Fruchtlose Blütenpracht.

Seit ich vor wenigen Wochen meine Mini-Gurken-Pflanze in einen größeren Topf gesetzt habe, macht sie mir richtig Freude. Und als dann, abseits des stetigen Wachstumsschubs, die ersten Blüten auftraten und sich Hummeln an ihnen tummelten, sah ich mich schon Gurken in den Salat schnibbeln. Als die Blüten dann jedoch vertrockneten und abfielen – und die Pflanze immer weiter blühte, ohne Früchte anzusetzen – dachte ich erst, es läg vielleicht an meiner Unwissenheit und falschen Pflege. Letztlich hat das Internet mir weitergeholfen. Was ich nämlich nicht wusste: Gurken haben männliche und weibliche Blüten. Und natürlich können nur aus den weiblichen Blüten Früchte entstehen. Meine Gurke hingegen produziert scheinbar nur männliche Blüten…

Gurke

Gurkenblüten

Männliche Blüten haben nur einen dünnen Stiel, während weibliche Blüten einen dickeren Stiel haben, aus dem bei Bestäubung eine Gurke wächst. Männliche Blüten, so steht es weiter im Netz, werden oft schneller produziert – mit ein bisschen Geduld kommen dann aber auch noch weibliche. Na, dann wollen wir hoffen, dass meine Gurke das auch noch schafft!

GurkenrankeAnfangs habe ich die Gurke gestützt und angebunden – damit sie im Topf bleibt und nicht davon kriecht. Nun hält sie sich schon selbst am Stab fest. Auf der Samenpackung stand, dass sie 40cm hoch wird – im Internet habe ich dann allerdings was von 1,50 m bei dieser Sorte („miniature white“) gefunden. Oje, damit habe ich nicht gerechnet – die 40 cm hat sie auf jeden Fall schon erreicht und ist nun oben an der Stange angekommen. Wenn sie nun noch weiterwächst, muss ich mir was einfallen lassen…oder soll ich den Haupttrieb stutzen, dann wächst sie vielleicht in die Breite?

Tips, wie ich meiner Gurke auf die Sprünge helfen könnte, sind herzlich willkommen!

Liebe Grüße aus dem Unwetterland Bawü,

Staphylea

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Bienen & Co. im Streik?

Wenn ich auf meinem Balkon sitze, dann habe ich öfter das Gefühl, dass nur relativ wenige Insekten den Weg zu meinem Balkon finden. Frau Hummel habe ich einmal etappt, wie sie über den Balkon dahin summte. Ein Falter hat den gestrigen Tag an einem meiner Tischbeine verbracht und an einzelnen Trauermückenfamilien scheint es auch nicht zu mangeln. Aber im Großen und Ganzen habe ich das Gefühl, dass es mit der Befruchtung meiner Blüten nicht so gut aussieht.

Dabei habe ich schon diversen duftenden Kräutern auf meinem Balkon ein neue Heimat gegeben. Der Thymian und mein Kubaspinat blühten in den letzten zwei Monaten ausgiebig – ebenso der Bärlauch. Und nun blühen ein paar Radieschen. Außerdem bereiten sich meine Zinnie, meine Spargelerbsen, meine Zitronenmelisse und  mein Erdbeespinat gerade auf die Blüte vor. Kapuzinerkresse, weitere Kräuter und meine Spargelerbsen werden hoffentlich in Kürze folgen. Außerdem habe ich eine kleine Bienentränke installiert (eine flache Wasserfläche mit Steinen), um Insekten anzulocken. Aber all das hat bisher wenig Erfolg. Oder bekomme ich das einfach  nur nicht so mit? Ein Bienenhotel an meiner Hauswand anzubringen, davor scheue ich mich noch, schließlich will ich ja draußen auch noch sitzen, essen und trinken können.

Meine Samenausbeute aus dem Kubaspinat war zwar ganz gut – nur dass die Pflanze alles von sich schmeißt und zwar oft, bevor ich zum Einsammeln komme. Der Bärlauch hat jedoch kaum Samen angesetzt. Und nun frage ich mich, ob die Radieschen es überhaupt soweit bringen werden, mich mit „Nachwuchs“ zu beglücken. Welche Insekten ich mit den jeweiligen Blüten eigentlich anlocken müsste, darüber bin ich mir natürlich auch garnicht im Klaren. Aber ich könnte es verstehen, wenn sie sich dieses Jahr allgemein im Streik befinden. Man denke nur an all die Nachrichten zum schlechten, stetig umschlagenden Wetter. Oder an die allgemeine Hysterie, was das Bienensterben angeht (die ich übrigens teile). Ebenso sind die Nachrichten über die Patentierung von Saatgut und den Lobbismus von Monsanto & Co. für eine Biene und ihre Insektenfreunde nicht gerade motivierend. Aus Sicht einer sozialpolitisch engagierten jungen Frau, die sich für humane und gesunde Arbeitsbedingungen in unserer Gesellschaft einsetzt, könnte ich die Kleinen also durchaus verstehen. Schließlich würde ich auch ungerne von normierten, genmanipulierten Monokulturen leben. Ebenso könnte ich als Biene die züchterischen Maßnahmen zur Gewinnung einer superproduktiven Bienenart sowie ihre Massenversklavung auf großen Plantagen nicht billigen.

Alles in allem ist der Insektenflug für mich dieses Jahr noch ein Rätsel.

Trödelliese.

Nachdem mein erstes Lieschen nun schon eine weile in knalligem pink blüht – und zwar wie wild! -, hat es mein zweites Lieschen nun auch geschafft. Und dieses blüht nun – schön abwechslungsreich – in zartem rosa. Vielleicht hat das Lieschen sich auch einfach ein bisschen mehr Zeit gelassen, um mich in diesen ständig regnerischen Wochen aufzuheitern…

Lieschen_klein

…es hat auf jeden Fall zeitweise geholfen! 😉