Samen- und Pflanzenbezugsquellen Vol. II: Semillas für Chilisaatgut

Nun endlich mal eine Fortsetzung zu der vor ewiger Zeit begonnenen Artikelserie zu Saatgutbezugsquellen. Der letzte Artikel – Teil 1 zu Deaflora – liegt schon fast anderthalb Jahre zurück.

Mein Bruder hat anfang dieses Jahres verschiedene Chilisorten von Semillas eingekauft und angebaut. Bei meinen Besuchen konnte ich dann neidisch zuschauen, wie seine Pflanzen sich ganz prächtig entwickelten. Welch eine (Blüten/Frucht-)Farbvielfalt und welch imposante Pflanzen! Und da das Saatgut fast komplett gekeimt ist, hatte er eine ware Plantage an Chilis. Von seinem übrigen Saatgut hat er mir nun für die nächste Saison noch etwas abgegeben, da ich seine Sorten wirklich toll fand.

Fürs nächste Jahr bin ich nun mit folgenden Sorten aufgestattet:

  • Aji de Jardin

Sehr schöne Capsicum annuum Sorte aus der Sammlung des IPK in Gatersleben, ursprünglich in Kuba gesammelt. Die scharfen, tropfenförmigen Früchte sind zunächst violett und reifen dann über orange nach rot ab.“ – blüht wunderschön lila, diese Pflanze hat mir im Haus meines Bruders besonders gut gefallen. Wird aber leider auch recht ‚raumgreifend‘.

  • Aji Créreo

Mittelscharfe Capsicum baccatum Sorte unbekannter Herkunft. Starkwüchsige Pflanzen mit sehr hohem Ertrag. Die Shoten sind zunächst wachsfarben weiss und reifen dann über orange nach rot ab.“ 

  • Aji Colorado

Kräftige Pflanzen mit hohem Ertrag an mittelscharfen Schoten, die dunkelrot abreifen (Capsicum baccatum)“ – große, längliche Chili – in der Form wie man sie aus dem Supermarkt kennt.

  • Anaheim Hot

„Anaheim ist eine sehr alte Kalifornische Sorte mit milder Schärfe. Ertragreich, für alle möglichen Gerichte geeignet (Capsicum annuum)“

Den Online-Shop habe ich mir dann mal näher angeschaut. Ich finde das Preis-Leistungs-Angebot gut – das Saatgut hat normale Preise und es gibt eine sehr große Auswahl (nicht nur an Chilis), unter anderem auch spannende Wildsorten. Das Saatgut ist sortenfest. Und bei einer Bestellung bekommt man Salpeter dazu – mein Bruder wies mich an, das Saatgut in Wasser und Salpeter einzuweichen, um es dann auszusäen. Hilft wohl beim Keimen und frühen, kräftigen Wachstum?! – Auf der Seite des Shops gibt es zudem eine umfangreiche Anleitung mit Tips und Tricks zur Chilianzucht. Wirkt sehr versiert. Auch wenn das für mich immer ein bisschen viel „Gefachsimpel“ ist, da meine Chilis auch so nun schon zwei Jahre immer gut gewachsen sind – mit regelmäßigem Gieß- und Düngeverhalten meinerseits.

Zur Zeit habe ich also genug Saatgut für die kommende Saison, aber sicherlich behalte ich den Shop im Hinterkopf und bestelle dort später bestimmt noch mal.

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Von Flora und Fauna.

Indoorflora

Zur Zeit stelle ich mich bereits auf den immer näher rückenden Winter ein. Ich habe daher angefangen Ableger von meinen Zimmerpflanzen zu ziehen – im Wasserglas zu bewurzeln und dann einzupflanzen. Leider weiß ich garnicht genau, was ich da für (Ranke)Pflanzen in der Gärtnerei gekauft hatte – es ist mir entfallen und ich muss dafür wohl mal recherchieren. Eine zweite Generation begrünt meine Wohnung aber bestimmt vorteilhaft und hilft gegen den Winterfrust der Balkongärtnerin. Und erste Erfahrungen sammel ich so auch, habe ich zuvor doch nie Pflanzen vermehrt. Bald sollte ich jedoch dafür sorgen, dass die Artenvielfalt auch steigt. Fotos und Erfahrungen folgen vielleicht ein andermal.

Samenrotation

Samenrotation2014

Heute abend habe ich mal das Saatgut für meine Teilnahme an der Samenrotation vom Balkongärtner Marcel zusammengestellt. Das geht die Tage dann auf die Reise. Sechs Tütchen gehen auf die Reise – allesamt mit samenfestem, zum Teil selbst geerntetem Saatgut bestückt. Ich bin schon gespannt, was ich diesesmal für Inspirationen aus der Rotation ziehen kann und was dann im nächsten Jahr den Weg in den Topf findet.

Unerwünschte Indoorfauna

Heute habe ich dann vorrangig mit Putzen verbracht. Ich hatte am Freitag den Verdacht, dass sich Dörobstmotten bei mir eingenistet haben. Ich war schockiert, nachdem ich drei Motten und eine Raupe in der Küche erschlagen hatte! Nun wohne ich seit fast zehn Jahren alleine – in unterschiedlichen Wohnungen – und ich hatte noch nie irgendwelche Schädlinge in meiner Küche. Ich habe dann im Netz gelesen, dass man sich die Schädlinge mit einkauft und diese besonders gerne in Lebensmitteln die nicht mit Chemie belastet sind (Bio) leben. Da ich mich aber auch in Zukunft gerne gesund ernähren will, habe ich beschlossen andere Seiten aufzuziehen. Von nun an kommt bei mir alles in gut verschlossene Gläser – so hab ich die Lebensmittel wenigstens im Blick. Erschreckend ist auch, dass Küchenschädlinge tendentiell wieder zunehmen in unserer Zeit, wo einzelne, chemische Behandlungsweisen für Lebensmittel wieder verboten werden. Vorbeugung ist also vielleicht garnicht schlecht – besonders vor dem Hintergrund, dass Verwandte von mir super Horrorgeschichten dazu auf Lager hatten. Eine negative Seite von gesunder Ernährung, die ich bisher noch nicht bedacht hatte – aber natürlich hat alles seine Vor- und Nachteile und an meinen Überzeugungen ändert das garnichts. Natur ist eben eigenwillig – wenn man aber weiß, worauf es ankommt, hat man das sicherlich im Griff.

Ich wünsche einen guten Start in die Woche!

P.S.: Außerdem möchte ich mich herzlich Bedanken bei Marcel für seine Nominierung meines Blocks zum „Liebster Award“. Ich habe mich sehr darüber gefreut! – Jedoch bin ich leider so garkein Fan von Fragebögen nach Kettenbriefprinzip und muss daher passen – ich hoffe meine Leserschaft und Marcel nehmen es mir nicht übel. Aber gefreut habe ich mich trotzdem, dass jemand an meinen Blog denkt!

Schon im (Spät-)Herbstmodus.

Im Moment könnte ich mich schon vollkommen einiegeln für dieses Jahr. Das liegt wohl auch am ständig wechselden und meist nassen und kühlen Wetter. Da bahnen sich schon Teetrinkgelüste an, gerade köchelt die zweite Kürbissuppe für dieses Jahr im Hintergrund und beim Einkaufen fiels mir schwer, an den Schaum- und Ölbädern vorbeizugehen. Vielleicht geht dieses Bedürfnis danach, mirs zu Hause schön zu machen aber auch darauf zurück, dass ich momentan sehr viel arbeiten muss. Ich versuche im nächsten Jahr ein großes Projekt abzuschließen. Und als Historikerin sitze ich da an vielen Tagen locker acht bis zehn Stunden am PC zwischen Bücherstapeln und versuche, Text zu produzieren. Meist arbeite ich von zu Hause und sehe den ganzen Tag keinen Menschen. Das ist schon ein komisches Leben. Es führt zu wechselhaften Stimmungen zwischen Lethargie und Arbeitswut. Aber manchmal muss man da wohl durch.

Warum erzähle ich das hier? Ich habe das Gefühl, dass ich diesen Blog für meine eigenen Vorstellungen zu unregelmäßig führe – über vieles, dass ich gerne mal in Blogbeiträgen ausführen würde, dann doch nicht schreibe. Meine LeserInnen müssen wohl ein bisschen Geduld mit mir haben. Ich hoffe im nächsten Jahr auf eine bessere (Balkon-)Gartensaison (wettertechnisch und vielleicht auch standorttechnisch) und mehr Erfahrungen, die ich dann wieder vermehrt mit Euch teilen möchte. Nun aber erstmal ein paar Gartenimpressionen von mir Mitte September.

Aufräumaktionen

In den letzten Wochen habe ich meine Tomatenpflanzen und die Gurkenpflanze schließlich entsorgt. Die Gurke hatte sich zwar erfreulich entwickelt und produzierte Früchte, aber Mehltau und Kälteinbrüche haben ihr den gar ausgemacht. Die Tomaten waren ebenfalls ziemlich mitgenommen und als allmählich keine Früchte mehr vorhanden waren, habe ich sie beerdigt und die restlichen, grünen Früchte zum Nachreifen in der Küche gelagert. Nun sieht es recht überschaubar aus auf meinem Balkon.

Manch ein Leser oder eine Lersin erinnert sich vielleicht an den Chilidschungel in meinem Wohnzimmer – fünf Pflanzen waren es in diesem Jahr. Die waren auch wundervoll gewachsen und haben das Zimmer toll begrünt. Und doch war es am Ende eine traurige Geschichte: Die einzige Pflanze, die wirklich gut getragen hat, war die Cayenna (siehe unten). Allerdings hat sie Spinnmilben angesetzt und ich habe sie dann kurzerhand auf den Nord(west)balkon ausgesiedelt, damit das nasse Wetter mich bei der Milbenbekämpfund unterstützt. So richtig schädlingsfrei habe ich sie mit Neemöl, Abbrausen der Blätter etc. nicht bekommen – muss aber auch gestehen, dass ich mich nicht so wirklich intensiv darum gekümmert habe. Ich warte somit, dass ich sie beernten kann und dann wird sie entsorgt. Die Fürchte haben es nun fast alle geschafft.

Chiliernte

Reiche Chiliernte von der „Cayenna“ – noch ein paar hängen, aber bald hist es geschafft für dieses Jahr.

Die anderen Chilipflanzen – rote und weiße Habanero – haben kaum bis garkeine Früchte getragen, obwohl sie große Büsche gebildet haben und unermüdlich blühten. Warum? Ich denke in diesem Fall bin ich selbst schuld: Das Saatgut habe ich selbst gewonnen im letzten Jahr. Es stammte von Pflanzen, die mein Freund bei einer Gärtnerin erstanden hat. Wir hatten uns natürlich nicht erkundigt, ob die auch sortenfest sind. Und einzelne, wirklich ungewöhnliche Früchte an einer Pflanze ließen nun in der zweiten Generation deutlich erkennen, dass ich das aussähen wirklich besser sein gelassen hätte.

Erfreulich ist allerdings, dass eine weitere Chilisorte, die ich ausgesägt hatte noch auf der Fensterbank meines Freundes viele Früchte getragen hat. Die Samen hatte ich von Attensaat aus der Samenrotation und die Sorte kann ich sehr empfehlen: unglaublich viele, winzige rote Chilis, die aber ordentlich Schärfe haben. Ich habe Saatgut gewonnen und freue mich, sie im nächsten Jahr großzügiger auszusäen. Hier weiß ich wenigstens, dass sie sortenfest sind.

Wachstum auf meinem Balkon

Nun stehen noch diverse Kräuter auf meinem Balkon – einige habe ich auch neu gepflanzt, da es mir zu leer wurde. Und ich säe nun herbstliches: Feldsalat und Winterportulak. Schöne Akzente setzen momentan noch die Schwarzäugige Susanne und vor allem die Orangentagetes. Ich liebe diese Pflanze – sie wächst nach der Aussaat erst langsam, aber wenn das mal Fahrt aufgenommen hat, dann blüht und duftet sie und ist unverwüstbar. Schon im letzten Jahr hat sie mir große Freunde gemacht.

Orangentagetes

Auch der im Frühjahr ausgesägte Hirschhornwegerich macht mir nun (endlich!) große Freude. Ich hatte ihn als Salatalternative ausgesät, aber er wuchs in enormem Schneckentempo und wurde ständig von Blattläusen befallen. Aber nun sieht er doch recht ansehnlich aus, entwickelt ständig neue Blätter und kann fleißig als Salatbeigabe genutzt werden. Ich finde ihn super!

Hirschhornwegerich

Hirschhornwegerich.

Meine ersten Erdbeeranzuchten in diesem Jahr waren auch nur bedingt erfolgreich – die ersten Keimlinge gingen wieder ein, die zweiten (im Juni oder Juli auf dem Balkon) wuchsen nur in Zeitlupe und hatten ebenfalls ständig Blattläuse. Aber nun scheint sich auch hier noch was zum Positiven zu entwickeln – allmählich sehen die Erdbeeren nach Erdbeeren aus und es könnte daher zumindest im nächsten Jahr auch Früchte geben. Sofern das Überwintern auf dem Balkon klappt:

Erdbeeren

Monatserdbeeren.

Überhaupt spielt die Natur auf meinem Balkon zur Zeit verrückt. Im Frühjahr hatte ich drei Knoblauchzehen bei einer Tomate in die Erde gesteckt. Sie keimten, entwickelten Blätter und gingen dann wieder ein. Ich habe sie dann abgeschrieben – bis ich vor rund einer Woche wieder austreibende Knoblauchblätter im nun leeren Tomatentrog entdeckte. Na, wenn das mal gut geht – ich glaube Knoblauch mag keinen Frost?!

Es gibt also noch viel zu beobachten in dieser Gartensaison und viel zu berichten.

Aber nun wünsche ich erstmal ein schönes Restwochenende.