Von Portulak bis Feldsalat.

Heute folgt ein Rundgang über meinen Balkon, nachdem ich vorgestern – mit Schal und Mütze ausgerüstet – mal nach dem Rechten gesehen und ein bisschen aufgeräumt habe. Da ich letzten Herbst relativ schnell in eine gewisse Gartenlethargie verfallen bin, habe ich kaum gezielte Aussaaten gegen Jahresende vorgenommen und vorrangig alles sich selbst überlassen. Aber selbst ohne großen gärtnerischen Elan ist es im Herbst/Winter Nummer zwei auf meinem Balkon nicht langweilig geworden – irgendwas wächst immer zwischen meinen überwinternden Kräuftern.

Blutampfer_Selbstaussaat

Frischer Blutampfer – ich wüsste nicht, dass ich ihn dorthin gesät hätte…

Sehr dankbar ist Winterportulak (oder Kubaspinat). Ich hatte die restlichen Samenkörner aus dem letzten Jahr im Herbst in einem der Kästen verteilt. Außerdem hat er sich im letzten Jahr munter selbst ausgesät. Überall sprießt es seitdem und liefert frisches Grün.

Portulak_II

Portulak macht sich neben einem schwächelnden Salbei breit.

Portulak

Potulak begrünt einen Blumenkasten auf dem Boden.

Der Portulak hat den Vorteil, dass er auch einen prima Wintersalat bildet – ich mische ihn gerne zu anderen Salaten dazu. Ich möchte ihm aber dieses Jahr auch die Chance geben, im Frühjahr zu blühen, damit ich neues Saatgut ernten kann.

Salat_Winter2014_15

Dort wo im Sommer unter einer Tomate Salate wuchsen, haben scheinbar neue Samen gekeimt und nun begrünt erneut Blattsalat die Hängeampel…

 Nachdem ich nachmittags dann im Wetterbericht aufgeschnappt habe, dass es in den kommenden Tagen wieder über 10 Grad warm werden soll, habe ich beschlossen doch schonmal die neue Gartensaison einzuleiten. Ich habe daher Feldsalat in drei große Blumentöpfe gesät – eine Sorte, die man ganzjährig ausäen kann. Vielleicht schafft der Salat es ja auch auf meinem Nordwestbalkon, bevor die Gartensaison in einigen Monaten dann wieder richtig losgeht und erfreut mich bis dahin mit ein paar Salatblättern und grünen Farbtupfern in den tristen Töpfen.

Feldsalataussaat

Neue Feldsalataussaaten, damit der Balkonboden bald nicht mehr so trist daher kommt…

Liebe Grüße.

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Vom Umtopfen, Aussäen und Aufräumen…

Heute war es mal wieder so weit: ein früher Balkongartennachmittag. Und hier ein paar Impressionen von meinem Balkon Anfang März 2014 – momentan dominiert v.a. von Kräutern aus der letzten Gartensaison.

Blick auf Balkon[Blick auf den Balkon aus der Küche]

Blick auf den Balkon II

[Blick auf meine Kräuter- und Salattopfsammlung auf dem Balkonboden]

Die heutige Umtopfaktion

Heute habe ich einige Balkonkästen umgestaltet, Kräuter zurechtgestutzt und in ihre Schranken verwiesen, wenn sie sich zu arg bedrängten. Von Pflanzenrückschnitt habe ich noch so garkeine Ahnung, aber ich habe hier und da mal zurückgeschnitten, in der Hoffnung, dass einiges dann kompakter wächst (u.a. Salbei, Pfefferminze etc.). Als besonders aggressive Pflanzen, die sich – so muss ich mir eingestehen – nicht für Mischkulturen im Topf eignen, sind mir übrigens Zitronenmelisse, Pfefferminze und Schnittsellerie negativ aufgefallen. Alle drei hatten in ihren Balkonkästen innerhalb eines Jahres die Erde dermaßen durchwurzelt, dass die anderen Pflanzen kaum mehr Luft bekamen bzw. das Dazupflanzen anderer Pflänzchen vollkommen aussichtslos erschien. Die Zitronenmelisse habe ich entsorgt – ich bin kein großer Melissenfan und sie kränkelte die ganze letzte Saison nur rum (Blattflecken). Minze und Schnittsellerie haben vorerst eigene Töpfe auf dem Balkonboden bekommen – mal sehen, wie es ihnen dort ergeht.

Balkonkasten_Schnittsellerie_Blutampfer[Schnittsellerie neben Blutampfer – beides vom letzten Frühjahr]

Durchwurzelte Erde[absolut lückenlos durchwurzelter Balkonkasten, dank Schnittsellerie]

Blutampfer [etwas trostloser, vom Schnittsellerie befreiter Balkonkasten – Platz für den Blutampfer und Platz für Neues]

Meine beiden Blutampferpflanzenkollonien haben übrigens gerade einen wirklich üblen Blattlausbefall. Ich habe vorerst noch keine Maßnahmen ergriffen und schaue, ob der Blutampfer es alleine übersteht. Aber der am  Boden stehende Blutampfer ist dermaßen von grünen Blattläusen übersät, dass ich mir doch langsam Gedanken machen sollte, wie ich das eindämme…(als ich heute trockene Blätter abgezupft habe, hatte ich das Gefühl, es regnet Blattläuse auf den Balkonboden).

Wachsen und Werden auf meinem Balkon

Heute habe ich zum zweiten Mal Radieschen ausgesät, neben der Sorte „Saxa 2“ sind nun einige Radies „Flamboyant 3“ unter der Erde. Im gleichen Balkonkasten wir die zweite Radieschensorte habe ich dazwischen eine Reihe Pflücksalat „Amerikanischer Brauner“ gesät. Meines Wissens vertragen sich beide in der Mischkultur ganz gut und ich bin gespannt, ob ich dieses Jahr mehr Glück mit meinen Radieschen habe, als im letzten.

Neben der Vielzahl von Kräutern auf meinem Balkon (siehe Bilder oben), kann ich zur Zeit auch noch Salat ernten. Der Kubaspinat hat sich in einer Balkonkastenhälfte richtig breit gemacht in den letzten Monaten. Ich ernte nun fleißig, um dort bald Platz für neue Aussaaten zu schaffen. Der Kubaspinat hat sich übrigens überall munter selbst ausgesät, nachdem ich im letzten Jahr ein paar Samen in die Erde gesetzt hatte. Er wächst wie Unkraut – ist aber eine gute Zwischenfrucht, da er mit kaum einem anderen Kraut oder Gemüse verwandt ist. Von daher kann er in meinen Kästen – dort wo ich den Platz gerade für nichts anderes brauche – gerne immer wuchern.

Kubaspinat[Kubaspinat im Balkonkasten]

Der letzte, im Dezember ausgesäte Feldsalat wird auch allmählich größer. Vielleicht habe ich ihn ein bisschen eng gesät? Er ist noch ein bisschen mirkig, aber ich ernte ab und an, um ihn auszudünnen – und warte darauf, dass die Pflanzen noch stattlicher werden, ehe ich im April oder Mai den Kübel neu mit Gemüse bepflanzen möchte.

Feldsalat[Feldsalat im großen Tontopf]

Und zum Abschluss gibt es – wie immer dieser Tage – ein Bild vom Bärlauch. So langsam ist er eine richtige Pflanze. Und es sieht fast so aus, als wenn er seine erste Knospe bekommt. Oder wird das blos ein neues Blatt? Ich bin gespannt.  Das Wachstum nimmt gerade richtig fahrt auf, wenn man dieses Bild mit meinen letzten Beiträgen vom Februar vergleicht.

Bärlauch[Bärlauch im Wachstumsrausch…]

Ich wünsche allen noch ein schönes Frühlingswochenende.

Frühjahrsputz & Frühlingsvorfreude.

Heute kommt doch glatt die Sonne mal durch. Und dadurch steigerten sich die Garten- und Frühlingsentzugssymptome bei mir ins untragbare. Ausgesät und Vorgezogen wird bei mir auf der Fensterbank aber noch nicht. Ich habe für mich entschieden, dass ich lieber erst in ein paar Wochen mit der Pflanzenanzucht beginne, damit die kleinen Sämlinge genug Licht bekommen, nicht zu intensiv und lange der Heizungsluft ausgesetzt sind und in absehbarer Zeit auch nach draußen umziehen können. Nach dem Indoor-Trauermückenbefall und dem ewigen Warten auf den Frühling im letzten Jahr bin ich vorerst ein „gebranntes Kind“ und lasse mir daher noch ein bisschen Zeit. Auch wenn es mir nicht leicht fällt. Zumal die von mir präferierte Bio-Garten-Literatur bei den meisten Obst, Gemüse und Salatpflanzen zu einer Aussaat ab März oder April rät. Pflanzen, die im Kleinkindalter schon kräftig heranwachsen, sind – so die Theorie – gesünder und widerstandskräftiger, als hochgeschossene Januarkeimlinge. Und sie holen im Wachstum auch ganz gut auf, bei richtiger Pflege und einem guten Standort. Natürlich kann man das nicht verallgemeinern: die Rahmenbedingungen sind bei jedem Balkon- und Kleingärtner andere – und jeder macht so seine eigenen Erfahrungen. Aber ich persönlich stehe auch nicht auf Pflanzlampen, Heizdecken und dergleichen energieintensive Ausstattung, um das Pflanzenwachtum anzuregen, und versuche für mich, die Jahreszeiten und Pflanzenbedürfnisse ernst zu nehmen.

Also was tun an diesem schönen Vorfrühlingstag? Um endlich mal wieder zum Gärtnern zu kommen, habe ich heute eine erste Aufräumaktion auf meinem Balkon gestartet. Und dabei durfte ich feststellen, dass sich noch immer recht viel tut. Auch wenn ich nun einige dahinvegetierenden Pflänzchen vom letzten Jahr entfernt habe, um Platz für Neues zu schaffen, ist mein Balkon nach wie vor ziemlich grün. Es wachsen/grünen noch viele Kräuter (Pimpinelle, Salbei, Minze, Currystrauch, Zitronenmelisse, Blutampfer, Schnittsellerie, Kerbel etc.) und Salate/Blattgemüse (Kubaspinat, Feldsalat). Ich bin noch immer erstaunt, dass mein Balkon seit meinen Pflanzaktionen im März 2013 eigentlich nie trostlos aussah – und vor dem Hintergrund der blattlosen Bäume beim Blick aus dem Fenster schöne, frühlingshafte Akzente setzt.

Und dass der Frühling nun kommt, das glaubt zumindest auch der im letzten März erstandene Bärlauch im Tontopf, der mich heute mit frischen Austrieben erfreut hat.

Bärlauch treibt ausII

Bärlauch treibt aus

Ich habe also den Balkon und das Fenster mal sauber gemacht, einige kümmerliche Pflanzen entsorgt, geschaut wie arg die Erde in meinem Töpfen durchwurzelt ist und was ich noch an „Nachschub“ für dieses Jahr brauche – und den Platz für meine Topfkulturen sowie meine Pflanztopfsammlung begutachtet. Vor dem Aussäen und Einpflanzen des diesjährigen Blumen-, Gemüse-, Kräuter- und Obstjahrganges werde ich die letztjährige Erde mit Langzeitdünger, frischen Erdeanteilen etc. aufarbeiten – je nach den Bedürfnissen der einzelnen Pflanzen, die in die Töpfe kommen sollen. Ich möchte die Erde nicht jedes Jahr neu kaufen, da ich das für unnötig halte. Im Garten tauscht man die Erde schließlich auch nicht aus, sondern gräbt sie um und düngt sie. Ich habe mir für diese Zwecke bereits einen biologischen Langzeitdünger besorgt. Organische Flüssigdünger besitze ich vorerst vom letzten Jahr noch ausreichend.

In der kommenden Woche werde ich dann aber auch mal den Baumarkt aufsuchen und mich mit Kokoserde für meine zu errichtende Pflanzenkinderstube auf der Fensterbank versorgen. Genügend Saatgut und diverse Aussaat-, Mischkultur- und sonstige Garteninformationen habe ich schon zusammengetragen, Pläne geschrieben und Überlegungen angestellt, um dieses Jahr hoffentlich ein bisschen geschickter auf meinem Balkon zur Tat zu schreiten. Dieses Jahr werde ich meine Kinderstube auf der Fensterbank vorerst nur mit Kokoserde ausstatten. Warum? Weil sie a) torffrei ist und b) weil ich mir erhoffe, dass ich mir damit keine Trauermückeneier einkaufe. Ich bin gespannt, ob so die Pflanzenanzucht auch mit Tomaten & Co. besser anläuft. Letztes Jahr waren meine Erfahrungen mit Kokosanzuchtklötzchen eher durchmischt, was aber auch an Phasen der Gießfaulheit gelegen haben kann. Ich versuche es also  einfach nochmal. 

Ich hoffe auch Eure Gartenplanungen nehmen langsam konkretere Formen an und ihr freut Euch ebenso auf die kommende Frühlingszeit, wie ich.

Ruhe vor dem Sturm.

Winter kann man das nicht wirklich nennen, was zur Zeit hier stattfindet. Eher ein verlängerter Herbst. Auch wenn ich meinen Balkon aufgrund der frischen Temperaturen zur Zeit wenig nutze, so ist er zu meinem Erstaunen immernoch grün. Den zurückgebliebenen Kräutern und Salaten können die Temperaturen scheinbar nicht viel anhaben. Besonders empfehlenswert sind bei diesen herbstlichen Witterungsumständen Kubaspinat und Feldsalat, die den im Herbst freigewordenen Platz  in den Töpfen nun munter überwuchern…

IMG_0720_kubaspinat[Kubaspinat]

IMG_0714_Feldsalat[Feldsalat im Blumentopf]

IMG_0717_Keimlinge Feldsalat[Frische Feldsalatkeimlinge]

Bei dem momentanen Wachstum auf meinem Balkon bekomme ich große Lust, wieder neues Saatgut in diverse Töpfe zu stecken – doch der Frost kommt bestimmt, im Februar und März, man kennt das ja. Es wäre vergebliche Liebesmüh. Aber hoffentlich bleibt der Winter nicht zu lange. Mich kitzelt es schon wieder in den Fingern. Und das abendliche Schmöckern in Gartenbüchern sowie das Anlegen eines Aussaatkalenders und Mischkulturplans für die Balkontöpfe in der Gartensaison 2014 ist auch so gut wie abgeschlossen. „Pläne schmieden“ ist in meinen Augen auch nur begrenzt sinnvoll – am Ende werde ich dann schon sehen, was dann wirklich in meinem Pflanztöpfchen aufgeht und den Weg auf meinem Balkon findet. Ein bisschen mehr „Grundlagenwissen“ ermöglichen mir aber hoffentlich in der kommenden Gartensaison besseres Wachstum und weniger feindliche Invasionen. In zwei Monaten können wir alle schließlich wieder anfangen, unsere Fensterbänke mit Anzuchtschalen zu bestücken. Ich freue mich schon auf euphorische Wochen mit jungem Grün in kleinen Töpfen und großen Balkonvorsätzen.

Und jetzt noch ein „Frühlingsbild“ im Januar. Eine Ringelblume, die ich vom Sommer noch hab stehen lassen, hat wettertechnisch nun scheinbar vollkommen die Orientierung verloren und beginnt, eine neue Blütenknospe zu öffnen.

IMG_0722_aufblühende Ringelblume[Ringelblume]

Ich wünsche allen Lesern ein schönes, grünes Jahr 2014 – auf dass das Wetter allen Gärtner_innen wohlgesonnen sei!

Gartenjahr No. 1: Obst und Gemüse auf dem Nord(west)balkon.

In Teil 2 meiner Reihe, in der ich zurückblicken möchte auf meine ersten Anzucht- und Kultivierungserfahrungen in meinem ersten Jahr als Balongärtnerin, geht es heute um Obst, Salat und Gemüse im weitesten Sinne auf meinem nur sehr begrenzt sonnigen Nordwestbalkon.

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[Ernte – Chili, Gurke und Ananaskirsche]

Im Frühjahr fanden zunächst Salat und Radieschen ihren Weg in meine Balkontöpfe. Als Samen habe ich Radieschen „Helios“ (gelbe Sorte) und Radies „Flamboyant 3“ erstanden. Die Ergebnisse waren noch relativ übersichtlich. Zwar sind alle Aussaaten gut gekeimt, aber von den „Helios“ konnte ich nur einen Teil ernten, der Rest ist geschossen, ohne ansehnliche Knollen wachsen zu lassen. Sie haben dann aber ganz nett geblüht und Samen angesetzt, die ich sammeln konnte, da die „Helios“ sortenfest sind. Die Radies sind hingegen etwas besser gewachsen, haben aber relativ lange gebraucht, um groß zu werden. Ob es an meiner Ungeduld oder ab Schatten lag? – Ich versuche es im nächsten Jahr bestimmt nochmal.

Radies[Radies aus dem Balkonkasten]

Sehr gut gewachsen ist im Frühjahr und jetzt im Herbst durch Selbstaussat der Kubaspinat. Er ist sehr unkompliziert und man kann ihn Salaten beimischen. Leider ist er relativ geschmacksneutral, wie ich finde. Auch meine regelmäßigen Salataussaaten („Australische Gele“, „Eichblattsalat“, „Amerikanischer Brauner“ und ein bunt gemischtes Saatband mit Pflücksalaten) sind relativ langsam und überschaubar gewachsen. So einiges konnte ich dann aber doch ernten, so dass ich es nächstes Jahr wieder versuchen werde. Vor einigen Wochen habe ich schließlich Feldsalat einen Versuch mit Feldsalat gemacht. Er steht noch recht klein in zwei Töpfen – aber ich werde ihn weiter beobachten, vielleicht braucht er einfach noch ein bisschen. Allein an der Aussaat von Gutem Heinrich im Herbst bin ich bisher gescheitert  – er ist bisher garnicht gekeimt.

Pflücksalat

[Blattsalat im Blumentopf]

Kommen wir nun zum Gemüse. Dieses Jahr habe ich Tomate „Vilma“, Mangold „Bright Lights“, Gurke „Miniature White“, Chili „Basket of Fire“, Spargelerbse und Erdbeerspinat ausgesät. Meine ersten Anläufe in der Tomatenzucht waren ernüchternd. Die Pflänzchen sind zunächst ganz gut gewachsen, später aber alle wieder eingegangen. Ich hatte in jener Zeit einen heftigen Trauermückenbefall in meiner Wohnung, den ich mit Nematoden & co. versucht habe zu bekämpfen. Ich glaube die Tomaten sind diesen zum Opfer gefallen – eine andere Erklärung habe ich bisher nicht gefunden. Da ich  nun neue, robuste Tomatensorten aus der Samenrotation habe, versuche ich es in ein paar Monaten aber nochmal aufs Neue.

Die Spargelerbsen sind sehr gut gewachsen und durften auf meinem Balkon an einem Bambusrankgitter hochwachsen. Nach einer schönen Blüte haben sie auch nach und nach immer mehr Früchte angesetzt. Dann kamm jedoch der Rost und eine längere Abwesenheit meinerseits – das war leider ihr Todesurteil. Schade, aber auch hier werde ich es nochmal versuchen. Spargelerbsen sind zwar klein und man braucht schon ein paar, um damit etwas kochen zu können, aber ich fand sie angebraten sehr lecker.

Ernte_Spargelerbsen

[Spargelerbsenernte]

Der Erdbeerspinat ist gut gewachsen und hat viele Früchte angesetzt. Leider wurde er enorm von Minierfliegen zerfressen, so dass ich von dem Blattgemüse kaum etwas hatte. Die Früchte waren aber ziemlich dekorativ. Ob er nochmal in meinem Topf kommt, nachdem er mir soviel Kummer bereitet hat, bezweifel ich im Moment aber noch.

Erdbeerspinat[Erdbeerspinat im Balkonkasten]

Der Mangold „Bright Lights“ ist als kleine Pflänzchen nach der Direktaussaat auf meinem Balkon ebenfalls ständig von Minirfliegen zerfressen worden. Ich hatte ihn schon abgeschrieben, doch dann hat er es doch noch geschafft. Die Minierfliegen haben irgendwann aufgegeben und er konnte noch zu ansehnlicher Größe heranwachsen, so dass ich ihn auch in der Küche verarbeiten konnte. Erstaunlich ist nur, dass die ersten Blätter noch rote und gelbe Stängel hatten (wie die Pflanzen auf der Verpackung), während die Stengel, die es schließlich geschafft haben, nurnoch weiß waren. Also nichts mit „Bright lights“ und Farbe im Topf, aber ich habe ihn auch so gerne gegessen.

Mangold

[Mangold „Bright Lights“]

Die Gurke „Miniature White“ hat es bei mir auch erst bei einer Direktaussaat im Juni auf dem Balkon geschafft. Zuvor war sie mir zweimal als kleine Pflanzen in meinem Wohnzimmer eingegangen (vielleicht auch hier die Trauermücken?). Auf meinem Balkon hat sie mir dann aber noch große Freude gemacht und einiges an Früchten produziert. Im Herbst hat sie allerdings Mehltau angesetzt – aber da die Gartensaison gerade zu Ende ging, war das weniger schlimm.

Erste Gurkenernte

[Gurke „Miniature White“]

Und schließlich waren da noch die Chilipflanzen. Aus meiner Aussaat gingen zwei robuste Pflanzen hervor, die gut gediehen und jede Menge Früchte ansetzten. Sie haben eigentlich die ganze Saison an meinem Südfenster in meinem Wohnzimmer gestanden und sind dort gut gediehen. Schließlich haben sie aber Spinnmilben bekommen und ich habe sie öfter im Regenwetter rausgestellt und auch mit einem biologischen Bekämpfungsmittel dagegen behandelt. Die stärker befallene Pflanze hat dann auch lange Zeit draußen gewohnt. So richtig losgeworden bin ich den Befall aber nicht, so dass die Pflanzen zurzeit nach und nach eingehen. Da sie mir bis zum heutigen Tag aber viele Früchte und viel Freude bereitet haben, empfinde ich das nicht so schlimm – sie sind eh als „einjährig“ deklariert und ich versuche es mit der Chilizucht im nächsten Jahr einfach nochmal.

Errötende Chilis

[Die ersten, reifenden Chilis 2013]

Als Süßes zum Naschen habe im Frühjahr Saattütchen von Ananskirsche „Aunt Molly“, Chichiquelite, Kaktusfeige (Indoorpflanze) und Heidelbeere erstanden. Ich war mir unsicher, was auf meinem Balkon wachsen würde und habe versucht nicht zu große Pflanzen als Saatgut zu erstehen, die auch Schatten vertragen. Ein absoluter Erfolg war die Kultivierung der Ananaskirsche. Ich habe sie etwas spät auf den Balkon ausgepflanzt, weil ich Angst hatte, das es ihr dort zu schattig ist. Indoor haben die Pflanzen aber ebenfalls Spinnmilben bekommen, draußen waren sie hingegen absolut robust und schädlingsfrei. Dort sind die Pflanzen dann auch enorm gewachsen und haben viele Früchte angesetzt. Nach und nach sind sie abgereift, ein großteil der Früchte wurde aber vom Wintereinbruch überrascht. Ich denke ich muss sie nächstes Jahr früher auspflanzen, wenn es das Wetter zulässt.

AnanaskirschenII

[Eine Ananaskirsche …]

Die Kaktusfeige war in der Anzucht etwas träge und widerspenstig, aber mitlerweile stehen an meinem Südfenster zwei kleine Kakteen und ich bin gespannt, ob sie weiterhin gedeihen. Früchte wird es wohl erst auf lange Sicht geben, da die Pflänzchen noch viel zu winzig sind. An der Aussaat von Heidelbeere und Chichiquelite bin ich vorerst gescheitert – beide wollten einfach nicht keimen. Vielleicht muss ich mich da nochmal stärker einlesen und schauen, woran es hängt.

Kaktusfeigenkeimlinge

[Kaktusfeigenkeimlinge – einige Wochen nach der Aussaat]

Fazit: ich habe viel anzüchten und wachsen lassen – erstaunlich viel, wenn ich bedenke, dass ich vorher so garkeinen grünen Daumen hatte. Was Pflege und Wissen um die Pflanzen angeht, habe ich aber sicherlich noch „Luft nach oben“, so dass ich in den nächsten Jahren vielleicht noch erfolgreicher Gärtnern werde. Das Bild dieses Jahr war ziemlich durchmischt, aber im großen und ganzen hat es mir großen Spaß gemacht.

Allmählicher Verfall.

Nun ist es also soweit. Das kalte Wetter hat uns im (Würge)Griff. Und das geht natürlich auch an meinem Balkontopfgarten nicht unbemerkt vorbei. In den letzten Tagen kam leichte Trauerstimmung auf, als ich zunächst das eiserne Balkongitter gewaltsam mit einem Messer von der dahinwelkenden Kapuzinerkresse befreite und im Anschluss die Ananaskirsche mit ihren schon arg hängenden Ästen und erfrorenen Blättern niedermetzelte. Sie trug noch jede Menge Früchte, die das Reifestadium nie erreichen durften. Und auch die Fleißigen Lieschen in der Blumenampel sehen arg zerrupft aus und werden bald das Zeitliche segnen.

IMG_3637_kleinAdé, schöner erster Sommer auf meinem Balkon. Ich vermisse dich jetzt schon – bei diesem eklig kalten und regnerischen Wetter. Aber noch bleibt mir viel Grün aus meinem Balkon. Meine Kräuter schauen unbeeindruckt dem verregneten Himmel entgegen. Die Orangengewürztagetes blüht unerschrocken vor sich hin. Und neue Saaten sind aufgegangen: junger Kubaspinat und Feldsalat arbeiten sich im Schneckentempo einer ansehnlichen Größe entgegen.

Und einen großen Trost gibt es schließlich: in 2-3 Monaten lässt es sich schon wieder im Zimmergewächshaus der neuen Gartensaison entgegenarbeiten.

Des Gärtners Aufräumwut?!

Seit einiger Zeit lese ich mich nun dann und wann durch Garten- und Balkonblogs und bin nach meiner ersten Gartensaison auf meinem eigenen Balkon etwas irritiert über so manche Aufräumwut der Balkon- und Garteninhaber. Nun ist es also Oktober. Als Neuling war ich davon ausgegangen, dass die Gartensaison nun schon lange zu Ende sein und in meinen Kübeln nurnoch vertrocknete Stengel stehen würden. Aber von einem Erfrieren und Sterben sind meine Kübelpflanzen noch weit entfernt. Die fleißigen Lieschen, die Ringelblumen, die Orangentages und die Kapuzinerkresse blühen noch immer fleißig. Blutampfer, Schnittsellerie und Pfefferminze treiben weiter aus. Und selbst der Stielmangold, der mir in einem Buch als kälteempfindlich beschrieben wurde und den ich daher vor einigen Wochen schonmal vorsichtshalber ziemlich radikal abgeerntet hatte, wächst weiter – wenn auch nicht mehr im gleichen Tempo wie den Sommer über. In manchen Töpfen sind gerade neue Saaten (v.a. Feldsalat) aufgegangen, der aber nur langsam wächst. Natürlich finden sich hier und da erste gelbe Blätter – zum Beispiel an der Ananaskirsche, die aber trotzdem das Blühen nicht einstellen will.

Organentagetes

Aus diesem Grund möchte ich hier in aller Deutlischkeit schreiben, dass ich entschlossen bin dieses Begrünungsprojekt in diesem Jahr bis zum bitteren Ende durchzuziehen: Hier auf meinem Balkon wird nicht ausgerissen, ausgeleert und in den Keller geräumt, um dem Winter kampflos das Feld zu überlassen. Nein, auch das Vergehen wird hier akribisch begutachtet und dokumentiert. Und jede letzte Blüte und jeder junge Austrieb wird bejubelt und angefeuert. Der letzte Winter war schließlich lang und trist genug. Solange noch irgendwas auf meinem Balkon wächst dieses Jahr, soll es wachsen dürfen. So schaue ich nicht nur auf die fast schon kahlen Bäume vor meinem Fenster, sondern auch noch immer auf grüne Blumentöpfe. Die winterliche Tristesse hat hier keinen Platz und das ist auch gut so.

In diesem Sinne wünsche ich ein schönes Herbstwochenende,

Staphylea