Tomaten – Der Zwischenstand.

Tomaten auf dem Nord(west)balkon sind mein großes Experiment in diesem Jahr. Einmal muss man es schließlich probiert haben. Zumal ich im letzten Winter – manch ein Leser erinnert sich vielleicht – in der Samenrotation (halb)wilde Tomatensamen zugespielt bekommen habe – von den Sorten „Cerise gelb“ und „Johannisbeertomate (rot)“. Und diese fanden dann natürlich ihren Weg in meine Töpfe. Vor drei Wochen ist dann noch eine winzige Balkontomate, die ich in einem Supermarkt erstanden habe, dazu gekommen.

Und wie sieht es nun aus, Mitte Juni? 

Bei meinem Zwischenstand muss man natürlich berücksichtigen, dass ich im Mai – als es spontan warm wurde in Deutschland – gerade auf einem anderen Kontinent in der Sonne lag. Und das drei Wochen lang. Meine Nachbarin hat sich beim „Pflanzensitten“ zwar tapfer geschlagen, aber als ich heimkam, waren meine Tomaten etwas angeschlagen – hatten verräterische Gespinste und Blattläuse aufzuweisen und machten nicht gerade den solidesten Eindruck auf ihrem schattigen Balkonplätzchen. Ich habe die drei kräftigsten Pflanzen (zwei Johannisbeertomaten und eine Cerise – vermute ich zumindest) dann in größere Töpfe verpflanzt und an die sonnigste Ecke meines Balkons gestellt. Dort bekommen sie jetzt ab dem frühen Nachmittag bis gegen Abend ein paar Stunden Sonne – mehr ist leider nicht drin auf meinem Balkon.

Eine Johannisbeertomate habe ich in eine Hängeampel gepflanzt, weil ich im Netz gelesen hatte, dass sie sich durchaus als Ampeltomate oder als Tomate im Balkonkasten eignet. Das hat auch den Vorteil, dass sie einen noch etwas sonnigeren Standort hat als die beiden Tomatenpflanzen auf dem Boden. Rückblickend muss ich allerdings festhalten, dass die Ampeltomate für meinen Geschmack doch ein bisschen hoch hinaus möchte und ich hoffe, dass sie den in den Hof fegenden Winden da oben auch immer stand halten wird. Ich habe sie etwas angebunden und die Spitzen gestutzt, in der Hoffnung dass sie nun vorrangig in die Breite geht.

Tomate_Johannisbeer

Wuchernde Johannisbeertomate an der Westseite meines Balkons.

Entsprechend ihrer Standorte und ihrem vorherigen Wohlbefinden entwickeln sich die drei Tomaten ganz unterschiedlich. Die Johannisbeertomate in der Ampel wächst und gedeiht – und blüht seit dieser Woche wie wild. Das lässt hoffen, dass es doch etwas wird mit den frischen Tomaten vom Balkon. Die beiden anderen Pflanzen, die ich nebeneinander in einen großen Topf auf dem Boden eingepflanzt habe, sind dagegen eher „Kümmerlinge“ – hochgeschossen, instabil und immer wieder von Schädlingen befallen. So richtig will es mit denen nicht und ich frage mich jedesmal, wie lange ich ihnen noch geben soll. Aber immerhin: die gelbe Cerise blüht nun. Vielleicht wird es ja doch noch was mit den gelben Kugeln im Salat. Ich besprühe sie regelmäßig mit Neemöl, um ihr auf die Sprünge zu helfen.

Tomaten_Kümmerlinge

Große Tomate „Cerise gelb“ neben kleiner Johannisbeertomate (mit Flaschen-Bewässerungsexperiment im Kübel).

Die kleine Balkontomate aus dem Supermarkt um die Ecke steht etwas unbeeindruckt in meinem Balkonkasten. Sie hat sich ein bisschen aufgerichtet und ihre Blätter in die Höhe gereckt, seit ich sie dort eingepflanzt habe. Und wenn ich richtig geschaut habe, sind auch die grünen Früchtchen mehr geworden. Rot wird aber scheinbar noch nichts. Ich bin also gespannt, ob ich die Tomaten im Herbst grün ernten muss…

Gedüngt werden meine Tomaten übrigens ganz unterschiedlich: Anfangs hatte ich in die Erde eine kleine Ladung organischen Langzeitdünger eingearbeitet. Manchmal bekommen sie von meinem Chili-Tomaten-Dünger, wenn ich bei der wöchentlichen Chili-Fütterung dran denke. Oder sie bekommen auch schon mal eine Ladung Brennesseltee, den ich des Öfteren zur Stärkung meiner Pflanzen auf dem Balkon verteile. Außerdem habe ich gelesen, dass es Tomaten mögen, mit ihren eigenen Blättern gemulcht/gedüngt zu werden. Auch wenn ich meine Tomaten nicht ausgeizen brauche (nicht notwendig bei diesen Sorten), so lichte ich sie hier und da mal aus, wenn sie zu wild wuchern – und verteile das Laub anschließend im Topf.

Meine Mischkulturexperimente mit Tomaten haben mich noch nicht so ganz überzeugt: Die drei Knoblauchpflänzchen im Tomatentopf sind, nachdem ich die Tomaten dazu gepflanzt hatte, einfach nacheinander wieder eingegangen. Das Laub wurde gelb und lag irgendwann tot auf dem Boden – ganz unabhängig von Wassergaben. Schade. In der Tomatenampel wächst hingegen munter Pflücksalat vor sich hin – und entwickelt langsam ansehnliche Blättchen. Ich hoffe er wird noch groß genug zum Ernten, ehe die Johannisbeertomat alles zugewuchert hat.

Und wo wir gerade beim Fruchtgemüse sind, noch ein schneller blick zu meinen Chilis im Wohnzimmer – hier tut sich nämlich endlich was an meiner Paprika „Cayenna“…

Chili_erötend

Errötende „Cayenna“ – leider schwer aufs Bild zu bringen.

Ich wünsche noch einen schönen Sonntag Abend und eine sonnige Woche!

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2 Kommentare zu “Tomaten – Der Zwischenstand.

  1. Ja, so langsam hängen die ersten Äste, aber es ist schon mehr eine Stehtomate. Aber sie entlohnt mich seit dem Wochenende für ihren buschigen Wuchs mit einigen Fruchtansätzen. Ich bin gespannt, wie die Tomatenernte auf unseren Balkonen ausfallen wird…

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