Was wächst auf dem Nordwestbalkon? – Teil III: Blumen

Im dritten Teil meiner Artikelreihe über meine Gärtenerversuche auf meinem Nord(west)balkon der letzten zwei Jahre, in dem ich bereits ein Resümee zum Gemüseanbau und zum Obst- und Beerenanbau gezogen habe, folgt nun ein Artikel über meine bisherigen Blumenanzuchtversuche.

Als ich die Fotos gesichtet habe, wurde mir klar, dass doch eine ganze Menge geblüht hat auf meinem Balkon. Hier gehe ich allerdings nur auf jene Pflanzen ein, die ich vorrangig wegen ihrer Blüte gepflanze habe und die daher in den anderen Artikeln nicht vorkommen. Aber natürlich können Gemüse-, Kräuter- oder Obstblüten den Balkon auch ausgezeichnet schmücken!

Essbare Blüten.

Auf meinem Balkon habe ich bereits eine Reihe von Pflanzen mit essbaren Blüten gepflanzt, v.a. Orangentagetes, Kapuzinerkresse und Ringelblume. Alle drei Pflanzen wuchsen ganz gut – die Ringelblume allerdings am langsamsten und zurückhaltendsten. Tagetes und Kapuzinerkresse hingegen können auch auf dem Nord(west)balkon zu ansehnlichen Büschen heranwachsen.

Orangentagetes

Orangentagetes.

Die Orangentagetes soll übrigens auch eine wahre Wunterpflanze gegen Nematoden in der Erde sein. In Mischkultur können sie daher wirklich hilfreich gegen Wurzelfraß sein. Außerdem kann der Gärtner oder die Gärtnerin diese Pflanzen super vermehren, da die vielen kleinen Blüten natürlich im Herbst auch für reichlich Saatgutnachschub sorgen. Die Orangentagetes duftet zudem ausgezeichnet nach Orangen – und lässt sich z.B. zu Tee verarbeiten.

Kapuzinerkresse_Blüte

Kapuzinerkresse.

Von Kapuzinerkresseblüten im Essen bin ich leider garkein so großer Fan – ich habe sie mehr zur Zierde angebaut. Sie soll aber auch mit ihrem pfeffrigen Geschmack und Geruch Schädlinge vertreiben. Andererseits lese ich ab und an auch, dass man ein bisschen darauf achten muss, dass sie selber keine bekommt – so richtig bin ich mir also nicht im Klaren, was die Vor- und Nachteile sind. Meine Kapuzinerkresse wucherte ganz wunderbar am Balkongeländer vorletztes Jahr (mit ein bisschen Hilfe von mir)  – sie hatte zwischendurch mal Blattläuse, die ich aber durch das Entfernen der Blätter und das Absammeln der Läuse wieder schnell in den Griff bekommen habe.

Ringelblume

Ringelblume.

Mit der Ringelblume hatte ich es am schwersten – sie hat eine Ewigkeit gebraucht, um aus dem Samen heranzuwachsen. Vielleicht ist da der Kauf von Pflanzen besser geeignet, um sie auf einen nicht so sonnigen Balkon zu Pflanzen. Meine Pflanze hat es dann noch zur Blüte geschafft – die Blüten konnte ich aber an einer Hand abzählen. Vielleicht muss man sie auch nur früh genug auf der Fensterbank vorziehen, um ein üppigeres Ergebnis Resultat zu erzielen. Das müsste dann noch ausprobiert werden…

Blütenpracht auf dem Balkon.

Balkonrose_Ende Oktober 2014

Topfrose.

Im Februar 2014 habe ich mir rund um meinen Geburtstag eine kleine Topfrose für meinen Küchentisch als Dekoration gekauft – für 3 Euro im Supermarkt. Ich habe sie dann kurzerhand noch auf meinen Balkon ‚verpflanzt‘ und dort hat sie sich ganz gut gehalten. Zwischendurch hatte ich das Gefühl, dass sie Rost ansätzen wollte – und sie hatte mal ein paar Blattläuse (wie fast jede Pflanze im letzten Jahr), aber ansich hat sie alles gut überlebt und treibt in diesem Frühjahr auch wieder neu aus. Ich lasse sie also weiter im Blumenkasten stehen und erfreue mich an jeder Blüte, zu der sie sich durchringen kann.

Zinnien

Zinie.

2013 habe ich es außerdem mit Zinien versucht, um ein bisschen Farbe auf menem Balkon zu bringen. Das hat auch ganz gut funktioniert. Es war einer meiner ersten Versuche bei der Blühpflanzenanzucht und daher habe ich mich sehr an ihnen erfreut – heute nutze ich den Platz auf meinem Balkon aber lieber für andere Pflanzen, die sich im Idealfall auch essen lassen.

Gänseblümchen

Gänseblümchen.

 Und zu guter letzte habe ich 2013 auch ein kleines Blümchen aus der Gärtnerei bei mir eingepflanzt – auch dieses ‚Gänseblümchen‘ (ich glaube diese Form heißt eigentlich irgendwie anders – ist aber eine Zuchtform des Gänseblümchens) hat sich bei mir gut gehalten und immer wieder viele Blüten hervorgebracht. Vielleicht könnte man diese Blumen sogar essen? – Ich habe es nicht drauf angelegt, weiß aber, dass das bei normalen Gänseblümchen der Fall ist.

An dieser Stelle fällt mir auf, dass alle essbaren Blüten auf meinem Balkon gelb waren und alle, die ich nur zur Zierde gepflanzt habe, pink – das ist nun allerdings Zufall. Und ganz so zweifarbig war es bei mir auch nicht, dank der anderen Pflanzen und ihrer Blüten. Vielleicht sollte ich mein Augenmerk aber mal auf die Blütenfarben der Pflanzen lenken, um meinen Balkon in Zukunft noch bunter zu gestalten.

Liebe Grüße – und einen guten Start in die Woche.

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Beginnende Aussaathysterie.

Kennt ihr das? Das Gefühl, wenn man die Fensterbankgewächshäuser aus dem Schrank kramt und das erste Saattütchen aufreißt? Bei mir macht sich dann immer große Vorfreude – aber auch enorme Ungeduld – breit. Nun weiß ich, dass ich es fast in den Frühling geschafft habe. Zumindest meine Fensterbank wird mir denselbigen in ein paar Tagen schon ankündigen.

Gestern Nachmittag war es soweit: Ich habe vier Chilisorten (10 Samen) zum Vorquellen in ein lauwarmes Salpeter-Wasser-Gemisch gegeben und neben die Heizung gestellt. Ich bin dabei der Anleitung von Semillas gefolgt, da mein Bruder mit dessen Saatgut – von dem er mir etwas abgegeben hat – und seiner Anleitung im letzten Jahr sehr gute Erfahrungen gemacht hat. Wer mehr wissen möchte zu den Anzuchttricks dieses Chilizüchters, der darf sich gerne die Anleitung auf der Homepage durchlesen oder die dort verlinkten Youtube-Videos anschauen. Ausgesät habe ich übrigens jene Sorten, die ich in meinem Beitrag im November aufgelistet habe. Ich bin schon sehr gespannt, ob sie sich bei mir auch so prächtig entwickeln, wie in dem innovativen, klimatisch scheinbar optimalen Passivhaus meines Bruders im letzten Jahr.

05.02._Chiliaussaat

Chilisaatgut – 10 Samen von vier unterschiedlichen Sorten quellen im ‚Überraschungsglas‘.

Heute morgen habe ich das Saatgut also unter die Erde gebracht (Kokosquelltabletten – bitte kein torfhaltiges Substrat, das Moore zerstört!). Nun bin ich gespannt, wie schnell es keimt – und ob es wie angepriesen so eine enorm hohe Keimrate aufweist durch die Vorbehandlung mit Salpeter. Wenn ja, dann muss ich im Frühjahr wohl trotz zurückhaltender Aussaat wieder einiges an Pflänzchen verschenken, um mein Wohnzimmer nicht zu überfordern…

06.02._Chilisaussaat

Chilisamen.

06.02_Chiliaussaat

Quellglas und Kokosquelltabletten.

Mein Balkon befindest sich überigends noch immer nicht wirklich im ‚Winterschlaf‘. Stattdessen treibt die Topfrose aus und meine Erdbeeranzuchten vom letzten Jahr strecken auch immer mal wieder neue Blätter aus…

04.02_Austreibende Erdbeeren

Neue Blätter an einer meiner Erdbeeren.

04.02._Balkonrose treibt aus

Frische, rote Blattspitzen an meiner Supermarkt-Topfrose vom Februar 2014.

Ich wünsche Euch allen einen erfolgreichen Start in die neue Anzuchtsaison!

Satte Ernte?!

Als ich vorgestern von einem langen Wochenende bei der Familie zurückkam, überraschte mich meine „Cayenna“ mit strahlend roten Früchten.

ReifeChili_II

„Cayenna“ prahlt mit reifen Früchten.

ReifeChili_I

Erste Cayenna-Ernte in diesem Jahr.

Die „Cayenna“ erinnert mich immer an die in allen Supermärkten zu kaufenden Pepperoni in Pappschalen. Ich bin gespannt auf ihren Geschmack – momentan warte ich noch auf eine Gelegenheit, sie zu verarbeiten, so dass sie noch dekorativ auf dem Regalbrett meiner Küche der Dinge harren, die da kommen mögen. Ich habe sie allerdings schon geerntet, damit die Pflanze endlich wieder blüht und es nicht bei drei Früchten für dieses Jahr bleibt. Denn auch diese Chili hatte unter meiner langen Abwesenheit im Mai gelitten und ziemlich viele Blätter gelassen.

Und auch die Tomaten auf meinem Balkon entwickeln sich von Tag zu Tag weiter. Die vielen Blüten an der Ampeltomate entwickeln sich nun endlich zu kleinen Fruchtansätzen. Es macht richtig Spaß, beim Wachsen zuzusehen…

Tomatenansätze

Fruchtansatz an den Johannisbeertomaten im zwielichten Abendsonnenschein.

Auch die kleine Tomate im Balkonkasten zieht mit – zumindest bilde ich mir ein, dass eine der Tomaten seit heute allmählich ihre Farbe wechselt. Noch ist es schwer aufs Bild zu bringen, aber das sind bestimmt die ersten Zeichen einer Reifung.

ErrötendeTomate

Errötet da etwa eine Frucht an der kleinen Tomate im Balkonkasten?

Hier noch ein Blumengruß von meinem Balkon. Meine im Februar gekauft Topfrose hat eine neue Blüte entwickelt. Ihr geht es nicht so gut, da sie ständig von Blattläusen und Mehltau heimgesucht wird – doch jetzt hat sie wieder einige Knospen und macht wieder eine etwas bessere Figur, so dass ich ihr noch eine Chance gebe.

Rosenblüte

Die Topfrose blüht wieder – und legt ihren schweren Kopf aufs Balkongeländer.

Bald folgt dann auch wieder mal ein umfangreicherer Bericht von meinem Balkon. Zur Zeit finde ich kaum die Zeit – einfach zuviel Arbeit. Aber ich muss den Balkon dringend mal wieder aufräumen und eine Bestandsaufnahme machen, was momentan wächst, was nicht wächst und was blüht oder reift…

Ich wünsche einen schönen, sommerlichen Abend.

Sonnenbadende Susannen.

Wundervoll war das Wetter heute. Nachmittags durchgehend Sonnenschein auf meinem Nordwestbalkon. Da habe ich spontan beschlossen, eine längere Mittags/Nachmittagspause einzulegen – manchmal hat es doch Vorteile von zu Hause und in Eigenregie zu arbeiten. Ich konnte also endlich, nachdem ich in letzter Zeit kaum dazu gekommen bin, mal meinen Balkon aufräumen und die Entwicklung in meinen Blumenkübeln unter die Lupe nehmen. Hier einige Impressionen von meinem Balkon Ende April.

Blick auf den Balkon_I

Blick auf dem Balkon und die sonnenbadende, schwarzäugige Susanne.

Meine selbst ausgesäten, schwarzäugigen Susannen, die ich im letzten Winter in der Samenrotation erhalten habe, sehen schon recht imposant aus. Sie dürfen nun öfter nach draußen in den Sonnenschein. Da sie sehr wärmeliebend sind, darf man sie erst nach den Eisheiligen im Mai komplett nach draußen umsiedeln – aber bei dem momentanen, warmen Wetter, gefällt es ihnen tagsüber schon sehr gut draußen. Ich frage mich allerdings, wo das mir ihrem Wachstum noch hingehen soll – sie versucht emsig über die Rankstäbe hinauszuwachsen.

Außen herum in den Töpfen und Kästen: Gemüsekeimlinge/pflänzchen, Kräuter und eine Rose. Da ich beschlossen habe mich im Mai eine Weile ins Ausland abzusetzen, habe ich heute aber vieler Orts kurzen Prozess gemacht: einige schwächelnde Pflanzen sind im Biomüll gelandet. Ich konnte es einfach nicht mehr mit ansehen, dass viele Pflanzen nur so vor sich hinwegetieren – befallen u. a. von Blattläusen. Für sie wollte ich keinen Babysitter mehr organisieren, sondern starte lieber nach meinem Urlaub an einigen Ecken nochmal mit neuen Pflänzchen durch.

Plastikfolie mit Mini Pakchoi

Improvisiertes Balkonkastengewächshaus mit Mini Pak Choi – neben einer stetig blühenden Rose.

Da ich vor einigen Wochen aber doch noch Mini Pak Choi und Kohlrabi auf der Fensterbank ausgesät hatte, habe ich diese heute auf den Balkon ausgesiedelt. Hier haben sie mehr Erde und Platz, sich zu entfalten. Ich habe sie mit Hilfe von Holzspießen und Folie abgedeckt, damit sie ein bisschen mehr Sonne bekommen und die Feuchtigkeit länger erhalten bleibt.

Radieschen

Radieschen und Salat – blattlausgebeutelt, aber sie wachsen langsam weiter.

Den Radieschen- und Salatpflänzchen hat in den letzten Wochen die Blattlausplage arg zugesetzt. Nun setzen die Radieschen doch noch „Kugeln“ an. Vielleicht gibt es ja doch noch eine Ernte in diesem Jahr. Fazit aus zwei Balkongartenjahren: Radieschen sind nicht so einfach wie gedacht. Vor allem bei schattigerer Lage ist es wenig aussichtsreich.  Frau wird in Zukunft vielleicht doch lieber auf diese Experimente verzichten.

Bärlauch_und_Waldmeister

Neuer Balkonbewohner in der Schattenecke: Waldmeister – neben bald verblühtem Bärlauch.

In die schattige Balkonecke, in der seit letztem Jahr der Bärlauch wohnt, habe ich heute dann spontan einen neuen Mitbewohner einziehen lassen. Er hat mich so angelacht vor einem Supermarkt, da musste ich es einfach austesten. Nun gibt es also nicht nur Bärlauch, sondern auch Waldmeister aus eigener Zucht. Mal sehen, ob es ihm bei mir gefällt – und mal sehen, was ich mit ihm anstelle. Maibowle?

Blutampfer

Letztjähriger Blutampfer – kurz vor der Blüte.

Mein im letzten Jahr ausgesäter Blutampfer hat richtig an Volumen gewonnen. Und heute habe ich festgestellt, dass er enorm in die Höhe gegangen ist und zur Blüte ansetzt. Da in den hängenden Kästen nun auch Salbei und Pimpinelle fast (!) in Blüte stehen, so finde ich es gerade um so trauriger, bald eine Weile weg zu fahren und womöglich die Blüten zu verpassen. Aber Bienen & Co. werden sich sicher freuen!

Knoblauch

Knoblauchzehen treiben aus.

Meine vor einigen Wochen aus Langeweile in die Erde gesteckten Knoblauchzehen – die in meinem Kühlschrank ausgetrieben hatten – wachsen nun munter aus der Erde. Ich bin gespannt, ob der Knoblauch auf meinem Balkon überhaupt Knollen bildet. Vorrangig möchte ich die Pflänzchen aber für die Mischkultur nutzen – sie verstehen sich zum Beispiel mit Erdbeeren und Tomaten sehr gut und halten Schädlinge ab. 

Genug für heute – am Ende Mai gelobe ich Besserung: Ich möchte dann wieder mehr Beiträge rund um meine Gartenexperimente schreiben. Doch jetzt fehlt leider die Zeit – und für heute bin ich müde.

Frühlingshafte Grüße.