v.l.n.r.: Kapuzinerkresse und Mangold „Bright Lights“ (noch winzig, aber er entwickelt nun endlich erste richtige Blätter, nachdem die Keimlinge bei dem kalten Wetter ziemlich unmotiviert in der Gegend rumstanden), Liebstöckel, Spargelerbsen, nochmal Mangold (auch noch winzig), Thymian und Currystrauch.SpargelerbsenBesondere Freude machen mir im Moment meine Spargelerbsen. Ich habe sie Ende April ausgesät und nachdem sie gekeimt waren und erste richtige Blätter hatten, nach draußen gepflanzt. Leider kam dann das schlechte Wetter und es tat sich zunächstkaum mehr was. Seit der Sommer nun eingesetzt hat, wachsen sie aber – endlich. Ich kann praktisch dabei zusehen – jeden Tag ein 1-2 cm mehr und immer wieder neue Blätter…

Und in direkter Nachbarschaft…

Blumentöpfe_2

Majoran, zweimal Pimpinelle (nachdem sie mir zweimal eingegangen ist, habe ich nun diverse Jungpflanzen gezogen und draußen gedeihen sie auch besser) und Pfefferminze.

Kasten_boden

Daneben steht ein Balkonkasten auf dem Boden, der mit Kerbel (noch winzig), einer Orangengewürtagetes (ebenfalls noch klein – soll gegen Nematoden in der Erde helfen, vielleicht ja auch gegen Trauermücken?), sowie – hier auf dem Bild zu sehen – Erdbeerspinat und Blutampfer.

Blumenkästen

In meinen vier hängenden Balkonkästen, die alle ungefähr das gleiche Format haben und mitlerweile beim Blick aus dem Fenster im Zusammenspiel mit den dahinterliegenden Bäumen einen wundervoll naturnahen Eindruck vermitteln, befinden sich zur Zeit (v.l.n.r., nicht alles auf dem Bild): Zitronenmelisse, Ringelblume (noch klein, bekommt gerade drittes Blattpaar), Pimpinelle (ebenfalls noch klein), Salbei (gerade ausgepflanzt – wird etwas von den Radies bedrängt, aber die ernte ich ja hoffentlich bald!), Radies, eine Zinnie, zwei kleine Orangengewürztangetes-Keimlinge, Kubaspinat, Radieschen „Helios“, frisch sprießender Schnittsellerie und Blutampfer. Hui, das ist eine große Pflanzenfamilie geworden – aber die Radieschen machen bald hoffentlich Platz, damit noch einiges dazukommen bzw. die anderen Pflanzen sich ausbreiten können.

Hier mein sprießender Schnittselerie, der zwischen Blutampfer und Radieschen hervorlugt…

Schnittsellerie

Verheißungsvoll ist auch dieser Anblick – meine Zinnie, die sich auf ihr erstes Blühen vorbereitet:

Zinnie

Es stehen außerdem noch einige Töpfe herum. – Auf der Fensterbank:

FensterbankPimpinelle (ja, die findet sich oft – ich habe sie eben zu großzügig ausgesät – ich fürchte ich muss bald mal ein paar Pflänzchen „verschenken“, wenn sie entsprechend gediehen sind), Ysop (habe ich auch 3-4 Pflanzen – muss ich ebenfalls bald mal abstoßen) und Pflücksalat (bereits mehrfach Blätter geerntet – langsam ist er nicht mehr so hübsch, bekommt aber immernoch neue Blätter).

Körbchen

Und in meinem „Körbchen“ auf dem Balkontisch wächst mein größter Ysop (Aussaat im Februar) und daneben Schnittknoblauch. Der Schnittknoblauch entwickelt sich im Schneckentempo (habe auch noch welchen an meinem Südfenster stehen). Die mickrigen Hälmchen wollen einfach nicht so richtig – und immer wieder verwelken einzelne Halme. Wo das mal hinführen soll… ich bin gespannt, ob er es noch packt!

In zwei leer gewordenen Töpfen habe ich letzte Woche außerdem noch einmal neuen Pflücksalat und eine Mini-Gurke ausgesät. Mit der Gurke das ist nune in Experiment. Nachdem mir vier Gurkenkeimlinge (zwei Aussaaten) in den letzten Monaten immer wieder eingegangen sind (böse Trauermücken?!), habe ich beschlossen der Gurke noch eine letzte Chance zu geben. Diesmal versuche ich es direkt auf dem Balkon. Und ich bin gespannt, ob die Zeit noch recht und die Pflanze sich entwickelt…

So, nun werde ich mal in den Tag starten. Leider hatte mich heute morgen eine ziemliche Migräneattacke im Griff – daher geht heute alles ein bisschen langsamer. Liegt wohl an den Wetterumschwüngen – gestern war es sehr drückend in Heidelberg, wo ich mich den Nachmittag über aufgehalten habe…

Ich wünsche ein schönes Wochenende!

Staphylea

Rankhilfe.

Nachdem die Eisheiligen scheinbar überstanden sind – und heute wenigstens wieder etwas Sonne auf meinen Balkon fällt – habe ich kurzer Hand ein Rankgitter für meine Spargelerbsen gebaut. Diese sind zwar noch sehr klein, aber ich hoffe auf gutes Wachstum in den kommenden Wochen. Übrigens ranken die Spargelerbsen nicht von selbst – habe ich gelesen — man muss ihnen dabei helfen und sie anbinden.

Mein Rankgitter habe ich mir aus drei Bambusstangen und Draht selbst gebaut – ging ganz schnell und erfüllt hoffentlich seinen Zweck. Ich war im Baumarkt etwas schockiert, dass kleine Rankhilfen schnell 10-20 Euro kosten. Das habe ich nicht eingesehen – mein individuelles Rankgerüst hat nur unter 2 Euro gekostet und macht sich super, finde ich…

Rankgerüst

Pflanzenwachstum indoor.

Ein kleiner Rundgang vorbei an meiner Pflanzenzucht im Zimmer. Heute habe ich kaum mehr Fliegen gesehen – wenn ich mich recht erinner garkeine mehr. Ob das ein gutes Zeichen ist und die Nematoden nun endlich fleißig gefressen haben?

Hier ein kleiner Spaziergang entlang meiner Pflanztöpfe: Eine Ananaskirsche (Anfang April gekeimt – langsam im Wachstum, auch wenig Wurzeln, ich vermute die Trauermücken waren hier am Werk.)…

Ananaskirsche

Und meine zwei Chili-Pflanzen, die immer mehr Knospen bekommen (Aussaat: 04.03.)…

chili

Ein Fleißiges Lieschen öffnet sogar schon eine ihrer Knospen – wie spannend! (Aussat: 09.03.)

Fleißiges Liesschen

Hier meine neu ausgesäten Babys (Aussaat: 24.04.), eine Gurke „Miniature White“ (zweiter Versuch, nachdem die letzten beiden gestorben sind), eine Spargelerbse – und darunter die Orangengewürztagetes (verbessert angeblich den Boden und vertreibt schädliche Fadenwürmer). Auf dem dritten Bild wächst Pfefferminze (Aussaat: 11.04. – noch ganz winzig!).

Spargelerbse und Gurke

Orangengewürztangetes

Pfefferminze

Die Ringelblume (Aussat: 06.04.)…

Ringelblume

…mein Salbei (Aussaat Anfang März)…

Salbei

…mein Schnittknoblauch…

Schnittknoblauch

…und eine Sonnenblume (Aussaat: 01.04.)…

Sonnenblume

…ein Ysop – zweite Anzuchtrunde, daher noch kleiner als meine Pflanze auf dem Balkon (Aussaat: 25.03.)…

Ysop

…eine Zinnie (mangelhaftes Wachstum, Aussaat: 09.03.)…

Zinnie

…daher habe ich zum Vergleich Zinnien vor ein paar Tagen nochmal ausgesät…

Zinnien2

Ich denke das gibt einen ganz guten Einblick in meine „Wohnungskultur“ Ende April. Hier und da stehen noch andere Pflanzen und Töpfchen mit Aussaaten, so dass es hier bald hoffentlich noch grüner wird – und einiges nach den Eisheiligen auf den Balkon umziehen kann.

Ich wünsche einen schönen Abend.

– Staphylea