Was wächst auf dem Nordwestbalkon? – Teil 1: Gemüse.

Bevor die erneute Anzuchthysterie wieder beginnt möchte ich noch einen Blick zurück werfen auf meine ersten Gehversuche als Balkongärtnerin in den letzten zwei Sommern auf meinem Nord(west)balkon. Tendentiell ist es eher ein Nordbalkon mit einer leichten Westneigung, der nur am Nachmittag ein bisschen direkte Sonne bekommt. Die Ausgangsbedingungen waren daher nicht die besten – und meine gärtnerischen Versuche waren durch euphorische, fleißige Phasen ebenso wie durch zeitweise Resignation und Faulheit geprägt, so dass ich nicht sagen kann, ob meine bisherigen Erfolge bereits repräsentativ sind, wenn sich die Frage stellt, was eigentlich auf einem Nord(west)balkon angepflanzt werden kann. Aber immerhin habe ich einiges zum Wachsen bekommen – und da lohnt schon eine erste Bestandaufnahme!

Heute zunächst eine Bestandaufnahme zum ‚Gemüse auf dem Nord(west)balkon‘. Es folgen Artikel zu Obst, Blumen und Kräutern. Es handelt sich bei der Aufstellung nur um Pflanzen, die ich auch wirklich auf dem Balkon ausgesiedelt habe – meine Chilis beispielsweise kommen nicht vor, da sie bei mir vorrangig Indoorpflanzen waren.

Gemüse auf dem Nord(west)balkon

Fruchtgemüse

Anbauversuche: Spargelerbse; Gurke „Miniature White“; Tomaten „Cerise gelb“ und  „Johannisbeertomate“; kleine Balkontomate (Name Unbekannt)

2013 habe ich mich auf die Suche nach Gemüse gemacht, das sich auf einem schattigeren Balkon kultivieren lässt. Damals bin ich auf Deaflora gestoßen und in ihrem Online-Shop auf die Spragelerbse. Ausschlaggebend war wohl, dass die Spargelerbse mir recht außegewöhnlich vorkam, was den Reiz für mich erhöht hat es mal zu versuchen – zudem wurde sie als nicht so hoch wachend (60 cm) beschrieben und verträgt auch Halbschatten. Und was soll ich sagen: Es war ein erster Erfolg. Ich habe sie im März/April auf der Fensterbank vorgezogen und nach den Eisheiligen zu zweit in einen großen Topf auf dem Balkon gesetzt. Dort habe ich sie an einem selbstgebastelten Bambusgitter hochranken lassen – ab und an muss man sie aber anbinden, da sie nicht eigenständig ‚klettern‘. Im Juni haben sie dann wundervoll dunkelrot geblüht  und schließlich munter Früchte angesetzt. Ich war schon vollends begeistert über meine ersten, noch eher übersichtlichen Ernten, als der Glücksfaden scheinbar riss: Im Fortgang des Sommers setzten die Pflanzen leider Rost an und darbten dahin. Schade – aber ich kann empfehlen es einmal zu versuchen! Sicherlich werde ich das auch nochmal tun und vielleicht auch herausfinden, woran es lag, dass sie auf einmal krank geworden sind. In der Pfanne kurz angebraten waren die Spargelerbsen wirklich eine nette Bereicherung auf meinem Speiseplan.

SpargelerbsenblüteI

Spargelerbsenblüte .

Ernte_Spargelerbsen

Spargelerbsenernte.

Die Gurke ‚Miniature White‘, die ich nun bereits zwei Sommer angebaut habe, war ein Experiment, ob Gurken – die eigentlich viel Sonne gebrauchen können – bei mir auch wachsen. Die Sorte ist durch ihrer Wuchshöhe und ihre kleinen Früchte besonders gut für den Balkonanbau geeignet. Allerdings habe ich 2013 – wenn ich mich recht erinnere – drei Anläufe gebraucht, bis ich eine Pflanze groß ziehen konnte. Ich habe das damals auf meine Trauerfliegenplage im Wohnzimmer geschoben. Ich hatte aber auch in jedem Anlauf nur wenige Samen ausgesät. Die dritte Aussat vollzog sich dann direkt auf dem Balkon im Frühsommer – und leider hatte die Gurke dann, obwohl sie gut wuchs, nicht mehr genug Zeit und schaffte es nur zu wenigen reifen Früchten. Außerdem hatte sie bald mit Mehltau zu kämpfen. Im letzten Jahr habe ich die Gurke dann wieder recht spät ausgesät (muss ich zu meiner Schande gestehen) – und hatte wieder mit Mehltau zu kämpfen. Ich glaube das Projekt ‚Gurken‘ nehme ich lieber an einem anderen Ort zu einer anderen Zeit wieder auf.

Gurke

Die Gurke steht in Blüte.

Erste Gurkenernte

Erntereife Gurke an der Pflanze.

Und schließlich habe ich mich, nachdem ich in der Samenrotation 2013 Tomatensamen erhalten (Cerise gelb und Johannisbeertomate) doch mal an diese Nachtschattengewächse rangetraut. Ich hatte zuvor gelesen, dass Tomaten sehr viel Sonne brauchen. Aber im Nachhinein bin ich glücklich, es trotzdem versucht zu haben – denn es hat wirklich ganz passable Ergebnisse gebracht! – Vieleicht mag die Ernte auf einem West- oder Südbalkon größer ausfallen, aber ich habe von beiden Sorten eine ganze Reihe von Früchten geerntet. Außerdem habe ich in einer Gärtnerei noch eine kleine Balkontomate gekauft, die bereits Früchte angesetzt hatte – auch diese sind zuverlässig abgereift und die Pflanze hat es sogar zu einer zweiten ‚Generation‘ von Tomaten im Spätsommer gebracht. Wer sich an den Tomatenanbau in schattigeren Lagen zum erstenmal ranwagt, dem würde ich allerdings empfehlen erstmal auf Wildsorten oder robustere Sorten mit kleinen Früchten zu setzen –  dann hat man bessere Chancen, dass es ein Erfolg wird.

Tomate_Johannisbeer

Wuchernde Johannisbeertomate in der Hängeampel.

CeriseGelb

Gelbe Cerise bekommt Früchte.

MiniJohannisbeertomaten

Niedliche Johannisbeertomatenernte.

Wurzelgemüse

Anbauversuche: Radieschen; Mairübchen ‚Di Milano‘; Rettich ‚Hilds Neckarruhm‘

Mit Wurzelgemüse hat es auf meinem Nordwestbalkon bisher noch nicht wirklich funktioniert. 2013 ist meine erste Radieschenaussaat einem Unwetter zum Opfer gefallen, da ich die Blumentöpfe an meinem Balkon nach außen gehängt hatte. Danach ist die eine Hälfte meiner Radieschen vergeilt und hat keine Knollen gebildet. Ein paar sind was geworden – aber so richtig gut war die Ausbeute  nicht. Im letzten Jahr habe ich es erneut versucht, aber mit noch geringerem Erfolg. Woran das wohl liegt? Das Projekt ‚Radieschen im Frühjahr‘ liegt daher vorläufig auf Eis. Was allerdings empfehlenswert ist: Wenn es mit der Knollenbildung nicht klappt, einfach die Radieschen mal blühen lassen, das ist unerwartet dekorativ und man kann im Herbst neues Saatgut ernten.

Im letzten Jahr habe ich es dann auch mal mit Mairübchen (Sorte: ‚Di Milano‘) versucht – aber auch ohne Erfolg. Ich bekam zudem noch Rettich (Sorte: Hilds Neckarruhm in rot) geschenkt und schob die Samen in die Erde. Es entwickelten sich irgendwann sogar Blätter – aber keine Knolle – der Stiel war vergeilt. Ich frage mich also, ob es an den Lichtverhältnissen liegt und Wurzelgemüse da so anspruchsvoll ist, oder ob es an mir liegt. Hinweise sind mir willkommen!

Blattgemüse

Anbauversuche: Erdbeerspinat; Mangold; Guter Heinrich; Gartenmelde; Neuseeländerspinat; Pak Choi

Der Erdbeerspinat und Mangold ‚Bright Lights‘ wuchsen 2013 auf meinem Balkon, das heißt: sie wären gerne gewachsen, denn sie wurden ständig zerfressen. Ich habe das kaum in den Griff bekommen. Aber beide haben sich nicht einschüchtern lassen und sind immer weitergewachsen – und immer weiter zerfressen worden. Der Erdbeerspinat hat später sogar geblüht und Früchte angesetzt. Außer diesen eher wässrig schmeckenden, aber dekorativen Früchten habe ich die Pflanzen aber nicht als Gemüse nutzen können. Im Herbst hatte es dann allerdings der Mangold doch noch so weit geschafft, dass ich ab und an ein paar Blätter in mein Essen schnibbeln konnte. Der Anbau beider Pflanzen ist also theoretisch möglich, wenn man nicht von kleinen Plagegeistern (Minierfliegen?) heimgesucht wird oder ein wirksames Mittel gegen diese findet (aber bitte biologisch!).

Erdbeerspinat

Früchte am noch recht fotogen wirkenden Erdbeerspinat.

Mangold

Mangold im Herbst.-

Keine guten Erfahrungen habe ich mit dem Guten Heinrich, der Gartenmelde, dem Neuseeländerspinat und dem Mini-Pak Choi gemacht – alles habe ich über ein Kindheitsstadium nicht hinausgebracht oder es ist garnicht erst gekeimt. Das liest sich traurig, wenn ich das hier so aufliste, aber so war es nun einmal. Bei einigem kann es aber auch daran gelegen haben, dass ich mich nicht genug gekümmert habe, nachdem ich die Samen in die Blumentöpfe gesteckt hatte.

Blattsalate

Anbauversuche: Blutampfer; Amish Deer Tongue; Feldsalat; Hirschhornwegerich; Kubaspinat/Portulak; und weitere als ‚Schnittsalat‘ oder ‚Plücksalat‘ gekennzeichnete Sorten

Was Blattsalate angeht, ist mein Fazit ebenfalls gemischt: Robuste, heimische Pflanzen wachsen sehr gut, wie der Blutampfer oder der Hirschhornwegerich. Und sie bilden eine schöne Abwechslung im Salat. Auch der Kubaspinat ist der wahre Renner für mich: er wächst und wächst – und blüht – und füllt leere Stellen in Töpfen ruck-zuck auf. Und gesund soll er auch noch sein. Herkömmliche Pflück- und Schnittsalatsorten aus dem Baumarktregal o.ä. wachsen bei mir auch, wirken aber von Farbe und Blattstärke immer etwas schwach auf der Brust. Ebenso erging es mir mit dem Amish Deer Tongue. Diese Salate wachsen generell recht langsam und wenn ich sie zu lange stehen lasse, weil ich will, dass sie sich noch weiter entwickeln, dann schießen sie im Sommer und gehen irgendwann zur Blüte über. Ich halte mich daher lieber an alternatives Blattgemüse und teste weiter aus, was gut funktioniert. Am Portulak ‚Gruner‚ bin ich übrigens im letzten Jahr gescheitert – dort wo ich (mehrfach) gesät habe, hat sich einfach nichts getan.

Blutampfer

Blutampfer im Wachstum…

IMG_0714_Feldsalat

Feldsalat im Wachstum.

BalkonkastenI

Pflücksalat, Schnittsellerie und Blutampfer.

Kubaspinat

Kubaspinat in Blüte.

Snack

Brötchen mit selbst geerntetem Gemüse 2013.

Blutampfer und Kubaspinat haben sich bei mir übrigens einfach wieder selbst ausgesät – sie sind dabei ganz nette Lückenfüller und begrünen gerade sogar meine winterlichen, sonst leeren Töpfe.

Alles in allem bin ich also eine bedingt erfolgreiche Gemüsegärtnerin, die es aber liebt, weiter zu experimentieren, um herauszufinden, was man aus einem Nord(west)balkon vielleicht noch alles rausholen kann – und jede einzelne Tomate oder jedes Salatblatt belohnt mich für das stetige Giessen, Säen und Pflanzen.

Und um ehrlich zu sein – das Gärtnern hat mich auch in diesem Jahr schon wieder gepackt: meine ersten Chilisamen quellen hinter mir schon in Heizungsnähe in einer Salpeter-Wasser-Lösung, um morgen ausgesät zu werden. Aber dazu dann ein anderes Mal…

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Schon im (Spät-)Herbstmodus.

Im Moment könnte ich mich schon vollkommen einiegeln für dieses Jahr. Das liegt wohl auch am ständig wechselden und meist nassen und kühlen Wetter. Da bahnen sich schon Teetrinkgelüste an, gerade köchelt die zweite Kürbissuppe für dieses Jahr im Hintergrund und beim Einkaufen fiels mir schwer, an den Schaum- und Ölbädern vorbeizugehen. Vielleicht geht dieses Bedürfnis danach, mirs zu Hause schön zu machen aber auch darauf zurück, dass ich momentan sehr viel arbeiten muss. Ich versuche im nächsten Jahr ein großes Projekt abzuschließen. Und als Historikerin sitze ich da an vielen Tagen locker acht bis zehn Stunden am PC zwischen Bücherstapeln und versuche, Text zu produzieren. Meist arbeite ich von zu Hause und sehe den ganzen Tag keinen Menschen. Das ist schon ein komisches Leben. Es führt zu wechselhaften Stimmungen zwischen Lethargie und Arbeitswut. Aber manchmal muss man da wohl durch.

Warum erzähle ich das hier? Ich habe das Gefühl, dass ich diesen Blog für meine eigenen Vorstellungen zu unregelmäßig führe – über vieles, dass ich gerne mal in Blogbeiträgen ausführen würde, dann doch nicht schreibe. Meine LeserInnen müssen wohl ein bisschen Geduld mit mir haben. Ich hoffe im nächsten Jahr auf eine bessere (Balkon-)Gartensaison (wettertechnisch und vielleicht auch standorttechnisch) und mehr Erfahrungen, die ich dann wieder vermehrt mit Euch teilen möchte. Nun aber erstmal ein paar Gartenimpressionen von mir Mitte September.

Aufräumaktionen

In den letzten Wochen habe ich meine Tomatenpflanzen und die Gurkenpflanze schließlich entsorgt. Die Gurke hatte sich zwar erfreulich entwickelt und produzierte Früchte, aber Mehltau und Kälteinbrüche haben ihr den gar ausgemacht. Die Tomaten waren ebenfalls ziemlich mitgenommen und als allmählich keine Früchte mehr vorhanden waren, habe ich sie beerdigt und die restlichen, grünen Früchte zum Nachreifen in der Küche gelagert. Nun sieht es recht überschaubar aus auf meinem Balkon.

Manch ein Leser oder eine Lersin erinnert sich vielleicht an den Chilidschungel in meinem Wohnzimmer – fünf Pflanzen waren es in diesem Jahr. Die waren auch wundervoll gewachsen und haben das Zimmer toll begrünt. Und doch war es am Ende eine traurige Geschichte: Die einzige Pflanze, die wirklich gut getragen hat, war die Cayenna (siehe unten). Allerdings hat sie Spinnmilben angesetzt und ich habe sie dann kurzerhand auf den Nord(west)balkon ausgesiedelt, damit das nasse Wetter mich bei der Milbenbekämpfund unterstützt. So richtig schädlingsfrei habe ich sie mit Neemöl, Abbrausen der Blätter etc. nicht bekommen – muss aber auch gestehen, dass ich mich nicht so wirklich intensiv darum gekümmert habe. Ich warte somit, dass ich sie beernten kann und dann wird sie entsorgt. Die Fürchte haben es nun fast alle geschafft.

Chiliernte

Reiche Chiliernte von der „Cayenna“ – noch ein paar hängen, aber bald hist es geschafft für dieses Jahr.

Die anderen Chilipflanzen – rote und weiße Habanero – haben kaum bis garkeine Früchte getragen, obwohl sie große Büsche gebildet haben und unermüdlich blühten. Warum? Ich denke in diesem Fall bin ich selbst schuld: Das Saatgut habe ich selbst gewonnen im letzten Jahr. Es stammte von Pflanzen, die mein Freund bei einer Gärtnerin erstanden hat. Wir hatten uns natürlich nicht erkundigt, ob die auch sortenfest sind. Und einzelne, wirklich ungewöhnliche Früchte an einer Pflanze ließen nun in der zweiten Generation deutlich erkennen, dass ich das aussähen wirklich besser sein gelassen hätte.

Erfreulich ist allerdings, dass eine weitere Chilisorte, die ich ausgesägt hatte noch auf der Fensterbank meines Freundes viele Früchte getragen hat. Die Samen hatte ich von Attensaat aus der Samenrotation und die Sorte kann ich sehr empfehlen: unglaublich viele, winzige rote Chilis, die aber ordentlich Schärfe haben. Ich habe Saatgut gewonnen und freue mich, sie im nächsten Jahr großzügiger auszusäen. Hier weiß ich wenigstens, dass sie sortenfest sind.

Wachstum auf meinem Balkon

Nun stehen noch diverse Kräuter auf meinem Balkon – einige habe ich auch neu gepflanzt, da es mir zu leer wurde. Und ich säe nun herbstliches: Feldsalat und Winterportulak. Schöne Akzente setzen momentan noch die Schwarzäugige Susanne und vor allem die Orangentagetes. Ich liebe diese Pflanze – sie wächst nach der Aussaat erst langsam, aber wenn das mal Fahrt aufgenommen hat, dann blüht und duftet sie und ist unverwüstbar. Schon im letzten Jahr hat sie mir große Freunde gemacht.

Orangentagetes

Auch der im Frühjahr ausgesägte Hirschhornwegerich macht mir nun (endlich!) große Freude. Ich hatte ihn als Salatalternative ausgesät, aber er wuchs in enormem Schneckentempo und wurde ständig von Blattläusen befallen. Aber nun sieht er doch recht ansehnlich aus, entwickelt ständig neue Blätter und kann fleißig als Salatbeigabe genutzt werden. Ich finde ihn super!

Hirschhornwegerich

Hirschhornwegerich.

Meine ersten Erdbeeranzuchten in diesem Jahr waren auch nur bedingt erfolgreich – die ersten Keimlinge gingen wieder ein, die zweiten (im Juni oder Juli auf dem Balkon) wuchsen nur in Zeitlupe und hatten ebenfalls ständig Blattläuse. Aber nun scheint sich auch hier noch was zum Positiven zu entwickeln – allmählich sehen die Erdbeeren nach Erdbeeren aus und es könnte daher zumindest im nächsten Jahr auch Früchte geben. Sofern das Überwintern auf dem Balkon klappt:

Erdbeeren

Monatserdbeeren.

Überhaupt spielt die Natur auf meinem Balkon zur Zeit verrückt. Im Frühjahr hatte ich drei Knoblauchzehen bei einer Tomate in die Erde gesteckt. Sie keimten, entwickelten Blätter und gingen dann wieder ein. Ich habe sie dann abgeschrieben – bis ich vor rund einer Woche wieder austreibende Knoblauchblätter im nun leeren Tomatentrog entdeckte. Na, wenn das mal gut geht – ich glaube Knoblauch mag keinen Frost?!

Es gibt also noch viel zu beobachten in dieser Gartensaison und viel zu berichten.

Aber nun wünsche ich erstmal ein schönes Restwochenende.

Balkongartentag.

Die stetigen Unwetter mit Sturmböen und heftigem Regen setzen meiner  Balkonflora doch unerwartet stark zu. Den Tomaten welken die Blätter – sie werden gelb und fallen ab. Ich hoffe das legt sich wieder. Außerdem haben die heftigen Gewitter des Öfteren Blumenerde aus meinen Balkonkästen gespült, so dass die auf dem Boden stehenden Tomatenpflanzen über und über verdreckt sind. Meine selbstausgesäten Mohn- und Dillkeimlinge kümmern, scheinbar haben sie doch zu wenig Sonne auf meinem Nord(west)balkon. Am Blutampfer zeigen sich seit rund zwei Wochen immer wieder weiße Flecken – ich habe schon mehrfach die befallenen Blätter abgepflückt, da nun aber beide Pflanzen flächendeckend aussahen wie mit Mehl überstäubt, habe ich gestern beschlossen meinen Balkon mal gründlich aufzuräumen.

Blutampfer_weiße Flecken

Blutampfer mit seltsamen, weißen Flecken.

DreckigeTomate

Matschige Tomatenblätter.

Die Blutampferpflanzen habe ich beim Aufräumen dann schweren Herzens entsorgt. Schade, sie haben auf meinem Balkon seit ihrer Aussaat im Frühjahr 2013 immer grün-rote Akzente gesetzt und in diesem Jahr auch munter geblüht. Als Salat haben sie für mich aber nicht getaugt – obwohl der Blutampfer nicht so sauer sein soll, wie gewöhnlicher Ampfer, hat uns der Geschmack einfach nicht zugesagt.

Beim Aufräumen habe ich ein paar neue Mitbewohner auf meinem Balkon getroffen. Neben ein paar Tausendfüsslern und Blattläusen haben mich vor allem jene hier beeindruckt…

Grashüpfer

Heuschrecke auf einem Mangoldblatt.

Spinnenbesuch

Spinne auf einem Salbeiblatt.

Erfreuliches zeigt sich auch an den Pflanzen. Die letzte Tomatensorte auf meinem Balkon, die bisher noch keine reifen Früchte geliefert hat, hat es nun fast geschafft:

ErgebelndeTomate

Ergelbende Cerise.

Es ist somit endgültig bewiesen: Tomaten auf dem Nord(west)balkon sind möglich. Bei Johannisbeertomate, gelber Cerise und einer Balkonkastentomate hat es funktioniert. Wundervoll!  – Natürlich ist die Anzahl der Tomaten immer überschaubar und kann sicher nicht mit einem sonnigen Garten mithalten, aber Erfolgserlebnisse und eigene Früchte sind zu Genüge möglich.

Und meine Mini-Gurke ist in den letzten Wochen hochgeschossen und schlingt sich gerade um die greifbaren Tomatenäste. Gestern habe ich dann die erste weibliche Blüte an der Pflanze entdeckt. Na, ob das doch noch was mit den kleinen Gürkchen wird?

WeiblicheGurkenblüte

Die erste weibliche Blüte an der Gurke „miniature white“.

Am Nachmittag habe ich dann den Amish Deer Tongue geerntet. Dies ist eine alte, robuste Salatsorte, die von den Amishen in Amerika gezüchtet und angebaut wird. Die Aussaat wollte erst nicht so recht keimen und es haben sich in den letzten Monaten nur zwei Pflanzen durchgeschlagen und sind zu nennenswerter Größe herangewachsen – dies lag wohl auch an den schweren Gewittern: Die heftigen Regenergüsse haben viele Keimlinge auf dem Gewissen. Aber das Ergebnis macht doch Lust, es nochmal zu probieren.

Rose_AmishDeerTongue

Pflücksalat „Amish Deer Tongue“ neben einer Balkonrose.

Da aufgrund mangelnder Zeit in diesem Frühjahr und Sommer und aufgrund der Gewitter nun noch bzw. wieder Platz in einigen Kästen war, habe ich versucht alles etwas umzugestalten und zu optimieren. Vor einigen Wochen habe ich erneut Monatserdbeeren ausgesät – es müsste im Juni gewesen sein. Meine ersten Anzuchtversuche im Frühjahr auf der Fensterbank sind vollkommen fehlgeschlagen. Die jetzigen drei Keimlinge haben nun wenigstens schon einige Blätter – und darunter auch erste richtige Erdbeerblättchen. Leider werden sie ständig – trotz Neemölbehandlung – von Blattläusen befallen. Ich hoffe trotzdem, dass sie es ins Erwachsenenalter schaffen. Gestern habe ich die Keimlinge vereinzelt und ihnen genug Platz in einem Balkonkasten zur Verfügung gestellt. Vielleicht wirds dann ja im nächsten Jahr was mit den Früchten!

Erdbeerkeimlinge_Anzuchttopf

Erdbeerkeimlinge – zweiter Versuch.

Erdbeerpflänzchen

Vereinzelte Keimlinge neben dem langsam wachsenden Hirschhornwegerich.

Heute habe ich dann noch ein paar neue Mitbewohner auf dem Heimweg besorgt, um schonmal ein paar Lücken zu füllen. In meiner Tasche haben sich dabei „Bunt-Salbei“, „Knobi-Gras“ und eine lilane Blühpflanze (deren Namen ich nicht kenne) eingefunden.

Neue Mitbewohner I

„Knobi-Gras“ und lila Blühpflanze.

Besonders angetan hatte es mir das Knobi-Gras. Bisher kannte ich nur Schnittknoblauch und Schnittlauch – die beide schmalere Blätter haben. Dieses „Gras“ hingegen hat zweifarbige, breitere Blätter und duftet lecker nach Knoblauch. Das Knobi-Gras ist auf jeden Fall mehrjährig (lässt sich allerdings nur im Haus überwintern), es wächst – laut beigesteckter Beschreibung – an sonnigen und schattigen Standorten, ist essbar und lässt sich wie Knoblauch zu diversen Leckereien verarbeiten.

Kräuterbalkonkasten

V.l.n.r.: Von den Gewittern gebeuteltes Schnittlauch (treibt gerade neu aus); bunter Salbei (neu!), selbstausgesäte Orangengewürztagetes und selbstausgesäter, „normaler“ Salbei.

Neu pflanzen macht bessere Laune, wenn das Wetter verrückt spielt. Nächste Woche nehme ich dann vielleicht auch noch ein paar Neuaussaaten in Angriff, sobald ich mich wieder täglich um sie kümmern kann. Mal sehen, was zur Aussaat im Hochsommer/Herbst noch taugt und diese Saison abrundet – auf jeden Fall wird Feldsalat bald wieder seinen Weg in meine Blumenkästen finden.

Ich wünsche eine schöne, nicht so nasse Woche.

Stand der Dinge.

Heute gratuliert mir WordPress zum Einjährigen. Seit einem Jahr betreibe ich nun also diesen Balkongarten-Experiment-Blog. Es war eine spannende Zeit, ich habe viel gelernt und starte motiviert in die zweite Gartensaison. Leider fehlt mir gerade glatt die Zeit und Energie, das einjährige Bestehen des „Nordwestbalkons“ gebührend zu feiern – oder wenigstens einen besonders kreativen Beitrag über ein innovatives Thema zu schreiben. Nagut: dann einfach später – versprochen. Schließlich tut sich gerade vieles rund meine neue Pflanzenanzucht und meinen Balkon. Aber dazu später mehr – in jeweils eigenen Beiträgen. Einen Vorteil hat es, wenn ich momentan kaum zum Schreiben komme: später habe ich dann mehr Erfahrungen gesammelt und kann differenzierter schreiben. Also hier vorerst nur zum momentanen Wachstumsstand rund um meine selbstausgesäte Flora.

Mitte März auf der Fensterbank

Auf meiner Südfensterbank wächst in diesen sonnigen Tagen alles ganz wunderbar – die ersten Pflänzchen sind schon so groß, dass man langsam sieht, was es mal werden soll. Hier einige Impressionen:

Basilikum[Basilikum und Zitronenbasilikum – Aussaat: 18.02.]

Kinderstube_es wächst

[Ein Teil des Kindergartens auf der Fensterbank. Hier zu sehen: Johannisbeertomaten, Tomate „Cerise gelb“, Basilikum und weiße Habanero]

Schwarzäugige Susanne

[Schwarzäugige Susanne. Aussaat: 25.02.]

Heute sind die zwei kräftigsten der fünf Schwarzäugigen Susannen an ihren entgültigen Bestimmungsort gezogen. Vor 1-2 Wochen hatte ich sie gemeinsam in einen kleineren Topf gepflanzt, wo sie nun aber schon sehr zusammengekuschelt standen. Heute habe ich sie daher kurzer Hand in den Flechtkorb gesetzt, wo sie nun auch genug Platz zum Wachsen und Ranken haben. Den schönen Korb mit integrierten Stäben für Rankepflanzen habe ich von meiner Mutter erhalten, nachdem er in ihrem Keller jahrelang rumgelegen hatte. Viel zu schade dafür! Ich habe mich gleich verliebt und hoffe, dass sich diese Kombination in diesem Sommer dekorativ entwickelt.

Am letzten Wochenende habe ich eine neue Aussaatrunde in einem meiner Fensterbankgewächshäuser gestartet. Diesesmal habe ich wenige Samen von rotem Kohlrabi, Orangengewürztagetes und Neuseeländerspinat ausgesät. Neuseeländerspinat ist leider eine lichtliebende Pflanze und braucht einen sonnigen Standort, den ich auf Dauer nicht bieten kann. Aber da ich die Samen in der Samenrotation erhalten habe, versuche ich es eben doch mal. Mit Orangengewürztagetes, die übrigens auch sehr gut in Mischkultur gegen wurzelnknabernde Fadenwürmer wirkt, habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht und freue mich auf die duftenden, kleinen Blumen. An Kohlrabi versuche ich mich hingegen auch zum ersten Mal und hoffe, dass ich ihn großgezogen bekomme.

Balkonimpressionen

Und auch auf meinem Balkon wächst und gedeiht alles – so langsam. Einiges an Radieschen und Salat ist bereits gekeimt und die Kräuter treiben weiter aus.

Kubaspinat setzt zum Blühen an[Der Kubaspinat setzt zur Blüte an. – Aussaat aus dem letzten Herbst.]

Radies[Gekeimtes Radieschen „Saxa II“ im Balkontopf.]

Neben Salat und zwei Sorten Radieschen habe ich gestern noch einige Samen Gartenmelde „Voll rot“, Mairübchen die Milano, roten Rettich „Hilds Neckarruhm“, Portulak Gruner und Hirschhornwegerich in die Töpfe gesät.  Ich bin bin gespannt, ob die Saat aufgeht und ich bald frisches, junges Gemüse ernten kann. Besonders gespannt bin ich auf Portulak und Hirschhornwegerich als kreative Salatbeigabe. Und auch die Mairübchen sind mein erster Versuch – letztes Jahr habe ich schließlich nur wenige, kleine Radieschen ernten können. Die Rettichsaat habe ich geschenkt bekommen und mal vier Samen in einen tiefen Topf zwischen die noch übrigen Feldsalatpflänzchen gesteckt – ich muss es ja wenigstens mal ausprobieren. – Leider tummeln sich zur Zeit enorm viele Blattläuse auf meinem Balkon, aber zu diesem Thema und biologischen Gegenmaßnahmen in einem späteren Beitrag…

Ich wünsche ein nicht zu kaltes und regnerisches Wochenende!