Hochbeet im Juli.

Ein paar neue Impressionen aus der letzten Woche. Mitlerweile dominieren die Kornblumen die Optik meines Hochbeetes. Aber nachwievor wächst noch vieles in Mischkultur  – Sonnenblumen, Erdbeeren, Gurken, Spargelerbsen, Chilis, Tomaten, Dill, Ananskirsche (die nicht wachsen will) und Mangold – davor in Töpfen Zucchinis und Borretsch – und sicher habe ich auch noch irgendeine Pflanze vergessen! Hier und da klaffen aber bereits abgeerntere Lücken, die ich gerade versuche mit Neuaussaaten wieder zu füllen. Die Hitze hat dem Beet zeitweise ziemlich zu schaffen gemacht, da es doch recht schnell austrocknet. Aber lassen wir einfach die Bilder sprechen – mein Beet nach rund zwei Monaten:

HochbeetmitteJuliGartenzaun

Blick auf mein Beet über unseren neuen Gartenzaun.

Hochbeet_MitteJuli

Die Kornblumen wuchern auf meinem Beet.

HochbeetmitteJuli

Ich finde, die Riesen setzen einen tollen Akzent in meinem Beet. Aber wie hoch hinaus sie wohl noch wollen?

Gurken

So einiges gibt es auch langsam zu ernten – hier ein verheißungsvoller Blick auf eine meiner Salatgurken.

ReifendeChilis

Meine Aji de Jardins wechseln gerade die Farbe. Bald wirds scharf!

Ich wünsche noch eine schöne Woche – mit genügend Regen für die durstigen Gärten!

Erste Chiliblüte.

P1160762_blog

Meine erste Chili blüht!

Eine Aji de Jardin blüht, wie man an der lila Blüte unschwer erkennt. Und auch die zweite Pflanze dieser Sorte hat schon dicke Knospen. Bei den anderen vier Chilipflanzen auf der Fensterbank bin ich noch gespannt, welche Sorten aus meiner Semillas-Sammlung ich da groß gezogen habe – schließlich hatte ich doch ein paar Ausfälle im Jungpflanzenalter.

Das (große) Wachsen.

Oja – der Frühling ist sowas von da! In der Mittagspause habe ich mit einem Kollegen draußen in der Sonne einer Gruppe Wespen beim Sonnen an der Hauswand zugeschaut. Und selbst mein schattiger Balkon kommt bei diesen Temperaturen in Frühlingsstimmung.

Hier ein paar Impressionen vom Pflanzenwachstum in- und outdoor:

18.03.Austreibender Waldmeister

Wild austreibender Waldmeister.

18.03.WaldmeisterundBärlauch

Und auch sein Nachbar – der Herr Bärlauch – sieht schon prächtig aus.

18.03.Wachstum der Erdbeeren

Den Erdbeeren kann ich beim Wachsen zusehen…

Und auch in meine Wohnung ist der Frühling eingezogen…

18.03.Blattsenf

Blattsenf auf der Fensterbank. Gekeimt nach nur zwei Tagen und nun bin ich gespannt auf die ersten Blätter.

18.03.Kresse

Frühling für Ungeduldige auf der Küchenfensterbank: Kresse für aus Brot, in die Suppe oder auch gerne zur Polenta.

18.03.ChilisII

Und allmählich nähern sich meine Chilis nach rund einem Monat auch endlich einem Wachstumsstadium, das ein Foto ohne besonderes Makroequipment ermöglicht.

18.03.ChilisI

Chili.

18.03.Tomate_Manalocie

Ebenso entwickeln meine Tomaten – hier die Sorte ‚Manalucie‘ – ihre ersten richtigen Blätter.

18.03.Tomate_Zwergenwunder

Tomate ‚Zwergenwunder‘ mit erstem Blatt.

Im Vergleich zum letzten Jahr, in dem ich Tomaten und Chilis rund zwei Wochen früher ausgesät habe, lassn sich schon bedeutende Wachstumsunterschiede entdecken. Da hängen meine diesjährigen Pflanzen noch ziemlich hinterher. Aber das holen sie bei der vielen Sonne bestimmt bald auf!

Liebe Grüße – und ich wünsche weiterhin eine schöen Frühlingswoche!

Zwischenstand (zum Blog-Geburtstag).

Eben verrät mir WordPress, dass mein Nordwestbalkon-Garten-Blog heute zwei Jahre alt wird. An dieser Stelle daher ein großer Dank an meine treuen Leser und an alle Kommentatoren meines urbanen Wohnungs- und Balkongartentagebuchs! Vielleicht sollte ich mir zu meinen Jubiläen doch mal etwas Besonderes ausdenken – ehrlich gesagt habe ich garnicht darüber nachgedacht, dass wieder ein Jahr verflossen ist. Und nun liege ich leider schon müde auf dem Sofa und lasse mich von einer Reportage berieseln…

Daher hier nur ein Bericht aus meiner Kinderstube, wie ich es zuvor geplant hatte.

09.03.Tomatenkeimlinge

Tomatenkeimlinge – hier die Sorte ‚Zwergenwunder‘ – Aussaat vom 16.02.

Meine Tomatenkeimlinge bekommen langsam erste Blätter. Aber es braucht noch etwas Geduld, bis sie sich mit der Kamera besser einfangen lassen. Meine Keimquoten sind gute drei Wochen nach der Aussaat (16.02.) erfreulich: 3/4 ‚Zwergenwunder‘, 2/3 ‚Manalucie‘ und 2/3 ‚Balkonzauber‘ stehen in meinem Fenstergewächshaus. Die drei Balkonzaubersamen haben mich ein bisschen zappeln lassen – der erste Keimling hat gute zwei Wochen gebracht und der zweite hat erst gestern das Licht der Welt erblickt. Und auch die Ananaskirsche ‚Goldie‘ hat mir Geduld abverlangt: Mitlerweile sind drei Keimlinge zu erkennen, aber erst einer steht aufrecht und hat die Keimblätter entfaltet.

Meine zehn Chili-Keimlinge stehen mitlerweile in eigenen Töpfen. Ich habe die Kokusquelltabletten einfach eingepflanzt. Sie hätten in diesem Stadium auch noch locker im Fensterbankgewächshaus bleiben können, aber ich brauchte den Platz. Außerdem habe ich gelesen, dass man die Chilis nach dem Keimen ruhig von der Heizung weg und etwas kühler stellen soll, damit sie kompakter Wachsen. Sie haben also ihre eigenen Töpfe bekommen, in denen sie nicht so schnell austrocken, wenn die Sonne sie durchs Fenster anstrahlt (was in diesen Tagen ja erfreulich häufig vorkommt!).

09.03.Chilikeimling

Chilikeimling – Aussaat vom 06.02.

Ob es sich bei diesem Keimling um die Sorte ‚Aji de Jardin‘ handelt, die so schön lila blüht und von lila zu rot abreift? Die dunklen Keimblätter könnten ein Zeichen dafür sein. Ich habe mein Semillas-Saatgut ja einfach gemeinsam ausgesät und bin nun gespannt, aus welchem Keimling sich welche Pflanze entwickelt – deutliche Unterschiede bei den Keimblättern sieht man auf jeden Fall schon.

Ich habe allerdings auch Ausfälle bei meinen Aussaaten zu notieren: der Ziersalbei will nicht keimen und meine Orangentagetesaussaat habe ich scheinbar zu wenig belüftet – die ist verschimmelt. Gestern habe ich dann noch Blattsenf ausgesät – ich teste mal, ob ich ihn an der Fensterbank vorziehen kann, um ihn dann nach draußen umzuziehen. Vielleicht beschleunigt sich dadurch die Balkonbegrünung?

Ansonsten halte ich mich zurück mit der Vorzucht. Ich konzentriere mich dieses Jahr vorrangig auf Tomaten, Ananaskirschen und Chili. Den Rest werde ich dann mit Freilandaussaaten oder Kräuterpflanzen auffüllen. Da ich mir noch immer nicht im Klaren bin, ob ich wirklich die gesamte Saison auf diesem Balkon gärtnern werde – oder vielleicht bald umziehe – gehe ich es dieses Jahr etwas lockerer an und versuche es mit meinen Anzuchten nicht zu sehr zu übertreiben.

Ich wünsche allen noch eine schöne Woche mit möglichst vielen Frühlingstagen.

Neues aus der Kinderstube: Chili- und Tomatenanzucht.

Nun sind bereits 17 Tage seit meiner ersten Aussaat in diesem Jahr vergangen. Hier eine kurze Übersicht über den Stand meiner Pflanzenanzucht Ende Februar und den ausgesäten Sorten. Bisher habe ich mich vorrangig auf die Aussaat von Chilis und Tomaten konzentriert, nebenbei sind aber auch schon ein paar andere Saaten in die Erde gewandert – hier spielt wohl meine alljährliche Ungeduld  keine zu unterschätzende Rolle. Ich lasse mir aber mit vielen Pflanzen noch Zeit. Schließlich sind die Eisheiligen noch weit und der Platz in meinem Zimmer nur begrenzt – und auch nicht alle Pflanzen taugen für die Anzucht in der Wohnung. Mitlerweile wird es schon recht lebendig in meinem Wohnzimmer.

23.02._Chilikeimling

Meine bisherigen Aussaaten:

  • 06. Februar: Chilis – Sorten: Aji de Jardin; Aji Crérei; Aji Colorado und Anaheim Hot
  • 13. Februar: Monatserdbeeren; Attensaats kleine rote Chilis (aus der Samenrotation 2013); Salbei und blauen Ziersalbei (aus der Samenrotation 2014); Kaffee
  • 16. Februar: Ananaskirsche „Goldie“; Tomaten – „Manalucie“, „Zwergenwunder“ und eine Tomate von kessekresse (Samenrotation 2014); Fleißige Lieschen (Test, da das Saatgut schon älter war und mal aufgebraucht werden musste)

Bisher sind nahezu alle Chilisamen gekeimt, einige Monatserdbeeren und die Tomatensorten „Manalucie“ und „Zwergenwunder“. Eine Tomatensorte, der Salbei, die Fleißigen Lieschen und der Kaffee – dessen Keimzeit auch einfach sehr lange ist – stehen noch aus.

Sortenauswahl – Chilis und Tomaten 2015

Auf die Chili-Auswahl in diesem Jahr bin ich nun ja schon ausführlich eingegangen. Hinzufügen kann ich an dieser Stelle nur, dass ich mit dem Semilla-Saatgut sehr zufrieden bin: mein Bruder hat es 2013 erstanden, ich habe zehn Samen ausgesät und nun stehen bereits neun Keimlinge in meinem Zimmergewächshaus. Zu dem Saatgut hat sich nun noch ein Topf mit Attensaats kleinen roten Chilis gesellt – da sie mir im letzten Jahr auf der Fensterbank meines Freundes, auf die ich sie ausgelagert hatte, so gut gefallen haben. Eine wirklich ertragreiche Sorte mit kleinen, scharfen Schoten. Hier ein Bild von der letzten Ernte.

Mein Tomatensaatgut habe ich dieses Jahr verstärkt nach der Größe der Pflanzen ausgesucht, während ich letztes Jahr einfach auf die erhaltenen Sorten aus der Samenrotation zurückgegriffen habe. Platzsparende Sorten eignen sich einfach besser für meinen Balkon, auf dem ich im letzten Herbst gar nicht mehr wusste, woran ich die langen Tomatenäste noch anbinden sollte. Dieses Jahr sind es daher die Sorten „Manalucie“ und „Zwergenwunder“ geworden. Bei „Manalucie“ handelt es sich um eine kompakte Fleischtomatensorte. Sie soll nur 40 cm Wuchshöhe erreichen, blüht früh (schon Mitte Mai) und setzt entsprechend früh Früchte an. Alles Argumente, die für einen Versuch auf meinem schattigen Balkon sprechen. Die Sorte „Zwergenwunder“ ist hingegen einfach deshalb in meinen Warenkorb gewandert, da ich es einfach nicht glauben konnte, dass so kleine Tomatenpflanzen überhaupt Früchte tragen können. Ob das Wort „Wuchshöhe“ bei einer Pflanzengröße von maximal 10 cm überhaupt angebracht ist? Ich war fasziniert von den Bildern bei Deaflora und musste es einfach ausprobieren. Sicherlich auch ein lustiges Geschenk, so eine kleine Tomatenpflanze, für die wirklich jeder ein Plätzchen findet. Als drittes sind dann noch die Tomatensamen von Kessekresse in meine Töpfe gewandert. Den Sortennamen kenne ich nicht, aber die Tomaten haben mir auf ihren Fotos gut gefallen und eignen sich als Balkontomate, da sie nicht zu groß und ausladend werden. Ich bin gespannt, ob die drei Tomatensorten auch leckere Früchte hervorbringen und mir eine reiche Ernte bescheren!

Soviel von mir für heute – ich wünsche eine sonnige Woche.

Nachwuchs.

Nach guten 10 Tagen warten traut sich nun endlich der erste Chili-Keimling aus der Erde. Ich hatte schon Angst, dass es nichts wird, da ich zwei Nächte in Folge vergessen hatte, die Heizung am Gewächshaus anzulassen. Aber zumindest traut sich nun ein erster Chilikeimling aus der Erde…

16.02.Erster Chilikeimling

Ich habe mal in meinen alten Blogbeiträgen recherchiert und dort zeigt sich, dass ich bei meinen Chiliaussaaten in den letzten zwei Jahren mindestens eine bis zwei Wochen warten musste, bis die ersten Chilis ihre Keimblätter in die Sonne reckten. Meine diesjährigen Chilis sind also noch durchaus in der Norm – ich hoffe der Keimvorgang nimmt in den kommenden Tagen dann endlich Fahrt auf.

Am Freitag (13.02.) habe ich auch noch Salbei (blauen Ziersalbei und ’normalen‘ Salbei), Monatserdbeeren und Kaffee ausgesät. Aber dazu dann später mehr – vor allem über mein ‚exotisches Anzuchtsprojekt‘, den Versuch der eigenen Kaffeeaufzucht.

Späte Ernte.

Am Wochenende konnten mein Freund und ich eine letzte, reiche Ernte von einer letzten, bei ihm untergebrachten Chilipflanze ‚einbringen‘.

Chiliernte_Axel_November 2014

Kleine, scharfe Chili.

Das Saatgut stammt aus der Samenrotation 2013 von Attensaat. Und in diesem Jahr wurden diese (wirklich) kleinen Früchtchen meine absoluten Favouriten in meiner Chilisammlung – sie entpuppten sich trotz zeitweiliger Vernachlässigung als absolut ertragreiche Pflanzen, die endlos sehr kleine, aber scharfe Früchtchen lieferten. Saatgut ist schon entnommen (und rotiert über den Balkongarten) und so folgen sicherlich weitere Generationen.

Das war es dann aber wohl mit der Ernte für dieses Jahr. Zumindest was Fruchtgemüse angeht. Folgen werden höchstens noch einige grüne Blätter aus meinen Kästen und Töpfen – Kräuter, ein bisschen Winterportulak oder Feldsalat. Aber zur erfolgreichen ‚Wintergärtnerin‘ (da gibt es ja sogar Bücher zu, wie ich kürzlich in einem Blog las) habe ich es bisher noch nicht gebracht.

Ich wünsche noch eine schöne und nicht zu regnerische Woche.

Samen- und Pflanzenbezugsquellen Vol. II: Semillas für Chilisaatgut

Nun endlich mal eine Fortsetzung zu der vor ewiger Zeit begonnenen Artikelserie zu Saatgutbezugsquellen. Der letzte Artikel – Teil 1 zu Deaflora – liegt schon fast anderthalb Jahre zurück.

Mein Bruder hat anfang dieses Jahres verschiedene Chilisorten von Semillas eingekauft und angebaut. Bei meinen Besuchen konnte ich dann neidisch zuschauen, wie seine Pflanzen sich ganz prächtig entwickelten. Welch eine (Blüten/Frucht-)Farbvielfalt und welch imposante Pflanzen! Und da das Saatgut fast komplett gekeimt ist, hatte er eine ware Plantage an Chilis. Von seinem übrigen Saatgut hat er mir nun für die nächste Saison noch etwas abgegeben, da ich seine Sorten wirklich toll fand.

Fürs nächste Jahr bin ich nun mit folgenden Sorten aufgestattet:

  • Aji de Jardin

Sehr schöne Capsicum annuum Sorte aus der Sammlung des IPK in Gatersleben, ursprünglich in Kuba gesammelt. Die scharfen, tropfenförmigen Früchte sind zunächst violett und reifen dann über orange nach rot ab.“ – blüht wunderschön lila, diese Pflanze hat mir im Haus meines Bruders besonders gut gefallen. Wird aber leider auch recht ‚raumgreifend‘.

  • Aji Créreo

Mittelscharfe Capsicum baccatum Sorte unbekannter Herkunft. Starkwüchsige Pflanzen mit sehr hohem Ertrag. Die Shoten sind zunächst wachsfarben weiss und reifen dann über orange nach rot ab.“ 

  • Aji Colorado

Kräftige Pflanzen mit hohem Ertrag an mittelscharfen Schoten, die dunkelrot abreifen (Capsicum baccatum)“ – große, längliche Chili – in der Form wie man sie aus dem Supermarkt kennt.

  • Anaheim Hot

„Anaheim ist eine sehr alte Kalifornische Sorte mit milder Schärfe. Ertragreich, für alle möglichen Gerichte geeignet (Capsicum annuum)“

Den Online-Shop habe ich mir dann mal näher angeschaut. Ich finde das Preis-Leistungs-Angebot gut – das Saatgut hat normale Preise und es gibt eine sehr große Auswahl (nicht nur an Chilis), unter anderem auch spannende Wildsorten. Das Saatgut ist sortenfest. Und bei einer Bestellung bekommt man Salpeter dazu – mein Bruder wies mich an, das Saatgut in Wasser und Salpeter einzuweichen, um es dann auszusäen. Hilft wohl beim Keimen und frühen, kräftigen Wachstum?! – Auf der Seite des Shops gibt es zudem eine umfangreiche Anleitung mit Tips und Tricks zur Chilianzucht. Wirkt sehr versiert. Auch wenn das für mich immer ein bisschen viel „Gefachsimpel“ ist, da meine Chilis auch so nun schon zwei Jahre immer gut gewachsen sind – mit regelmäßigem Gieß- und Düngeverhalten meinerseits.

Zur Zeit habe ich also genug Saatgut für die kommende Saison, aber sicherlich behalte ich den Shop im Hinterkopf und bestelle dort später bestimmt noch mal.

Schon im (Spät-)Herbstmodus.

Im Moment könnte ich mich schon vollkommen einiegeln für dieses Jahr. Das liegt wohl auch am ständig wechselden und meist nassen und kühlen Wetter. Da bahnen sich schon Teetrinkgelüste an, gerade köchelt die zweite Kürbissuppe für dieses Jahr im Hintergrund und beim Einkaufen fiels mir schwer, an den Schaum- und Ölbädern vorbeizugehen. Vielleicht geht dieses Bedürfnis danach, mirs zu Hause schön zu machen aber auch darauf zurück, dass ich momentan sehr viel arbeiten muss. Ich versuche im nächsten Jahr ein großes Projekt abzuschließen. Und als Historikerin sitze ich da an vielen Tagen locker acht bis zehn Stunden am PC zwischen Bücherstapeln und versuche, Text zu produzieren. Meist arbeite ich von zu Hause und sehe den ganzen Tag keinen Menschen. Das ist schon ein komisches Leben. Es führt zu wechselhaften Stimmungen zwischen Lethargie und Arbeitswut. Aber manchmal muss man da wohl durch.

Warum erzähle ich das hier? Ich habe das Gefühl, dass ich diesen Blog für meine eigenen Vorstellungen zu unregelmäßig führe – über vieles, dass ich gerne mal in Blogbeiträgen ausführen würde, dann doch nicht schreibe. Meine LeserInnen müssen wohl ein bisschen Geduld mit mir haben. Ich hoffe im nächsten Jahr auf eine bessere (Balkon-)Gartensaison (wettertechnisch und vielleicht auch standorttechnisch) und mehr Erfahrungen, die ich dann wieder vermehrt mit Euch teilen möchte. Nun aber erstmal ein paar Gartenimpressionen von mir Mitte September.

Aufräumaktionen

In den letzten Wochen habe ich meine Tomatenpflanzen und die Gurkenpflanze schließlich entsorgt. Die Gurke hatte sich zwar erfreulich entwickelt und produzierte Früchte, aber Mehltau und Kälteinbrüche haben ihr den gar ausgemacht. Die Tomaten waren ebenfalls ziemlich mitgenommen und als allmählich keine Früchte mehr vorhanden waren, habe ich sie beerdigt und die restlichen, grünen Früchte zum Nachreifen in der Küche gelagert. Nun sieht es recht überschaubar aus auf meinem Balkon.

Manch ein Leser oder eine Lersin erinnert sich vielleicht an den Chilidschungel in meinem Wohnzimmer – fünf Pflanzen waren es in diesem Jahr. Die waren auch wundervoll gewachsen und haben das Zimmer toll begrünt. Und doch war es am Ende eine traurige Geschichte: Die einzige Pflanze, die wirklich gut getragen hat, war die Cayenna (siehe unten). Allerdings hat sie Spinnmilben angesetzt und ich habe sie dann kurzerhand auf den Nord(west)balkon ausgesiedelt, damit das nasse Wetter mich bei der Milbenbekämpfund unterstützt. So richtig schädlingsfrei habe ich sie mit Neemöl, Abbrausen der Blätter etc. nicht bekommen – muss aber auch gestehen, dass ich mich nicht so wirklich intensiv darum gekümmert habe. Ich warte somit, dass ich sie beernten kann und dann wird sie entsorgt. Die Fürchte haben es nun fast alle geschafft.

Chiliernte

Reiche Chiliernte von der „Cayenna“ – noch ein paar hängen, aber bald hist es geschafft für dieses Jahr.

Die anderen Chilipflanzen – rote und weiße Habanero – haben kaum bis garkeine Früchte getragen, obwohl sie große Büsche gebildet haben und unermüdlich blühten. Warum? Ich denke in diesem Fall bin ich selbst schuld: Das Saatgut habe ich selbst gewonnen im letzten Jahr. Es stammte von Pflanzen, die mein Freund bei einer Gärtnerin erstanden hat. Wir hatten uns natürlich nicht erkundigt, ob die auch sortenfest sind. Und einzelne, wirklich ungewöhnliche Früchte an einer Pflanze ließen nun in der zweiten Generation deutlich erkennen, dass ich das aussähen wirklich besser sein gelassen hätte.

Erfreulich ist allerdings, dass eine weitere Chilisorte, die ich ausgesägt hatte noch auf der Fensterbank meines Freundes viele Früchte getragen hat. Die Samen hatte ich von Attensaat aus der Samenrotation und die Sorte kann ich sehr empfehlen: unglaublich viele, winzige rote Chilis, die aber ordentlich Schärfe haben. Ich habe Saatgut gewonnen und freue mich, sie im nächsten Jahr großzügiger auszusäen. Hier weiß ich wenigstens, dass sie sortenfest sind.

Wachstum auf meinem Balkon

Nun stehen noch diverse Kräuter auf meinem Balkon – einige habe ich auch neu gepflanzt, da es mir zu leer wurde. Und ich säe nun herbstliches: Feldsalat und Winterportulak. Schöne Akzente setzen momentan noch die Schwarzäugige Susanne und vor allem die Orangentagetes. Ich liebe diese Pflanze – sie wächst nach der Aussaat erst langsam, aber wenn das mal Fahrt aufgenommen hat, dann blüht und duftet sie und ist unverwüstbar. Schon im letzten Jahr hat sie mir große Freunde gemacht.

Orangentagetes

Auch der im Frühjahr ausgesägte Hirschhornwegerich macht mir nun (endlich!) große Freude. Ich hatte ihn als Salatalternative ausgesät, aber er wuchs in enormem Schneckentempo und wurde ständig von Blattläusen befallen. Aber nun sieht er doch recht ansehnlich aus, entwickelt ständig neue Blätter und kann fleißig als Salatbeigabe genutzt werden. Ich finde ihn super!

Hirschhornwegerich

Hirschhornwegerich.

Meine ersten Erdbeeranzuchten in diesem Jahr waren auch nur bedingt erfolgreich – die ersten Keimlinge gingen wieder ein, die zweiten (im Juni oder Juli auf dem Balkon) wuchsen nur in Zeitlupe und hatten ebenfalls ständig Blattläuse. Aber nun scheint sich auch hier noch was zum Positiven zu entwickeln – allmählich sehen die Erdbeeren nach Erdbeeren aus und es könnte daher zumindest im nächsten Jahr auch Früchte geben. Sofern das Überwintern auf dem Balkon klappt:

Erdbeeren

Monatserdbeeren.

Überhaupt spielt die Natur auf meinem Balkon zur Zeit verrückt. Im Frühjahr hatte ich drei Knoblauchzehen bei einer Tomate in die Erde gesteckt. Sie keimten, entwickelten Blätter und gingen dann wieder ein. Ich habe sie dann abgeschrieben – bis ich vor rund einer Woche wieder austreibende Knoblauchblätter im nun leeren Tomatentrog entdeckte. Na, wenn das mal gut geht – ich glaube Knoblauch mag keinen Frost?!

Es gibt also noch viel zu beobachten in dieser Gartensaison und viel zu berichten.

Aber nun wünsche ich erstmal ein schönes Restwochenende.