Der Niedergang.

Kaum ist es gekeimt und gewachsen, gibt es schon Probleme bei meinen (Klein-)kindern – auf der Südfensterbank ebenso wie auf dem Balkon.

Blattlausinvasion auf dem Nordwestbalkon.

Auf meinem Balkon ist ein Heer an Blattläusen angerückt. Eigentlich gibt es kein Kraut und keinen Keimling mehr, der davon verschont wird. Ich war richtig schockiert, als die Plage immer mehr um sich griff und ich feststellen musste, dass die grünen Tierchen in diesem Jahr vor nichts mehr halt machen: Selbst Radieschenkeimlingsblättchen und mein gesamtes Kräutersortiment sind von oben bis unten mit Blattläusen besiedelt worden. Hier zeigt sich wohl nun, dass der Winter gefehlt hat.

Blattläuse auf dem Salbei

Blattläuse auf dem Salbei.

Blattläuse_auf der Minze

Blattläuse auf der Minze.

Um die Plage in den Griff zu bekommen, habe ich mir im Netz Brennesselpulver als Stärkungsmittel bestellt – kann man natürlich auch selbst sammeln und ist eigentlich auch sinnvoller, aber ich komme einfach zurzeit nicht dazu. Nun koche ich meinen Balkonpflanzen einmal wöchentlich einen Brennesseltee (6 Gramm Brennesselpulver auf 2 Liter kochendes Wasser – 15 Minuten ziehen lassen – dann abkühlen lassen und als Gießmittel nutzen). Das soll die Abwehrkräfte der Pflanzen stärken, denn starke Pflanzen am richtigen Standort sind weniger schädlingsanfällig. Am Standort kann man auf dem Balkon natürlich leider nichts ändern – also hoffe ich, dass ich es so in den Griff bekomme. Um den kleinen Tierchen auch direkt zu Leibe zu rücken habe ich mir zudem Neemöl bestellt. Neemöl hilft gegen eine Vielzahl von saugenden und knabbernden Schädlingen. Es ist für die biologische Landwirtschaft freigegeben und ein unbedenkliches Naturprodukt – sagen zumindest viele Quellen im Netz. Praktisch ist auch, dass die Pflanzen das Neemöl verstoffwechseln und so ungenießbar werden z. B. für die Blattläuse. Ich habe das Gefühl, dass eine erste, sparsame Spritzung letzte Woche auf meine Pflanzen schon etwas geholfen hat. Einige Pflanzen sind seitdem weit weniger befallen. Aber natürlich muss man in diesen Tage alle Pflanzen auf dem Balkon konsequent damit besprühen. Ich habe anfangs den Fehler gemacht, einige Pflanzen auszulassen und die Blattläuse sind dann einfach gewandert. Heute habe ich nochmal gesprüht und hoffe, dass sie Kolonien bald endlich verschwinden.

Unerklärliches Dahinsiechen auf der Fensterbank

Sehr frustrierend, aufzulisten, was auf der Fensterbank nun schon das Zeitliche gesegnet hat, dieses Jahr schein ich irgendwie keinen grünen Daumen zu haben: Erst sind die Erdbeerkeimlinge eingegangen. Ich habe 1-2 kleine weiße Tierchen entdeckt und auf Milben getippt. Daher habe ich kurzer Hand auch zum Neemöl gegriffen. Leider hat das nicht geholfen – die Erdbeerwinzlinge sind weiter eingegangen und die Tomaten haben das Öl nicht vertragen und haben Blattflecken bekommen. Ob das nun aber der Grund ist, warum die Tomaten die Keimblätter abwerfen und auch andere Blätter ganz schlapp und fleckig werden, das weiß ich nicht. Vielleicht standen sie am Südfenster zu arg in der Sonne? Ich habe sie nun weiter weg gestellt, sie sehen aber traurig aus und ich weis nicht, ob sie es schaffen. Das erinnert mich ans letzte Jahr, als ich an den Tomaten auch schon im Anfangsstadium gescheitert bin. Frustrierend – dabei habe ich doch nun angeblich so robuste Wildtomatensorten. Was mach ich falsch? Zu nasses Kokossubstrat? Zuviel Hitze? Und um alles perfekt zu machen geben nun auch meine Basilikumkeimlinge auf – nachdem sie so wundervoll und kräftig gewachsen waren. Ich glaube ich lasse es dieses Jahr mal gut sein mit dem selbst aussäen am Südfenster – ich habe die Nase voll, besonders, da ich gerade arbeitstechnisch sehr überlastet bin und nicht auch noch auf der Fensterbank all das Leid ansehen möchte. Außerdem habe ich beschlossen mich im Mai einige Wochen ins Ausland abzusetzen, so dass es vielleicht ratsam ist, die Pflanzenanzucht etwas zurückzuschrauben, damit ich keinen Gärtner für diese Zeit engagieren muss.

Allein die Chili- und Paprikapflanzen und einige ausgesäte, schwarzäugige Susannen machen mit im Wohnzimmer Freude. Sie wachsen und gedeihen – unerschrocken und kräftig. Ich freue mich also zumindest auf scharfe Früchtchen und gelbe Blüten auf meinem Balkon.

Im nächsten Bericht dann wieder Erfreulicheres. Tipps und Tricks, wie man seine Pflanzen gesund hält, sind natürlich willkommen!

Ich wünsche schon mal ein schönes Wochenende!

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Stand der Dinge.

Heute gratuliert mir WordPress zum Einjährigen. Seit einem Jahr betreibe ich nun also diesen Balkongarten-Experiment-Blog. Es war eine spannende Zeit, ich habe viel gelernt und starte motiviert in die zweite Gartensaison. Leider fehlt mir gerade glatt die Zeit und Energie, das einjährige Bestehen des „Nordwestbalkons“ gebührend zu feiern – oder wenigstens einen besonders kreativen Beitrag über ein innovatives Thema zu schreiben. Nagut: dann einfach später – versprochen. Schließlich tut sich gerade vieles rund meine neue Pflanzenanzucht und meinen Balkon. Aber dazu später mehr – in jeweils eigenen Beiträgen. Einen Vorteil hat es, wenn ich momentan kaum zum Schreiben komme: später habe ich dann mehr Erfahrungen gesammelt und kann differenzierter schreiben. Also hier vorerst nur zum momentanen Wachstumsstand rund um meine selbstausgesäte Flora.

Mitte März auf der Fensterbank

Auf meiner Südfensterbank wächst in diesen sonnigen Tagen alles ganz wunderbar – die ersten Pflänzchen sind schon so groß, dass man langsam sieht, was es mal werden soll. Hier einige Impressionen:

Basilikum[Basilikum und Zitronenbasilikum – Aussaat: 18.02.]

Kinderstube_es wächst

[Ein Teil des Kindergartens auf der Fensterbank. Hier zu sehen: Johannisbeertomaten, Tomate „Cerise gelb“, Basilikum und weiße Habanero]

Schwarzäugige Susanne

[Schwarzäugige Susanne. Aussaat: 25.02.]

Heute sind die zwei kräftigsten der fünf Schwarzäugigen Susannen an ihren entgültigen Bestimmungsort gezogen. Vor 1-2 Wochen hatte ich sie gemeinsam in einen kleineren Topf gepflanzt, wo sie nun aber schon sehr zusammengekuschelt standen. Heute habe ich sie daher kurzer Hand in den Flechtkorb gesetzt, wo sie nun auch genug Platz zum Wachsen und Ranken haben. Den schönen Korb mit integrierten Stäben für Rankepflanzen habe ich von meiner Mutter erhalten, nachdem er in ihrem Keller jahrelang rumgelegen hatte. Viel zu schade dafür! Ich habe mich gleich verliebt und hoffe, dass sich diese Kombination in diesem Sommer dekorativ entwickelt.

Am letzten Wochenende habe ich eine neue Aussaatrunde in einem meiner Fensterbankgewächshäuser gestartet. Diesesmal habe ich wenige Samen von rotem Kohlrabi, Orangengewürztagetes und Neuseeländerspinat ausgesät. Neuseeländerspinat ist leider eine lichtliebende Pflanze und braucht einen sonnigen Standort, den ich auf Dauer nicht bieten kann. Aber da ich die Samen in der Samenrotation erhalten habe, versuche ich es eben doch mal. Mit Orangengewürztagetes, die übrigens auch sehr gut in Mischkultur gegen wurzelnknabernde Fadenwürmer wirkt, habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht und freue mich auf die duftenden, kleinen Blumen. An Kohlrabi versuche ich mich hingegen auch zum ersten Mal und hoffe, dass ich ihn großgezogen bekomme.

Balkonimpressionen

Und auch auf meinem Balkon wächst und gedeiht alles – so langsam. Einiges an Radieschen und Salat ist bereits gekeimt und die Kräuter treiben weiter aus.

Kubaspinat setzt zum Blühen an[Der Kubaspinat setzt zur Blüte an. – Aussaat aus dem letzten Herbst.]

Radies[Gekeimtes Radieschen „Saxa II“ im Balkontopf.]

Neben Salat und zwei Sorten Radieschen habe ich gestern noch einige Samen Gartenmelde „Voll rot“, Mairübchen die Milano, roten Rettich „Hilds Neckarruhm“, Portulak Gruner und Hirschhornwegerich in die Töpfe gesät.  Ich bin bin gespannt, ob die Saat aufgeht und ich bald frisches, junges Gemüse ernten kann. Besonders gespannt bin ich auf Portulak und Hirschhornwegerich als kreative Salatbeigabe. Und auch die Mairübchen sind mein erster Versuch – letztes Jahr habe ich schließlich nur wenige, kleine Radieschen ernten können. Die Rettichsaat habe ich geschenkt bekommen und mal vier Samen in einen tiefen Topf zwischen die noch übrigen Feldsalatpflänzchen gesteckt – ich muss es ja wenigstens mal ausprobieren. – Leider tummeln sich zur Zeit enorm viele Blattläuse auf meinem Balkon, aber zu diesem Thema und biologischen Gegenmaßnahmen in einem späteren Beitrag…

Ich wünsche ein nicht zu kaltes und regnerisches Wochenende!

Im Anzuchtfieber.

Die ersten Aussaaten, die ich seit Anfang Februar mit verschiedenen Chilisorten begonnen habe, scheinen soweit erfolgreich zu verlaufen. Erfolgreicher als erwartet – meine (erstmals) selbst geernteten Chilisamen habe ich vorsichtshalber am 03.02. immer zu zweit in die Kokostöpfchen gesteckt und nun standen in jenen Töpfchen häufig zwei Keimlinge, die gerade ihre ersten richtigen Blättchen bekommen. Daher habe ich sie heute kurzerhand vereinzelt und in kleine Tontöpfe gesetzt, um zu verhindern, dass sie sich gegenseitig „bedrängen“.

Keimlinge[Chili- und Erdbeerpflänzchen verschiedener Aussaten seit dem 03.02.]

Basilikumkeimlinge[Zitronenbasilikum vom letzten Jahr & Basilikum vom  Balkongärtner Marcel aus der Samenration – Aussat vom 20.02.]

Als Erde für die Chilijungpflanzen kam heute erstmals die von  mir im Netz bestellte Kokoserde zum Einsatz. Hierzu werden die gepressten Kokostabs mit 2-3 Liter lauwarmem Wasser übergossen und…

Quelltab

QuelltabII…im Anschluss hat frau lockere, leider aber recht nasse Erde, mit denen frau alle Töpfchen auffüllen kann, denen frau habhaft wird. Schön ergiebig – schade nur, dass frau sie im Ganzen übergießen muss, da sie so massiv sind. Ich habe nun also noch jede Menge nasse Kokoserde in der Küche stehen. Aber gut, dann werde ich den Rest des Tabs dieser Tage dafür nutzen, die Balkontöpfe für die kommende Gartensaison vorzubereiten. In Zukunft verlager ich die Erdenproduktion auch lieber gleich nach draußen – es war doch arg matschig und so musste ich danach erstmal die Wohnzimmerecke putzen.

Pikierte Chilis und Basilikum[vereinzelte Chilipflänzchen neben dem offenen Zimmergewächshaus]

Ausgesät habe ich in diesem Februar auf der Fensterbank:

  • Chili und Erdbeeren (seit 03.02.)
  • schärfere Gewürzpaprika (seit 16.02.)
  • Salbei und Basilikum (seit 18.02.)
  • Tomaten (seit 22.02.)
  • Schwarzäugige Susanne und Ananaskirsche (seit 25.02.)

Ich arbeite bei der Anzucht mit zwei Gewächshäusern. In einemdürfen die Samen in kleinen Kokosquelltabletten keimen. Sobald die Pflänzchen dann die Köpfchen aus der Erde stecken, siedel ich sie in das zweite Zimmergewächshaus über, in dem die Jungpflanzen sich weiter entwickeln dürfen. Während ich bei erstem Gewächshaus besonders darauf achte, dass dieses immer warm steht – steht das zweite immer am sonnigsten Ort der Wohnung, also am Südfenster, und wird auch öfter belüftet oder ganz von der Haube befreit. Zudem habe ich vor wenigen Tagen auch angefangen, die Chilikeimlinge, die nun über zwei Wochen alt sind, mit organischem, niedrig dosierten Dünger speziell für Jungpflanzen zu versorgen, da die Kokostabs nicht vorgedüngt sind. So versuche ich, den Bedürfnissen der Pflanzen in verschiedenen Stadien gerecht zu werden.

Draußen auf dem Balkon fängt übrigens der Eichenblattsalat (Aussaat 05.02.) schüchtern an zu keimen. Ich freu mich auf frisches Grün. Anschaulicher ist da schon der Bärlauch, der sich nachwievor beim Wachsen zuschauen lässt. Hier ein paar Impressionen von heute.

Bärlauch

Bärlauch_Nahaufnahme[Unermüdlich schiebt der Bärlauch seine Blätter aus der Erde.]