Die Ruhe nach dem Sturm.

Na warte. So einfach lasse ich mich vom Wettergott und fallenden Hagelkörnern nicht kleinkriegen. Heute hieß es dann: In den Blumenkästen das Bild der Zerstörung genauer sichten und aufräumen. Und vor allem: Neu aussäen. Ich habe an Radieschen und Salat alles entfernt, was erschlagen und mit abgebrochenen Blättern am Boden lag. Blutampfer und Kubaspinat musste ich teilweise nur von der aufgewirbelten Erde befreien – diese Pflanzen sollten es schaffen. Und zwischen die wenigen übriggebliebenen Radieschen- und Salatpflanzen, denen ich interessehalber noch eine Chance gebe, habe ich einfach neu ausgesät – in der Hoffnung, dass sich die Lücken bald wieder füllen.

Hier die wenigen Radieschen, die in einem Kasten noch stehen:

Stärkste Radies

Wie man sieht sind auch hier Blätter amgeknickt und zerfetzt worden. Nur die wenigsten Radieschen haben keinerlei Schäden davon getragen. Wirklich eine Schande!

In Zukunft werde ich die Balkonkästen von innen am Geländer hängen lassen. Auch wenn sie ein bisschen mehr Sonne und Licht bekämen, wenn ich sie nach außen hängen könnte. Schade – so kann ich den Platz auf meinem Balkon weniger ausnutzen.

Die kalten Temperaturen lassen mich nun auch daran zweifeln, ob meine letzte Woche ausgesetzten Nematoden noch arbeiten. Unter 12 Grad wird es kritisch. In meiner Wohnung habe ich hier und da immernoch Trauerfliegen – aber die Nützlinge greifen eben auch nur die aktiven Larven an – und keine verpuppten. Also muss man dem Ganzen wohl noch etwas Zeit geben.

Ich habe beschlossen nun anders zu gießen, da Trauerfliegen gerade feuchte Erdoberflächen lieben für ihre Eiablage. Man sollte also lieber Pflanzen von unten gießen (Wasser in den Untersetzer geben und aufsaugen lassen?) oder eine automatische Geißkanne in den Töpfen anbringen, wie ich sie bei manchen Pflanzen von Blumat einsetze (günstig erstanden bei Ebay), damit die Pflanzenerde nur im innern feucht gehalten wird. Mal sehen, ob das hilft – momentan schwanke ich noch, da die Nematoden ebenso feuchte Erde brauchen – aber ich werde mein Gießverhalten trotzdem jetzt mal allmählich zurückschrauben.

Ich wünsche ein schönes April-Wochenende. Nun wissen wir also, dass es noch Frühling ist!

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Pflanzenanzuchtequipment.

Seit Januar versuche ich mich nun erstmal an der Anzucht von Pflanzen (Kräutern, Blumen und Gemüse) aus Samen. Daher ein kleines Zwischenfazit, auch wenn ich noch keine erfolgreich großgezogenen Pflanzen vorzuweisen habe – was hoffentlich vorrangig auf den Lichtmangel in diesem Frühjahr zurückzuführen ist.

Angefangen habe ich mit konventionellem Saatgut aus spontanen Einkäufen, Aussaaterde, Torftöpfchen bzw. Kokos-Quelltabletten und zwei geliehenen Zimmergewächshäusern für die Fensterbank. Da ich es garnicht erwarten konnte, Kräuter zu züchten, habe ich Anfang Januar  erstmals ausgesät. Und wie natürlich absehbar war, haben die Kräuter sich aufgrund von Lichtmangel sehr schlecht entwickelt. Daraus habe ich gelernt, dass man die Aussaat-Hinweise auf den Samenpackungen doch besser ernstnehmen oder sich eine Pflanzlampe (und je nach Pflanze ein Wärmekissen) kaufen sollte. Ich hingegen habe einfach beschlossen, es zu einem späteren Zeitpunkt nochmal zu versuchen und habe jene Pflänzchen, die doch irgendwie überlebt haben, einfach mal wachsen lassen.

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Der Majoran von Anfang Januar sieht auch nichtmal so übel aus. Nur kriecht er mit seinem Haupttrieb mehr über den Boden, als das er in die Höhe wächst. Aber er setzt fleißig neue Triebe an und ich habe die beiden Pflanzen heute mal gemeinsam in einen größeren Topf gesetzt und gebe ihnen weiterhin eine Chance. Die Pflanztöpfchen waren auch gut durchwurzelt, was ja vielleicht hoffen lässt. Darüber hinaus hatte ich im Januar Pimpinelle, Zitronenbasilikum, Salbei und Ysop ausgesät. Außer Pimpinelle leben sie alle noch – sie entwickeln sich aber geradezu mikrig. Ich habe daher im März noch einmal neu ausgesät und spiele schon mit dem Gedanken die alten Pflänzchen lieber zu verwerfen…

Bei der zweiten Aussaatrunde, die ich seit März eröffnet habe (es kommt immer mal wieder was hinzu), habe ich neben Torftöpfchen, die ich noch hatte, und Kokosquelltabletten nun angefangen stärker Recycling zu betreiben. Eigentlich reicht es, wenn man sich Samen und Anzuchterde kauft – alles andere findet man in seinem Haushalt zu genüge. Als Pflanztöpfchen nutze ich halbe Klopapierrollen, aufgeschnittene Tetrapaks oder kleine Joghurtbecher. Und wenn man einen Gewächshauseffekt erzielen will, kann man einfach Kunstoffschalen mit durchsichtigen Hauben nutzen, die u.a. bei Gemüseverpackungen zu finden sind.

Meine bevorzugten Anzuchttöpfchen sind abgeschnittene Tetrapaks mit Löchern im Boden, da diese Pflanztöpfchen nicht so leicht austrocknen und Raum bieten, erstmal mehrere Keimlinge wachsen zu lassen, ehe man sie pikiert oder vereinzelt. Gerade als Wochenendpendlerin finde ich es wichtig, dass die Töpfchen ein bisschen Feuchtigkeit halten und ich nicht ständig gießen muss. Außerdem hatte ich mit den halbierten Klopapierrollen auch vermehrt ein Schimmelproblem – bei den Kunststoffverpackungen jedoch kaum.

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Nun zu meinen bisherigen Erfahrungen mit verschiedenen Pflanzen: Ich habe das Gefühl, dass Majoran recht zäh ist und sich schon entwickelt, wenn man ihm Zeit gibt. Schwieriger finde ich es mit Ysop, Salbei, Basilikum und Pimpinelle – sie sind bei mir tendentiell in die Höhe geschossen und haben sich dann nicht mehr zu kräftigen Pflanzen entwickeln können. Ich habe im März dann Schnittknoblauch ausgesät – der lässt sich aber Zeit, keimt relativ schlecht und seit Wochen sehe ich pro Topf nur einen einzelnen Halm, der es nicht aus der Samenschale schafft. Zinnien und Fleißige Lieschen sind auch nur wenig gekeimt und sie wachsen im Schneckentempo. Chili und Tomate entwickeln sich in meinen Augen erfreulich gut und ich halte sie immer schön warm und sonnig. Mein Blutampfer – ebenfalls von Anfang März – hat sich zunächst ebenso prächtig entwickelt, dann hatte ich ihn wohl einen sehr sonnigen Tag zuviel am Südfenster stehen und er hat seitdem Schäden an seinen ersten Blättern genommen. Ein neues Saatkistchen steht jetzt schattiger.

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Also: ich muss wohl nochmal üben! Aber da der Frühling dieses Jahr so lange auf sich warten lässt,  bleibe ich einfach dran. Ich säe alles nochmal aus, was misslungen ist oder nur schlecht wächst – und achte dann mehr auf die richtige Zeit, das richtige Wetter und den richtigen Standort!

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Auf meiner Fensterbank tummeln sich daher diverse Exemplare von kleinen bis größeren Pflänzchen und Aussatkistchen – und die Zeit wird zeigen, welche es in meine Blumentöpfe schaffen.

Winterwonderland – und Frühlingsvorbereitungen.

Winterwonderland. So sieht es zumindest beim Blick aus dem Fenster aus. Jetzt, um 18:40, schon ein enorm dusterer Anblick. Schade – das hätte so schön werden können, mit dem Frühling. Kaum habe ich vor einer Woche den ersten Balkonkasten an meinem Balkongeländer angebracht, ist er nun schon schneebedeckt. Ob ich den Kubaspinat besser noch nicht hätte aussäen sollen? – Aber ich konnte einfach nicht mehr abwarten. Wir werden sehen, ob sich da noch was tut, wenn der Schnee hoffentlich schnell wieder verschwunden ist.

Wenigstens gibt es auf der Fensterbank ein paar „Neuankömmlinge“. Mein Blutampfer hat es nach einer Woche nun auch geschafft:

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Herzlich willkommen auf meiner Fensterbank! – Stehen vorerst nurnoch der Schnittknoblauch und die Chili aus (die sich noch nicht blicken lassen wollen).

Als Aussaattöpfchen teste ich übrigens gerade Torftöpfchen aus einem Onlineshop (Schande über mich! Das passiert mir nich nochmal. Schließlich will ich den Abbau der Moorgebiete nicht noch unterstützen!), Kokosquelltöpfchen  und Anzuchterde in halbierten Klopapierrollen. Mal sehen, was sich bei mir durchsetzt. Das Ganze befindet sich ein einem kleinen Fenstergewächshaus an meinem Südfenster, da ich sonst nur ein Nord(west)-Fenster habe. Leider muss ich sehr aufpassen, dass es nicht zu schimmeln anfängt – dabei bemühe ich mich schon das richtige Gleichgewicht zu finden zwischen Sonne, Belüftung und Giessverhalten. Vielleicht hat da jemand einen Tip?  – Kann es sein, dass Kokosquellerde Schimmel verhütet? – Die Kokoserden machen mir nämlich garkeine Probleme.

Auf meinem Oregano in der Küche habe ich heute tatsächlich einige Blattläuse entdeckt. Ich hätte nicht gedacht, dass ich so schnell Schädlinge in der Wohnung habe, da mir das bisher noch nie mit Küchenkräutern passiert ist – vielleicht flüchten die vor dem Winter in meine Wohnung? Ich muss das wohl mal im Auge behalten. Heute habe ich mich darauf beschränkt die sichtbaren Läuschen von Hand zu entfernen, damit sie sich in meiner Wohnung nicht unbegrenzt vermehren.

Soviel aus meinem Wohnzimmer. Ich hoffe das ist der letzte „Rückschlag“ für dieses Jahr und nächste Woche gehts dann endlich wieder aufwärts für die ersehnte Balkonsaison!