Von Blüten und Früchten…

ErsteZucchini

Die erste Zucchini und die erste Monatserdbeere aus dem Hochbeet.

Zucchini und Radieschen

Und das erste Radieschen ‚Helios‘.

Sonnenblume

Riesenhaft reckt sich die Sonnenblume in den blauen Sommerhimmel.

Spargelerbse_Blüten

Rot blühende Spargelerbsen am Rankgitter.

Tomateblüht

Erste Tomatenblüte – sie ziert sich noch etwas.

Blumenwiese

Blumenbeet zum Schutz der Artenvielfalt. – Unser Garten wird langsam bunt!

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Was wächst auf dem Nordwestbalkon? – Teil 1: Gemüse.

Bevor die erneute Anzuchthysterie wieder beginnt möchte ich noch einen Blick zurück werfen auf meine ersten Gehversuche als Balkongärtnerin in den letzten zwei Sommern auf meinem Nord(west)balkon. Tendentiell ist es eher ein Nordbalkon mit einer leichten Westneigung, der nur am Nachmittag ein bisschen direkte Sonne bekommt. Die Ausgangsbedingungen waren daher nicht die besten – und meine gärtnerischen Versuche waren durch euphorische, fleißige Phasen ebenso wie durch zeitweise Resignation und Faulheit geprägt, so dass ich nicht sagen kann, ob meine bisherigen Erfolge bereits repräsentativ sind, wenn sich die Frage stellt, was eigentlich auf einem Nord(west)balkon angepflanzt werden kann. Aber immerhin habe ich einiges zum Wachsen bekommen – und da lohnt schon eine erste Bestandaufnahme!

Heute zunächst eine Bestandaufnahme zum ‚Gemüse auf dem Nord(west)balkon‘. Es folgen Artikel zu Obst, Blumen und Kräutern. Es handelt sich bei der Aufstellung nur um Pflanzen, die ich auch wirklich auf dem Balkon ausgesiedelt habe – meine Chilis beispielsweise kommen nicht vor, da sie bei mir vorrangig Indoorpflanzen waren.

Gemüse auf dem Nord(west)balkon

Fruchtgemüse

Anbauversuche: Spargelerbse; Gurke „Miniature White“; Tomaten „Cerise gelb“ und  „Johannisbeertomate“; kleine Balkontomate (Name Unbekannt)

2013 habe ich mich auf die Suche nach Gemüse gemacht, das sich auf einem schattigeren Balkon kultivieren lässt. Damals bin ich auf Deaflora gestoßen und in ihrem Online-Shop auf die Spragelerbse. Ausschlaggebend war wohl, dass die Spargelerbse mir recht außegewöhnlich vorkam, was den Reiz für mich erhöht hat es mal zu versuchen – zudem wurde sie als nicht so hoch wachend (60 cm) beschrieben und verträgt auch Halbschatten. Und was soll ich sagen: Es war ein erster Erfolg. Ich habe sie im März/April auf der Fensterbank vorgezogen und nach den Eisheiligen zu zweit in einen großen Topf auf dem Balkon gesetzt. Dort habe ich sie an einem selbstgebastelten Bambusgitter hochranken lassen – ab und an muss man sie aber anbinden, da sie nicht eigenständig ‚klettern‘. Im Juni haben sie dann wundervoll dunkelrot geblüht  und schließlich munter Früchte angesetzt. Ich war schon vollends begeistert über meine ersten, noch eher übersichtlichen Ernten, als der Glücksfaden scheinbar riss: Im Fortgang des Sommers setzten die Pflanzen leider Rost an und darbten dahin. Schade – aber ich kann empfehlen es einmal zu versuchen! Sicherlich werde ich das auch nochmal tun und vielleicht auch herausfinden, woran es lag, dass sie auf einmal krank geworden sind. In der Pfanne kurz angebraten waren die Spargelerbsen wirklich eine nette Bereicherung auf meinem Speiseplan.

SpargelerbsenblüteI

Spargelerbsenblüte .

Ernte_Spargelerbsen

Spargelerbsenernte.

Die Gurke ‚Miniature White‘, die ich nun bereits zwei Sommer angebaut habe, war ein Experiment, ob Gurken – die eigentlich viel Sonne gebrauchen können – bei mir auch wachsen. Die Sorte ist durch ihrer Wuchshöhe und ihre kleinen Früchte besonders gut für den Balkonanbau geeignet. Allerdings habe ich 2013 – wenn ich mich recht erinnere – drei Anläufe gebraucht, bis ich eine Pflanze groß ziehen konnte. Ich habe das damals auf meine Trauerfliegenplage im Wohnzimmer geschoben. Ich hatte aber auch in jedem Anlauf nur wenige Samen ausgesät. Die dritte Aussat vollzog sich dann direkt auf dem Balkon im Frühsommer – und leider hatte die Gurke dann, obwohl sie gut wuchs, nicht mehr genug Zeit und schaffte es nur zu wenigen reifen Früchten. Außerdem hatte sie bald mit Mehltau zu kämpfen. Im letzten Jahr habe ich die Gurke dann wieder recht spät ausgesät (muss ich zu meiner Schande gestehen) – und hatte wieder mit Mehltau zu kämpfen. Ich glaube das Projekt ‚Gurken‘ nehme ich lieber an einem anderen Ort zu einer anderen Zeit wieder auf.

Gurke

Die Gurke steht in Blüte.

Erste Gurkenernte

Erntereife Gurke an der Pflanze.

Und schließlich habe ich mich, nachdem ich in der Samenrotation 2013 Tomatensamen erhalten (Cerise gelb und Johannisbeertomate) doch mal an diese Nachtschattengewächse rangetraut. Ich hatte zuvor gelesen, dass Tomaten sehr viel Sonne brauchen. Aber im Nachhinein bin ich glücklich, es trotzdem versucht zu haben – denn es hat wirklich ganz passable Ergebnisse gebracht! – Vieleicht mag die Ernte auf einem West- oder Südbalkon größer ausfallen, aber ich habe von beiden Sorten eine ganze Reihe von Früchten geerntet. Außerdem habe ich in einer Gärtnerei noch eine kleine Balkontomate gekauft, die bereits Früchte angesetzt hatte – auch diese sind zuverlässig abgereift und die Pflanze hat es sogar zu einer zweiten ‚Generation‘ von Tomaten im Spätsommer gebracht. Wer sich an den Tomatenanbau in schattigeren Lagen zum erstenmal ranwagt, dem würde ich allerdings empfehlen erstmal auf Wildsorten oder robustere Sorten mit kleinen Früchten zu setzen –  dann hat man bessere Chancen, dass es ein Erfolg wird.

Tomate_Johannisbeer

Wuchernde Johannisbeertomate in der Hängeampel.

CeriseGelb

Gelbe Cerise bekommt Früchte.

MiniJohannisbeertomaten

Niedliche Johannisbeertomatenernte.

Wurzelgemüse

Anbauversuche: Radieschen; Mairübchen ‚Di Milano‘; Rettich ‚Hilds Neckarruhm‘

Mit Wurzelgemüse hat es auf meinem Nordwestbalkon bisher noch nicht wirklich funktioniert. 2013 ist meine erste Radieschenaussaat einem Unwetter zum Opfer gefallen, da ich die Blumentöpfe an meinem Balkon nach außen gehängt hatte. Danach ist die eine Hälfte meiner Radieschen vergeilt und hat keine Knollen gebildet. Ein paar sind was geworden – aber so richtig gut war die Ausbeute  nicht. Im letzten Jahr habe ich es erneut versucht, aber mit noch geringerem Erfolg. Woran das wohl liegt? Das Projekt ‚Radieschen im Frühjahr‘ liegt daher vorläufig auf Eis. Was allerdings empfehlenswert ist: Wenn es mit der Knollenbildung nicht klappt, einfach die Radieschen mal blühen lassen, das ist unerwartet dekorativ und man kann im Herbst neues Saatgut ernten.

Im letzten Jahr habe ich es dann auch mal mit Mairübchen (Sorte: ‚Di Milano‘) versucht – aber auch ohne Erfolg. Ich bekam zudem noch Rettich (Sorte: Hilds Neckarruhm in rot) geschenkt und schob die Samen in die Erde. Es entwickelten sich irgendwann sogar Blätter – aber keine Knolle – der Stiel war vergeilt. Ich frage mich also, ob es an den Lichtverhältnissen liegt und Wurzelgemüse da so anspruchsvoll ist, oder ob es an mir liegt. Hinweise sind mir willkommen!

Blattgemüse

Anbauversuche: Erdbeerspinat; Mangold; Guter Heinrich; Gartenmelde; Neuseeländerspinat; Pak Choi

Der Erdbeerspinat und Mangold ‚Bright Lights‘ wuchsen 2013 auf meinem Balkon, das heißt: sie wären gerne gewachsen, denn sie wurden ständig zerfressen. Ich habe das kaum in den Griff bekommen. Aber beide haben sich nicht einschüchtern lassen und sind immer weitergewachsen – und immer weiter zerfressen worden. Der Erdbeerspinat hat später sogar geblüht und Früchte angesetzt. Außer diesen eher wässrig schmeckenden, aber dekorativen Früchten habe ich die Pflanzen aber nicht als Gemüse nutzen können. Im Herbst hatte es dann allerdings der Mangold doch noch so weit geschafft, dass ich ab und an ein paar Blätter in mein Essen schnibbeln konnte. Der Anbau beider Pflanzen ist also theoretisch möglich, wenn man nicht von kleinen Plagegeistern (Minierfliegen?) heimgesucht wird oder ein wirksames Mittel gegen diese findet (aber bitte biologisch!).

Erdbeerspinat

Früchte am noch recht fotogen wirkenden Erdbeerspinat.

Mangold

Mangold im Herbst.-

Keine guten Erfahrungen habe ich mit dem Guten Heinrich, der Gartenmelde, dem Neuseeländerspinat und dem Mini-Pak Choi gemacht – alles habe ich über ein Kindheitsstadium nicht hinausgebracht oder es ist garnicht erst gekeimt. Das liest sich traurig, wenn ich das hier so aufliste, aber so war es nun einmal. Bei einigem kann es aber auch daran gelegen haben, dass ich mich nicht genug gekümmert habe, nachdem ich die Samen in die Blumentöpfe gesteckt hatte.

Blattsalate

Anbauversuche: Blutampfer; Amish Deer Tongue; Feldsalat; Hirschhornwegerich; Kubaspinat/Portulak; und weitere als ‚Schnittsalat‘ oder ‚Plücksalat‘ gekennzeichnete Sorten

Was Blattsalate angeht, ist mein Fazit ebenfalls gemischt: Robuste, heimische Pflanzen wachsen sehr gut, wie der Blutampfer oder der Hirschhornwegerich. Und sie bilden eine schöne Abwechslung im Salat. Auch der Kubaspinat ist der wahre Renner für mich: er wächst und wächst – und blüht – und füllt leere Stellen in Töpfen ruck-zuck auf. Und gesund soll er auch noch sein. Herkömmliche Pflück- und Schnittsalatsorten aus dem Baumarktregal o.ä. wachsen bei mir auch, wirken aber von Farbe und Blattstärke immer etwas schwach auf der Brust. Ebenso erging es mir mit dem Amish Deer Tongue. Diese Salate wachsen generell recht langsam und wenn ich sie zu lange stehen lasse, weil ich will, dass sie sich noch weiter entwickeln, dann schießen sie im Sommer und gehen irgendwann zur Blüte über. Ich halte mich daher lieber an alternatives Blattgemüse und teste weiter aus, was gut funktioniert. Am Portulak ‚Gruner‚ bin ich übrigens im letzten Jahr gescheitert – dort wo ich (mehrfach) gesät habe, hat sich einfach nichts getan.

Blutampfer

Blutampfer im Wachstum…

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Feldsalat im Wachstum.

BalkonkastenI

Pflücksalat, Schnittsellerie und Blutampfer.

Kubaspinat

Kubaspinat in Blüte.

Snack

Brötchen mit selbst geerntetem Gemüse 2013.

Blutampfer und Kubaspinat haben sich bei mir übrigens einfach wieder selbst ausgesät – sie sind dabei ganz nette Lückenfüller und begrünen gerade sogar meine winterlichen, sonst leeren Töpfe.

Alles in allem bin ich also eine bedingt erfolgreiche Gemüsegärtnerin, die es aber liebt, weiter zu experimentieren, um herauszufinden, was man aus einem Nord(west)balkon vielleicht noch alles rausholen kann – und jede einzelne Tomate oder jedes Salatblatt belohnt mich für das stetige Giessen, Säen und Pflanzen.

Und um ehrlich zu sein – das Gärtnern hat mich auch in diesem Jahr schon wieder gepackt: meine ersten Chilisamen quellen hinter mir schon in Heizungsnähe in einer Salpeter-Wasser-Lösung, um morgen ausgesät zu werden. Aber dazu dann ein anderes Mal…

Der Niedergang.

Kaum ist es gekeimt und gewachsen, gibt es schon Probleme bei meinen (Klein-)kindern – auf der Südfensterbank ebenso wie auf dem Balkon.

Blattlausinvasion auf dem Nordwestbalkon.

Auf meinem Balkon ist ein Heer an Blattläusen angerückt. Eigentlich gibt es kein Kraut und keinen Keimling mehr, der davon verschont wird. Ich war richtig schockiert, als die Plage immer mehr um sich griff und ich feststellen musste, dass die grünen Tierchen in diesem Jahr vor nichts mehr halt machen: Selbst Radieschenkeimlingsblättchen und mein gesamtes Kräutersortiment sind von oben bis unten mit Blattläusen besiedelt worden. Hier zeigt sich wohl nun, dass der Winter gefehlt hat.

Blattläuse auf dem Salbei

Blattläuse auf dem Salbei.

Blattläuse_auf der Minze

Blattläuse auf der Minze.

Um die Plage in den Griff zu bekommen, habe ich mir im Netz Brennesselpulver als Stärkungsmittel bestellt – kann man natürlich auch selbst sammeln und ist eigentlich auch sinnvoller, aber ich komme einfach zurzeit nicht dazu. Nun koche ich meinen Balkonpflanzen einmal wöchentlich einen Brennesseltee (6 Gramm Brennesselpulver auf 2 Liter kochendes Wasser – 15 Minuten ziehen lassen – dann abkühlen lassen und als Gießmittel nutzen). Das soll die Abwehrkräfte der Pflanzen stärken, denn starke Pflanzen am richtigen Standort sind weniger schädlingsanfällig. Am Standort kann man auf dem Balkon natürlich leider nichts ändern – also hoffe ich, dass ich es so in den Griff bekomme. Um den kleinen Tierchen auch direkt zu Leibe zu rücken habe ich mir zudem Neemöl bestellt. Neemöl hilft gegen eine Vielzahl von saugenden und knabbernden Schädlingen. Es ist für die biologische Landwirtschaft freigegeben und ein unbedenkliches Naturprodukt – sagen zumindest viele Quellen im Netz. Praktisch ist auch, dass die Pflanzen das Neemöl verstoffwechseln und so ungenießbar werden z. B. für die Blattläuse. Ich habe das Gefühl, dass eine erste, sparsame Spritzung letzte Woche auf meine Pflanzen schon etwas geholfen hat. Einige Pflanzen sind seitdem weit weniger befallen. Aber natürlich muss man in diesen Tage alle Pflanzen auf dem Balkon konsequent damit besprühen. Ich habe anfangs den Fehler gemacht, einige Pflanzen auszulassen und die Blattläuse sind dann einfach gewandert. Heute habe ich nochmal gesprüht und hoffe, dass sie Kolonien bald endlich verschwinden.

Unerklärliches Dahinsiechen auf der Fensterbank

Sehr frustrierend, aufzulisten, was auf der Fensterbank nun schon das Zeitliche gesegnet hat, dieses Jahr schein ich irgendwie keinen grünen Daumen zu haben: Erst sind die Erdbeerkeimlinge eingegangen. Ich habe 1-2 kleine weiße Tierchen entdeckt und auf Milben getippt. Daher habe ich kurzer Hand auch zum Neemöl gegriffen. Leider hat das nicht geholfen – die Erdbeerwinzlinge sind weiter eingegangen und die Tomaten haben das Öl nicht vertragen und haben Blattflecken bekommen. Ob das nun aber der Grund ist, warum die Tomaten die Keimblätter abwerfen und auch andere Blätter ganz schlapp und fleckig werden, das weiß ich nicht. Vielleicht standen sie am Südfenster zu arg in der Sonne? Ich habe sie nun weiter weg gestellt, sie sehen aber traurig aus und ich weis nicht, ob sie es schaffen. Das erinnert mich ans letzte Jahr, als ich an den Tomaten auch schon im Anfangsstadium gescheitert bin. Frustrierend – dabei habe ich doch nun angeblich so robuste Wildtomatensorten. Was mach ich falsch? Zu nasses Kokossubstrat? Zuviel Hitze? Und um alles perfekt zu machen geben nun auch meine Basilikumkeimlinge auf – nachdem sie so wundervoll und kräftig gewachsen waren. Ich glaube ich lasse es dieses Jahr mal gut sein mit dem selbst aussäen am Südfenster – ich habe die Nase voll, besonders, da ich gerade arbeitstechnisch sehr überlastet bin und nicht auch noch auf der Fensterbank all das Leid ansehen möchte. Außerdem habe ich beschlossen mich im Mai einige Wochen ins Ausland abzusetzen, so dass es vielleicht ratsam ist, die Pflanzenanzucht etwas zurückzuschrauben, damit ich keinen Gärtner für diese Zeit engagieren muss.

Allein die Chili- und Paprikapflanzen und einige ausgesäte, schwarzäugige Susannen machen mit im Wohnzimmer Freude. Sie wachsen und gedeihen – unerschrocken und kräftig. Ich freue mich also zumindest auf scharfe Früchtchen und gelbe Blüten auf meinem Balkon.

Im nächsten Bericht dann wieder Erfreulicheres. Tipps und Tricks, wie man seine Pflanzen gesund hält, sind natürlich willkommen!

Ich wünsche schon mal ein schönes Wochenende!

Stand der Dinge.

Heute gratuliert mir WordPress zum Einjährigen. Seit einem Jahr betreibe ich nun also diesen Balkongarten-Experiment-Blog. Es war eine spannende Zeit, ich habe viel gelernt und starte motiviert in die zweite Gartensaison. Leider fehlt mir gerade glatt die Zeit und Energie, das einjährige Bestehen des „Nordwestbalkons“ gebührend zu feiern – oder wenigstens einen besonders kreativen Beitrag über ein innovatives Thema zu schreiben. Nagut: dann einfach später – versprochen. Schließlich tut sich gerade vieles rund meine neue Pflanzenanzucht und meinen Balkon. Aber dazu später mehr – in jeweils eigenen Beiträgen. Einen Vorteil hat es, wenn ich momentan kaum zum Schreiben komme: später habe ich dann mehr Erfahrungen gesammelt und kann differenzierter schreiben. Also hier vorerst nur zum momentanen Wachstumsstand rund um meine selbstausgesäte Flora.

Mitte März auf der Fensterbank

Auf meiner Südfensterbank wächst in diesen sonnigen Tagen alles ganz wunderbar – die ersten Pflänzchen sind schon so groß, dass man langsam sieht, was es mal werden soll. Hier einige Impressionen:

Basilikum[Basilikum und Zitronenbasilikum – Aussaat: 18.02.]

Kinderstube_es wächst

[Ein Teil des Kindergartens auf der Fensterbank. Hier zu sehen: Johannisbeertomaten, Tomate „Cerise gelb“, Basilikum und weiße Habanero]

Schwarzäugige Susanne

[Schwarzäugige Susanne. Aussaat: 25.02.]

Heute sind die zwei kräftigsten der fünf Schwarzäugigen Susannen an ihren entgültigen Bestimmungsort gezogen. Vor 1-2 Wochen hatte ich sie gemeinsam in einen kleineren Topf gepflanzt, wo sie nun aber schon sehr zusammengekuschelt standen. Heute habe ich sie daher kurzer Hand in den Flechtkorb gesetzt, wo sie nun auch genug Platz zum Wachsen und Ranken haben. Den schönen Korb mit integrierten Stäben für Rankepflanzen habe ich von meiner Mutter erhalten, nachdem er in ihrem Keller jahrelang rumgelegen hatte. Viel zu schade dafür! Ich habe mich gleich verliebt und hoffe, dass sich diese Kombination in diesem Sommer dekorativ entwickelt.

Am letzten Wochenende habe ich eine neue Aussaatrunde in einem meiner Fensterbankgewächshäuser gestartet. Diesesmal habe ich wenige Samen von rotem Kohlrabi, Orangengewürztagetes und Neuseeländerspinat ausgesät. Neuseeländerspinat ist leider eine lichtliebende Pflanze und braucht einen sonnigen Standort, den ich auf Dauer nicht bieten kann. Aber da ich die Samen in der Samenrotation erhalten habe, versuche ich es eben doch mal. Mit Orangengewürztagetes, die übrigens auch sehr gut in Mischkultur gegen wurzelnknabernde Fadenwürmer wirkt, habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht und freue mich auf die duftenden, kleinen Blumen. An Kohlrabi versuche ich mich hingegen auch zum ersten Mal und hoffe, dass ich ihn großgezogen bekomme.

Balkonimpressionen

Und auch auf meinem Balkon wächst und gedeiht alles – so langsam. Einiges an Radieschen und Salat ist bereits gekeimt und die Kräuter treiben weiter aus.

Kubaspinat setzt zum Blühen an[Der Kubaspinat setzt zur Blüte an. – Aussaat aus dem letzten Herbst.]

Radies[Gekeimtes Radieschen „Saxa II“ im Balkontopf.]

Neben Salat und zwei Sorten Radieschen habe ich gestern noch einige Samen Gartenmelde „Voll rot“, Mairübchen die Milano, roten Rettich „Hilds Neckarruhm“, Portulak Gruner und Hirschhornwegerich in die Töpfe gesät.  Ich bin bin gespannt, ob die Saat aufgeht und ich bald frisches, junges Gemüse ernten kann. Besonders gespannt bin ich auf Portulak und Hirschhornwegerich als kreative Salatbeigabe. Und auch die Mairübchen sind mein erster Versuch – letztes Jahr habe ich schließlich nur wenige, kleine Radieschen ernten können. Die Rettichsaat habe ich geschenkt bekommen und mal vier Samen in einen tiefen Topf zwischen die noch übrigen Feldsalatpflänzchen gesteckt – ich muss es ja wenigstens mal ausprobieren. – Leider tummeln sich zur Zeit enorm viele Blattläuse auf meinem Balkon, aber zu diesem Thema und biologischen Gegenmaßnahmen in einem späteren Beitrag…

Ich wünsche ein nicht zu kaltes und regnerisches Wochenende!

Gartenjahr No. 1: Obst und Gemüse auf dem Nord(west)balkon.

In Teil 2 meiner Reihe, in der ich zurückblicken möchte auf meine ersten Anzucht- und Kultivierungserfahrungen in meinem ersten Jahr als Balongärtnerin, geht es heute um Obst, Salat und Gemüse im weitesten Sinne auf meinem nur sehr begrenzt sonnigen Nordwestbalkon.

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[Ernte – Chili, Gurke und Ananaskirsche]

Im Frühjahr fanden zunächst Salat und Radieschen ihren Weg in meine Balkontöpfe. Als Samen habe ich Radieschen „Helios“ (gelbe Sorte) und Radies „Flamboyant 3“ erstanden. Die Ergebnisse waren noch relativ übersichtlich. Zwar sind alle Aussaaten gut gekeimt, aber von den „Helios“ konnte ich nur einen Teil ernten, der Rest ist geschossen, ohne ansehnliche Knollen wachsen zu lassen. Sie haben dann aber ganz nett geblüht und Samen angesetzt, die ich sammeln konnte, da die „Helios“ sortenfest sind. Die Radies sind hingegen etwas besser gewachsen, haben aber relativ lange gebraucht, um groß zu werden. Ob es an meiner Ungeduld oder ab Schatten lag? – Ich versuche es im nächsten Jahr bestimmt nochmal.

Radies[Radies aus dem Balkonkasten]

Sehr gut gewachsen ist im Frühjahr und jetzt im Herbst durch Selbstaussat der Kubaspinat. Er ist sehr unkompliziert und man kann ihn Salaten beimischen. Leider ist er relativ geschmacksneutral, wie ich finde. Auch meine regelmäßigen Salataussaaten („Australische Gele“, „Eichblattsalat“, „Amerikanischer Brauner“ und ein bunt gemischtes Saatband mit Pflücksalaten) sind relativ langsam und überschaubar gewachsen. So einiges konnte ich dann aber doch ernten, so dass ich es nächstes Jahr wieder versuchen werde. Vor einigen Wochen habe ich schließlich Feldsalat einen Versuch mit Feldsalat gemacht. Er steht noch recht klein in zwei Töpfen – aber ich werde ihn weiter beobachten, vielleicht braucht er einfach noch ein bisschen. Allein an der Aussaat von Gutem Heinrich im Herbst bin ich bisher gescheitert  – er ist bisher garnicht gekeimt.

Pflücksalat

[Blattsalat im Blumentopf]

Kommen wir nun zum Gemüse. Dieses Jahr habe ich Tomate „Vilma“, Mangold „Bright Lights“, Gurke „Miniature White“, Chili „Basket of Fire“, Spargelerbse und Erdbeerspinat ausgesät. Meine ersten Anläufe in der Tomatenzucht waren ernüchternd. Die Pflänzchen sind zunächst ganz gut gewachsen, später aber alle wieder eingegangen. Ich hatte in jener Zeit einen heftigen Trauermückenbefall in meiner Wohnung, den ich mit Nematoden & co. versucht habe zu bekämpfen. Ich glaube die Tomaten sind diesen zum Opfer gefallen – eine andere Erklärung habe ich bisher nicht gefunden. Da ich  nun neue, robuste Tomatensorten aus der Samenrotation habe, versuche ich es in ein paar Monaten aber nochmal aufs Neue.

Die Spargelerbsen sind sehr gut gewachsen und durften auf meinem Balkon an einem Bambusrankgitter hochwachsen. Nach einer schönen Blüte haben sie auch nach und nach immer mehr Früchte angesetzt. Dann kamm jedoch der Rost und eine längere Abwesenheit meinerseits – das war leider ihr Todesurteil. Schade, aber auch hier werde ich es nochmal versuchen. Spargelerbsen sind zwar klein und man braucht schon ein paar, um damit etwas kochen zu können, aber ich fand sie angebraten sehr lecker.

Ernte_Spargelerbsen

[Spargelerbsenernte]

Der Erdbeerspinat ist gut gewachsen und hat viele Früchte angesetzt. Leider wurde er enorm von Minierfliegen zerfressen, so dass ich von dem Blattgemüse kaum etwas hatte. Die Früchte waren aber ziemlich dekorativ. Ob er nochmal in meinem Topf kommt, nachdem er mir soviel Kummer bereitet hat, bezweifel ich im Moment aber noch.

Erdbeerspinat[Erdbeerspinat im Balkonkasten]

Der Mangold „Bright Lights“ ist als kleine Pflänzchen nach der Direktaussaat auf meinem Balkon ebenfalls ständig von Minirfliegen zerfressen worden. Ich hatte ihn schon abgeschrieben, doch dann hat er es doch noch geschafft. Die Minierfliegen haben irgendwann aufgegeben und er konnte noch zu ansehnlicher Größe heranwachsen, so dass ich ihn auch in der Küche verarbeiten konnte. Erstaunlich ist nur, dass die ersten Blätter noch rote und gelbe Stängel hatten (wie die Pflanzen auf der Verpackung), während die Stengel, die es schließlich geschafft haben, nurnoch weiß waren. Also nichts mit „Bright lights“ und Farbe im Topf, aber ich habe ihn auch so gerne gegessen.

Mangold

[Mangold „Bright Lights“]

Die Gurke „Miniature White“ hat es bei mir auch erst bei einer Direktaussaat im Juni auf dem Balkon geschafft. Zuvor war sie mir zweimal als kleine Pflanzen in meinem Wohnzimmer eingegangen (vielleicht auch hier die Trauermücken?). Auf meinem Balkon hat sie mir dann aber noch große Freude gemacht und einiges an Früchten produziert. Im Herbst hat sie allerdings Mehltau angesetzt – aber da die Gartensaison gerade zu Ende ging, war das weniger schlimm.

Erste Gurkenernte

[Gurke „Miniature White“]

Und schließlich waren da noch die Chilipflanzen. Aus meiner Aussaat gingen zwei robuste Pflanzen hervor, die gut gediehen und jede Menge Früchte ansetzten. Sie haben eigentlich die ganze Saison an meinem Südfenster in meinem Wohnzimmer gestanden und sind dort gut gediehen. Schließlich haben sie aber Spinnmilben bekommen und ich habe sie öfter im Regenwetter rausgestellt und auch mit einem biologischen Bekämpfungsmittel dagegen behandelt. Die stärker befallene Pflanze hat dann auch lange Zeit draußen gewohnt. So richtig losgeworden bin ich den Befall aber nicht, so dass die Pflanzen zurzeit nach und nach eingehen. Da sie mir bis zum heutigen Tag aber viele Früchte und viel Freude bereitet haben, empfinde ich das nicht so schlimm – sie sind eh als „einjährig“ deklariert und ich versuche es mit der Chilizucht im nächsten Jahr einfach nochmal.

Errötende Chilis

[Die ersten, reifenden Chilis 2013]

Als Süßes zum Naschen habe im Frühjahr Saattütchen von Ananskirsche „Aunt Molly“, Chichiquelite, Kaktusfeige (Indoorpflanze) und Heidelbeere erstanden. Ich war mir unsicher, was auf meinem Balkon wachsen würde und habe versucht nicht zu große Pflanzen als Saatgut zu erstehen, die auch Schatten vertragen. Ein absoluter Erfolg war die Kultivierung der Ananaskirsche. Ich habe sie etwas spät auf den Balkon ausgepflanzt, weil ich Angst hatte, das es ihr dort zu schattig ist. Indoor haben die Pflanzen aber ebenfalls Spinnmilben bekommen, draußen waren sie hingegen absolut robust und schädlingsfrei. Dort sind die Pflanzen dann auch enorm gewachsen und haben viele Früchte angesetzt. Nach und nach sind sie abgereift, ein großteil der Früchte wurde aber vom Wintereinbruch überrascht. Ich denke ich muss sie nächstes Jahr früher auspflanzen, wenn es das Wetter zulässt.

AnanaskirschenII

[Eine Ananaskirsche …]

Die Kaktusfeige war in der Anzucht etwas träge und widerspenstig, aber mitlerweile stehen an meinem Südfenster zwei kleine Kakteen und ich bin gespannt, ob sie weiterhin gedeihen. Früchte wird es wohl erst auf lange Sicht geben, da die Pflänzchen noch viel zu winzig sind. An der Aussaat von Heidelbeere und Chichiquelite bin ich vorerst gescheitert – beide wollten einfach nicht keimen. Vielleicht muss ich mich da nochmal stärker einlesen und schauen, woran es hängt.

Kaktusfeigenkeimlinge

[Kaktusfeigenkeimlinge – einige Wochen nach der Aussaat]

Fazit: ich habe viel anzüchten und wachsen lassen – erstaunlich viel, wenn ich bedenke, dass ich vorher so garkeinen grünen Daumen hatte. Was Pflege und Wissen um die Pflanzen angeht, habe ich aber sicherlich noch „Luft nach oben“, so dass ich in den nächsten Jahren vielleicht noch erfolgreicher Gärtnern werde. Das Bild dieses Jahr war ziemlich durchmischt, aber im großen und ganzen hat es mir großen Spaß gemacht.

Die Blüte des Helios.

So blüht es nun, das Radieschen „Helios“. Noch zaghaft – aber ich musste es trotzdem mal festhalten.

Radieschenblüte

Radieschenblüte2

[Man beachte die schwarzen Blattläuse auf Bild Nr. 1. Unfassbar, dass die sich auf das Foto gestohlen haben!]

Heute ist er endlich da, der langersehnte Sommer, aber so richtig! Ich bin extra früh aufgestanden, um die Woche schnell in den Griff zu kriegen, ehe die Hitze mich träge macht. Den Nachmittag hab ich mich dann am heimischen Schreibtisch ziemlich abgekämpft – einigermaßen erfolgreich, aber bei 5 Grad weniger wäre ich sicherlich produktiver…

Ich wünsche einen schönen Sommeranfang – auf das er uns lange erhalten bleibe!

Zwischenfazit: Radieschen und Salat auf dem Nordbalkon.

Als der Frühling sich im April endlich zu uns traute – man erinnert sich momentan ja nurnoch schwach an diese warmen Tage – habe ich angefangen Radieschen und Pflücksalat auf meinem Nordwestbalkon auszusäen. Nun ein kleines Zwischenfazit nach knapp zwei Monaten.

Meine Radieschensorte „Radies“ habe ich am 02.04. erstmals ausgesät und Mitte April folgte die Sorte „Helios“. Leider sind beide Aussaaten Ende April in ein schlimmes Unwetter (Hagel) geraten, nachdem ich die Balkonkästen nach außen gehängt hatte. Das hat viele meiner Radieschen schlichtweg „zerfetzt“, so dass ich am 28. 04. noch einmal neue Radieschen ausgesät habe.

In meiner Frühlingseuphorie Anfang April habe ich 1,5 Blumenkästen voll Radieschen gesät. Abschließend muss ich jedoch festhalten, dass sie bei dem wechselhaften Wetter und meinem schattigen Balkon zwar wachsen – aber sie brauchen einfach viel Zeit. Diese Woche habe ich die verbliebenen Radieschen von Anfang April geerntet. Sie waren teilweise noch recht klein, aber ich wollte den Platz nun für andere Keimlinge nutzen. Hier meine Ernte von Vorgestern:

Radies

(Radies – Aussaat 02.04.; Ernte 21.05.)

Nun stehen noch zwei halbe Kästen voll Radieschen, die ich am 28.04. ausgesät habe. Diese brauchen noch eine ganze Weile – kein Wunder, hat die Sonne sich in den letzten Wochen doch strikt verweigert. Sie bekommen gerade dickere Stiele, auffällig ist jedoch, dass sie dabei „platzen“. Ich schätze das ist kein normaler Wachstumsvorgang? Sie wachsen aber trotzdem weiter, sehen am Ende aber nicht so unversehrt aus, wie es die Packung verspricht. Ich gebe ihnen noch ein paar Wochen, um zu sehen, wo das hinführt. Und ich esse auch gerne krumm und schief gewachsene Radieschen, wenn sie vom eigenen Balkon kommen. Hier ein Beispiel aus dem „Helios“-Beet…

Radieschen_HeliosRadieschen „Helios“

Mein Pflücksalat von Anfang April ist im Blumenkasten leider auch dem Unwetter zum Opfer gefallen und danach nur kümmerlich gewachsen. Ich habe aus einer Experimentierlaune heraus zusätzlich Pflücksalat in einem kleinen Blumentopf ausgesät. Er stand unterm Dach, aber auf einem Tisch, damit er noch ein bisschen Sonne am Nachmittag bekommt. Und siehe da – heute abend gibt es belegte Brote mir Pflücksalat, für einen kleinen Snack reicht es nun:

PflücksalatPflücksalat – Aussaat 15.04.

Ich habe gelesen, dass man Pflücksalat im „cut and come again“-Verfahren immer wieder ernten kann. Man darf nur die äußeren, großen Blätter abschneiden, dann wächst er aus der Mitte wieder nach. Ich bin gespannt, ob das funktioniert.

Insgesamt bin ich aber recht stolz, dass man Balkon zunehmend grüner wird. Trotz anhaltend schlechtem Wetter, der schattingen Lage des Balkons und mir, als absolut Anfängerin im Gärtnern, wächst das meiste, was ich aussäe. Der Blick heute nachmittag aus meinem „Lehnstuhl“…

grüner BalkonEben haben es nochmal ein paar Sonnenstrahlen auf den Balkon geschafft. Das lässt hoffen – wenn der Sommer doch nur endlich mal die Oberhand gewinnen würde…

Ich wünsche ein schönes Wochenende,

Staphylea