Neues vom Balkongemüse.

In meinem vorletzten Beitrag habe ich  von meiner abgebrochenen Johannisbeertomate berichtet. In den Kommentaren zu meinem Beitrag wurde mir geraten, den Ast ins Wasser zu stellen – dann würde er weiterwachsen und Wurzeln bilden. Das musste ich natürlich gleich ausprobieren. Nachdem nun ein paar Wochen ins Land gegangen sind, hier ein paar Fotos von der abgebrochenen Tomatenspitze:

AbgeschnittenerTomatenzweig

Abgebrochene Spitze der Johannisbeertomate im Wasserglas – die Früchte wachsen weiter und reifen, der Ast blüht, die Blätter verwelken jedoch und bisher sind noch keine Wurzeln in Sicht.

BlasseTomate_abgeschnittenerAst

Gestern: Errötende Tomate am abgebrochenen Tomatenzweig.

An meinen selbstgezogenen Tomatenpflanzen wächst es derweil schön weiter – das warme Wetter tut den Pflanzen sichtlich gut und ich fieber bereits den Reifen früchten entgegen. Denn die folgenden Bilder beweisen zumindest eins: Auch auf einem Nord(west)balkon ist die (Wild)Tomatenzucht absolut erfolgsversprechend.

CeriseGelb

Die Früchte an der gelben Cerise gewinnen an Volumen.

Tomatenrispen

Johannisbeertomate – macht ihrem Namen alle Ehre. Alles hängt voller (noch) grüner Rispen mit (ganz) kleinen Tomaten. Ich bin gespannt, wie sie schmecken.

Errötende Tomate

Erste errötende Frucht an der Johannisbeertomate.

Zu guter Letzt noch ein Blick auf meine Gurke „miniature white“. Sie habe ich im letzten Jahr schon relativ erfolgreich – bis zu einem Mehltaubefall – gezüchtet. Dieses Jahr bin ich erst im Juni dazu gekommen, sie vorzuziehen. Jetzt gewinnt sie an Höhe und seit vorgestern blüht sie erstmalig. Vorerst werden es nur männliche Blüten sein – aber die Hoffnung bleibt, dass ich in diesem Jahr nochmal Minigurken ernten kann. Und vielleicht gibt mir das auch die Chance, neues Saatgut zu gewinnen…

Gurkeblüht

Die Gurke „Miniature white“ blüht zwischen Kapuzinerkresse und Tomaten.

Ich wünsche allen weiterhin eine gute, möglichst schädlingsfreihe Wachstumsphase.

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Hochsommerlicher Bericht von der Chilizucht.

Warm ist es, hier in Mannheim – und wahrscheinlich in vielen Regionen Deutschlands. Die Woche war arbeitsreich, selbst gestern war ich den ganzen Tag beruflich unterwegs. Daher habe ich mir heute mal einen faulen Nachmittag gegönnt, mit ein paar netten Podcasts und ein bisschen Hausarbeit zwischendurch. Draußen regnet es, so dass es mir auch nicht so schwer fiel, einfach mal zu Hause zu bleiben und mich zu entschleunigen.

Zwischendurch habe ich ein paar Fotos von meiner diesjährigen Chilizucht geschossen. In diesem Jahr stehen fünf Chilipflanzen in meinem Wohnzimmer – drei Chilipflanzen aus meiner Anzucht haben ein neues Zuhause bei Freunden gefunden. In meiner Wohnung wohnen diesen Sommer: eine rote Habanero, eine rote Gewürzpaprika „Cayenna“ und drei weiße Habaneros. Ausgesät habe ich sie im Februar  – und bis zu meiner mehrwöchigen Abwesenheit im Mai wuchsen sie prächtig und hatten auch bereits erste Blüten entwickelt. Trotz netter Nachbarin, die meine Pflanzen regelmäßig goss, hatten sie Ende Mai aufgrund der eingetretenen Hitzewelle doch recht viele Blätter verloren. Die rote Habanero sah am schlimmsten aus – ich dachte schon, ich könnte sie nicht mehr retten, da kaum mehr Blätter vorhanden waren. Allerdings hatten sie auch erste Früchte angesetzt, so dass die erste Ernte (3 Cayenna und eine weiße Habanero) nun schon ein paar Wochen hinter mir liegt. Aufgrund der Vernachlässigung durch meine Wenigkeit stagnierte die Fruchtproduktion im Juni natürlich zunächst – aber ich finde zum jetzigen Zeitpunkt haben sich die Pflanzen richtig gut erholt, blühen wie wild und setzen nun zahlreiche Früchte an. So habe ich also wieder richtig Spaß an meinen Chilis und rede mir ein, dass sie auch ein weit besseres Bild abgeben als meine letztjährigen, ersten Zuchtversuche. Hier ein paar Impressionen aus meinem Chilijungle:

RoteHabanero

Rote Habanero – mit ersten Blüten.

CayennaAmFenster

Gewürzpaprika „Cayenna“ – mitlerweile mit rund 30 Fruchtansätzen (ich gebe gerade das Zählen auf!).

ChiliBlüte_Juli

Riesenblüte der „Cayenna“.

Chiliblüten

Abgeworfene Blütenkelche auf der Fensterbank.

VerheissungsvolleFrüchte

Rasantes Fruchtwachstum an der „Cayenna“.

WeisseHabaneroDrei

Buschige, weiße Habanero – diese ist noch fruchtlos.

ZweiWeisseHabanero

Weisse Habanero auf dem Silbertablett – beide mit neuen Fruchtansätzen.

WeisseHabaneroFrucht

Es tut sich was an den weissen Habaneros…

WeisseHanaroFrüchte

… in diesem Stadium erinnern sie noch eher an Kirschen, finde ich.

Ich dünge die Chilis wöchentlich mit einem organischen Tomaten-Chili-Dünger aus dem Baumarkt. Damit habe ich auch im letzten Jahr schon gute Erfahrungen gemacht. Ich freue mich schon auf die Ernte, die – wie jetzt schon absehbar ist – wirklich noch ergiebig werden sollte.

Liebe Grüße aus dem verregneten Mannheim – und einen schönen Sonntagabend.

Verheerende Sturmgewalten.

Als ich heute morgen schlaftrunken auf den Balkon spazierte, habe ich mich wirklich erschrocken – und kann es immernoch kaum fassen: Das Gewitter letzte Nacht hat ein ordentliches Stück vom Haupttrieb meiner Ampeltomate abgebrochen. Manchmal fegt der Wind schon recht heftig in den Innenhof – und da, wo ich gestern noch hoffnungsvoll zu den wachsenden Früchten empor schaute, hatte sich dramatisches abgespielt…

Abgebrochener Tomatentrieb

Abgebrochener Haupttrieb der Johannisbeertomate.

Früchte an abrebrochenem Haupttrieb

Diese Früchte durften nicht mehr reifen…

Das muss ich nun erstmal verdauen. Ich habe mir ja gleich gedacht, dass die Tomate da oben zu wackelig in die Höhe wächst. Aber ich hatte sie entsprechend angebunden und war, nachdem sie dort nun schon einige Monate vor sich hinwächst, optimistisch, dass sie es dort oben aushält. Nun wurde ich eines besseren belehrt – was doch etwas schmerzt, wenn man diese Pflanze selbst ausgesät und sich monatelang um sie gekümmert hat. Wenigstens hat sie unterhalb der Bruchstelle auch noch einige Äste mit Blüten und Fruchtansätzen. Hoffen wir also, dass es in diesem Jahr trotzdem noch einige Tomaten gibt. Ein bisschen traurig schaut sie nun aber doch aus…

Ich wünsche eine schöne Woche – mit weniger dramatischen Szenen auf dem Balkon/im Garten.

Licht und Schatten.

Heute ein Rundgang über meinen Balkon – mit Erfolgs- und Misserfolgsgeschichten. Schließlich ist dies meine zweite Gartensaison, mein Leben abseits meines Balkons nimmt mich phasenweise ziemlich in Beschlag und so bin ich manchmal froh, das Gießen noch gerade zu schaffen. Doch dieses Jahr läuft es an sich ganz gut – auch wenn ich vielleicht nicht soviel gärtner, wie ich es im letzten Jahr getan habe.

LICHT…

Zur Zeit blüht so einiges auf dem Balkon, was bunte Tupfen und Lebensfreude bringt. Neben der Rose und den Tomaten blüht die Schwarzäugige Susanne unermüdlich, zwei geschossene Mini Pack Choi malen gelbe Tupfer in einen Blumenkasten (sie dürfen das, da ich wenigstens Saatgut ernten will, nachdem sie schon keine Köpfe bilden wollten) und auch der Schnittlauch erfreut mich mit pastellfarbenen Tupfern.

Schwarzäugige Susanne

Blüten der schwarzäugigen Susanne im Abendlicht.

Schnittlauch

Blühender Schnittlauch.

Es gibt Anzeichen, dass es noch einiges zu ernten gibt in diesem Jahr. Bisher waren es drei Tomaten, vier Chilis, einige Blätter Salat und Kräuter. Aber mehr ist in Produktion – frau sieht es förmlich wachsen.

Salat_Tomate

Pflücksalat neben Balkontomate.

Johannisbeertomate

Die Johannisbeertomate lässt erkennen, warum sie so heißt…

Und einiges habe ich in diesem Jahr auch erst spät ausgesät. Somit erinnert so mancher Topf noch an meine Kinderstube, die ich im Frühjahr auf der Fensterbank aufbaue. Aber ich übe mich in Geduld und lasse mich überraschen, ob es dieses Jahr noch was wird.

Mohn_Erdbeeren

Bunte Mohnsaatenmischung sprießt neben Erdbeerkeimlingen.

Von den Monatserdbeeren erhoffe ich mir dieses Jahr natürlich keine Früchte mehr. Aber da sie mehrjährig sind, schaffen sie es dann vielleicht im nächsten Frühsommer. Die ersten Aussaaten im Wohnzimmer sind mir leider wieder eingegangen, so dass ich es nochmal auf dem Balkon versuchen musste.

Gurke

Eine spät ausgesäte Gurke bekommt ihr drittes Blatt. Sie steht in Mischkultur mit Dill.

Was Kräuter angeht muss frau nur die richtige Auswahl treffen, dann sprießt es in den Töpfen um die Wette. Bedingungslos empfehle ich bisher: Zitronenmelisse, Minze, Waldmeister, Orangentagetes, Ampfer und Bärlauch. Salbei und Schnittlauch wachsen ebenfalls bei mir – allerdings in der sonnigeren Ecke und sie gedeihen nur langsam.

Balkonkasten_II

An der Westecke des Balkons, v.l.n.r.: Salbei und Orangentagetes aus eigener Anzucht neben blühendem Schnittlauch.

Melisse

Zitronenmelisse auf dem Balkonboden.

…UND SCHATTEN.

Leider läuft aber nicht immer alles perfekt auf einem Balkon. Aber was heißt hier „leider“ – es ist schließlich Natur und meine Balkonkastenaussaaten und -pflanzungen haben für mich im zweiten Jahr noch immer ziemlich experimentellen Charakter. Außerdem kann auch gerne alles wuchern und sich entwickeln, wie es ihm gefällt. Ich sehe das nicht so eng. Aber hier und da hätte ich in diesem Jahr gerne ein bisschen mehr Wachstum und Fülle – und hier und da auch weniger Schädlinge.

Balkonkasten_I

Geschossener Mini Pak Choi, im Schneckentempo wachsender „Amish Deer Tongue“ neben schädlingsbefallener Rose.

Rose

Spinnmilbengeplagte Topfrose öffnet neue Knospen.

Hirschhornwegerich

Der Hirschhornwegerich weigert sich, den Kasten zu füllen. Für Salat ist das wohl vorerst zu wenig…

TrostloserTopf

Trostloser Topf, in dem Rettich und Mangold nicht so richtig wachsen wollen bzw. von Schädlingen angefressen werden.


So, genug von meinem Balkon für heute.  Ich bin gespannt, wie er sich in diesem Jahr noch entwickelt.

Ich wünsche noch einen schönen Abend!