Im Anzuchtfieber.

Die ersten Aussaaten, die ich seit Anfang Februar mit verschiedenen Chilisorten begonnen habe, scheinen soweit erfolgreich zu verlaufen. Erfolgreicher als erwartet – meine (erstmals) selbst geernteten Chilisamen habe ich vorsichtshalber am 03.02. immer zu zweit in die Kokostöpfchen gesteckt und nun standen in jenen Töpfchen häufig zwei Keimlinge, die gerade ihre ersten richtigen Blättchen bekommen. Daher habe ich sie heute kurzerhand vereinzelt und in kleine Tontöpfe gesetzt, um zu verhindern, dass sie sich gegenseitig „bedrängen“.

Keimlinge[Chili- und Erdbeerpflänzchen verschiedener Aussaten seit dem 03.02.]

Basilikumkeimlinge[Zitronenbasilikum vom letzten Jahr & Basilikum vom  Balkongärtner Marcel aus der Samenration – Aussat vom 20.02.]

Als Erde für die Chilijungpflanzen kam heute erstmals die von  mir im Netz bestellte Kokoserde zum Einsatz. Hierzu werden die gepressten Kokostabs mit 2-3 Liter lauwarmem Wasser übergossen und…

Quelltab

QuelltabII…im Anschluss hat frau lockere, leider aber recht nasse Erde, mit denen frau alle Töpfchen auffüllen kann, denen frau habhaft wird. Schön ergiebig – schade nur, dass frau sie im Ganzen übergießen muss, da sie so massiv sind. Ich habe nun also noch jede Menge nasse Kokoserde in der Küche stehen. Aber gut, dann werde ich den Rest des Tabs dieser Tage dafür nutzen, die Balkontöpfe für die kommende Gartensaison vorzubereiten. In Zukunft verlager ich die Erdenproduktion auch lieber gleich nach draußen – es war doch arg matschig und so musste ich danach erstmal die Wohnzimmerecke putzen.

Pikierte Chilis und Basilikum[vereinzelte Chilipflänzchen neben dem offenen Zimmergewächshaus]

Ausgesät habe ich in diesem Februar auf der Fensterbank:

  • Chili und Erdbeeren (seit 03.02.)
  • schärfere Gewürzpaprika (seit 16.02.)
  • Salbei und Basilikum (seit 18.02.)
  • Tomaten (seit 22.02.)
  • Schwarzäugige Susanne und Ananaskirsche (seit 25.02.)

Ich arbeite bei der Anzucht mit zwei Gewächshäusern. In einemdürfen die Samen in kleinen Kokosquelltabletten keimen. Sobald die Pflänzchen dann die Köpfchen aus der Erde stecken, siedel ich sie in das zweite Zimmergewächshaus über, in dem die Jungpflanzen sich weiter entwickeln dürfen. Während ich bei erstem Gewächshaus besonders darauf achte, dass dieses immer warm steht – steht das zweite immer am sonnigsten Ort der Wohnung, also am Südfenster, und wird auch öfter belüftet oder ganz von der Haube befreit. Zudem habe ich vor wenigen Tagen auch angefangen, die Chilikeimlinge, die nun über zwei Wochen alt sind, mit organischem, niedrig dosierten Dünger speziell für Jungpflanzen zu versorgen, da die Kokostabs nicht vorgedüngt sind. So versuche ich, den Bedürfnissen der Pflanzen in verschiedenen Stadien gerecht zu werden.

Draußen auf dem Balkon fängt übrigens der Eichenblattsalat (Aussaat 05.02.) schüchtern an zu keimen. Ich freu mich auf frisches Grün. Anschaulicher ist da schon der Bärlauch, der sich nachwievor beim Wachsen zuschauen lässt. Hier ein paar Impressionen von heute.

Bärlauch

Bärlauch_Nahaufnahme[Unermüdlich schiebt der Bärlauch seine Blätter aus der Erde.]

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Schon fast die erste Erdbeere in Sicht.

Erbeerenblatt

Gute zwei Wochen nach der Aussaat (03.02.) hat der erste Keimling es geschafft: Das erste, winzige, aber schon behaarte Monatserdbeerblatt. Na, wenn das mal nicht vielversprechend ist.

Auf meiner Fensterbank habe ich bisher vier Chili/Gewürzpaprikasorten ausgesät, Monatserdbeeren und Salbei. Auf meinem Balkon habe ich das Gartenjahr mit Eichenblattsalat (keimt bei 6-10 Grad, das ist ja jetzt schon drin!) und mit „Saxa 2“, einer frühen Radieschensorte, die bereits ab Februar ausgesät werden kann, gestartet. Und dabei habe ich gleich zwei Testläufe zum Aufbereiten meiner Balkontopferde gestartet: Der Salat hat eine Erde bekommen, die ich mit organischem Pflanzendünger leicht vorbehandelt hatte, während die Radieschen in mit Kaffeepulver gedüngter Erde wachsen dürfen. Über Dünger-Ideen und -erfahrungen berichte ich dann in einigen Monaten mal, wenn ich selbst schlauer bin.

Ich wünsche einen schönen Abend.

Tomaten auf einem schattigen Balkon?

Im letzten Jahr habe ich vor lauter Euphorie über meinen ersten eigenen Balkon ein Samentütchen mit der Balkontomate „Vilma“ gekauft. Zu Hause habe ich dann arge Zweifel bekommen, ob die Tomatenaussaat für meinem Nord(west)balkon überhaupt Sinn macht. Aber ich hatte ja nun das Saatgut – und habe daraus kleine Pflänzchen herangezogen. Leider sind sie mir (dank Trauermücken?!) schon auf der Südfensterbank wieder eingegangen. Und so habe ich das Projekt „Tomaten“ im letzten Frühjahr abgehakt und mir vorgenommen, lieber eines Tages, bei besseren Rahmenbedingungen – auf einem sonnigeren Balkon oder in einer hellen Gartenecke – zur Tomatengärtnerin zu werden.
Doch die fixe Idee, eigene Tomaten zu ziehen, blieb in meinem Kopf. Und die Samenrotation 2013 brachte mir neues Saatgut von wundervollen, wilden Tomatensorten (Cerise gelb und Johannisbeertomate rot).

Bald ist die optimale Tomatenaussaatzeit in diesem Jahr erreicht und so werde ich es wohl auch noch einmal versuchen. Um sicherzugehen, dass die Anzucht der Tomaten wenigstens eine geringe Chance auf Erfolg hat, habe ich sicherheitshalber nochmal im Internet recherchiert. Die Frage ist also:

Kann man Tomaten im Schatten pflanzen? Mit nur wenigen Stunden Sonne am Tag?

Im Internet findet man dazu erstaunlicherweise ganz konträre Ansichten. Zum einen gibt es eine breite Front von TomatengärtnerInnen und SamenverkäuferInnen, die überall betonen, dass Tomaten grundsätzlich nur in prallster Sonne bzw. an der sonnigsten und warmsten Stelle des Gartens gedeihen. Bei leichtem Schatten, so der Konsens, bräuchte man es gar nicht erst versuchen. Und dann, wenn man weiterliest und recherchiert, stößt man auf erstaunliche Gegenstimmen: Gerade was Wildtomaten und anspruchslosere, robustere Tomatensorten angeht, berichten immer mehr Hobby- und Balkongärtner, dass sie auch im leichten bis stärkeren Schatten durchaus ansehnliche Erfolge vorzuweisen hatten. Aus den Diskussionen rund um den Tomatenanbau lässt sich also lesen, dass man es ruhig auch mal an schattigeren Stellen versuchen kann – der Ertrag kann natürlich geringer sein, als in praller Sonne, aber es ist durchaus realistisch, dass man auch dort zumindest ein paar Tomaten am Strauch erreicht.

Wichtig ist dabei die richtige Sortenauswahl – denn je nach Sorte sind die Tomaten natürlich anspruchsvoller, was Licht und Wärme betrifft. Besonders Ur- und Wildtomaten bzw. Tomaten mit kleineren Früchten sind robuster und aussichtsreicher für leicht schattige Standorte. Und mit den „ertauschten“ Tomaten aus der Samenrotation bin ich in dieser Hinsicht gar nicht so schlecht ausgestattet. Einige Recherchen im Netz haben mir folgende Informationen geliefert.

Rote Johannisbeertomate

  • die Johannisbeertomate ist eine robuste Wildtomate, die im Vergleich zu anderen Tomaten mit wenig Dünger und Wasser auskommt
  • sie lässt sich als Ampeltomate sogar in Blumenkästen oder Hängekörben ziehen und braucht, glaubt man so manchem Hobbygärtnern, nicht mal einen all zu großen Topf
  • sie eignet sich für den Freilandanbau, da sie relativ resistent gegen die klassischen Tomatenkrankheiten ist (Kraut- und Braunfäule)
  • Ausgeizen braucht man sie nicht – sie wächst buschig und ist in der Pflege relativ anspruchslos; man kann sie lediglich ab und zu auslichten, damit sie bei Feuchtigkeit besser abtrocknet und gesund bleibt
  • sie bildet, wie Johannisbeeren, Rispen mit vielen roten Früchten – die aber natürlich etwas größer als die Beeren sind –  niedlich klein sind sie aber dennoch im Verhältnis zu anderen Tomaten. Eher ein witziges Naschobst also!
  • sie vertragen neben einem sonnigen auch einen halbschattigen Standort

[Einen lesenswerten Blogbeitrag zu Johannisbeertomaten habe ich bei Wachsen und Werden gefunden.]

Cerise Gelb 

  • ebenso resistent gegen Kraut- und Braunfäule
  • entwickelt sehr lange Triebe (bis 3 Meter) – Oje, wo soll ich damit dann nur hin? – Da ist wohl hochbinden und zurechtstutzen angesagt!
  • auch diese Sorte verzweigt sich stark und ist pflegeleicht, da sie nicht ausgegeizt werden muss
  • sie bildet unermüdlich kleine, süße, gelbe Früchte und gilt mit ihrer Fruchtbildung als relativ frühe Tomate

[Die Sorte Cerise Gelb habe ich zum Beispiel hier gefunden, in einem Bericht von Dreschflegel.]

Nun denn. Ein bisschen Mut macht es mir schon, das alles zu lesen. Ich werde das Experiment also wagen und in den kommenden Wochen meine Zimmergewächshäuser mit Tomatensamen ausstatten. Und ich bin sehr gespannt, ob ich es mit meinem Nord(west)balkon doch noch zur Tomatengärtnerin schaffe. 

Habt ihr vielleicht Erfahrungen mit Tomaten an schattigeren Standorten? Für Hinweise bin ich weiterhin dankbar.

Ich wünsche einen schönen Abend.

Dramatische Szenen aus dem Kinderzimmer.

Chili_I Chili_II Chili_III Chili_IV Chili_VIChili_VChili_VII Chili_IIX[rote Habanero – Tag 8 und Tag 9 nach der Aussaat]

Sie kämpft sich ihren Weg ans Licht, die kleine Habanero. Und sie ist nicht mehr allein…

Chilikeimlinge

Heute – nach der ersten Aussat in diesem Jahr am 03.02. – strecken 3 von 10 anvisierten Chilikeimlingen schon ihre Keimblätter in die Sonne.  Am schnellsten hat sich ein roter Habanero aus der Kokoserde gegraben, gefolgt von zwei weißen Habaneros – es fehlen nun noch die kleinen roten Chilis von Attensaat, drei rote und zwei weiße Habaneros. Ich bin also gespannt. Bei den Monatserdbeeren liege ich nach 9 Tagen bei 4 (winzigen!) Keimlingen aus 6 Samen – aus lauter Euphorie habe ich heute nochmal weitere 6 Erdbeersamen auf drei Kokostöpfchen verteilt. Erdbeeren kann man schließlich nie genug haben?!

Dem Frühling entgegen…

Heute überrascht mich der Bärlauch mit ersten, kleinen Blättchen. Wundervoll – man kann ihm in der schattigen Balkonecke richtig beim Wachsen zuschauen. Die erste Pflanze, die sich auf meinem Balkon aufs neue aus der Erde traut.

Bärlauch

Übrigens habe ich bei den Monatserdbeeren und den Chilis, die ich Anfang der Woche ausgesät habe, schon erste Erfolge zu verzeichnen: Ein Erdbeer- und ein Chilisamen zeigen schon winzige Keimlinge. Der „Erdbär“ bohrt gerade eine winzige Wurzeln in die Kokoserde und die Chili (weiße Habanero) lukt schon zwischen den Kokosbröseln hervor. Unglaublich, wie schnell das ging. Ich bin ganz begeistert. Da hat sich das „Anquellen“ für 2-3 Stunden in warmem Wasser schon bewehrt. Noch sind die ersten zwei Keimlinge eigentlich zu klein für ein Foto, hier unten ein erster Versuch den winzigen „Erdbär“ festzuhalten – ich dokumentiere in den kommenden Wochen das Wachstum.

Erdbär

Heute bricht zwischen düsteren Wolken die Frühlingssonne immer wieder durch und taucht mein Wohnzimmer mit samt dem Minigewächshaus in gleißendes Licht. Das macht Laune auf mehr Sonne und Wärme in diesem Jahr. Und heute nachmittag geht es dann auch raus, eine Runde durch den Park joggen und das Wetter genießen.

Ich wünsche ein schönes Restwochenende.

Aufbau der Kinderstube.

Heute brachte mir die Post ein Päckchen voll mit Kokoserde, Saatgut und Anzuchtdünger. Und da war es schließlich aus mit der Disziplin: Ich habe nochmal in Internet recherchiert, abgewägt und beschlossen, die diesjährige Gartensaison mit der Anzucht von Chili und Monatserdbeeren einzuläuten.

Kinderstube[Wie Weihnachten: mein noch fehlendes „Anzuchtequipment“]

Ich musste die Kokosquellerde leider im Internet bestellen. Letzte Woche war ich zuvor auf dem Heimweg von der Arbeit noch zu einem innerstädtischen Baumarkt gelaufen, was mir aber nicht weiterhalf: dort werden vollkommen überteuert kleine Kokosquelltabletten in kleinen Mengen verkauft. Aus dem Internet lassen sich Kokoserden von diversen Herstellern für einen Bruchteil des Baumarktpreises beziehen, so dass ich mich gleich kostengünstig mit 4 Kokosquellblöcken (jeder bringt rund 7 Liter Erde), einigen Quelltabs und Anzuchtdünger versorgt habe. Der Anzuchtdünger hatte sich in meinen Internetwarenkorb verlaufen, als ich überlegt habe, wie ich ein gesundes Pflanzenwachstum in ungedüngter Kokoserde über einen längeren Zeitraum sicherstellen kann. Ich teste also einfach mal einen entsprechenden Dünger und werde dann berichten, wie ich mit dieser Zusammenstellung klargekommen bin. Außerdem haben sich noch ein paar Erdbeersamen zu mir verirrt – ich träume heimlich schon länger von Erdbeeren auf meinem Balkon. Entschieden habe ich mich für „Sperli’s Bowlenzauber“ Monatserdbeeren und ich bin gespannt, ob mir die Anzucht gelingt. Außerdem hat mir der Onlineshop, bei dem ich letztes Jahr schonmal Saatgut bezogen hatte, ein Saattütchen für  Rettich („Hilds Neckarruhm rot“) geschenkt. Mal sehen, ob ich dafür noch ein Plätzchen finde – austesten möchte ich sie schon (die Farbe auf der Packung sieht ja geradezu grandios aus).

Saatgut[„Sperli’s Bowlenzauber“ und „Hilds Neckarruhm rot“]

Die Aussaatzeit habe ich nun mit drei Sorten Chili und den Monatserdbeeren eröffnet. Bei den Chilis handelt es sich um Attensaats kleine, rote, scharfe Chilis, die ich bei der Samenrotation 2013 erhalten habe. Außerdem hat mein Freund mir von seiner letztjährigen Chilizucht auf seiner Fensterbank Saatgut zugesteckt – es handelt sich dabei um rote und weiße Habanero. Die letztjährigen Pflänzchen meines Freundes stammten von einer Gärtnerin – ich bin daher gespannt, ob ich diese Sorten weiterzüchten kann und die eigene Saatgutgewinnung aus den getrockneten Früchten funktioniert.

Kokosquelltabs[Kokosquelltöpfchen im Minigewächshaus]

Chilis und Erdbeeren haben beide unter Umständen eine relativ lange Keimzeit. Im letzten Jahr hat es entsprechend eine gefühlte Ewigkeit gedauert bis ich Chilikeimlinge entdecken konnte. Ich hatte nach einigen Wochen schon fast aufgegeben. Auf der Packung der Monatserdbeeren konnte ich heute dann ebenfalls ein bedrohliches „lange Keimzeit“ entdecken, so dass ich mich kurzerhand entschloss – nach einer kurzen Recherche im Netz – Chili- und Erdbeersamen einige Stunden in warmem Wasser einzuweichen, um die Keimung zu beschleunigen. Hierfür habe ich Dipschälchen mit warmem, abgekochtem Wasser befüllt und sie für einige Stunden auf die Heizung gestellt.

Saatgut Quellen [Chili- und Erdbeersamen in warmem Wasser auf der Heizung]

Anschließend habe ich die Samen in den Kokostöpfchen versenkt. Hierbei ist zu beachten, dass Erdbeeren Lichtkeimer sind und nur festgedrückt oder äußerst dünn mit Erde bedeckt werden dürfen. Dennoch muss man dafür sorgen, dass das Saatgut niemals austrocknet. Im Netz wird auch empfohlen, eine Glasplatte über die Anzucht zu legen, um die Feuchtigkeit zu halten. Chili hingegen kann man mit Erde bedecken – eine dünne Schicht scheint aber auch hier auszureichen.

Zunächst habe ich eine relativ überschaubare Menge an Saatgut im Gewächshaus ausgebracht. Ich selbst habe nur Platz für eine überschaubare Menge an Pflanzen und ich möchte mich langsam herantasten und schauen, wie ich optimale Wachstumsbedingungen für verschiedene Pflanzen schaffen kann. Vielleicht säe ich dann in einigen Wochen auch nochmal aus, um auszutesten, welchen Einfluss der Aussaatzeitpunkt auf die Entwicklung der Pflanzen im Jahresverlauf hat.

Und nun heißt es aber vorerst: warten, warm halten und immer schön gießen. Ich bin gespannt, wann sich die ersten Keimlinge zeigen.