Biester.

In der letzten Woche habe ich mit wachsender Sorge die Blattlauskolonien auf meinen Pflanzen beobachtet. Etwas resiginiert dachte ich mir, dass ich vielleicht irgendwann einfach einsehen muss, dass dieser Nord(west)balkon beim Gemüse- und Obstgärtnern einfach nicht so einen großen Spaß bietet. Trotz abspritzen der Pflanzen mit Wasser und einsprühen mit Neem konnte ich kaum eine positive Entwicklung entdecken. Und so habe ich vorgestern erstmal einen großen Teil meines Portulaks gerodet, da selbst dieser mitlerweile ordentlich befallen war. Ich hoffe nun, dass der ‚Schädlingsdruck‘ etwas sinkt und die anderen Pflanzen besser durchkommen.

Heute Abend ließ ich dann das Radio laufen. In den Nachrichten verwies der Sprecher auf eine Mitteilung der Gartenakademie Rheinland-Pfalz: In diesem Jahr treten früh und in starken Mengen Blattläuse auf (siehe: Artikel in der Süddeutschen)! Das Phänomen ist also kein Problem meines Balkongartens. Wir müssen uns alle darauf einstellen. Aber was tun gegen diese Plage?

13.02.Blattläuse Erdbeere

Blattlauskolonie auf der Unterseite eines Erdbeerblattes.

Für mich kommen nur biologische Bekämpfungsmaßnahmen in Frage. Bisher bringen diese noch nicht den gewünschten Erfolg, aber es braucht eben Konsequenz und man muss sich intensiv um die Pflanzen kümmern. Ich kenne folgende Maßnahmen, um gegen die kleinen Biester anzugehen:

  • Blattläuse absammeln – das funktioniert bei kleinen Pflanzen, man kann die Blätter einfach abstreifen und die Läuse dabei zerdrücken
  • Blattläuse mit einem Wasserstrahl abspritzen – ob das langfristig hilft, weis ich auch nicht, aber es wird zuweilen im Netz empfohlen.
  • Pflanzen mit einer Rapsöl-Wasser-Mischung besprühen – dies lässt die Schädlinge ersticken, ist aber auch ungesund für Nützlinge.
  • Pflanzen mit Neem-Öl besprühen – das hat bei mir im letzten Jahr ganz gut gewirkt, aber in diesem Jahr komme ich den Saugern damit nicht bei
  • Nützlinge fördern – zum Beispiel mit einem Insektenhotel und damit, dass man im Herbst vertrocknende Pflanzen stehen lässt, damit die Nützlinge darin überwintern können
  • Pflanzen mit einem Brennesseltee besprühen – das werde ich als nächstes austesten!
  • Pflanzen mit einem Wasser-Schmierseife-Gemisch besprüchen – eine Methode, die ich bisher vermieden habe, da ich die Seife nicht auf meinen Pflanzen (und im Erdreich) haben möchte.
  • Pflanzen stärken! – Ausreichend gießen und Düngen. Auch mal mit Brennesseltee oder ähnlichen natürlichen Stärkungsmitteln gießen. Kräftige Pflanzen überstehen die Attacken besser!
Marienkäferlarve

Verstärkung: eine gefräßige Marienkäferlarve im letzten Jahr auf meinem Balkon.

In diesem Sinne: Auf in den Kampf!

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Der Niedergang.

Kaum ist es gekeimt und gewachsen, gibt es schon Probleme bei meinen (Klein-)kindern – auf der Südfensterbank ebenso wie auf dem Balkon.

Blattlausinvasion auf dem Nordwestbalkon.

Auf meinem Balkon ist ein Heer an Blattläusen angerückt. Eigentlich gibt es kein Kraut und keinen Keimling mehr, der davon verschont wird. Ich war richtig schockiert, als die Plage immer mehr um sich griff und ich feststellen musste, dass die grünen Tierchen in diesem Jahr vor nichts mehr halt machen: Selbst Radieschenkeimlingsblättchen und mein gesamtes Kräutersortiment sind von oben bis unten mit Blattläusen besiedelt worden. Hier zeigt sich wohl nun, dass der Winter gefehlt hat.

Blattläuse auf dem Salbei

Blattläuse auf dem Salbei.

Blattläuse_auf der Minze

Blattläuse auf der Minze.

Um die Plage in den Griff zu bekommen, habe ich mir im Netz Brennesselpulver als Stärkungsmittel bestellt – kann man natürlich auch selbst sammeln und ist eigentlich auch sinnvoller, aber ich komme einfach zurzeit nicht dazu. Nun koche ich meinen Balkonpflanzen einmal wöchentlich einen Brennesseltee (6 Gramm Brennesselpulver auf 2 Liter kochendes Wasser – 15 Minuten ziehen lassen – dann abkühlen lassen und als Gießmittel nutzen). Das soll die Abwehrkräfte der Pflanzen stärken, denn starke Pflanzen am richtigen Standort sind weniger schädlingsanfällig. Am Standort kann man auf dem Balkon natürlich leider nichts ändern – also hoffe ich, dass ich es so in den Griff bekomme. Um den kleinen Tierchen auch direkt zu Leibe zu rücken habe ich mir zudem Neemöl bestellt. Neemöl hilft gegen eine Vielzahl von saugenden und knabbernden Schädlingen. Es ist für die biologische Landwirtschaft freigegeben und ein unbedenkliches Naturprodukt – sagen zumindest viele Quellen im Netz. Praktisch ist auch, dass die Pflanzen das Neemöl verstoffwechseln und so ungenießbar werden z. B. für die Blattläuse. Ich habe das Gefühl, dass eine erste, sparsame Spritzung letzte Woche auf meine Pflanzen schon etwas geholfen hat. Einige Pflanzen sind seitdem weit weniger befallen. Aber natürlich muss man in diesen Tage alle Pflanzen auf dem Balkon konsequent damit besprühen. Ich habe anfangs den Fehler gemacht, einige Pflanzen auszulassen und die Blattläuse sind dann einfach gewandert. Heute habe ich nochmal gesprüht und hoffe, dass sie Kolonien bald endlich verschwinden.

Unerklärliches Dahinsiechen auf der Fensterbank

Sehr frustrierend, aufzulisten, was auf der Fensterbank nun schon das Zeitliche gesegnet hat, dieses Jahr schein ich irgendwie keinen grünen Daumen zu haben: Erst sind die Erdbeerkeimlinge eingegangen. Ich habe 1-2 kleine weiße Tierchen entdeckt und auf Milben getippt. Daher habe ich kurzer Hand auch zum Neemöl gegriffen. Leider hat das nicht geholfen – die Erdbeerwinzlinge sind weiter eingegangen und die Tomaten haben das Öl nicht vertragen und haben Blattflecken bekommen. Ob das nun aber der Grund ist, warum die Tomaten die Keimblätter abwerfen und auch andere Blätter ganz schlapp und fleckig werden, das weiß ich nicht. Vielleicht standen sie am Südfenster zu arg in der Sonne? Ich habe sie nun weiter weg gestellt, sie sehen aber traurig aus und ich weis nicht, ob sie es schaffen. Das erinnert mich ans letzte Jahr, als ich an den Tomaten auch schon im Anfangsstadium gescheitert bin. Frustrierend – dabei habe ich doch nun angeblich so robuste Wildtomatensorten. Was mach ich falsch? Zu nasses Kokossubstrat? Zuviel Hitze? Und um alles perfekt zu machen geben nun auch meine Basilikumkeimlinge auf – nachdem sie so wundervoll und kräftig gewachsen waren. Ich glaube ich lasse es dieses Jahr mal gut sein mit dem selbst aussäen am Südfenster – ich habe die Nase voll, besonders, da ich gerade arbeitstechnisch sehr überlastet bin und nicht auch noch auf der Fensterbank all das Leid ansehen möchte. Außerdem habe ich beschlossen mich im Mai einige Wochen ins Ausland abzusetzen, so dass es vielleicht ratsam ist, die Pflanzenanzucht etwas zurückzuschrauben, damit ich keinen Gärtner für diese Zeit engagieren muss.

Allein die Chili- und Paprikapflanzen und einige ausgesäte, schwarzäugige Susannen machen mit im Wohnzimmer Freude. Sie wachsen und gedeihen – unerschrocken und kräftig. Ich freue mich also zumindest auf scharfe Früchtchen und gelbe Blüten auf meinem Balkon.

Im nächsten Bericht dann wieder Erfreulicheres. Tipps und Tricks, wie man seine Pflanzen gesund hält, sind natürlich willkommen!

Ich wünsche schon mal ein schönes Wochenende!

Winterwonderland – und Frühlingsvorbereitungen.

Winterwonderland. So sieht es zumindest beim Blick aus dem Fenster aus. Jetzt, um 18:40, schon ein enorm dusterer Anblick. Schade – das hätte so schön werden können, mit dem Frühling. Kaum habe ich vor einer Woche den ersten Balkonkasten an meinem Balkongeländer angebracht, ist er nun schon schneebedeckt. Ob ich den Kubaspinat besser noch nicht hätte aussäen sollen? – Aber ich konnte einfach nicht mehr abwarten. Wir werden sehen, ob sich da noch was tut, wenn der Schnee hoffentlich schnell wieder verschwunden ist.

Wenigstens gibt es auf der Fensterbank ein paar „Neuankömmlinge“. Mein Blutampfer hat es nach einer Woche nun auch geschafft:

IMG_3187_bearbeitet

Herzlich willkommen auf meiner Fensterbank! – Stehen vorerst nurnoch der Schnittknoblauch und die Chili aus (die sich noch nicht blicken lassen wollen).

Als Aussaattöpfchen teste ich übrigens gerade Torftöpfchen aus einem Onlineshop (Schande über mich! Das passiert mir nich nochmal. Schließlich will ich den Abbau der Moorgebiete nicht noch unterstützen!), Kokosquelltöpfchen  und Anzuchterde in halbierten Klopapierrollen. Mal sehen, was sich bei mir durchsetzt. Das Ganze befindet sich ein einem kleinen Fenstergewächshaus an meinem Südfenster, da ich sonst nur ein Nord(west)-Fenster habe. Leider muss ich sehr aufpassen, dass es nicht zu schimmeln anfängt – dabei bemühe ich mich schon das richtige Gleichgewicht zu finden zwischen Sonne, Belüftung und Giessverhalten. Vielleicht hat da jemand einen Tip?  – Kann es sein, dass Kokosquellerde Schimmel verhütet? – Die Kokoserden machen mir nämlich garkeine Probleme.

Auf meinem Oregano in der Küche habe ich heute tatsächlich einige Blattläuse entdeckt. Ich hätte nicht gedacht, dass ich so schnell Schädlinge in der Wohnung habe, da mir das bisher noch nie mit Küchenkräutern passiert ist – vielleicht flüchten die vor dem Winter in meine Wohnung? Ich muss das wohl mal im Auge behalten. Heute habe ich mich darauf beschränkt die sichtbaren Läuschen von Hand zu entfernen, damit sie sich in meiner Wohnung nicht unbegrenzt vermehren.

Soviel aus meinem Wohnzimmer. Ich hoffe das ist der letzte „Rückschlag“ für dieses Jahr und nächste Woche gehts dann endlich wieder aufwärts für die ersehnte Balkonsaison!