Verheißungsvolle Post: Samenrotation 2014.

Am letzten Mittwoch war es soweit: Ich hatte einen in meiner Handschrift an mich selbst addressierten A5-Umschlag in der Post. Oben in meiner Wohnung angekommen konnte ich es kaum erwarten und musste schell schauen, was der Balkongärtner, dort in mühseliger Arbeit in meine Hände ‚rotiert‘ hat. Es sammelten sich nun bereits zum zweiten Mal erfreulich bunte und vielfältige Samentütchen auf meinem Küchentisch. Doch dann musste ich leider schon meine Taschen packen und schleunigst das Haus verlassen, um quer durch die Republik zu fahren und an einer Tagung teilzunehmen. Im Anschluss habe ich das Wochenende noch zu einem Besuch bei meinem Freund genutzt und finde nun, nachdem ich gestern noch einer Freundin abends einen Besuch abgestattet habe, endlich die Zeit das Saatgut zu sichten und zu sortieren – und Euch davon zu berichten.

Samenroation2014

Überraschungsumschlag 2014.

Weggeschickt hatte ich übrigens (alles sortenfest, vieles selbstgeerntet): kleine, scharfe, rote Chili; Orangentagetes; Johannisbeertomate; Salat „Amish Deer Tongue“; Mairübchen „Milano“ und zwei weitere Saatgutpäckchen, die mir schon wieder entfallen sind.

Und erhalten habe ich:

– Kohlrabi „Noriko“ (Absender anonym)

– Golden Currant (von Kistengrün)

– Tomate (Absender anonym)

– Vergissmeinnicht (Absender anonym)

– Goldmohn (von Jenny)

– Schlafmohn (von Mel2)

– 2x Stockrosen (von Mel2)

– 1x blauer Ziersalbei (von Nils)

– und einen Sommerblumenmix (Absender anonym)

Besonders freue ich mich über das neue „Gemüse“ in meiner Saatgutsammlung, da der Reiz, essbare Pflanzen anzubauen vor zwei Jahren den Ausschlag gab, mit dem Balkongärtnern zu beginnen. Ein bisschen schade finde ich, dass das eine Saatgutpäckchen nur mit „Tomate“ beschriftet ist und sich daraus keine Informationen über Wuchshöhe und Fruchtgröße ableiten lassen. Aber gut, dann ist es eben ein Überraschungspäckchen und im Frühjahr werde ich zuschauen können, wie es sich entwickelt. Über das Saatgut der robusten „Golden Currant“ freue ich mich in jedem Fall, da ich mit (halb)wilden Tomaten in dieser Saison sogar auf meinem Nordwestbalkon ganz gute Ergebnisse erzielen konnte. Mit Kohlrabi habe ich in diesem Frühjahr leider keine guten Erfahrungen gemacht, es ist vielleicht doch zu schattig auf meinem Balkon – aber vielleicht muss ich es ja auch einfach nochmal mit einer neuen Sorte austesten. Der Ziersalbei passt hingegen ausgezeichnet in meine Kräutersammlung – denn mir ist kürzlich eine solche Pflanze eingegangen und nun habe ich die Möglichkeit ihn im Frühjahr einfach selbst nachzuzüchten. Toll!

Und dann wären da noch all diese Blumen. Mir scheint, diese Ladung an Saatgut ist wieder mal ein Aufruf, meinen Balkon auch mit einem Blumenflor zu schmücken und den Insekten damit was Gutes zu tun. Allerdings hatte ich mit Mohn in diesem Jahr leider auch keinen Erfolg und muss mir daher mal überlegen, wo ich diesen vielleicht alternativ gewinnbringend aussäen könnte. Eigentlich liebe ich Mohn – nur ist mein Balkon hier zu schattig. Mit Stockrosen (ich habe sie zweimal bekommen, hat jemand Interesse?) und Vergissmeinnicht habe ich es allerdings noch nicht versucht. Und dann wäre da noch das Überraschungspäckchen mit „Sommerblumen“, deren Geheimnis gelüftet werden möchte…

Eine bunte Mischung also – von Blumen bis Gemüse. Nun frage ich mich aber, ob ich im kommenden Jahr nicht wirklich mal daraufhin arbeiten muss, einen neuen Balkon in besserer Lage oder gar einen Garten mein Eigen zu nennen – denn leider habe ich es auf meinem Nordwestbalkon bisher zu keinem reichen Blumenflor gebracht. Nun vergrößert sich meine Saatgutsammlung aber zunehmend und mit ihr der Wunsch, mich endlich mal umfangreicher auszutoben. Aber wir werden sehen: Das kommende Jahr wird so oder so ein Jahr großer Veränderungen, allein schon was meine berufliche Planung angeht, also bin ich gespannt, ob damit auch ein gärtnischer Tapetenwechsel einhergehen kann. Vielleicht ergeben sich dadurch dann auch bessere Standortbedingungen und ich kann aus dem vollen Schöpfen und all dem tollen Saatgut zu neuem Leben verhelfen.

Ich wünsche Euch allen noch einen schönen Abend.

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Licht und Schatten.

Heute ein Rundgang über meinen Balkon – mit Erfolgs- und Misserfolgsgeschichten. Schließlich ist dies meine zweite Gartensaison, mein Leben abseits meines Balkons nimmt mich phasenweise ziemlich in Beschlag und so bin ich manchmal froh, das Gießen noch gerade zu schaffen. Doch dieses Jahr läuft es an sich ganz gut – auch wenn ich vielleicht nicht soviel gärtner, wie ich es im letzten Jahr getan habe.

LICHT…

Zur Zeit blüht so einiges auf dem Balkon, was bunte Tupfen und Lebensfreude bringt. Neben der Rose und den Tomaten blüht die Schwarzäugige Susanne unermüdlich, zwei geschossene Mini Pack Choi malen gelbe Tupfer in einen Blumenkasten (sie dürfen das, da ich wenigstens Saatgut ernten will, nachdem sie schon keine Köpfe bilden wollten) und auch der Schnittlauch erfreut mich mit pastellfarbenen Tupfern.

Schwarzäugige Susanne

Blüten der schwarzäugigen Susanne im Abendlicht.

Schnittlauch

Blühender Schnittlauch.

Es gibt Anzeichen, dass es noch einiges zu ernten gibt in diesem Jahr. Bisher waren es drei Tomaten, vier Chilis, einige Blätter Salat und Kräuter. Aber mehr ist in Produktion – frau sieht es förmlich wachsen.

Salat_Tomate

Pflücksalat neben Balkontomate.

Johannisbeertomate

Die Johannisbeertomate lässt erkennen, warum sie so heißt…

Und einiges habe ich in diesem Jahr auch erst spät ausgesät. Somit erinnert so mancher Topf noch an meine Kinderstube, die ich im Frühjahr auf der Fensterbank aufbaue. Aber ich übe mich in Geduld und lasse mich überraschen, ob es dieses Jahr noch was wird.

Mohn_Erdbeeren

Bunte Mohnsaatenmischung sprießt neben Erdbeerkeimlingen.

Von den Monatserdbeeren erhoffe ich mir dieses Jahr natürlich keine Früchte mehr. Aber da sie mehrjährig sind, schaffen sie es dann vielleicht im nächsten Frühsommer. Die ersten Aussaaten im Wohnzimmer sind mir leider wieder eingegangen, so dass ich es nochmal auf dem Balkon versuchen musste.

Gurke

Eine spät ausgesäte Gurke bekommt ihr drittes Blatt. Sie steht in Mischkultur mit Dill.

Was Kräuter angeht muss frau nur die richtige Auswahl treffen, dann sprießt es in den Töpfen um die Wette. Bedingungslos empfehle ich bisher: Zitronenmelisse, Minze, Waldmeister, Orangentagetes, Ampfer und Bärlauch. Salbei und Schnittlauch wachsen ebenfalls bei mir – allerdings in der sonnigeren Ecke und sie gedeihen nur langsam.

Balkonkasten_II

An der Westecke des Balkons, v.l.n.r.: Salbei und Orangentagetes aus eigener Anzucht neben blühendem Schnittlauch.

Melisse

Zitronenmelisse auf dem Balkonboden.

…UND SCHATTEN.

Leider läuft aber nicht immer alles perfekt auf einem Balkon. Aber was heißt hier „leider“ – es ist schließlich Natur und meine Balkonkastenaussaaten und -pflanzungen haben für mich im zweiten Jahr noch immer ziemlich experimentellen Charakter. Außerdem kann auch gerne alles wuchern und sich entwickeln, wie es ihm gefällt. Ich sehe das nicht so eng. Aber hier und da hätte ich in diesem Jahr gerne ein bisschen mehr Wachstum und Fülle – und hier und da auch weniger Schädlinge.

Balkonkasten_I

Geschossener Mini Pak Choi, im Schneckentempo wachsender „Amish Deer Tongue“ neben schädlingsbefallener Rose.

Rose

Spinnmilbengeplagte Topfrose öffnet neue Knospen.

Hirschhornwegerich

Der Hirschhornwegerich weigert sich, den Kasten zu füllen. Für Salat ist das wohl vorerst zu wenig…

TrostloserTopf

Trostloser Topf, in dem Rettich und Mangold nicht so richtig wachsen wollen bzw. von Schädlingen angefressen werden.


So, genug von meinem Balkon für heute.  Ich bin gespannt, wie er sich in diesem Jahr noch entwickelt.

Ich wünsche noch einen schönen Abend!