Von Portulak bis Feldsalat.

Heute folgt ein Rundgang über meinen Balkon, nachdem ich vorgestern – mit Schal und Mütze ausgerüstet – mal nach dem Rechten gesehen und ein bisschen aufgeräumt habe. Da ich letzten Herbst relativ schnell in eine gewisse Gartenlethargie verfallen bin, habe ich kaum gezielte Aussaaten gegen Jahresende vorgenommen und vorrangig alles sich selbst überlassen. Aber selbst ohne großen gärtnerischen Elan ist es im Herbst/Winter Nummer zwei auf meinem Balkon nicht langweilig geworden – irgendwas wächst immer zwischen meinen überwinternden Kräuftern.

Blutampfer_Selbstaussaat

Frischer Blutampfer – ich wüsste nicht, dass ich ihn dorthin gesät hätte…

Sehr dankbar ist Winterportulak (oder Kubaspinat). Ich hatte die restlichen Samenkörner aus dem letzten Jahr im Herbst in einem der Kästen verteilt. Außerdem hat er sich im letzten Jahr munter selbst ausgesät. Überall sprießt es seitdem und liefert frisches Grün.

Portulak_II

Portulak macht sich neben einem schwächelnden Salbei breit.

Portulak

Potulak begrünt einen Blumenkasten auf dem Boden.

Der Portulak hat den Vorteil, dass er auch einen prima Wintersalat bildet – ich mische ihn gerne zu anderen Salaten dazu. Ich möchte ihm aber dieses Jahr auch die Chance geben, im Frühjahr zu blühen, damit ich neues Saatgut ernten kann.

Salat_Winter2014_15

Dort wo im Sommer unter einer Tomate Salate wuchsen, haben scheinbar neue Samen gekeimt und nun begrünt erneut Blattsalat die Hängeampel…

 Nachdem ich nachmittags dann im Wetterbericht aufgeschnappt habe, dass es in den kommenden Tagen wieder über 10 Grad warm werden soll, habe ich beschlossen doch schonmal die neue Gartensaison einzuleiten. Ich habe daher Feldsalat in drei große Blumentöpfe gesät – eine Sorte, die man ganzjährig ausäen kann. Vielleicht schafft der Salat es ja auch auf meinem Nordwestbalkon, bevor die Gartensaison in einigen Monaten dann wieder richtig losgeht und erfreut mich bis dahin mit ein paar Salatblättern und grünen Farbtupfern in den tristen Töpfen.

Feldsalataussaat

Neue Feldsalataussaaten, damit der Balkonboden bald nicht mehr so trist daher kommt…

Liebe Grüße.

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Wohnungsimpressionen aus dem gärtnerischen Leerlauf.

Auch wenn ich mir bisher alle Weihnachts- und Neujahrsgrüße über diesen Kanal gespart habe, da ich lieber inhaltliche Beiträge liefern wollte und das Jahresende immer wieder turbulent ist, möchte ich diesen Ort nun doch nutzen, Euch allen ein ‚Fohes Neues‘ zu wünschen. Ich hoffe ihr seid gut ‚rüber gekommen‘ und habt ein produktives und schönes 2015!

Momentan befinde ich mich, wie so viele, im gärtnerischen Leerlauf. Es dauert schließlich noch ein paar Wochen, bis man konkret auf die neue Saison hinarbeiten kann – durch Anzuchten auf der Fensterbank & Co. Momentan schaue ich maximal bei einem sonntäglichen Frühjahrsputz,meinen Zimmerpflanzen beim Wachsen zu.

Seit letztem Jahr habe ich so nebenbei angefangen, eigene Zimmerpflanzen anzuziehen. Hier eine kleine Dokumentation meiner ersten Erfolge. Ansich sind die Pflanzen nichts besonderes, aber mich erfreuen eine Experimente trotzdem  – und ich habe es ein bisschen grüner in meinem Zuhause, ohne viel Geld ausgegeben zu haben.

Die erste Pflanze habe ich aus einem Ableger gezogen. Ich habe mal kurz im Internet recherchiert und meiner Meinung nach müsste es sich dabei um eine Art Grünlilie handeln, wie man sie in vielen Haushalten findet. Eine unkomplizierte Pflanze – sie mag es nicht zu hell, sonst ist sie aber genügsam. In meiner in Richtung Norden ausgerichteten Küche gefällt es ihr bestens.

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Mitbewohner seit rund einem Jahr – gezogen aus einem Ableger aus der Wohnung meines Freundes.

Die Anzucht ist denkbar einfach: Sie streckt regelmäßig ihre Ableger von sich, die nach einer Weile anfangen zu blühen. Ich habe einfach den Ableger abgeschnitten und in Wasser gestellt. Es entwickeln sich dann relativ schnell Wurzeln und man kann den Ableger dann eintopfen. Mit ein bisschen Wasser und Dünger begrünte sie dann schon bald mein Küchenregal.

Die folgende Rankepflanze, die mitlerweile eine recht ansehnliche Größe erreicht hat, habe ich vor rund einem oder anderthalb Jahren bei einer Gärtnerin erstanden. Sie wächst seitdem in meinem Wohnzimmer an einem meiner Bücherregale herunter.

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Eine Efeutute begrünt mein Buchregal.

Die Gärtnerin sagt mir, es sei ein „Herzblatt“. Vielleicht handelt es sich um eine „gefleckte Efeutute“? Das war zumindest das Ergebnis meiner Internetrecherche. In meinem Wohnzimmer steht die Pflanze nahe des Südfensters, aber das ist ihr scheinbar etwas zu hell. Sie hat daher den Sommer über nur lange Ranken zum Boden ausgestreckt, die aber kaum Blätter entwickelten. Erst jetzt, im Winter, scheinen die Lichtverhältnisse vorteilhaft zu sein und sie entwickelt munter viele neue, große Blätter. Vielleicht sollte ich ihr vor dem Sommer einen anderen Standort suchen. Von den langen Ranken, die mitlerweile schon am Boden angelangt waren, habe ich Stecklinge geschnitten und einfach mal in die Erde gesteckt. Ich war neugierig, ob das funktioniert, und siehe da, so allmählich entwickelt sich etwas…

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Steckling der Efeutute auf einem Küchenschrank – endlich: das erste Blatt entwickelt sich!

Schließlich noch ein Blick auf meine Kaktusfeigenzucht. Diese habe ich im Frühjahr 2013 begonnen, nachdem ich in einem Onlineshop gelesen habe, wie dankbare Zimmerpflanzen Kaktusfeigen sind. Dabei hat mich natürlich vor allem die Aussicht auf Früchte gelockt – aber bis zur Blüte und Frucht können locker noch ein paar Jahre vergehen, daher übe ich mich vorerst in Geduld und versuche erstmal, aus ihnen anständige Kakteen zu ziehen.

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Zwei Generationen Feigenkakteen aus eigener Anzucht – aus dem Frühjahr 2013 und dem Frühjahr 2014.

Was übrigens die verräterischen Gelbtafeln an allen Orten angeht: Ich habe mal wieder einen Trauermückenbefall, der einfach nicht weggehen will. Da helfen auch stetig neue Gelbtafeln scheinbar nicht. Ich hoffe, diese kleinen Fliegen werden meinen Anzuchten in diesem Frühjahr nicht zum Verhängnis! – Allgemein würde ich meine Wohnung ungerne weiterhin mit ihnen teilen, aber für Nematoden war ich noch zu geizig und sonst gibt es scheinbar wenig, was wirklich hilft. Oder kennt ihr da was?

Mit diesem kleinen Rundgang durch meine eigene Zimmerpflanzenzucht verbleibe ich für heute. Ich denke in den kommenden Wochen werde ich mal einen Rückblick auf meine bisherigen zwei Gartenjahre auf meinem Nord(west)balkon verfassen und meinen Balkon aufräumen. In rund 4 Wochen kann dann die Kinderstube auf der Wohnzimmerfensterbank auch schon wieder aufgebaut werden. Ich freu mich schon!

Liebe Grüße – aus dem schon wieder sehr abendlichen Mannheim.