Erntefreuden.

Ernte_Tomaten

Langsam werden meine zwei Tomatenpflanzen doch fast noch ertragreich.

Die Reifung meiner Tomaten nimmt fahrt auf – trotz absolut furchtbarem Regenwetter hier bei uns. Aber ernten hilft gegen Wetterfrust!  Übrigens hatte die nette Kommentatorin bei einem meiner letzten Tomatenbeiträge recht: Sobald die Johannisbeertomaten reif sind, muss man sie verdammt vorsichtig, am besten mit Stiel, ernten, sonst platzen sie reihenweise. Aber bei den gelben Cerisen ist mir das auch schon passiert, frau muss sie etwas mit Samthandschuhen anfassen.

Ich hoffe nun blos, dass das Wetter nicht so bleibt. Die Pflanzen in meinen Balkonkästen schwimmen sonst bald davon und insgesamt wird meine Balkonflora das wohl nicht mehr lange mitmachen, ohne erneut Mehltau anzusetzen o.ä. Außerdem sehe ich persönlich es nicht ein, jetzt schon von „Herbst“ zu sprechen, wie es viele dieser Tage tun. Es ist maximal Spätsommer – und da kann man jawohl noch 25°C und Sonnenschein durchaus noch einfordern!

Ich wünsche allen ein schönes Wochenende.

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Saatgut – gewinnen, tauschen und säen.

Bewusste BalkongärtnerInnen verfolgen in den letzten Jahren die diversen Debatten über Saatgutverordnungen und die fortschreitenden politischen und wirtschaftlichen Eingriffe in die Artenvielfalt. (Balkon-)GärtnerInnen kann dieses Thema kaum kalt lassen. Aber es gibt auch andere Gründe, sich eine eigene Saatgutsammlung anzulegen: neben der Bewahrung und Vermehrung samenfester Sorten spart die Gärtnerin oder der Gärtner auch Geld. Zudem kann er jene Sorten, die sich in seinem Garten bewährt haben, ins nächste Jahr retten.

Eine Saatgutexpertin ist aus mir in den letzten 1,5 Balkongartenjahren noch nicht geworden – mein Wissen und meine Erfahrungen sind noch sehr begrenzt. Nun ist der Herbst aber nicht mehr weit und so manche Pflanze bietet reife Früchte und trockene Samenkapseln dar. Und so sammel auch ich hier und da Saatgut ein. Zur Zeit sind Tomaten- und Orangentagetessamen an der Reihe. Muss frau die Tagetessamen lediglich aus den vertrockneten Blütenständen zupfen, so ist die Tomatensamengewinnung schon eher eine kleine Herausforderung – v.a. wenn man kleine Tomaten mit zarten Samen angebaut hat. Erste Versuche, das Saatgut aus den Früchten zu drücken, auf einem Taschentuch oder auf Küchenpapier zu verteilen und trocknen zu lassen, führten in meiner Küche lediglich dazu, dass diese sich so an und in dem Papier verklebten, dass ich sie anschließend nicht mehr vom Papier trennen konnte und sie teilweise nicht mal mehr ausfindig machen konnte. Eine bessere Oberfläche, auf der Tomatensamen ebenso gut trocknen, bilden für mich Kaffeefilter.

Saatgut Filter

Johannisbeertomatensamen trocknen auf Filterpapier.

Johannisbeertomate_Saat

Saatgut für die kommende Johannisbeertomatengeneration.

Als wiederspenstig entpuppt sich im Gegensatz zu den kleinen Johannisbeertomätchen, aus denen ich schon eine ansehnliche Menge Saagut gesammelt habe, die Cocktailtomate „Cerise gelb“. Die größeren Früchte bedeuten keinesfalls, dass diese auch ansehnlichere Samen beinhalten. Bisher habe ich im Gegenteil nur Tomaten geernten, die so winziges Saatgut beinhalteten, dass ich sie nach dem Trocknen zwischen den kleinen Fruchtfleischresten nicht mehr wiederfinden konnte. Zur Zeit macht sich diesbezüglich leichte Resignation breit – schade, die Cerise hat mir garnicht so schlecht gefallen auf meinem Balkon.

Gelbe Cerise

Gelbe Cerise – auch mitunter in charmanter Birnenform.

Habe ich im letzten Jahr noch umständlich Papiertütchen gebastelt für meine Saaten – ich wollte sie nicht in Plastik packen, damit sie nicht schimmeln o.ä. – so bin ich bei meiner Suche nach einer einfachen, schnellen Verpackungsvariante auf ein Video gestoßen, in dem jemand aus Notizzetteln Samentüten faltet. Davon inspiriert habe ich nun immer schnell eine Verpackung zur Hand, in der ich das Saatgut aufbewahren und weiterreichen kann.

Saatgutverpackung

Tomatensamen wandern ins beschriftete Päckchen.

Aber was dann, wenn Saatgut fleißig im Jahresverlauf gesammelt wurde? Jenseits der guten Vorsätze für eine Neuaussaat im kommenden Jahr, gibt es – neben dem Verschenken in Familie und Bekanntschaft oder den Besuch von oft regional stattfindenden Saatgut- und Pflanzentauschbörsen – auch im Internet Möglichkeiten, das eigene Saatgut weiterzureichen und zugleich noch die eigene Sammlung zu vergrößern. Eine Möglichkeit, die ich in Zukunft mal austesten möchte, ist die Seite tauschgarten.de. Ich finde die Idee großartig, statt immer neue Saamen und Pflanzen zu kaufen, vielleicht einfach auch mal zutauschen. (Erfahrungsberichte mit dem Portal sind mir in den Kommentaren übrigens sehr willkommen!)

Weitaus spaßiger – aber nur einmal im Jahr – gestalten sich Samenrotationsaktionen, wie sie im letzten und in diesem Jahr von dem Balkongärtner Marcel angeboten werden. Eine Teilnahme kann ich sehr empfehlen. Jeder kann beliebig viel Saatgut beisteuern und erhält im Gegenzug ein Überraschungspaket mit Saatgut anderer GrätnerInnen. Im letzten Jahr habe ich sehr erfolgreich teilgenommen, mein vorhandenes Saatgut geteilt und ein großes Überraschungspäckchen zurückerhalten. So einiges davon  – wenn auch leider nicht alles (woran ich ja vielleicht noch im nächsten Jahr arbeiten kann) – hat seinen Weg in meine Töpfe gefunden. Manches habe ich aufwachsen sehen, anderes hat es z.B. aufgrund meines zu schattigen Balkons nicht geschafft (z.B. der Mohn und die rote Melde). Dank der Samenrotation 2013 wachsen bei mir zur Zeit noch zwei tolle Tomatensorten und wild rankende Schwarzäugige Susannen. Nun habe ich mich auch in diesem Jahr wieder angemeldet und werde im Oktober spätestens mein Saatgut auf Reisen schicken. Ich bin gespannt, wer es erhält, ob es in Töpfe wandert und was für eine Überraschungstüte ich im Gegenzug erhalte!

Ich wünsche allen eine schöne Restwoche und weniger Regen, als heute.

Balkongartentag.

Die stetigen Unwetter mit Sturmböen und heftigem Regen setzen meiner  Balkonflora doch unerwartet stark zu. Den Tomaten welken die Blätter – sie werden gelb und fallen ab. Ich hoffe das legt sich wieder. Außerdem haben die heftigen Gewitter des Öfteren Blumenerde aus meinen Balkonkästen gespült, so dass die auf dem Boden stehenden Tomatenpflanzen über und über verdreckt sind. Meine selbstausgesäten Mohn- und Dillkeimlinge kümmern, scheinbar haben sie doch zu wenig Sonne auf meinem Nord(west)balkon. Am Blutampfer zeigen sich seit rund zwei Wochen immer wieder weiße Flecken – ich habe schon mehrfach die befallenen Blätter abgepflückt, da nun aber beide Pflanzen flächendeckend aussahen wie mit Mehl überstäubt, habe ich gestern beschlossen meinen Balkon mal gründlich aufzuräumen.

Blutampfer_weiße Flecken

Blutampfer mit seltsamen, weißen Flecken.

DreckigeTomate

Matschige Tomatenblätter.

Die Blutampferpflanzen habe ich beim Aufräumen dann schweren Herzens entsorgt. Schade, sie haben auf meinem Balkon seit ihrer Aussaat im Frühjahr 2013 immer grün-rote Akzente gesetzt und in diesem Jahr auch munter geblüht. Als Salat haben sie für mich aber nicht getaugt – obwohl der Blutampfer nicht so sauer sein soll, wie gewöhnlicher Ampfer, hat uns der Geschmack einfach nicht zugesagt.

Beim Aufräumen habe ich ein paar neue Mitbewohner auf meinem Balkon getroffen. Neben ein paar Tausendfüsslern und Blattläusen haben mich vor allem jene hier beeindruckt…

Grashüpfer

Heuschrecke auf einem Mangoldblatt.

Spinnenbesuch

Spinne auf einem Salbeiblatt.

Erfreuliches zeigt sich auch an den Pflanzen. Die letzte Tomatensorte auf meinem Balkon, die bisher noch keine reifen Früchte geliefert hat, hat es nun fast geschafft:

ErgebelndeTomate

Ergelbende Cerise.

Es ist somit endgültig bewiesen: Tomaten auf dem Nord(west)balkon sind möglich. Bei Johannisbeertomate, gelber Cerise und einer Balkonkastentomate hat es funktioniert. Wundervoll!  – Natürlich ist die Anzahl der Tomaten immer überschaubar und kann sicher nicht mit einem sonnigen Garten mithalten, aber Erfolgserlebnisse und eigene Früchte sind zu Genüge möglich.

Und meine Mini-Gurke ist in den letzten Wochen hochgeschossen und schlingt sich gerade um die greifbaren Tomatenäste. Gestern habe ich dann die erste weibliche Blüte an der Pflanze entdeckt. Na, ob das doch noch was mit den kleinen Gürkchen wird?

WeiblicheGurkenblüte

Die erste weibliche Blüte an der Gurke „miniature white“.

Am Nachmittag habe ich dann den Amish Deer Tongue geerntet. Dies ist eine alte, robuste Salatsorte, die von den Amishen in Amerika gezüchtet und angebaut wird. Die Aussaat wollte erst nicht so recht keimen und es haben sich in den letzten Monaten nur zwei Pflanzen durchgeschlagen und sind zu nennenswerter Größe herangewachsen – dies lag wohl auch an den schweren Gewittern: Die heftigen Regenergüsse haben viele Keimlinge auf dem Gewissen. Aber das Ergebnis macht doch Lust, es nochmal zu probieren.

Rose_AmishDeerTongue

Pflücksalat „Amish Deer Tongue“ neben einer Balkonrose.

Da aufgrund mangelnder Zeit in diesem Frühjahr und Sommer und aufgrund der Gewitter nun noch bzw. wieder Platz in einigen Kästen war, habe ich versucht alles etwas umzugestalten und zu optimieren. Vor einigen Wochen habe ich erneut Monatserdbeeren ausgesät – es müsste im Juni gewesen sein. Meine ersten Anzuchtversuche im Frühjahr auf der Fensterbank sind vollkommen fehlgeschlagen. Die jetzigen drei Keimlinge haben nun wenigstens schon einige Blätter – und darunter auch erste richtige Erdbeerblättchen. Leider werden sie ständig – trotz Neemölbehandlung – von Blattläusen befallen. Ich hoffe trotzdem, dass sie es ins Erwachsenenalter schaffen. Gestern habe ich die Keimlinge vereinzelt und ihnen genug Platz in einem Balkonkasten zur Verfügung gestellt. Vielleicht wirds dann ja im nächsten Jahr was mit den Früchten!

Erdbeerkeimlinge_Anzuchttopf

Erdbeerkeimlinge – zweiter Versuch.

Erdbeerpflänzchen

Vereinzelte Keimlinge neben dem langsam wachsenden Hirschhornwegerich.

Heute habe ich dann noch ein paar neue Mitbewohner auf dem Heimweg besorgt, um schonmal ein paar Lücken zu füllen. In meiner Tasche haben sich dabei „Bunt-Salbei“, „Knobi-Gras“ und eine lilane Blühpflanze (deren Namen ich nicht kenne) eingefunden.

Neue Mitbewohner I

„Knobi-Gras“ und lila Blühpflanze.

Besonders angetan hatte es mir das Knobi-Gras. Bisher kannte ich nur Schnittknoblauch und Schnittlauch – die beide schmalere Blätter haben. Dieses „Gras“ hingegen hat zweifarbige, breitere Blätter und duftet lecker nach Knoblauch. Das Knobi-Gras ist auf jeden Fall mehrjährig (lässt sich allerdings nur im Haus überwintern), es wächst – laut beigesteckter Beschreibung – an sonnigen und schattigen Standorten, ist essbar und lässt sich wie Knoblauch zu diversen Leckereien verarbeiten.

Kräuterbalkonkasten

V.l.n.r.: Von den Gewittern gebeuteltes Schnittlauch (treibt gerade neu aus); bunter Salbei (neu!), selbstausgesäte Orangengewürztagetes und selbstausgesäter, „normaler“ Salbei.

Neu pflanzen macht bessere Laune, wenn das Wetter verrückt spielt. Nächste Woche nehme ich dann vielleicht auch noch ein paar Neuaussaaten in Angriff, sobald ich mich wieder täglich um sie kümmern kann. Mal sehen, was zur Aussaat im Hochsommer/Herbst noch taugt und diese Saison abrundet – auf jeden Fall wird Feldsalat bald wieder seinen Weg in meine Blumenkästen finden.

Ich wünsche eine schöne, nicht so nasse Woche.

Johannisbeertomatenernte.

MiniJohannisbeertomaten

Kleine Johannisbeertomätchen frisch vom Strauch.

 Zugegeben – obwohl ich heute wieder acht Johannisbeertomaten geerntet habe und ständig welche nachkommen: Zu einem Salat schaffe ich es noch lange nicht. Das liegt wohl an der beerenähnlichen Größe der Tomaten und daran, dass die Pflanzen sehr unter den diesjährigen Unwettern leiden. So kann ich zwar immer wieder pflücken – aber Blattwerk und Aussehen der Pflanze verraten mir, dass es ihnen besser gehen und sie vielleicht auch weitaus mehr Ertrag liefern könnten. Dennoch: Die Johannisbeertomaten werden in Zukunft sicher mal wieder ihren Weg in meine Pflanztöpfe finden. Nimmt man die kleinen, roten Bällchen (es gibt sie auch als gelbe Sorte, wie ich immer wieder lese) in den Mund, dann kommt es beim Draufbeißen zu einer schieren Geschmacksexplosion! Und somit machen sie sich wirklich gut – beim nachmittäglichen Naschen neben der „Gartenarbeit“ ebenso wie als lustige rote Farbpunkte im Salat. Und da noch so einige Rispen mit grünen Früchten vorhanden sind, habe ich in diesem Jahr sicherlich auch noch länger Freude daran.

Übrigens: Die abgebrochene Johannisbeertomatenspitze, die ich zum Bewurzeln ins Wasserglas gestellt hatte, hat nun wirklich Wurzeln entwickelt. Frau muss also nur ein bisschen mehr Geduld haben. Und so hätte ich sie heute einpflanzen und schauen können, ob sich daraus eine eigene Pflanze entwickelt. Ich schreibe nun aber nicht von ungefähr im Konjunktiv: Denn leider sah das Blattwerk ziemlich traurig aus und ich wüsste auch einfach nicht mehr wohin mit dieser neune Pflanze. Außerdem ist es fragwürdig, ob sie in diesem Jahr noch neue Fürchte entwickelt hätte, da wir ja nun schon August haben. Ich habe den Ast also entsorgt- merke mir aber für die kommende (Balkon)Gartensaison, dass einen Ast bewurzeln vielleicht wirklich eine Alternative sein kann, wenn eine Pflanze mal abbricht.

 Ich wünsche noch einen schönen Sonntag.