Urban Gardening III: Der Hack-Museumsgarten in Ludwigshafen am Rhein.

Immer mehr urbane Gärten entstehen. Kaum eine große Stadt kommt aktuell mehr ohne ein Gartenprojekt aus. Sei es, dass Bürger*innen Baumscheiben begärtnern, eine Brachfläche bewirtschaften, von der Stadt Beete übernehmen oder kreativ und wild Guerilla-gärtnern.

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Blick auf den Hack-Garten.

In Ludwigshafen am Rhein gibt es seit 2012 einen Gemeinschaftsgarten – angesiedelt unmittelbar beim und betreut vom Wilhelm-Hack-Museum. Letztes Wochenende habe ich mit Herr K. einen kleinen Radausflug zu diesem Garten unternommen – auch um Inspirationen für unser eigenes Gartenprojekt in meiner Nachbarschaft zu sammeln. Hier ein paar Impressionen aus meiner Kamera, die mich auch zukünftig für die Gestaltung unseres Gartens inspirieren werden.

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Dekorative Mini-Töpfchen mit Sukkulenten am Gartenzaun.

 

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Bunt bemalte und bepflanzte Tonnen auf einer Palette.

 

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Hochbeet mit Kisten und Wetterstation.

 

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Wetterstation umringt von Ringelblumen.

 

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Bemalte und bepflanzte Autoreifen.

 

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Im Hack-Garten wird vor allem in Kisten gegärtnert – ob das nicht schnell austrocknet im Sommer?

 

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Ein Pflanzen-Tausch-Tisch. Sowas braucht unser Garten auch!

 

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Und ein bepflanzter Tisch. Hier finden sich auf einer sehr dünnen Substratschicht neben Steingartenpflanzen sogar Walderdbeeren.

 

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Charmant angemalte und bepflanzte Gemüse- oder Weinkisten.

 

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Ein Vogelbad. Und auch sowas braucht unser Garten noch!

 

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Gartenhäuschen.

 

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Badewanne und Regentonne.

 

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Links im Bild: Blumentürme.

 

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Büchertauschregal.

 

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Insektenhotel XXL

 

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Blumentopf XXL – in begehbarer Variante.

Insgesamt finde ich das Gartenprojekt, das auch einen künstlerischen Anspruch hat, wirklich schön. Einzig hat mich etwas die Kleinteiligkeit gestört – sehr kleine Beete und viele kleine aufbauten tummeln sich hier auf großer Fläche. Da finde ich es ganz schön, dass wir hier in Mannheim mit größeren Hochbeeten angefangen haben – das hat in meinen Augen ein bisschen mehr Gartencharakter. Der Hack-Garten ist allerdings sehr inspirierend, wenn wir in Zukunft unseren Garten noch stärker begrünen und dekorieren können. Einige Ideen nehm ich also mit und bin gespannt, ob auch unser Garten im Herbst so schön grün und bunt ist…

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Urban Gardening kreuzt meine Wege. – Teil I: Mainz, Schillerplatz.

Vor ein paar Wochen schlenderte ich im spätsommerlichen Sonnenschein über den Mainzer Schillerplatz, um mir ein wenig die Zeit zu vertreiben, während ich auf meine Nachmittagsverabredung wartete. Dabei fiel mein Blick auf ein Beet, das nicht durch die sonstige Blüten- und Grünpflanzenpracht bestach – auf dem vielmehr nur vereinzelt Pflanzen standen. Das Beet wirkte etwas karg . Bei näherer Inaugenscheinnahme konnte ich feststellen, dass es sich um Tomaten-, Zucchini- und andere Gemüsepflanzen handelte, die dort gepflanzt worden waren. Ein Schild wies mich daraufhin, dass es sich dabei um ein Urban Guardening-Projekt des Grünamtes der Stadt Mainz handelte. Ernten erlaubt und ausdrücklich erwünscht!

Zu Hause angekommen habe ich mal ein bisschen recherchiert. Aber die Stadt Mainz hängt ihr Projekt eines Gemüsebeetes nicht gerade an die große Glocke. Ich fand einige Randbemerkungen in Zeitungen, einen kurzen Filmbeitrag und einen privaten Blog, der das Beet am Schillerplatz in seiner Entwicklung diesen Sommer begleitet hat.

War ich zunächst hocherfreut, dass die Stadt Mainz den Trend zum urbanen Gärtnern aufgreift und sich an Gemüsebeete ranwagt, so hinterlässt mich das Projekt ein wenig nachdenklich. Zunächst einmal wird hier nur von Seiten der Stadt gepflanzt – sonst darf niemand gärtnern. Das „Bürgerbeet“ darf nur von denselbigen abgeerntet werden – sonst bitte nicht unnötig durcheinander bringen. Vor einigen Tagen wurde das Beet dann von Seiten der Stadt dem Erdboden gleich gemacht – alles aufgräumt, nurnoch geharkte Erde. Wachsen und Werden nur in stark kontrollierten Zeitfenstern und Beetbereichen – und auf keinen Fall ein Vergehen. Dabei hat der Herbst dieses Land doch noch garnicht so fest im Griff, dass nichts mehr wachsen würde…

Die Stadt Mainz will solche Projekte eventuell auch im kommenden Jahr weiterverfolgen. Ich bin gespannt, ob mir wieder Gemüsepflanzen über den Weg laufen. Allemal ein guter Anfang.