Waldmeistersirup.

Vor meinem Urlaub habe ich in der Stadt eine Waldmeisterpflanze erstanden, die nun in der schattigsten Ecke meines Balkons neben dem Bärlauch wohnt. Da sie in den letzten drei Wochen an Fülle stetig zugenommen hat, habe ich gestern beschlossen, meine ersten Experimente in der Waldmeisterweiterverarbeitung zu machen. Auch in der Hoffnung, dass ein bisschen mehr Luft durch Rückschnitt der Pflanze ganz gut tut, da sich nach meinem Urlaub selbst auf ihr Blattläuse und andere Schädlinge tummeln (- entsprechend war gutes Waschen und aussortieren angesagt!). Aber was tun mit diesem Kraut?

Waldmeister

Der Waldmeister auf meinem Balkon.

Im Internet wurde ich schnell fündig. Es gibt doch erstaunlich viele Rezepte mit Waldmeister – ich wusste garnicht, dass man das Kraut zu so viele, verschiedene Dingen nutzen kann. Ich persönlich kenn nur Maibowle und habe auch eine solche noch nie hergestellt. Daher habe ich zunächst ein recht klassisches Rezept gewählt: Waldmeistersirup. Der Vorteil: den Sirup kann man vielfältig nutzen (Getränke und Süßspeisen) und er hält sich eine Weile, wenn man es richtig angeht. So zumindest die Informationen im Netz.

Nach einigem Lesen in verschiedenen Rezepten habe ich dann kurzerhand mein eigenes zusammengestellt. Eigentlich braucht man nicht viel: Zucker und Wasser zur Herstellung des Sirups. Wenn man möchte Zitronensäure oder frische Zitronen. Und natürlich eine nicht zu kleine Menge Waldmeister. Damit der Sirup später nicht zu schnell verdirbt, am besten nicht am Zucker sparen – die Rezepte variieren im Wasser-Zucker-Verhältnis stark, ich habe eine 1:1-Mischung (400 g Zucker auf 400 ml Wasser) gewählt, um sicherzugehen, dass er sich hält.

Angesetzter Sirup

Aufgesetzter Waldmeistersirup.

Und hier also mein Rezept (ergab bei mir rund 700 ml):

  • 400 ml Wasser
  • 400 g Zucker
  • 1 Bund Waldmeister (rund 15-20 g waren es bei mir)
  • 1 Zitrone (unbehandelt)

Den Waldmeister ernten, waschen und einige Stunden welken lassen – am besten über Nacht, dafür war ich aber zu ungeduldig. Wenn der Waldmeister welkt, dann entwickelt er mehr Aroma. Wasser und Zucker mischen und aufkochen. Köchelnderweise etwas einreduzieren. Auch hier variieren die Rezepte im Netz stark, es wird zwischen wenigen Minuten und einer Stunde „gekocht“ – je länger man kocht, desto dickflüssiger (und desto weniger). Ich habe mich damit begnügt es 10-15 Minuten auf dem Herd zu lassen. Die Zitrone waschen und in Scheiben schneiden. Den angewelkten Waldmeister und die Zitronenscheiben in ein Gefäß geben und mit dem heißen Sirup übergießen. (In manchen Rezepten wird der Waldmeister auch mitgekocht, was ich zu brutal fand. Ebenso gibt es Rezepte, in denen der Sirup erst abgekühlt über den Waldmeister gegeben wird, um ihn schonender zu verarbeiten.) Das Ganze abdecken, abkühlen lassen und dann kalt stellen. Einige Zeit (1-2 Tage) ziehen lassen, ab und an umrühren – danach durch ein Sieb geben, um Waldmeister und Zitrone zu entfernen. (Um sicherzugehen, dass der Sirup sich hält, kann man ihn nochmal aufkochen, bevor man ihn abfüllt – mir war aber auch das zu brutal, da es auch viele Rezept ohne diesen Schritt gibt.) Schließlich in saubere, möglichst sterile Gläser oder Flaschen abfüllen, abkühlen lassen und dann kühl lagern. (Ich habe die Gläser nach dem Spülen nochmal in kochendes Wasser gelegt, um sicherzugehen.)

Waldmeistersirup

Fertig! – Abgefüllter Waldmeistersirup.

Und das Ergebnis meines ersten Versuchs: Es schmeckt! Ich habe meinen ersten Sirupansatz rund 24 Stunden ziehen lassen und er hat ein tolles Aroma entwickelt. Vielleicht kann frau mit längerem Ziehenlassen noch einen intensiveren Geschmack erzeugen, aber mir ist es so bereits ausreichend. Ich habe den Sirup mit Mineralwasser  (stilles Wasser geht auch) gemischt und hatte eine nette Waldmeisterlimo – und das so einfach!

Ich bin also gespannt, wie lang sich der Sirup in meinem Kühlschrank hält und was ich damit noch alles anstellen werde…

Liebe Grüße aus der klebrigen Küche.

P.S.: Jemand von Euch schonmal Waldmeister verarbeitet? Anregungen und Rezepte? Ich würde mich freuen!

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Erntefreuden.

Nun sitze ich auf dem Balkon im spätsommerlichen Sonnenschein und bereite mich mental auf das Ende dieser Gartensaison vor. Zeit, um ein erstes Fazit zu ziehen und die Blumenkästen „einzumotten“ ist aber hoffentlich noch lange nicht. Meine Vorbereitungen beziehen sich vorerst aufs Ernten und Lagern…

Ernte

Mit Samengärtnern habe ich mich bisher noch garnicht beschäftigt. Ich sammel diese Saison alles an Saatgut, was mir auf meinem Balkon in die Hände fällt. So kam bereits Kubaspinat, Erdbeerspinat, ein paar wenige Radieschensaamen „Helios“ und Orangengewürztagetes zusammen. Ich sammeln natürlich nur von sortenfesten Pflanzen. [Wer gerne eine Anzucht wagen oder tauschen will, der kann sich gerne bei  mir melden.] Ich bin gespannt, was im nächsten Jahr daraus wächst – lediglich mit dem Erdbeerspinat habe ich schon (unfreiwillig) einen Versuch gewagt: Wo die Samen auf den Boden fallen, da keimt er sofort und unaufhaltsam…

Samen_Organengewürztagetes

[Orangengewürztagetessamen – die Pflanzen blühen immer weiter und duften nach Orangen]

Meine trocknenden „Chilibündel“ machen sich ganz dekorativ in der Küche und werden sich sicherlich noch vermehren. Was ich nicht verbrauche, ziehe ich einfach auf Fäden und überlasse es sich selbst. Mit meinen kleinen Chilis funktioniert das prima.

trocknende_Chilis

[trocknende Chilis am Küchenfenster]

Nun schau ich noch ein bisschen der Hummel und dem Zitronenfalter zu und wünsche Euch allen schöne Altweibersommertage. Auf das Licht und Wärme noch lange bei uns bleiben! 😉

Staphylea

Was tun mit den vielen Chilis? – Teil I.

Seitdem meine beiden Chilipflanzen der Sorte „Basket of Fire“ nun seit einiger Zeit munter Früchte produzieren, habe ich schon diverse Gedanken gewälzt, was ich mit diesen anfangen soll. So schnell wie sie reifen, kann ich sie nicht in meine Kochtöpfe werfen – gerade, weil ich eigentlich kaum ein „Scharf-Esser“ bin. Ich habe einige Früchte zum Trocknen auf einen Faden gezogen und ans Küchenfenster gehängt. Außerdem habe ich überlegt sie einzulegen oder weiterzuverarbeiten. Aber was ist sinnvoll, lecker und empfehlenswert?

Sonntag habe ich dann spontan beschlossen einen ersten Versuch mit dem Kochen einer Chili-Sauce zu starten. Aufgrund weniger Zutaten, die in meiner Küche vorrätig waren und unserer Grillpläne, habe ich es erstmal mit einer „Sweet-Chili-Sauce“ versucht nach einem Rezept, dass ich im Netz gefunden hatte.

Chili-Soße_Blog

Zutaten:

ca. 5 Chili (größere, sonst ruhig etwas mehr – würde ich aber auch von der Schärfe der Chilis abhängig machen)

ca. 5 Knoblauchzehen, gehackt

1 TL Salz (wenn vorhanden: grobes)

10 EL Zucker

10 ELWasser

10 EL Essig (Reisessig stand im Rezept, aber es funktionieren auch andere – ich hatte nur Brantweinessig und man hat nichts nachteiliges geschmeckt.)

Zubereitung: Zucker, Wasser und Essig in einem Topf vermischen und einköcheln lassen, bis es möglichst eine sirupartige Konsistenz bekommt. Chilis kleinschneiden, mit Salz im Mörser zerstoßen (oder sonst irgendwie möglichst „zerkleinern“). Knoblauch eventuell in einer Pfanne etwas anrösten. Dann Chili mit Salz und Knoblauch in die Zucker-Wasser-Essig-Masse rühren. Fertig!

Fazit: Diese Soße hält sich aufgrund ihrer Zutaten recht lange und man kann sie ganz nett zum Grillen o.ä. einsetzen. So richtig der Renner ist sie für mich jetzt  nicht, da sie mir zu zuckerlastig ist – ich befinde mich daher auf der Suche nach weiteren guten Rezepten. Allerdings hat die Soße den Vorteil, dass sie durch ihre süßen und sauren Zutaten auch etwas für Personen ist, die keine Weltmeisterschaft im Scharfessen anstreben und es daher mögen, wenn die Soße nicht nur scharf und unerträglich ist… also ansich ein guter Anfang in der Chili-Weiterverarbeitung.

Was stellt ihr eigentlich mit Euren Chilis an? Rezeptvorschläge?

LG,

Staphylea