Neues vom (vernachlässigten) Balkon.

In dieser Saison hat sich mein Blog inhaltlich stark verändert. Es finden sich kaum mehr Blicke auf meinen Balkon; im Zentrum steht nun mein Hochbeet im Gemeinschaftsgarten. Das liegt vorrangig daran, dass das Gärtnern dort – in sonniger Lage – einfach viel mehr Erfolgserlebnisse und Spaß mit sich bringt. Aber natürlich bildet auch der Balkon nachwievor einen wichtigen Ort für mich, an dem ich mich gerne aufhalte. Das Grün ist hier jedoch stark zusammengeschrumpft. Einige Töpfe und Kästen habe ich in den Keller geräumt und ich nutze den neuen Freiraum, um auch mal zu zweit oder zu Dritt draußen zu sitzen – zu frühstücken, zu grillen oder einfach die Nachmittagssonne zu genießen.

BalkonimJuni

TrostloserBalkonAn dieser Stelle also ein paar Impressionen von meinem reduzierten Balkongarten, auf dem heute immerhin noch sechs Tomaten, eine Monatserdbeere, ein Rosmarienstrauch, Schnittlauch, eine Himbeere, Schnittknoblauch, Bärlauch, Blutampfer und Hirschhornwegerich wachsen. Und somit fieber ich Ende Juni den ersten Früchten entgegen – in wenigen Tagen gibt es die ersten Monatserdbeeren und die Tomaten setzen jetzt endlich zur Blüte an.

Balkon_I

Minitomaten ‚Zwergenwunder‘ – sollen in dieser Größe bereits ausgewachsen sein und stehen kurz vor der Blüte. Ich bin sehr gespannt!

Erdbeeren_unreif

Die Monatserdbeere setzt fleißig Früchte an.

ErsteErdbeere

Die erste Erdbeere errötet…

Himbeere

Die Himbeere, die ich im Frühling aus einem Supermarkt gerettet habe – mehrfach im Preis reduziert und eigentlich nur ein trauriger ‚Stock‘ – wächst fleißig der Sonne entgegen. Früchte gibt es aber wohl erst im nächsten Jahr?!

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Verheißungsvolle Früchtchen.

Am letzten Freitag habe ich diese Schnappschüsse von der ersten Frucht an einer meiner Monatserdbeerpflanzen gemacht. Mitlerweile haben die Pflanzen jede Menge Blüten, Knospen und Fruchtansätze. Dabei macht es keinen Unterschied, ob die Pflanzen auf meinem schattigen Balkon oder im sonnigen Hochbeet stehen. Bisher bin ich also guter Dinge, dass ich von meinen drei Pflanzen bald Erdbeeren pflücken kann. Die Vorfreude ist groß!

Wie die Fotos aber auch zeigen, habe ich mit Blattlauskolonien zu kämpfen. Im Hochbeet haben sich schnell Ameisen eingefunden, um die Blattläuse zu pflegen. Das finde ich natürlich gar nicht so witzig. Ich habe daher immer mal wieder Kaffeesatz und Kartoffelwasser über den Erdbeeren verteilt und die Läuse mit der Hand abgestrichen. Bisher mit nur bescheidenem Erfolg. Aber der Befall hält sich zum Glück in Grenzen.

Erdbeere und Ameise II

Erdbeere und Ameise III

Gärtnerischer Umzug.

Heute war ich wieder im Gemeinschaftsgarten, wie jeden Tag. Leider haben wir anscheinend eine Nachbarin oder einen Nachbarn, der unser Gartenprojekt nicht mag. Denn heute fanden meine Beetnachbarn Hanfsamen großzügig auf unseren Beeten verstreut und in meinem Beet lag frische, mit Schnecken gespickte Erde. Wer bitte hat es denn nötig, uns friedliche Gartenaktivisten so zu sabotieren? – Aber so schnell lassen wir uns natürlich nicht unterkriegen.

Gärtnerischer Umzug ins Hochbeet

Aber nun zum eigentlichen Thema dieses Artikels. Ich habe beschlossen, dass ich das Gärtnern auf meinem Balkon stark zurückschraube. Das hat zum einen den Grund, dass mein Balkon in diesem Jahr über und über mit Blattläusen übersät ist. Zum andern haben meine Rose und mein Salbei Mehltau bekommen, der sich nicht eindämmen ließ. Und schließlich sind die frisch ausgesäten Blattsalate von vor einigen Wochen mal wieder nur geschossen. Da Gärtnern unter diesen Umständen einfach keinen Spaß macht, habe ich beschlossen, meinen Topfbalkon zu reduzieren und mich stattdessen auf mein neues, sonniges Hochbeet im Gemeinschaftsgarten zu konzentrieren.

Allerdings heißt das nicht, dass auf meinem Balkon nichts mehr wächst. Drei Balkonkästen und ein paar große Töpfe dürfen bleiben. Ich habe heute angefangen dort meine – leider mal wieder schlecht wachsenden – Tomatenpflanzen aus dem Wohnzimmer hin auszusiedeln. Sie sind nicht sonderlich krautfäuleresistent und würden im Hochbeet nicht überleben. Außerdem dürfen ein paar Kräuter und ausgewählte, andere Pflanzen noch bleiben. Ansonsten nutze ich den Platz aber von nun an lieber zum Sitzen und Grillen. Morgen muss ich den Balkon noch weiter aufräumen und umgestalten, dann folgen sicher bald auch mal wieder Fotos.

Wachstum im Hochbeet

In meinem Hochbeet wächst und keimt alles, dass man förmlich zusehen kann. Und ich hatte schon die ersten Auseinandersetzungen mit der Natur, die ich von meinem Balkon nicht kannte: Ameisen pflegen Blattläuse auf meinen Erdbeerpflanzen. Zu Hause angekommen habe ich daher mein Biogarten-Handbuch aufgeschlagen und beschlossen, vorerst Kaffeesatz um die Pflanzen zu verteilen und sie mit Brennesseltee zu besprühen. Ich hoffe das hilft als erste Maßnahme. Im Moment hält sich der Blattlausbefall noch in Grenzen.

In den letzten Tagen hab ich noch das ein oder andere ausgesät – und Kornblumenkeimlinge und eine Chili ins Beet gesetzt. Zur Kennzeichnung meiner Pflanzen und Aussaaten nutze ich Tonscherben, die ich mit einem wasserfesten Filzstift beschrifte. Meine Beetnachbarin hat mich auf die Idee gebracht, die in gleicher Weise Steine zum Einsatz bringt. Eine schöne und kostensparende Alternative zu Plastikschildern. (Die Tonscherben stammen in meinem Fall nämlich aus der Mülltonne eines Friedhofs. Friedhöfe sind auch eine prima Topfquelle, da dort vieles entsorgt wird, das eigentlich noch gut zu gebrauchen ist.)

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Hochbeet am 14.05.2015

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Tonscherbenbeschriftung.

Ich wünsche Euch allen ein schönes, (hoffenlich) langes Wochenende.

Biester.

In der letzten Woche habe ich mit wachsender Sorge die Blattlauskolonien auf meinen Pflanzen beobachtet. Etwas resiginiert dachte ich mir, dass ich vielleicht irgendwann einfach einsehen muss, dass dieser Nord(west)balkon beim Gemüse- und Obstgärtnern einfach nicht so einen großen Spaß bietet. Trotz abspritzen der Pflanzen mit Wasser und einsprühen mit Neem konnte ich kaum eine positive Entwicklung entdecken. Und so habe ich vorgestern erstmal einen großen Teil meines Portulaks gerodet, da selbst dieser mitlerweile ordentlich befallen war. Ich hoffe nun, dass der ‚Schädlingsdruck‘ etwas sinkt und die anderen Pflanzen besser durchkommen.

Heute Abend ließ ich dann das Radio laufen. In den Nachrichten verwies der Sprecher auf eine Mitteilung der Gartenakademie Rheinland-Pfalz: In diesem Jahr treten früh und in starken Mengen Blattläuse auf (siehe: Artikel in der Süddeutschen)! Das Phänomen ist also kein Problem meines Balkongartens. Wir müssen uns alle darauf einstellen. Aber was tun gegen diese Plage?

13.02.Blattläuse Erdbeere

Blattlauskolonie auf der Unterseite eines Erdbeerblattes.

Für mich kommen nur biologische Bekämpfungsmaßnahmen in Frage. Bisher bringen diese noch nicht den gewünschten Erfolg, aber es braucht eben Konsequenz und man muss sich intensiv um die Pflanzen kümmern. Ich kenne folgende Maßnahmen, um gegen die kleinen Biester anzugehen:

  • Blattläuse absammeln – das funktioniert bei kleinen Pflanzen, man kann die Blätter einfach abstreifen und die Läuse dabei zerdrücken
  • Blattläuse mit einem Wasserstrahl abspritzen – ob das langfristig hilft, weis ich auch nicht, aber es wird zuweilen im Netz empfohlen.
  • Pflanzen mit einer Rapsöl-Wasser-Mischung besprühen – dies lässt die Schädlinge ersticken, ist aber auch ungesund für Nützlinge.
  • Pflanzen mit Neem-Öl besprühen – das hat bei mir im letzten Jahr ganz gut gewirkt, aber in diesem Jahr komme ich den Saugern damit nicht bei
  • Nützlinge fördern – zum Beispiel mit einem Insektenhotel und damit, dass man im Herbst vertrocknende Pflanzen stehen lässt, damit die Nützlinge darin überwintern können
  • Pflanzen mit einem Brennesseltee besprühen – das werde ich als nächstes austesten!
  • Pflanzen mit einem Wasser-Schmierseife-Gemisch besprüchen – eine Methode, die ich bisher vermieden habe, da ich die Seife nicht auf meinen Pflanzen (und im Erdreich) haben möchte.
  • Pflanzen stärken! – Ausreichend gießen und Düngen. Auch mal mit Brennesseltee oder ähnlichen natürlichen Stärkungsmitteln gießen. Kräftige Pflanzen überstehen die Attacken besser!
Marienkäferlarve

Verstärkung: eine gefräßige Marienkäferlarve im letzten Jahr auf meinem Balkon.

In diesem Sinne: Auf in den Kampf!

Blütenpracht.

28.03.blühender KubaspinatDer Kubaspinat freut sich offenbar, dass ich ihm zurzeit soviel Aufmerksamkeit schenke – und blüht! – Noch ist es schwer aufs Bild zu bannen, aber ich freue mich trotzdem über die ersten Blüten in diesem Jahr in meinem urbanen Balkongarten.

Balkonkästen leeressen.

Zu den Frühlingsaufräumaktionen auf meinem Balkon gehört in diesem Jahr auch wieder das ‚Kubaspinaternten und -aufessen‘. Denn der hat sich mal wieder so munter selbst ausgesät, ist über den Winter herangewachsen und setzt gerade zur Blüte an.

26.03. Portulak zwischen Kräutern

Der Kubaspinat füllt die Blumenkästen lückenlos aus – zwischen den überwinterten Kräutern.

Und da der Frühling ja nun wirklich da ist und ich die Blumenkästen bald wieder mit anderen Dingen füllen möchte, habe ich kurzer Hand angefangen, ihn zu Salat zu verarbeiten. Er ist ein guter Ersatz für Feldsalat, finde ich – relativ neutral und daher gut mit allem kombinierbar.

26.03.gewaschener Portulak

Gewaschener Kubaspinat.

26.03.gewaschener Portulak

Beilagensalat gestern abend.

26.03.PortulakmitKartoffeln

Kubaspinatbeilage zu Kräuterquark und Bratkartoffeln heute abend.

Aber was ist das eigentlich, was ich da esse? – Kubaspinat? Portulak? Postelein? – Mitlerweile hat sich bei mir persönlich  ein bisschen Ratlosigkeit eingestellt, da ich das dumpfe Gefühl habe, dass mit all diesen Begriffen entweder die gleiche Pflanze betitelt wird oder sich dahinter doch unterschiedliche Pflanzen verbergen, die von verschiedenen Autoren im Netz  durcheinander geschmissen werden. Ich habe daher mal kurz eine bekannte, große Suchmaschine genutzt, um für mich Klarheit zu schaffen.

Das, was in meinem Balkonkasten wächst, wurde von einer Gärtnerei als Kubaspinat betitelt. Wikipedia sagt mir, dass diese Pflanze auch – weniger glamorös – „Gewöhnliches Tellerkraut“ heißt. Ebenso sind die Namen Winterportulak oder -postelein möglich. Sie ist ein Neophyt, also eine auf den europäischen Kontinent eingewanderte Pflanze, die ursprünglich in Nordamerika beheimatet war, heute aber auch bei uns weite Verbreitung gefunden hat.

Mir persönlich sind das wirklich ein paar zu viele Namen für das Gewöhnliche Tellerkraut. Das verwirrt. Aber die Aussaat als Salat kann ich dennoch wärmstens empfehlen. Es ist anspruchslos, man braucht die Samen nur irgendwo hinwerfen und kann sie dann auch ruhig vergessen. Es wächst totsicher bald und sät sich dann munter selbst aus. Zumindest geht es mir seit zwei Jahren so.

Was bei mir zur Verwirrung geführt hat, ist wohl die Tatsache, dass es auch einen Sommerportulak gibt. Hierbei handelt es sich ebenfalls um eine essbare Pflanze, die als Gemüse noch stärker in Vergessenheit geraten ist. Auch der Sommerportulak ist absolut balkontauglich. Ich habe sogar mal Saatgut erstanden, dieses aber kaum zum Keimen gebracht. In den Genuss der Pflanzen kam ich daher bisher nicht – ein neuer Versuch würde mich aber durchaus reizen.

Ich wünsche schonmal ein schönes Wochenende!

Das (große) Wachsen.

Oja – der Frühling ist sowas von da! In der Mittagspause habe ich mit einem Kollegen draußen in der Sonne einer Gruppe Wespen beim Sonnen an der Hauswand zugeschaut. Und selbst mein schattiger Balkon kommt bei diesen Temperaturen in Frühlingsstimmung.

Hier ein paar Impressionen vom Pflanzenwachstum in- und outdoor:

18.03.Austreibender Waldmeister

Wild austreibender Waldmeister.

18.03.WaldmeisterundBärlauch

Und auch sein Nachbar – der Herr Bärlauch – sieht schon prächtig aus.

18.03.Wachstum der Erdbeeren

Den Erdbeeren kann ich beim Wachsen zusehen…

Und auch in meine Wohnung ist der Frühling eingezogen…

18.03.Blattsenf

Blattsenf auf der Fensterbank. Gekeimt nach nur zwei Tagen und nun bin ich gespannt auf die ersten Blätter.

18.03.Kresse

Frühling für Ungeduldige auf der Küchenfensterbank: Kresse für aus Brot, in die Suppe oder auch gerne zur Polenta.

18.03.ChilisII

Und allmählich nähern sich meine Chilis nach rund einem Monat auch endlich einem Wachstumsstadium, das ein Foto ohne besonderes Makroequipment ermöglicht.

18.03.ChilisI

Chili.

18.03.Tomate_Manalocie

Ebenso entwickeln meine Tomaten – hier die Sorte ‚Manalucie‘ – ihre ersten richtigen Blätter.

18.03.Tomate_Zwergenwunder

Tomate ‚Zwergenwunder‘ mit erstem Blatt.

Im Vergleich zum letzten Jahr, in dem ich Tomaten und Chilis rund zwei Wochen früher ausgesät habe, lassn sich schon bedeutende Wachstumsunterschiede entdecken. Da hängen meine diesjährigen Pflanzen noch ziemlich hinterher. Aber das holen sie bei der vielen Sonne bestimmt bald auf!

Liebe Grüße – und ich wünsche weiterhin eine schöen Frühlingswoche!