Herbstimpressionen

Nachdem sich am Ende des Sommers bei mir eine gewisse Trägheit eingestellt hat, habe ich mich heute an diesem lauen Herbsttag doch nochmal aufgerafft, meinen Balkon aufzuräumen, die restlichen dahinvegetierenden Salate und essbaren Blüten zu ernten und weiterzuverarbeiten (Frisches auf dem Teller hilft wirklich gegen den Herbstfrust!), Kräuter zu stutzen und für Tee zu trocknen, Pflanzen zurechtzuzupfen, zu fegen und …sogar nochmal auszusäen. Denn mit Erstaunen musste ich bei meinem Blick in meine Samensammlung feststellen, dass es nun schließlich Zeit ist, Feldsalat und Guten Heinrich in die Erde zu bringen. Ich bin gespannt, ob die beiden die heute neu entstandenen Leerstellen bald wieder füllen…

GurkeNur meine Gurke schwächelt schon. Ich bin mir aber nicht nicht sicher, ob das am Mehltau oder den Herbsttemperaturen liegt. Die  beigen letzten geernteten Gurken haben ganz schön bitter geschmeckt – ob das auch an der Kälte liegt? Aber jetzt weiß ich immerhin, dass Gurken auf meinem Balkon wachsen und ich versuche es dann im nächsten Jahr noch einmal.

Ananaskirsche Trotz Herbsteinbruch überrascht mich die Ananaskirsche immernoch mit vielen Früchten und Blüten. Leider reifen die „Kirschen“ sehr langsam, daher bin ich gepannt, ob ich sie alle noch ernten darf. Ich lasse sie, nachdem sie gelb werden und vom Strauch fallen, oft noch 1-2 Tage auf der Fensterbank liegen – dann sind sie süß und fruchtig.

Blutampfer Mein Blutampfer hat in den letztern Monaten ziemlich zugelegt. Er hatte zuvor nur kleine Blätter und insgesamt hielt sich das Wachstum stark in Grenzen. Aber mittlerweile macht er eine ganz gute Idee. Gerade tummeln sich hier in paar Blattläuse, aber ansonsten produziert er munter neue Blätter…

Schnittsellerie Ebenso mein Schnittselerie. Hier ist es die gleiche Geschichte: Ich war die letzten Monate etwas enttäuscht, weil er nicht so richtig groß werden wollte. Aber in den letzten Wochen kann man ihm beim Wachsen geradezu zusehen. Und das, wo doch gerade die Suppensaison anfängt, wie passend! Da werde ich ihn dann gleich mal zum Einsatz bringen.

Meine „Outdoor-Chili-Pflanze“ trägt noch viele Früchte. Sie wurde scheinbar fleißig bestäubt, auch wenn ich nie ein Insekt an ihr entdecken konnte. Das Reifen der Früchte ist bei diesem Wetter auf meinem schattingen Balkon aber wohl das größere Problem und ich hoffe daher, dass sie dafür noch genug Sonne und Wärme finden…

Chili_draußen

Ingwer Mein Ingwer wurde heute aus dem Balkonkasten befreit. Nachdem ich mich nochmal kurz durchs Netz gelesen hatte, musste ich mir eingestehen, dass hier sicherlich nach 2-3 Monaten noch rein garnichts zu ernten ist. Und wie man an dem Trieb sieht, ist er auch etwas dürftig gewachsen. Eigentlich war das mit dem Ingwer ja auch  nur so eine fixe Idee, nachdem eine Knolle in meiner Obstschale zu keimen begonnen hatte. Ich habe ihn also heute umgetopft und nach drinnen umgezogen. Dort steht er jetzt am Südfenster – vielleicht wird es dort ja doch noch was mit meiner ersten eigenen Ingwerernte!

Brotzeit Schließlich habe ich mir dann ein selbstgebackenes Brot gegönnt – mit Frischkäse und Ringelblume. Ringelblume ist ja relativ geschmacksneutral – sieht aber gut aus!

Ich wünsche ein sonniges, nicht zu herbstliches Restwochenende!

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Blühdemonstration.

Mein Balkongarten lässt sich von zeitweise recht schlechtem Wetter nicht einschüchtern. Als ich mich heute im herbstlichen Sonnenschein nochmal auf meinem Balkon zu schaffen gemacht habe, musste ich feststellen, dass dieser noch geradezu sommerlichen Charme versprüht…

Blütenpracht

[von oben nach unten: Kapuzinerkresse, Orangengewürztagetes, Zinnie (die weiße blüht gerade zum ersten mal!) und Ringelblume – unterschlagen auf diesem Bild habe ich die fleißigen Lieschen, die ihrem Namen nachwievor alle Ehre machen.]

Urban Gardening kreuzt meine Wege. – Teil I: Mainz, Schillerplatz.

Vor ein paar Wochen schlenderte ich im spätsommerlichen Sonnenschein über den Mainzer Schillerplatz, um mir ein wenig die Zeit zu vertreiben, während ich auf meine Nachmittagsverabredung wartete. Dabei fiel mein Blick auf ein Beet, das nicht durch die sonstige Blüten- und Grünpflanzenpracht bestach – auf dem vielmehr nur vereinzelt Pflanzen standen. Das Beet wirkte etwas karg . Bei näherer Inaugenscheinnahme konnte ich feststellen, dass es sich um Tomaten-, Zucchini- und andere Gemüsepflanzen handelte, die dort gepflanzt worden waren. Ein Schild wies mich daraufhin, dass es sich dabei um ein Urban Guardening-Projekt des Grünamtes der Stadt Mainz handelte. Ernten erlaubt und ausdrücklich erwünscht!

Zu Hause angekommen habe ich mal ein bisschen recherchiert. Aber die Stadt Mainz hängt ihr Projekt eines Gemüsebeetes nicht gerade an die große Glocke. Ich fand einige Randbemerkungen in Zeitungen, einen kurzen Filmbeitrag und einen privaten Blog, der das Beet am Schillerplatz in seiner Entwicklung diesen Sommer begleitet hat.

War ich zunächst hocherfreut, dass die Stadt Mainz den Trend zum urbanen Gärtnern aufgreift und sich an Gemüsebeete ranwagt, so hinterlässt mich das Projekt ein wenig nachdenklich. Zunächst einmal wird hier nur von Seiten der Stadt gepflanzt – sonst darf niemand gärtnern. Das „Bürgerbeet“ darf nur von denselbigen abgeerntet werden – sonst bitte nicht unnötig durcheinander bringen. Vor einigen Tagen wurde das Beet dann von Seiten der Stadt dem Erdboden gleich gemacht – alles aufgräumt, nurnoch geharkte Erde. Wachsen und Werden nur in stark kontrollierten Zeitfenstern und Beetbereichen – und auf keinen Fall ein Vergehen. Dabei hat der Herbst dieses Land doch noch garnicht so fest im Griff, dass nichts mehr wachsen würde…

Die Stadt Mainz will solche Projekte eventuell auch im kommenden Jahr weiterverfolgen. Ich bin gespannt, ob mir wieder Gemüsepflanzen über den Weg laufen. Allemal ein guter Anfang.

Erntefreuden.

Nun sitze ich auf dem Balkon im spätsommerlichen Sonnenschein und bereite mich mental auf das Ende dieser Gartensaison vor. Zeit, um ein erstes Fazit zu ziehen und die Blumenkästen „einzumotten“ ist aber hoffentlich noch lange nicht. Meine Vorbereitungen beziehen sich vorerst aufs Ernten und Lagern…

Ernte

Mit Samengärtnern habe ich mich bisher noch garnicht beschäftigt. Ich sammel diese Saison alles an Saatgut, was mir auf meinem Balkon in die Hände fällt. So kam bereits Kubaspinat, Erdbeerspinat, ein paar wenige Radieschensaamen „Helios“ und Orangengewürztagetes zusammen. Ich sammeln natürlich nur von sortenfesten Pflanzen. [Wer gerne eine Anzucht wagen oder tauschen will, der kann sich gerne bei  mir melden.] Ich bin gespannt, was im nächsten Jahr daraus wächst – lediglich mit dem Erdbeerspinat habe ich schon (unfreiwillig) einen Versuch gewagt: Wo die Samen auf den Boden fallen, da keimt er sofort und unaufhaltsam…

Samen_Organengewürztagetes

[Orangengewürztagetessamen – die Pflanzen blühen immer weiter und duften nach Orangen]

Meine trocknenden „Chilibündel“ machen sich ganz dekorativ in der Küche und werden sich sicherlich noch vermehren. Was ich nicht verbrauche, ziehe ich einfach auf Fäden und überlasse es sich selbst. Mit meinen kleinen Chilis funktioniert das prima.

trocknende_Chilis

[trocknende Chilis am Küchenfenster]

Nun schau ich noch ein bisschen der Hummel und dem Zitronenfalter zu und wünsche Euch allen schöne Altweibersommertage. Auf das Licht und Wärme noch lange bei uns bleiben! 😉

Staphylea